Mai
03
2010

Flattr – Eine neue Art des Austauschs im Netz

Unlängst entspann sich ja hier in meinem Konsumpf-Blog im Zusammenhang mit Adblock Plus eine kleine Diskussion über die Unabdingbarkeit von Reklame für das Finanzieren von Webangeboten. Das Gequake ist ja groß, dass sich solche Auftritte nur mit Hilfe der bei den Usern aber zumeist verhassten Werbeeinblendungen tragen (wobei dieses Argument für private Seiten, die dennoch mit Google Ads und Ähnlichen verunziert werden, ohnehin sehr schwach auf der Brust ist). Da ich denke, dass die Qualität und Seriösität (und auch Unabhängigkeit) der Inhalte auf Websites durch Reklame eher gemindert wird, finde ich es besonders spannend, dass nun auch andere Modelle entwickelt werden – denn zusätzlich zum reinen Bezahlservice und der Werbefinanzierung gab es bisher nur die Möglichkeit direkter Spenden. Hier setzt in gewisser Weise auch der neue Dienst Flattr an, der sich derzeit noch in der Beta-Phase befindet und neue Mitglieder nur auf Einladung hin aufnimmt. Mitgründer ist Peter Sunde, der früher für seine Beteiligung an der Pirate Bay-Site bekannt war und sich nun also für eine legalere, zumindest weniger umstrittene Plattform einsetzt. Das Grundprinzip ist recht einfach und wird in diesem Video erklärt:

In einem halbstündigen Vortrag auf der Bloggerkonferenz re:publica führt Peter Sunde das Ganze noch etwas weiter aus (die scheiß Konzernlogos im Hintergrund stören dabei ein wenig ;-) :

Ein recht reißerisch betitelter bzw. eingeleiteter Artikel, der zeigt, dass die Autorin nur die Einnahmeseite im Blick hat, erschien dazu in der taz: „Flattr hilft beim Geldverdienen“ (Zitat: „… Mithilfe eines Flattr-Buttons kann jeder mit seinen Inhalten Kohle scheffeln“, au Backe, was ist denn das für ein Niwoh, werte taz). Etwas weniger platt und mit mehr Blick für das Potential beschreiben der uarr-Blog – „Von Flattr, Facebook und fantastischen Visionen“ – sowie netzwertig.com – „Neuer Micropayment-Dienst setzt auf Thank You-Economy“ – dieses Startup.

[…] Wer bei Flattr mitmachen möchte, zahlt monatlich einen selbst gewählten Betrag auf sein Flattr-Konto ein (Untergrenze zwei Euro). Fortan kann man jedes Mal, wenn sich auf einer Site ein Flattr-Button befindet und man das dort Vorgefundene für belohnenswert hält, auf den Button klicken, um ihn zu “flattern”.

Am Monatsende wird die von Nutzern eingezahlte Summe gleichmäßig zwischen allen Inhalteanbietern aufgeteilt, die sie “geflattert” haben. Je nach persönlichem Flattr-Budet kann es sich dabei pro Person um Centbeträge handeln, die an einzelne Mediensites oder Blogs ausgezahlt werden. In der Summe jedoch kann dadurch ein nettes Sümmchen für angeschlossene Sites zusammenkommen. Soweit jedenfalls die Vorstellung der Flattr-Macher. […]

Ich weiß, dass ich so etwas wie Flattr auf jeden Fall benutzen würde, um anderen Bloggern, deren Texte ich gerne lese, diese Art von Anerkennung (und ein paar Cent) zukommen zu lassen, von daher bin ich also durchaus prinzipiell bereit, für guten Inhalt im Netz etwas zu zahlen – wenn sich keine überbordende Bürokratie dzwischenschaltet!

Ich finde die Idee schon faszinierend, frage mich aber natürlich, ob dies letztlich auch eine Form der Kommerzialisierung von Blogs usw. bedeutet, indem man seine Beiträge so auch in eine Art „Geldkreislauf“ einbringt. Was meint Ihr? Schreibt mir Eure Meinung doch einfach ins Kommentarfeld.

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Kommentare: 8 | Internet,Medien | Schlagwörter: , , , , |

8 Comments

  • m.ro

    Hallo Peter. Ich habe die Videos wie meist nicht geschaut, da die Bandbreite hier im Ort derart langsam ist, dass es ziemlich unmöglich ist Videos im Stream zu schauen.

    Ohne Video ist dein Artikel leider recht unverständlich. Du beschreibst die Idee hinter flattr leider mit keinem Wort. Evtl. könntest du da in Zukunft drauf achten, vor einer Bewertung/ einem Kommentar von irgend etwas auch kurz zu beschreiben, wie du dieses irgend etwas verstehst. Ein, zwei Sätze reichen da sicherlich.

    Comment | 3. Mai 2010
  • Oh, ach so, ich ging davon aus, dass die Links zu den Artikeln bei taz etc. schon ausreichen, denn dort wird das Prinzip ja auch gut umschrieben. War zu faul, da was selbst zu verfassen. ;-)

    Comment | 3. Mai 2010
  • m.ro

    Na klar reichen auch die Links für ein Verständnis aus. Letztlich ist es aber das Verständnis/ die Meinung der anderen Autoren und nicht deines. Evtl. bin ich heute auch zu sehr Korinthenkacker, wenn ich meine, dass ein Text auch aus sich selbst heraus verständlich sein sollte. Und der Leser nicht auf Schnitzeljagd geschickt wird. ;-)

    Comment | 4. Mai 2010
  • Ich habe jetzt ja einen relevanten Ausschnitt aus einem der Artikel bei mir eingefügt, der das Prinzip passend (& kurz) umreißt. :-)
    Scheint aber offenbar kein Thema zu sein, dass die Leser sonderlich umtreibt, also überlege ich ernstlich, bei mir auch irgendwann so einen flattr-Button zu integrieren.

    Comment | 4. Mai 2010
  • Martin

    Grundsätzlich bin ich dafür, für gute (!) und interessante Blogs Geld zu geben, bzw. zu bezahlen. Sei es in Form einer Zuwendung (wenn es mein enges Budget zulässt) oder dem Tolerieren von kleinformatigen Werbeflächen.
    Auch wenn ein Blog in erster Linie „Privatvergnügen“ des Betreibers ist, bekomme ich doch einen ungeheuren Mehrwert an Informationen, die ich nur ungern gratis konsumiere. Früher kaufte ich mir Zeitungen, heute lese ich vorrangig hier im Netz. Und da ist es nur fair, wenn ich gute Arbeit honoriere. In welcher Form auch immer.

    Comment | 4. Mai 2010
  • Finde einen solchen Micropayment Dienst durchaus interessant. Mal sehen ob es gelingt, eine kritische Masse an Nutzern aufzubauen oder wie lange es dauert, bis Facebook das Konzept auch einfach übernimmt.

    Wichtig finde ich auch, dass die Governance stimmt: also dass der Dienst den Nutzern gehört. Bin da ein Verfechter des Genossenschaftsmodells.

    Comment | 4. Mai 2010
  • @ Roland – ja, das wäre natürlich das beste, wenn solch ein Dienst nicht wie ein normales Wirtschaftsunternehmen, sondern genossenschaftlich organisiert wäre. Leider schweigt sich Flattr dazu bisher aus, so dass unklar ist, wie das alles abläuft. Mal schauen. Danke jedenfalls fürs Feedback, auch an Martin.

    Comment | 5. Mai 2010
  • Anonymos

    Die Idee finde ich an sich wirklich erstrebenswert und würde da sogar schon mitmachen…

    Nur hab ich, so toll das auch alles klingt, kein so gutes Gefühl dabei oO
    Keine Ahnung wieso, aber irgendetwas scheint mir daran faul zu sein…

    Vielleicht bin ich da auch etwas voreingenommen

    Jedoch: Die Idee an sich ist sehr gut!

    Comment | 8. Mai 2010

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