Mai
18
2012

Volksverdummung: Die EU und die Energiesparlampe

Im Prinzip habe ich ja nichts dagegen, wenn der Gesetzgeber die Bürger zu sinnvollem, da umweltschonendem Verhalten animiert oder von mir aus auch mal zwingt, wenn es nicht anders geht. Auch auf EU-Ebene kann man da sicherlich einiges Sinnvolle tun. NICHT sinnvoll war jedoch das Glühbirnenverbot – ein typisches Beispiel für lobbygetriebene Symbolpolitik. Statt, zum Beispiel, SUVs zu verbieten und damit wirklich etwas für die Umwelt zu tun, wird lieber so ein Unsinn betrieben, der zudem auch noch mehr schadet als nutzt. Wie auch die Sendung quer im Bayerischen Fernsehen festgestellt hat – „Volksverdummung: Die EU und die Energiesparlampe“.

Die Energiesparlampe: Eigentlich heißt sie Kompaktleuchtstofflampe, aber Energie und Sparen klingt besser. Leider hält sie keines ihrer Versprechen. Nicht nur, dass Energiesparlampen Experten zufolge keine Energie sparen, sondern das Gesundheitsrisiko der von EU, Industrie und Greenpeace als Energie-Revolution angekündigten Leuchte ist wesentlich höher als gedacht. Zerbricht eine Lampe, tritt hochgiftiger Dampf aus. Die wenigsten Verbraucher wissen um die Gefahr. Ein trauriges Beispiel dafür, wie erfolgreiche Lobbyarbeit und politische Blindheit zum Risiko für den Einzelnen werden.

Einen sachlichen Fehler enthält der Beitrag allerdings – am Ende wird behauptet, dass die Lebensdauer der Glühbirne in den letzten 20 Jahren künstlich auf 1000 Stunden gesenkt worden sei. Dieses Glühbirnenkartell ist allerdings noch viel älter (aus den 20er Jahren), wie man in der Doku „Kaufen für die Müllhalde“ sehen konnte. Was natürlich nichts daran ändert, dass hier die Konzerne auf Kosten der Verbraucher und der Umwelt gehandelt haben.

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10 Kommentare »

  • Mütze

    Der Osramvertreter erzählt sicherlich müll. Aber haben die lampen vor 20Jahren wirklich noch 5000h lebensdauer? Hatte Osram nicht schon 1920? die ld auf 1000h runtersetzen lassen?
    ah!:

    “…herangezogen wird das 1924 gegründete Phoebuskartell, in dem die nominale Brenndauer von Glühlampen international auf 1000 Stunden festgelegt wurde.”

    quelle: https://de.wikipedia.org/wiki/Obsoleszenz

    ein bisschen eigenartig diese argumentation gegen sparlampen…
    ?

    Comment | 19. Mai 2012
  • @ Mütze: ja, genau, das hatte ich ja in meinem Beitrag auch schon geschrieben – die Senkung der Glühbirnenlebensdauer geschah schon viel früher. Allerdings wird damit das Argument der Leuchtstoffhersteller, dass die Glühbirnentechnik technisch ausgereizt sei, halt noch stärker ad absurdum geführt. :-)

    Comment | 19. Mai 2012
  • Ach ja, das Thema hatten wir ja schon oft, und die Glühbirne ist nur ein kleines Nischenprodukt unter so vielen anderen. Es ist doch heute fast vollkommen egal, welches “Produkt” wir uns ansehen – sie sind nahezu alle so konstruiert, dass sie nach einer gewissen Zeit den Geist aufgeben, zu Müll werden und durch neue – natürlich “bessere” – ersetzt werden sollen. Wer den Kapitalismus kurz durchdenkt, kommt eigentlich sofort zu dem Schluss, dass dies im Rahmen dieses Systems auch vollkommen logisch sein muss.

    Welches “Produkt”, das wir heute benutzen, ist denn eigentlich noch “nachhaltig”? Mir fällt keines mehr ein – auch wenn ich vielleicht ein schlechtes kapitalistisches Beispiel bin, weil ich schon seit 20 Jahren dieselben Möbel benutze und diese auch noch mag, weil sie noch viel, viel älter sind als ich. Aber sonst? Was bleibt da? Die kapitalistische Zerstörung hat ganze Arbeit geleistet – es wundert heutzutage doch kaum jemanden mehr, wenn ein Drucker, ein Fernseher, eine Lampe, eine Uhr, ein Telefon, ein Toaster oder was auch immer nach ein paar wenigen Jahren den Geist aufgibt und – oh Wunder – “wirtschaftlich” nicht mehr repariert werden kann.

    Die “geplante Obsoleszenz” war ja auch hier im Blog und anderswo schon öfter mal Thema – verändert hat das aber natürlich nichts. Die große Mehrheit der Menschen weiß nach wie vor nichts davon (oder will es nicht wissen), und daher kann das einfach immer so weitergehen. Solange die Menschen auch in Deutschland diesem Irrsinn noch folgen (und das auch finanziell können, was ja für immer mehr Menschen unmöglich wird), wird sich daran nichts ändern. Es ist doch auch ein kapitalistisches Paradies, was da real geworden ist: Da gehen die “Produkte” einfach nach einer recht kurzen Zeit auf wundersame Weise kaputt oder sind plötzlich “veraltet” – und die ehemaligen Kunden werden schnurstracks wieder zu neuen Kunden.

    Ich weiß langsam nicht mehr, ob ich die Käufer dieser neuen “Produkte” perverser finden soll oder die Hersteller, die sich doch Tag für Tag angesichts der massiven Blödheit der Menschen vor Wonne ins Hemd machen müssen. Und beide Seiten bemerken noch immer nicht, dass sie am selben Ast sägen, auf dem sie scheinbar sicher sitzen. Ein Tollhaus, beleuchtet von Millionen von Glühbirnen und “Energiesparlampen” – vergleichbar nur noch mit der Musikkapelle auf der Titanic, die auch im Moment der allergrößten Not nicht die Reißleine gezogen hat.

    Wir sind umgeben von Irren.

    Comment | 21. Mai 2012
  • mütze

    Sicherlich lässt sich schwer über diese Verkaufsstrategien obsoleter Ware streiten; da sind wir uns wohl einig darüber, dass der “Ast” wuchtig auf den Boden der Tatsachen fallen wird. Jedoch kann ich mich nicht damit anfreunden, mit falschen Tatsachen, wie es in der Sendung der Fall war, zu argumentieren.

    Comment | 21. Mai 2012
  • mütze

    präobsolete oder selbstobsoleszierende Ware trifft es vielleicht etwas genauer, …

    Comment | 21. Mai 2012
  • Besucher 01

    Sehr wenigen Menschen ist bewusst, das Quecksilber nicht das einzige Gift in diesen Beleuchtungsmitteln ist. Gehen Sie mal nah mit der Nase an eine Lampe die schön warm ist und nehmen Sie einen kräftigen Zug. Dieser süßliche Duft hat nichts mit eine Blumenwiese zu tun ;-)

    Comment | 21. Mai 2012
  • dr0

    http://www.youtube.com/watch?v=inC_zWsmuus

    Comment | 24. Mai 2012
  • Schlemihl

    Hmm, also das Argument mit dem Quecksilber scheint mir nicht einleuchtend zu sein.
    Laut http://www.faz.net/aktuell/wirtschaft/unternehmen/quecksilber-wenn-die-energiesparlampe-zerbricht-11079158.html gibt es bei einem Bruch eine Belastung vom 20fachen des Richtwertes von 0,35 MIKROgramm/m^3, also 0,007mg/m^3.
    Die maximale wöchentliche Dosis von Hg beträgt (nach http://www.allum.de/noxe/quecksilber-und-fischverzehr.html) 0,0016mg/(kg Körpermasse), was bei 70kg 0,112mg wären. Um also die Dosis zu erreichen müsste man 16m^3 der Raumluft einatmen. Was etwas dauern dürfte.
    Gönnt man sich hingegen einen Kilo Fisch, hat man bereits 0,1mg zu sich genommen.

    Die ESL scheint also einen eher geringen Beitrag zur Hg Belastung zu geben. Oder hab ich da wichtige Sachen vergessen?

    Comment | 27. Mai 2012
  • [...] massiven Einfluss unserer Konsumgesellschaft auf unser tägliches Leben aufzeigt. Leseempfehlung: Die EU und die Energiesparlampe. Ähnliche [...]

    Pingback | 25. Juni 2012
  • Marc Haus

    Also ich persönlich muss sagen, dass ich durch diese EU Verordnung erst zu meinem Glück “gezwungen” wurde.

    Seit dem ich auf LED Lampen umgestellt habe, verbrauche ich signifikant weniger Energie zuhause, was sich auch positiv im Geldbeutel auswirkt. ( led-lampenladen.de )

    So wie mir, geht es bestimmt einigen, wenn auch zugegeben nicht allen Leuten.

    Gruß
    M.Haus

    Comment | 29. Januar 2014

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