Okt
05
2010

Fernsehtipps: „Schmutzige Schokolade“ und „Da wird mir übel“ am Mittwoch, den 6.10.

Schokolade is(s)t i aller Munde, doch die meisten Menschen denken nicht darüber nach, unter welchen Bedingungen die Inhaltsstoffe ihrer Milka- oder Nestlé-Schokolade eigentlich hergestellt wird. Klar ist – wer solche Süßigkeiten in Nicht-Bio-Qualität kauft, unterstützt damit auf jeden Fall schon mal Massentierhaltung, denn die Milch für diese Industrieware muss natürlich so billig wie möglich hergestellt werden. Und wenn die Schokolade nicht fair gehandelt wurde, bedeutet das oft genug auch Ausbeutung in den Anbauländern. Darüber berichtete ich hier im Blog auch schon einmal (HIER), und nun wird die Dokumentation „Schmutzige Schokolade“ in der ARD gezeigt, und zwar am Mittwoch, dem 6.10. um 23:30 Uhr (klar, wie immer, wenn ein wichtiges Thema angesprochen wird, das die Menschen in ihrer satten Konsumzufriedenheit aufschrecken könnte, wird so etwas in die Nachtstunden verschoben). Zu dem Projekt gibt es eine eigene Website – www.thedarksideofchocolate.org – und auch eine Facebook-Gruppe. Monsters & Critics schreibt zu dem Film:

Ein Kind aus Burkina Faso kostet 230 Euro. Zu diesem Preis zumindest wurde es Miki Mistrati angeboten, als er undercover auf einer Kakao-Plantage an der Elfenbeinküste recherchierte. Der investigative dänische Dokumentarfilmer reiste nach Afrika, um den Gerüchten um Kinderarbeit und Kinderhandel auf den Plantagen weltweit führender Schokoladenhersteller nachzugehen. Was er vor Ort sah, zeigt nun die schockierende Dokumentation ‘Schmutzige Schokolade’ (eine Koproduktion des NDR), die erstmals in der ARD zu sehen ist und in anderen Ländern Europas bereits für Aufsehen sorgte. Auch hierzulande dürfte manchem Zuschauer der Appetit auf den süßen Kakao vergehen. (…)

(…) In Skandinavien, Belgien und Portugal sorgte die erschütternde Dokumentation bereits für Aufsehen. Demnächst soll sie unter anderem auch bei Al Jazeera und in Australien zu sehen sein. Der mehrfach preisgekrönte Filmemacher hat die Hoffnung, dass die Konsumenten etwas gegen die Misstände in Afrika bewegen werden. Er selbst will auch künftig seinen Teil dazu beitragen und das Thema weiterhin publik machen: Bis zum Ende des Jahres soll eine Fortsetzung von ‘Schmutzige Schokolade’ entstehen.

Wem das noch nicht genügt, der kann sich ja um 0:50 Uhr (also in der Nacht von Mittwoch auf Donnerstag) im ZDF die Dokumentation „Da wird mir übel“ über die Tricks der Nahrungsmittelindustrie anschauen; das Ganze gibt es bereits jetzt in der Mediathek – HIER.

Was exakt in jener Wurst steckt, in die sie da gerade genussvoll gebissen haben, werden viele wohl gar nicht so genau wissen wollen. Denn schlecht schmeckt sie nicht, diese rote, wohlgeformte … – was eigentlich? Die Wahrheit über unser Essen kann schwer verdaulich sein. Trotzdem räumt “Da wird mir übel” mit den vielen Beschönigungen, Verschleierungen und Irreführungen beim Anpreisen von industriell gefertigten Lebensmitteln gründlich auf.

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15 Kommentare »

  • [...] Bedingungen die Inhaltsstoffe ihrer Milka- oder Nestlé-Schokolade eigentlich hergestellt wird. Ein Fernsehtipp bei KonsumpfKonkurs: Im Haushaltsjahr 2009/2010, das am Donnerstag zu Ende ging, ist das Haushaltsdefizit in den [...]

    Pingback | 5. Oktober 2010
  • John C.

    glücklicherweise geniesse ich gerade meine Schokolade mit Kaffee Krokant welche das Bio-Knospe Abzeichen trägt und zusätzlich noch mit dem Max Havelaar Fairtraide Symbol versehen ist. Und das beste: Sie kostet kaum mehr als Markenschokolade von Nestlé, Kraft, Milka und co.

    Comment | 5. Oktober 2010
  • Bei der – nennen wir es mal spaßeshalber – Doku “Da wird mir übel” fällt drastisch auf, dass fast ausschließlich tierische Produkte abgehandelt werden.
    Soll ich daraus den Schluss ziehen, dass dort mit Abstand am meisten getrickst wird?

    Und ehrlich gesagt – ich als Veganer – kann mich über diesen Analogkäse nicht wirklich aufregen ;-)

    Comment | 5. Oktober 2010
  • Mir geht es ähnlich wie John C.

    Die Doku werd ich mal empfehlen. Gibt es Möglichkeiten sich die Dokumentation online anzusehen(im nachhinein)?

    Bei “Da wird mir übel” wurd mir als Veganer schon in den ersten paar Minuten übel. Ich werd trotzdem mal weitergucken,hätte nicht gedacht das in konventionellen Bratwürsten glutamat und stabilisatoren drin wären.

    Comment | 5. Oktober 2010
  • Warum immer so spät? Aus der Antwort des ZDF:
    “… der Blick auf die Fernsehwirklichkeit der vergangenen Jahre [zeigt], dass politische, kulturelle, religiöse oder philosophische Themen auf exponierten Programmplätzen von der Mehrzahl der Zuschauer immer weniger honoriert werden. Andererseits lässt sich feststellen, dass wir mit solchen Sendungen am späten Abend einen kleinen, aber umso interessierteren Zuschauerkreis erreichen…”
    Quelle: http://www.parkschuetzer.de/statements/19012

    Comment | 5. Oktober 2010
  • Interessante Antwort! Das Problem ist halt, dass diese späten Sendetermine (selbst in Zeiten des Festplattenrecorders und der Mediathek) dazu führen, dass dieser “kleine, aber umso interessiertere Zuschauerkreis” nur aus denjenigen besteht, die eh schon überzeugt sind. Man müsste die Sache mit der Schokolade/Kinderarbeit/Massentierhaltung zu einer Sendezeit bringen, wo es auch “Nicht-Aktivisten” erreicht, finde ich. Es gibt zwar manchmal solche Ansätze (wie dieses Welt der Wunder-Spezial über Bio-Lebensmittel) oder kurze kritische Beiträge in den N3/WDR-Sendungen Markt, aber da wäre noch mehr möglich. Naja, in Zeiten der Allmacht der Quoten und der Reklameaufträge muss man natürlich auf leichtverdauliche Unterhaltungskost setzen…

    Comment | 5. Oktober 2010
  • Punksympathisant

    “Das Problem ist halt, dass diese späten Sendetermine dazu führen, dass dieser “kleine, aber umso interessiertere Zuschauerkreis” nur aus denjenigen besteht, die eh schon überzeugt sind. Man müsste die Sache mit der Schokolade/Kinderarbeit/Massentierhaltung zu einer Sendezeit bringen, wo es auch “Nicht-Aktivisten” erreicht”

    Du bringst es auf den Punkt! Danke!

    Ich zum Beispiel werde es morgen nicht anschauen, weil ich am Donnerstag Schule habe!

    Und dem ZDF bringen Zuschauer sowieso nichts! Werbung während der Sendung kommt ja keine(Eine Nestle- oder Milka-Werbung macht sich bestimmt gut in der Sendung!), und GEZ kriegen sie auch bei 0 Zuschauern.

    Comment | 5. Oktober 2010
  • screwbun

    schon ziemlich inkonsequent, die Firmen-Namen wegzublurren.
    Soll doch jeder erfahren welche Firma für die Lebensmittelvergiftungen verantwortlich ist!

    Comment | 6. Oktober 2010
  • Leider werden die Rechte von Firmen in unserem System sehr hoch gehalten – sie genießen mindestens so viel Schutz wie Personenrechte…

    Comment | 6. Oktober 2010
  • Sebi

    Mich würde echt interessieren, welche Schokolade ich denn noch wirklich kaufen kann ohne ein schlechtes Gewissen haben zu müssen – ist das sog. “Fairtrade” Siegel ein ernsthaftes Kriterium??? Bedanke mich schonmal vorab für Infos/Ratschläge.

    Sebi aus Germany

    Comment | 6. Oktober 2010
  • Soweit ich weiß ist das FairTrade-Siegel ein ziemlich sicheres Kriterium dafür, dass die Schokolade ohne Ausbeutung/Kinderarbeit produziert wurde. Wenn Du das noch mit “Bio” kombinierst, kannst Du auch davon ausgehen, dass zB die Milch nicht aus industrieller Massentierhaltung stammt.

    Comment | 7. Oktober 2010
  • Zartbitter schmeckt eh besser :)

    Comment | 7. Oktober 2010
  • Punksympathisant

    Wie war der FIlm eigentlich so?

    Konnte ihn leider nicht sehen, da ich noch Schüler bin.

    Comment | 7. Oktober 2010
  • [...] (Quelle: Konsumpf.de) [...]

    Pingback | 20. November 2010
  • Hallo,
    auf meiner Website findet ihr Infos zum Thema “Fairer Konsum” und einen Link, um die Doku “Schmutzige Schokolade” anzusehen:
    https://sites.google.com/site/fairbrauchen/fairer-konsum/links

    Unter folgendem Link können alle Produkte, die das offizielle Transfair-Siegel tragen, aufgerufen werden:

    http://www.fairtrade-deutschland.de/produkte/produktdatenbank/

    Da findet man z.B. auch viele fair gehandelte Schokoladensorten! Im Bereich Kleidung sind nur wenig Sachen aufgelistet, auf meiner Website habe ich aber auch dazu noch einige zusätzliche Links.

    Das Transfair-Siegel steht immer wieder mal in der Kritik. Auch dort scheint es schwarze Schafe zu geben. Trotzdem ist das Risiko, dass Kinderarbeit im Herstellungsprozess vorliegen könnte, gegenüber herkömmlichen Produkten minimal!

    Comment | 5. Januar 2012

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