Apr
07
2010

Fernsehtipp: Die KiK-Story – die miesen Methoden des Textildiscounters

Es wird mal wieder Zeit, an die Umtriebe der Discounter und ihren vielen schädlichen Folgen für Gesellschaft und Umwelt zu erinnern. Löblicherweise wagt sich der NDR in der Reihe Panorama – Die Reporter an dieses Thema und berichtet heute Abend um 22:35 in N3 in „Die KiK-Story – die miesen Methoden des Textildiscounters“ darüber, was hinter den „tollen“ Billigbilligbilligpreisen steckt, mit denen KiK, Lidl, Aldi & Co. jede Woche werben.

Oberhausen: eine Promi-Veranstaltung mit Verona Pooth. Auf dem roten Teppich präsentiert sich die Werbe-Ikone in einem Outfit des Textildiscounters KiK. Wohl keine 30 Euro kostet ihre Abendgarderobe. Das neue Werbegesicht der Billigkette soll offenbar vermitteln, dass KiK nicht nur günstig, sondern auch gesellschaftsfähig ist. Doch Fragen zu Produktionsmethoden und Dumpinglöhnen will Pooth nicht beantworten. Auch die Geschäftsführung von KiK schweigt. Dabei gibt es viele Vorwürfe, die damit unbeantwortet bleiben: Verkäuferinnen, die kaum von ihrem Gehalt leben können. Druck und Kontrollen am Arbeitsplatz. Ausbeutung von Menschen in den Produktionsländern wie Bangladesch.

NDR Chefreporter Christoph Lütgert zeigt „Innenansichten“ einer Billigkette, die wie kaum ein anderes Unternehmen expandiert. In insgesamt über 2.800 Ladengeschäften werden Klamotten zu Schleuderpreisen angeboten. Der Film von Christoph Lütgert zeigt, wie die Billigpreise zustande kommen – und wie Menschen dafür teuer bezahlen müssen.

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12 Comments

  • Martin

    Es darf doch wahrlich nicht verwundern, dass irgendein System hinter diesen Billig-Preisen stecken muss. Bei all den Kosten der vorhergehenden Stufen ein Kleidungsstück für fünf Euro anzubieten, ist nicht nur mit großen Einkaufsmengen zu erklären.

    Bleibt das gute Gefühl, dort keinen Fuß reinzusetzen.

    Comment | 7. April 2010
  • SonyaFan

    Warum wird nur so auf die Verona eingedroschen.Kann sie etwa dafür dass ihr Mann Pleite gemacht hat?Ich denke nicht.Ich bin kein Super Fan von ihr aber sowas geht mir gegen den Strich.Alles nur Neider.Warum?Weil sie trotzdem zu ihrem Mann steht?Da könnten sich mal viele Frauen eine Scheibe abschneiden.Und wisst ihr überhaupt was grosse Jeans-Marken tun?Viele lassen ihre Blanchet Jeans in Billig-Lohn Länder bleichen wo viele Verfahren nicht gerade für die Lungen der Arbeiter gesund sind.Dann tragt auch keine Jeans mehr.Zumal die gebleichten.Ich wette viele die gegen Kik wettern haben solche Jeans im Schrank.Und passt bloss alle auf ihr Kritiker dass ihr nicht mal dorthin einkaufen gehen müsst,denn die Bürger die immer ärmer werden nehmen ständig zu.Und zwar schneller als ihr es vorstellen könnt.

    Comment | 8. April 2010
  • Wer, wie Verona, ohne rot zu werden für so eine Firma, die mit solchen Methoden ihre Waren herstellt und vertreibt (denn die Mitarbeiter der Läden werden ja zudem auch noch ausgebeutet!), wirbt, hat kein allzu großes Verständnis zu erwarten. Der Vorwurf mit den „Neidern“ ist ehrlich gesagt lächerlich, denn dann dürfte man ja nie etwas kritisieren, was jemand tut, der bekannter ist oder mehr Geld hat als man selbst.

    Comment | 8. April 2010
  • Geextah

    Wirklich guter Bericht, hat mir sehr gefallen.
    Die Machenschaften sind ähnlich wie bei Schlecker und Aldi, nur dass man das Gefühl hat, dass KiK noch übler drauf ist, wobei allesamt gleich wenig Moral und Ethik besitzen.

    Besonders schön auch zu sehen, wie starrsinnig KiK und auch das KiK-Oberhaupt ist. Zu keinem Interview bereit, selbst nicht nach mehrmaliger Anfrage. Auch hier die gleiche Methode wie bei Schlecker: Stillhalten und warten bis niemand mehr drüber spricht…
    Aber dieses Verhalten zeugt meiner Meinung nach von sozialer und geistiger Inkompetenz.

    Man könnte so etwas auch soziopathischen Kapitalismus nennen…

    Zum Thema Verona: Es ist ehrlich gesagt egal was mit ihrem Mann ist. Fakt ist aber, dass sie ihren Namen für einen Laden wie KiK hergibt und mit ihrer öffentlichen Persönlichkeit damit wirbt. Auf Grund dessen hat sie sich auch mit der Thematik auseinander zu setzen und zu wissen was diese Firma da treibt und wofür sie ihren Namen hingibt, wie Peter M. schon schrieb.
    Ich würde doch auch nicht meinen Namen für den Konsumpf hergeben, wenn ich nicht genau wüsste, dass keine Hamster die Energie für den Server in kleinen Laufrädern betreiben :D
    Und wenn man Verona nun mit Fragen traktiert die sehr KiK-gesellschaftskritisch sind, dann muss sie damit leben und sollte sich verdammt nochmal auch damit auseinandersetzen und nicht „Nö, die Frage beantworte ich nicht, weil mich das Leid anderer, an denen ich mitverdiene, nicht interessiert…“ Aber daran kann man auch erkennen, wie sehr Verona hinter der Marke KiK steht…

    Natürlich gibt es auch genug Firmen wie Esprit, die nicht besser sind als KiK und lassen ihre Ware in „Billiglohnländern“ herstellen. Jedoch ist das Thema hier: KiK und deren skrupellosen Machenschaften!

    Comment | 8. April 2010
  • Martin

    OT (oder doch nicht?)

    Was nach der Reportage bleibt ist die Erkenntnis, dass hierzulande offenbar solche Leute wie der Gründer von KiK -Herr Heinig- es in diesem Land zu was bringen (und geachtet werden), während der „kleine Mann“ zusehends sich selbst überlassen bleibt und kaum über die Runden kommt.

    Das zeigt die eigentlichen Auswüchse des Kapitalismus: Einige wenige hier schwimmen in Geld, während andere in Bangladesh oder anderswo in Kloaken waten, um zu überleben.

    Was für eine perverse Welt…

    Comment | 8. April 2010
  • Insider

    @ Geextah
    Du hast zwar Recht es gibt einige Nobel Klamotten- Labels die nach ähnlichen Prinzipien der Discounter arbeiten – -trotz alledem wird inzwischen mit Sicherheit bei diesen Marken mehr auf die Einhaltung von Arbeitsbestimmungen und Menschenrechten geachtet.
    Wenn man auch als kritischer Verbraucher immer am Ball bleiben muss. Ich bin allerdings überzeugt, dass sowohl die Materialien, sprich Stoffe,ect.) als auch die Verarbeitung, als auch die Bezahlung und Arbeitsbedingungen der Mitarbeiter in dn Erzeugerländern als hier in Deutschland anders aussieht, als diese bei KIK Aldi, Lidl und Co. (frage mal bei MA von Bräuninger und Co. nach wie es dort zugeht -sicher nicht wie bei KIK)
    so läuft es in Ergänzung d. Fernsehdokumentation über KIK -siehe dazu:

    http://www.welt.de/wirtschaft/article3425870/Der-KiK-Chef-sagt-warum-weniger-Lohn-besser-ist.html

    Übrigens: zu Esprit – bei diesem Markenlabel ist sicher auch nicht alles Gold was glänzt –aber zumindest hat dessen ex Gründer sowohl von der moralischen Einstellung als auch von seinem vielen Geld als Multimillionär dazugelernt.
    Was man von unseren Discounterfürsten in Deutschland nicht behaupten kann. Im Gegenteil!
    Siehe: Douglas Tompkins
    http://www.greenpeace-magazin.de/index.php?id=3956

    Das Gegenteil – Lidl,Aldi, Schlecker,KIK und Co sieht bei uns so aus:
    http://www.focus.de/finanzen/news/aldi-zulieferer-menschenrechtler-beklagen-unwuerdige-bedingungen_aid_367435.html

    http://www.saubere-kleidung.de/

    …und ganz aktuell:
    zum ersten Mal in Deutschland !
    Anwälte reichen Klage gegen Lidl ein:
    http://www.abendblatt.de/hamburg/article1451047/Hungerlohn-Klage-Lidl-huellt-sich-in-Schweigen.html

    http://www.stern.de/wirtschaft/news/discounter-taeuscht-verbraucher-menschenrechtler-verklagen-lidl-1556980.html

    Es wird höchste Zeit, dass in Deutschland und anderswo gegen solche Machenschaften von gierigen Unternehmen
    und DiscounterMilliardären tacheles geredet wird. Nur so ändert sich irgendwann etwas zum positiven.

    Comment | 9. April 2010
  • Geextah

    Da hab ich doch gerade noch etwas aufgeschnappt:
    „Der Textildiscounter „KiK“ will juristisch gegen den NDR vorgehen. In der Sendung „Panorama – die Reporter“ habe der öffentlich-rechtliche Sender „ein verzerrtes und in weiten Teilen falsches Bild“ von KiK gezeichnet, teilte eine Unternehmenssprecherin dem Online-Dienst „Werben & Verkaufen“ mit. „Die journalistische Sorgfaltspflicht wurde nach unserem Dafürhalten grob verletzt.“ Die Sprecherin kündigte rechtliche Schritte an.

    Die am Mittwochabend (7.4.) um 22.35 Uhr ausgestrahlte Ausgabe der Reihe „Panorama – Die Reporter“ trug den Titel „Die KiK-Story – die miesen Methoden des Textildiscounters“. Gezeigt werden sollte, wie die billigen Preise des Anbieters mutmaßlich zustande kommen. Vorgeworfen wurde dem Unternehmen in der Reportage unter anderem „die Ausbeutung von Menschen“ in den Produktionsländern wie Bangladesch, Dumpinglöhne sowie Druck und Kontrollen am Arbeitsplatz.

    Der Textildiscounter verweist dagegen auf seinen „Code of Conduct“, der unter anderem Mindestlöhne und ein Verbot von Kinderarbeit garantieren soll. Die Überprüfung der Lieferanten sei „gelebte Praxis“ im Unternehmen.“
    Quelle: http://www.wunschliste.de/news/7414

    Na da scheint KiK die Sendung doch nicht ganz gepasst zu haben: Erst auf Anfragen nicht reagieren und dann die Anwälte losschicken, weil es dem Image schaden könnte Ôo

    Comment | 9. April 2010
  • Die Überprüfung der Lieferanten sei “gelebte Praxis” im Unternehmen.”

    *schmunzel* KiK, der gütige, sozialbewusste Discounter…

    Comment | 9. April 2010
  • Punksympathisant

    KiK ist sowieso – im gegensatz zu LIDL und ALDI – auch in der normalken Gesellschaft als „Hartz4-Empfänger-Laden“ verschrien, was natürlich auch nicht schlecht ist :D

    Zu der Reaktion von KiK: Wäre doch schön, wenn es zu einer Klage käme! Das würde Aufsehen erregen und das ist ja gut!

    Comment | 10. April 2010
  • Insider

    @ Geextah
    Zu dem Thema Discountern – KIK und seine Reaktion – bei solchen öffentlichen Informationen im Fernsehen war und ist es immer dasselbe. Alle sind beim Geldscheffeln immer so lange mit div. Tricks und Beschwichtigungen dabei –weil sie immer aufs neue denken nicht aufzufallen. Sie hängen sich sogar angeblich erfüllte, falsche CCR/Compliance Kriterien und unglaubwürdig erworbene Fair Traide – Labels zur (Greenwash) Tarnung um:
    http://www.turus.net/service/5410-schoenlidelei-klage-gegen-lidlas-sozialmaentelchen-.html

    Und zusätzlich fressen diese einfach unglaublich viel „Billige“ Kreide. Die Ausbeuter machen immer was sie wollen nach ihren eigenen Gesetzen und verweisen wenn öffentliche Kritik kommt ganz einfach auf andere !

    http://www.suedwind-institut.de/downloads/2009-02_SW_ALDI-Studie-2.pdf

    Natürlich… wenns auffällt, wusste man von nichts, wird dementiert, No Coment/schweigt, oder droht sofort mit Anwälten und Unterlassungsklagen. Das ist bei zwielichtigen Konzernen immer, auch bei Politikern, bei Lobbyisten, Managern und >> bei der Mafia auch so!! Inzwischen sollte es aber genug „Munition“ –sprich Argumente geben, um die Machenschaften der smarten „ehrenwerten „eindeutig beweisen können. Nicht erst seit den neuesten Fakten und Doku-Filme über KIK, Lidl, Aldi und Co.

    http://www.tagesanzeiger.ch/wirtschaft/unternehmen-und-konjunktur/Kritik-an-Lidl-wegen-Billigtextilien-/story/24874830

    Es gibt auch noch ein paar andere dieser gleichen Spezies –die sicher ebenfalls meinen, sie würden immer zu Unrecht an den Pranger gestellt.
    Trotz den unentwegten Dementis o.g. Discounter könnten diese sich jedes Jahr aufs neue mit harten Fakten auch bei den Protagonisten des „Public Eye Awards“ deren immer gleichen Wirtschafts- Konzern-Arroganz wiederfinden!. Siehe:
    http://diepresse.com/home/wirtschaft/economist/513398/index.do

    http://www.compliancemagazin.de/markt/interviews/siemens240507.html

    Von solchen Aktionen und Tribunals sollte es noch viel mehr geben. Wir haben es selbst in der Hand sich zu wehren. Und sollten es als Arbeitnehmer,Verbraucher und Bürger unserer Gesellschaft auch tun!

    http://www.zeit.de/2009/45/Verbraucher

    Ps. Auf mich kannst Du zählen!
    m.f.G.

    Comment | 11. April 2010
  • Insider

    @Geextah –
    kleiner Nachtrag

    Nestlé, Lidl & Co. –
    Weltmeister des fairen Kaffeehandels …
    Wie Konzerne Imagepflege betreiben
    und damit noch verdienen
    zwar ein älterer kritischer Bericht -aber nach wie vor gültig -siehe mein vorger Beitrag -!

    http://www.ila-web.de/artikel/ila297/fairerhandel.htm

    Es kamen sogar noch einige andere von der üblen Sorte dazu!
    So werden Konzern-Milliardäre gemacht. Und ganz unten das Prekariat bekommt eine lange Nase von V.Pooth -der KIK -1.99 € Designerkönigin. Absurder gehts nimmer.

    Comment | 11. April 2010
  • Janus

    Ich habe gerade diese Dokumentation da gesehn:

    http://www.frogged.de/menschen-richtig-schroepfen-bei-kik.html

    Wirklich erschreckend was im Jahre 2010 mitten in Deutschland möglich ist.

    Comment | 8. Oktober 2010

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