Jun
06
2011

RWE, die Überallmitmischer

Irgendwie wundere ich mich gerade, dass ich den Essener Energiekonzern RWE schon sei längerem nicht mehr in meinem Blog beäugt habe. Dabei gibt es Gründe genug, dieses Unternehmen scheel zu betrachten und kritisch zu durchleuchten – und natürlich auch, ihm als Stromkunde den Rücken zu kehren. Abgesehen von der starken Verbundenheit zu Kohle und Atomkraft tut sich RWE immer wieder mit kackdreisten Reklamekampagnen hervor, in denen sie das Blaue vom Himmel herunterlügen und sich als umwelt- und menschenfreundliches Großunternehmen zum Liebhaben präsentieren. Wer erinnert sich nicht noch an die bescheuerte Werbung mit dem „sanften Energieriesen“ und seiner Liebe zur Windkraft? Der Fernsehspot wurde von Greenpeace und vielen anderen entsprechend kommentiert und als das entlarvt, was er ist, nämlich hohles Gewäsch und reine Augenwischerei:

Ebenfalls fast schon legendär die Aktion von RWE, bei der sie sich die NDW-Band Trio einkauften, die dann ihren Atom-Kohle-Erneuerbaren-Strommix als Ökostrom grünwaschen sollte. Als Aktivisten dagegen eine Kampagne starteten, wurde die juristische Abteilung auf sie gehetzt, was für entsprechend miese Presse sorgte (ich berichtete damals auch darüber – und zwar HIER).

Doch es gibt schon wieder neue Sottisen rund um RWE – beispielsweise berichtete die WDR-Sendung markt neulich darüber, wie die Firma in einigen Teilen der Republik mit ihrem Braunkohletagebau ganze Landstriche umpflügt und für die gesetzlich vorgeschriebenen Ausgleichsflächen EU-Landwirtschaftssubventionen abgreift! Zugegeben, hier ist der Gesetzgeber gefragt, um solche Lücken zu stopfen, aber es passt gut ins Bild, dass RWE zu den Nutznießern der EU-Regelungen zählt (wie auch viele andere Großkonzerne, die mit unseren Steuergeldern ihre Bilanzen aufbessern):

Und dann noch dies – Monitor enthüllte mafiöse Strukturen im Zusammenhang mit RWE und diversen Kommunen und Stadtverwaltungen. Symapthischer wird einem das Unternehmen durch solche Berichte definitiv nicht! „Drohen, tricksen, verzögern: wie RWE die Energiewende bei den Kommunen bekämpft“:

Lange hatten die großen Energiekonzerne quasi ein Monopol auf den Betrieb der Stromnetze. Doch vielerorts laufen die Verträge dafür in den nächsten Jahren aus – und nun wollen etliche Kommunen die Netze selbst betreiben. Zum Beispiel, um eine klimafreundliche Energiewende einzuleiten, oder einfach, um die Milliardengewinne aus dem Betrieb der Stromnetze in die kommunalen Haushalte zu lenken. MONITOR zeigt, wie der Energiekonzern RWE versucht, das zu verhindern und seine Marktmacht zu sichern: Mit Lobbyarbeit, mit Drohungen und mit Gerichtsprozessen.


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5 Kommentare »

  • berti_nrw

    Eine der Ursachen der hohen Energie-Preise und deren mangelhaften Kontrolle durch DIE staatl. Aufsicht…
    Die (Bei-)Räte-Republik in Unternehmen und ihre Regeln
    Nicht nur der Kohlekonzern RAG hat einen Unternehmensbeirat, um Kontaktpflege zur Kommunalpolitik zu betreiben. Vergleichbare Gremien gibt es auch bei RWE, WestLB oder der Provinzial-Versicherung. Allerdings fällt hier die Bezahlung anders aus. Ein Blick auf die Räte-Republik und ihre Regeln.
    Wer sind die Beiratsmitglieder?
    RWE hat vier „Regionalbeiräte“ mit 85 Mitgliedern, darunter vor allem Bürgermeister, Landräte und Chefs von Stadtwerken. Darüber hinaus gibt es bei RWE noch einen 15-köpfigen „Wirtschaftsbeirat“, dem aktive oder ehemalige Manager angehören – laut Geschäftsbericht 2008 auch der einstige Chef des insolventen Arcandor-Konzerns, Thomas Middelhoff, und Ex-Siemens-Chef Heinrich von Pierer. Auch NRW.Bank, WestLB und die Sparkassen-Versicherungsgruppe Provinzial laden regelmäßig zu Beiratstreffen ein.
    Hohe Vergütungen des Kohlekonzerns RAG für Landtagsabgeordnete haben eine Welle der Kritik ausgelöst. NRW-Landtagspräsidentin Regina van Dinther (CDU) und ihr Vize Edgar Moron (SPD) erhielten als Mitglieder des Regionalbeirats des Konzerns 30.000 Euro beziehungsweise 22.500 Euro im Jahr.Der Beirat soll den Ausstieg aus dem staatlich subventionierten Bergbau in Deutschland begleiten. Angesichts von nur zwei Treffen des Gremiums pro Jahr seien die Zahlungen zu hoch, kritisierte der Bund der Steuerzahler. Auch einige Bürgermeister und Landräte sitzen in dem Beirat. Sie müssen allerdings Nebeneinkünfte, die über 6000 Euro liegen, an die Stadtkasse zahlen. Vergleichbare Pflichten haben Abgeordnete des NRW-Landtags nicht.

    Comment | 6. Juni 2011
  • Thomas Lutz

    Es währe wohl das beste alle Subvensionen abzuschaffen.
    Die allerersten Preistreiber in unserem Land sind und bleiben unsere Politiker.
    Ausserdem ist es mehr als Fraglich was Windräder mir Umweltschutz gwemeinsam haben.
    1. Muß man von den teilen viel zu viele aufstellen um überhaupt aussreuchend leistung zu haben.
    2. Und zweitens gibt es keine Möglichkeit Strom großtechnisch zu speichern.
    Mann kann mit Wind also keine konvensionellen Kraftwerke ersetzen.
    Aber wenn das einer der fachleute mal sagt dann lügt er ja sowieso.

    Comment | 6. Juni 2011
  • Idealistin

    @ Thomas Lutz,

    hier in D. werden nur relativ kleine Windräder aufgestellt. Dabei gibt es wesentlich größere die mehr Leistung bringen und weniger Vögel „umbringen“. Zum Teil auch wegen der roten Positionslichter. Tiere stufen blaue Lichter als Gefahr ein und würden sie meiden. Im Übrigen könnte man vielleicht Techniken anwenden, die den Strom sofort ins öffentliche Netz einspeisen und nur Notreserven für Ausfälle in Trafos speichern.
    Zudem kommt es auf den Mix an – Windkraft, Sonnenenergie, Wasserturbinen und Gas- oder Kohlekraftwerke (wenn die anderen Alternativen nicht ausreichen) Wobei Deutschlands Energielieferanten bisher t Überschüsse produzierten, die ins Ausland geliefert werden.
    Das Genöle der Betreiber von Atomkraftwerken ist da, weil nichts so gewinnträchtig und günstig zu produzieren ist wie Atomstrom. Die Problematik mit den Brennelementen, bzw. ihrer Endlagerung wird totgeschwiegen, dabei strahlen die tausende von Jahren. Dann war man auch noch so blöd und hat ausgerechnet ein altes Salzbergwerk benutzt- dabei hätte jeder Chemiker von vornherein die Untauglichkeit bescheinigen können.
    Und… auch wenn wir in einer nahezu Erdbeben unbelasteten Gegend wohnen – was ist mit Flugzeugabstürzen oder noch schlimmer Anschlägen aus der Luft? Die bleiben immer eine nicht kalkulierbare Gefahr. Weg mit der Atomkraft!

    Comment | 6. Juni 2011
  • Heinz Hoscheck

    Ob Windräder effizient sind – das wage ich nicht zu bewerten. Vom Bauch raus würde ich sagen eher nicht… Aber zu dem anderen Punkt.

    Man muss Energie nicht zentral und im großen Stil speichern. Es gibt auch andere Ansätze.

    Beispiel:

    In Waschmaschinen Akkus verbauen die sich nachts wenn genügend Strom da ist laden und dann den Waschvorgang am Tag unterstützen.

    Autos – Handy´s nachts Laden etc. etc.

    Das Märchen von den nicht leistungsfähigen Akkus sollte man spätestens seit dieser Doku hier nicht mehr glauben

    http://www.youtube.com/watch?v=PLf1Is3GA-M

    Comment | 6. Juni 2011
  • Idealistin

    Nachtrag

    http://www.fr-online.de/politik/ausstieg-2017-von-amts-wegen/-/1472596/8493756/-/index.html

    Comment | 6. Juni 2011

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