Feb
25
2009

„Ich verstehe mich als Mensch und nicht als Verbraucher“ – Klaus-Werner Lobo im Interview

kw-lobo-mittelDer Wiener Publizist Klaus-Werner Lobo, Autor der Bücher „Das neue Schwarzbuch Markenfirmen“ und „Uns gehört die Welt!“ wurde gerade vom Internetmagazin der Zentrale für politische Bildung fluter interviewt. U.a. geht es um die Problemzonen weltweit agierender Großkonzerne, um korrekten Konsum und auch die LOHAS. Ein interessantes Interview, das zu lesen sich lohnt.

Mark Hammer: Herr Werner-Lobo, gibt es einen Konzern, den Sie gerne loben würden?

Klaus Werner-Lobo: Nein, es gibt keine multinationalen Unternehmen, die gut sind. Multinationale Unternehmen sind deswegen multinationale Unternehmen, weil sie von Ausbeutung profitieren. Ihr Zweck ist, von den Einkommensunterschieden in der Welt zu profitieren. Deswegen sind sie auch daran interessiert, diese Einkommensunterschiede aufrecht zu erhalten.

(…)

Das heißt, Sie können den LOHAS nichts abgewinnen?

Ich kann mit dem Wort Lifestyle nichts anfangen. Und ich habe nie eine besondere Freude am Verbrauchen gehabt. Das Wort “verbrauchen” heißt ja, man verbraucht etwas, was nachher nicht mehr da ist. Wir sollten die Ressourcen, die wir zum Leben brauchen, nutzen, ohne dass wir sie verbrauchen.

Für mich gibt es fast keine schlimmere Strafe, als wenn ich ein paar Stunden in einem Shoppingcenter verbringen muss, weil mir das dort keinen Spaß macht. Ich kaufe meine Dinge so regional und ökologisch und fair wie möglich, ohne jemals das Gefühl gehabt zu haben, auf irgendetwas zu verzichten. Ich habe immer schon versucht, mich nicht davon terrorisieren zu lassen, dass man alles Mögliche kaufen soll. Wenn wir jetzt einen Lifestyle daraus machen, dass wir auf irgendeine Art konsumieren, dann bleiben wir in diesem System hängen, das uns zu Konsumenten und Verbrauchern macht. Ich verstehe mich als Mensch und nicht als Verbraucher.

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4 Kommentare »

  • Timmi

    Hoffentlich nehmen sich solche Worte immer mehr Menschen zu Herzen…

    Comment | 25. Februar 2009
  • konzerne haben keine “problemzonen” wie frauen die zuviel frauenmagazine lesen, sie sind das problem.

    Comment | 26. Februar 2009
  • Da hast Du auch wieder Recht – Lobo ist da ja einer ähnlichen (gleichen) Meinung.

    Comment | 26. Februar 2009
  • Wow, der Typ ist cool ;)

    Wobei mir, glaub ich, schon etwas fehlen würde, wenn ich überhaupt nichts kaufen würde, was es außerhalb Deutschlands noch gibt. Und ganz ehrlich macht mir Shoppen auch Spaß, auch wenn ich mich dabei über die vielen Leute mit Coke-Dosen aufrege, aber ansonsten…

    In Sachen Kleidung find ich es sehr schwierig: Entweder man kauft sie billig bei KiK, wobei es dazu wohl nichts mehr zu sagen gibt, weil ihr das wohl eh schon alle wisst ;)
    Bei H&M die Hosen – Hier muss ich schon wieder zugeben: Ich habe leider mindestens 5 H&M-Kleidungsstücke Made in Bangladesh – sind fast alle MADE IN BANGLADESH oder so. Da kann man sich jetzt auch denken, was damit wohl ist…

    Was gibt es sonst für Kleidung?

    Comment | 12. Juni 2009

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