Okt
11
2010

Surftipp: Kentucky Fried Cruelty / Kentucky Fried Chicken (KFC) quält Hühner

Dass die ganzen Fast-Food-Ketten mit ihrer minderwertigen Kost, ihrem Fokus auf möglichst billiges Fleisch, auf viel Fett und Süßes, der Gesundheit der Weltbevölkerung so einiges antun, ist ja nun nichts Neues. Dass Burger für 1 oder 2 € nur zustande kommen können, wenn die Zutaten unter möglichst industriell-rationellen Umständen angebaut und erzeugt werden, dürfte auch jedem klar sein, wenn er einen Moment innehält. Wie gut wird es einem Rind wohl gegangen sein, dass da durch den Fleischwolf gedreht wird und am Ende für einen Spottpreis verscherbelt wird? Massentierhaltung ist hier das Stichwort.

Natürlich betrifft dies nicht nur die Marktführer McDoof und Burger King, sondern z.B. auch die auf Geflügelkram spezialisierte Kette Kentucky Freid Chicken. Diese geht bei der „Herstellung“ ihrer Hühner offenbar so besonders skrupellos vor, dass die Tierschutzorganisation PETA eine eigene Aktion ins Leben gerufen hat – Kentucky Fried Cruelty, zu der es auch eine eigene Website gibt, sogar auf Deutsch („Kentucky Fried Chicken quält Hühner“). Sie wollen darüber aufklären, welche Geschäftspolitik die Kunden mit ihren Einkäufen unterstützen und wie die grausamen Bedingungen aussehen, unter denen das Gefügel für KFC entsteht. Auch diverse MusikerInnen und „Promis“ wie Bryan Adams, Pamela Anderson oder P!nk haben sich der Aktion angeschlossen und rufen zum Boykott dieser Schnellimbisse auf.

Was ist falsch an KFC?   PETA fordert KFC auf, die schlimmsten Misshandlungen an Hühnern in den Schlachthöfen und bei ihren Lieferanten zu stoppen, darunter das Verbrühen bei lebendigem Leibe, qualzuchtbedingte Verkrüppelungen und schmerzhaftes Schnabelstutzen.

Schauspieler Dirk Bach geht bei einem Wiesenhof-Geflügelmastbetrieb auf Under-Cover-Recherche und fördert abstoßende Details zu Tage, die einem den Appetit restlos vergehen lassen (sofern man überhaupt Fleisch isst, zumal aus Massentierhaltung) — „KFC und Wiesenhof gehen für Profit über Leichen“:

Eine aktuelle, verdeckte Ermittlung bei einem bayerischen Wiesenhof-Betrieb hat furchtbaren Zustände ans Tageslicht gebracht! Hoffnungslos überfüllte Hallen; verkrüppelte Hühnerbabys auf engstem Raum zusammengepfercht; ein Leben lang auf den eigenen stinkenden Ausscheidungen dahinvegetierend..Wer so eine Halle betritt, hält den Ammoniakgestank ohne Atemschutzgerät kaum aus. Routinemäßig werden in der Hühnermast massiv vorbeugend Antibiotika über das Trinkwasser verabreicht, um durch diese Bedingungen vorprogrammierte Krankheiten in den Griff zu bekommen. Trotzdem findet man täglich viele tote Tiere in solchen intensiven Massentierhaltungen, die aber wirtschaftlich einkalkuliert sind (in den ersten Tagen können laut Stallbuchaufzeichnungen bis zu einem Prozent – das sind oft über 300 Tiere – täglich sterben). (…)

Da diese Hühnerrasse durch genetische Auslese auf extrem schnellen Fleischansatz gezüchtet ist, beträgt die Zeit von der Einstallung bis zur Ausstallung nur 5 Wochen, sie werden also im Babyalter brutal eingesammelt, abtransportiert und oft noch unbetäubt aufgeschlitzt und zerstückelt. Länger würde der zarte Knochenbau der Hühnerbabys diese enorme Gewichtszunahme auch nicht verkraften. Denn obwohl die Tiere auf diesen Bildern erst 3 bis 5 Wochen alt sind, sieht man im Video schon deutlich, wie mühsam sie sich fortbewegen und immer wieder zusammenbrechen. “KFC verkrüppelt Hühner!”, dieser Slogan, der oft auf den Tafeln der Aktivisten vor KFC-Restaurants zu lesen ist, wird hier sehr deutlich zur grausamen Realität.

Die Selektion auf hohe tägliche Gewichtszunahme hat dazu geführt, dass das Skelett-System mit dem raschen Fleischansatz nicht Schritt halten kann. Dies führt zu verschiedenen Bein- bzw. Skelettschäden, deren Ursache in der geringen Knochenfestigkeit des noch jugendlichen Skeletts liegt. Über 70% der Tiere haben Probleme in diesem Bereich, wobei wohl jene armen Geschöpfe am schlimmsten dran sind, bei denen infolge einer durch Vitaminmangel bedingten Fersengelenkerkrankung (“twisted legs”) die Achillessehne derart abgleitet, dass das Bein sich nach außen verdreht und sie nur mühsam auf einem Bein umherhumpeln können.

Ein zweiter Krankheitsschwerpunkt bei den Broilern ist der Bereich Herz, Kreislauf, Lunge. Auch hier macht das schnelle Wachstum große Probleme, so dass beispielsweise ein Drittel der Tiere, die vorzeitig verenden, am so genannten plötzlichen Herztod sterben. Auch den Belastungen durch Einfangen und Transport in die Schlachterei ist das Herz-Kreislauf-System vielfach nicht gewachsen.

Aus der Kombination von züchtungsbedingten und haltungsbedingten Problemen ergeben sich weitere Krankheiten, z. B. der Haut. Die jungen “Fleischkolosse” können sich gegen Ende der Mast kaum bewegen und sitzen zu 80% bis 90% apathisch auf der stark ammoniakhaltigen, feuchten Einstreu, die während der gesamten Zeit nicht gewechselt wird. Dadurch und durch die relativ späte Befiederung begünstigt, erscheint das gehäufte Auftreten von Brustblasen – Entzündungen im Bereich des Brustbeins – fast als logische Folge. (…)

Wer hartgesotten ist, kann sich auch das Video mit Pamela Anderson anschauen („hartgesotten“ jetzt nicht wegen der Ex-Baywatch-Tante ;-) , sondern wegen der bösen Bilder von gequälten Hühnern):

Watch more videos at KentuckyFriedCruelty.com.

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4 Kommentare »

  • Punksympathisant

    Wow, Dirk Bach wäre ungefähr der Letzte, dem ich was sozialkritisches, konsumkritisches oder was in der Art zutrauen würde…

    Comment | 11. Oktober 2010
  • Pamela Anderson hätte ich das auch nicht unbedingt zugetraut ;-) – da sieht man mal, dass man sich von dem medial vermittelten Bild der Leute nicht täuschen lassen sollte.

    Comment | 11. Oktober 2010
  • Das ist ja einfach nur widerlich, wie da mit den Tieren umgegangen wird! Sind ja immerhin auch Lebewesen und haben nur schon deshalb Anspruch auf ein Minimum an Respekt. Kentucky Fried Chicken gibt’s kommt für mich auf jeden Fall nicht in Frage! Ob’s den Rindern von McDonald’s oder Burger King besser ergeht???
    Danke fürs Aufdecken und
    herzliche Grüsse,
    Katarina

    Comment | 11. Oktober 2010
  • Nein, den Rindern bei den anderen Fast-Food-Ketten geht es,schillernder Reklame zum Trotz, auch nicht wirklich besser – siehe diesen Bericht von Foodwatch:
    http://www.youtube.com/watch?v=LiUBO1RfomY

    Und diesen der Sendung Markt:
    http://www.youtube.com/watch?v=ypn5EwVAkUg

    Comment | 11. Oktober 2010

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