Feb
22
2011

Die irreführenden Wege der Reklame

Darüber, dass (TV-)Reklame primär dazu dient, potentielle Käufer hinters Licht zu führen und einzulullen und diese in den Medien oft schönfärberisch titulierten „Verbraucherinformationen“ somit das genaue Gegenteil von wirklicher Information sind, muss ich eigentlich nicht mehr viel schreiben, das habe ich hier im Blog ja schon des öfteren getan. Aber zwei neue Beiträge, die sich mit dem Verschaukeln der Konsumenten durch die Marketingmaschinerie der Konzerne befassen, möchte ich heute doch vorstellen, da sie weitere Schlaglichter auf das Treiben in den Werbeabteilungen werfen. Die NDR-Sendung Markt ging in „Falsche Werbeversprechen“ der Flut von vermeintlichen „Ärzten“ und ähnlichen Experten in Werbespots auf den Grund – mit dem wenig überraschenden Ergebnis, dass hier natürlich getrickst wird, dass sich die Balken biegen:

Wissenschaftler und Ärzte preisen im Fernsehen diverse Produkte an. Dabei ist die TV-Werbung mit den vermeintlichen Experten häufig alles andere als seriös.

Die Woche drauf legte die gleiche Sendung nach – „Regionale Lebensmittel – bloß ein Werbetrick?“. Natürlich ist es ausgesprochen sinnvoll, regionale und saisonale Produkte zu kaufen. Nur leider haben diverse Handelsketten den schönen Trick ersonnen, Marken zu kreieren, die nach regionaler Verwurzelung klingen, allerdings ohne, dass die Sachen wirklich immer auf der Region stammen. Das dürfte bei Cashewkernen und Bananen der Reihe „Unser Norden“ nicht verwundern, aber dass selbst „Büsumer Krabben“ aus dem Atlantik stammen, ist schon eine Sauerei. Wie immer gilt also: vertraue nie den Werbeversprechen der Unternehmen!

65 Prozent der deutschen Verbraucher wünschen sich Lebensmittel aus ihrer Region. Immer mehr Supermärkte werben daher mit regionalen Produkten, auch im Norden. Die Lebensmittel stehen für Frische und Qualität und gerade nach dem Dioxin-Skandal wollen die Menschen Klarheit beim Essen. Doch kommen Fisch, Fleisch und Milchprodukte wirklich immer aus dem Norden? Oder ist das Werben mit der Region nur ein billiger Verkaufstrick?

Verwandte Beiträge:

Drucken Drucken

2 Comments

  • Geextah

    Vor einigen Monaten habe ich mich auch ziemlich gewundert als ich Schokoladenstangen im Supermarkt gesehen habe wo darunter neben dem Preis stand „Aus der Region“.
    Da hab ich mich ehrlich gefragt wo denn wohl in Niedersachsen Kakao angebaut wird und der Zucker wird wahrscheinlich auch nicht unbedingt aus der Zuckerrübe stammen, sondern vielmehr von Zuckerrohrplantagen.

    Das einzige was möglicherweise aus der Region stammen wird ist die Milch…
    Vielleicht auch noch die eine oder andere kleine Zutat, aber wirklich viel wird das nicht sein, denn der Hauptteil kommt nunmal nicht aus der Region, sondern wurde einmal um die Erde gekarrt.
    Das damit jetzt aber geworben wird „Aus der Region“ finde ich einfach eine dreiste Lüge, anders kann man es nicht mehr ausdrücken.
    Aus der Region würde für mich bedeuten, dass mindestens 90% aller Zutaten wirklich aus der Region stammen, am besten sogar noch 100%, denn dann ist es auch wirklich wahr und nicht so verwässert wie es zur Zeit ist, wo Hinz und Kunz damit werben wie ökologisch und regional doch deren Denken ist; nur damit wieder mehr verkauft werden und das Gewissen des Käufers, der ja dem Verkäufer immer noch blind vertraut(warum auch immer….), beruhigt werden kann.

    Comment | 22. Februar 2011
  • Flo

    Diese Sendungen sind doch eigentlich auch nur Desinformationskampagnen, die von der eigentlichen Problematik ablenken: Ärzte werden generell als kompetente, wissenschaftliche Gelehrte dargestellt, dabei werden sie von der Pharmalobby bereits ab der Uni „verbildet“. Im Berufsalltag haben sie dann nicht einmal mehr die Zeit sich selbstständig weiterzubilden. Die Fortbildungsmaßnahmen beschränken sich meist auf Springer-Wissenschaftsmedien wie das Ärzteblatt etc. Mein Zahnarzt hatte z.B. noch nie etwas von ein womöglichen Schädlichkeit von Fluorid gehört, weder wusste er daß der „Inlaykleber“ Glasionomerzement den er verwendet kontant Fluoridionen abgibt. Ein Wechsel zu einem sogenannten „ganzheitlichen“ Naturheilkundezahnarzt liess mich wieder erschaudern, wie wenig diese Weisskittel doch die erlernten Dogmen hinterfragen. Er wusste zwar, daß es schädlich ist wenn Aluminium in das Lymphsystem gelangt, dennoch verwendet er zur Zahnsteinentfernung eine Schmirgelpaste, deren Hauptbestandteil Aluminium ist. Also heisst es nun auch für mich: „Der nächste bitte…“

    Der Beitrag über die Lebensmittel (oder besser Nahrungsmittel bzw. Menschenfutter) ist auch noch so oberflächlich wie möglich. „Regional einkaufen“ heisst für mich, daß ich den Hersteller und seine Arbeit kenne. Mein Vertrauen in die „Industrienahrung“ ist seit langem verschwunden. Die Deklarationspflicht der Inhaltsstoffe wird immer mehr zu Lasten des Verbrauchers beschönigt und die Bioszene ist schon lange unterwandert… Ich selbst ernähre mich regional und saisonal von meinen nachbarschaftlichen Bauernhöfen und somit werde ich selbst der Wandel den ich mir für die Welt wünsche.

    Comment | 23. Februar 2011

Kommentare per RSS Feed verfolgen.

Sorry, the comment form is closed at this time.

Konsumpf 2008 - Powered by WordPress | Aeros Theme | TheBuckmaker.com WordPress Themes