Mrz
05
2010

Google – Big Brother im Internet?

Die WDR-Sendung markt brachte am Montag einen interessanten Beitrag über unser aller angegriffene Privatsphäre im Internet, die vor allem Datenkraken wie Google bedrohen, aber auch viele Benutzer selbst, indem sie auf sozialen Netzwerken bereitwillig private Informationen freigeben. „Google – Big Brother im Internet?“ fragt der Bericht und zeigt Erschreckendes, das mir in dem Umfang auch noch nicht komplett bekannt war.

(…) Das Internet bietet einen fast unbegrenzten Zugriff auf Informationen. Wer sie nutzt, verrät aber zunehmend auch Informationen über sich selbst. Vor allem der Suchmaschinenanbieter Google, der mittlerweile neben der reinen Suchfunktion verschiedenste Dienste anbietet, hat das Sammeln von Informationen über seine Nutzer zur Perfektion entwickelt. Wer seine Privatsphäre schützen und sich vor digitalen Nachstellungen schützen will, muss das Internet mit Bedacht nutzen. Damit keine Missverständnisse aufkommen: Auch andere Onlinedienste und Suchmaschinenbetreiber speichern Daten. Google betreibt zwar die – soweit bekannt – größte Datensammlung, aber ganz sicher nicht die einzige. (…)

(…) Die Bilderkennung Googles – derzeit noch in der Pilotphase – funktioniert bislang nur mit Handys, in denen Googles Betriebssystem Android steckt. Der Nutzer fotografiert ein beliebiges Produkt und lädt es auf den Google-Server. Der erkennt es und liefert die entsprechenden Suchergebnisse. Wer etwa die Weinflasche fotografiert, die ein Gastgeber gerade serviert hat, kann so von Google erfahren, was diese Weinflasche kostet und wo sie gerade im Sonderangebot zu haben ist. Das klingt vergleichsweise harmlos. Doch diese Technik ist auch für die Gesichtserkennung fertig entwickelt. Wer die neueste Version von Googles Fotoverwaltungssoftware Picasa herunterlädt, kann die Gesichtserkennung schon testen. Sobald der Nutzer zu einem Gesicht einen Namen eingegeben hat, findet die Software jedes Foto, auf dem dieses Gesicht zu sehen ist. Diese Technologie lässt sich problemlos auch auf alle im Internet vorhandenen Fotos anwenden: Zu einer Person, deren Foto bei Google hochgeladen wurde, findet Google dann jedes andere im Internet vorhandene Foto, auf dem diese Person zu sehen ist – oder auch jede andere Information, die zu dieser Person im Internet zu finden ist. Dass dadurch Persönlichkeitsrechte verletzt werden können, ist auch Google aufgefallen. Deshalb wird dieser Dienst für Onlinebilder noch nicht angeboten. Doch auch wenn der führende Suchmaschinenbetreiber diese Technik dauerhaft in der Schublade hält, wird sie früher oder später sicher von einem anderen Anbieter genutzt werden. (…)

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8 Kommentare »

  • [...] nochmal google, soziale Netzwerke, Internet-Dienste: Konsumpf – Forum f

    Pingback | 5. März 2010
  • Horst

    Was die Bildergeschichten angeht, ist Microsoft technisch Google weit überlegen. Das mal nur am Rande. Wollte eigentlich nur sagen, dass ich mich über Videos hier im Blog immer besonders freue. 8-)
    Danke für die Arbeit, die Du Dir machst.

    Comment | 5. März 2010
  • Ein Schritt mehr hin zum “gläsernen Menschen”, über den alle Informationen in Sekundenschnelle zur Verfügung stehen…

    Comment | 5. März 2010
  • Lesenswerter Artikel zu tatsächlichen und unbegründeten Ängsten bei Google:
    http://carta.info/21775/google-bashing/

    Comment | 5. März 2010
  • Google – Big Brother im Internet?…

    Von Peter Marwitz | Konsumpf | – Die WDR-Sendung markt brachte am Montag einen interessanten Beitrag über unser aller angegriffene Privatsphäre im Internet, die vor allem Datenkraken wie Google bedrohen, aber auch viele Benutzer selbst, indem s…

    Trackback | 5. März 2010
  • Ich denke übrigens ja auch nicht, dass Google ein “böses Unternehmen” ist, das es darauf abgesehen hat, alle Menschen zu überwachen und zu kontrollieren. Es ist ein gewinnorientierter Konzern, der darauf aus ist, seine Marktmacht und seinen Profit zu maximieren, und sich dabei halt jeglicher technischen Mittel bedient. Dass so quasi nebenbei eine immense Datenbasis mit der Gefahr des Missbrauchs wächst, ist halt leider nicht zu bestreiten – wer weiß, wer diese Daten (und die Software) irgendwann mal in die Finger bekommt… (der Google-typ sagt ja in dem Video selbst, dass sie ihre Daten rausrücken würden, wenn es in dem jeweiligen Land so Recht & Gesetz ist…)

    Comment | 5. März 2010
  • Punksympathisant

    Die Idee hinter Google ist genial: Sie bieten alles kostenlos an, unbegrenzten E-Mail-SPeicher, und im Gegenzug erfahren sie alles über uns. Ich glaube, die machen so mehr Profit, als wenn man bei ihnen für alles bezahlen würde, aber sie dafür keine Werbung schalten würden!

    Btw: Solange man Werbung – gerade wenn man weiß, dass sie aufgrund von Googlesuchen geschaltet ist – einfach ignoriert, kann man zumindest die meisten Suchen auch per Google durchführen… finde ich

    Comment | 7. März 2010
  • oder einfach programme nutzen die die Werbung ausschalten auch bei google ;)

    Comment | 7. März 2010

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