Apr
19
2012

Hagen Rether – Ökodiktatur

Wenn man sich den letzten Auftritt von Hagen Rether in „Neues aus der Anstalt“ anschaut, fragt man sich schon, wieso er eigentlich unter „politischem Kabarett“ läuft – denn in dem, was er hier über Konsumgesellschaft & Co. sagt, steckt weniger Unterhaltung als schlichtweg einiges an (unbequemer) Wahrheit. Obwohl ich jetzt keine Diktatur befürworten würde.

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9 Kommentare »

  • Ja der Rether hat sich ziemlich gewandelt. Er ist ernster geworden und nicht einfach mehr so bitter böse witzig. Find ich gut. So lange man noch lach Momente hat. Letztes Jahr erklärte er bei seiner Show immer mal wieder was er macht und warum. Sehr schön.
    Wo er Recht hat da hat er Recht

    Comment | 19. April 2012
  • Ja der letzte Rether-Auftritt hatte es mal wieder in sich … leider sind Pispers & Rether viel zu selten im TV/Netz zu bewundern (abgesehen von Pispers’ WDR-Kolumne).

    Was mir in letzter Zeit auch gut hängen geblieben ist, ist
    Max Uthoff http://www.youtube.com/watch?v=3RB28Ln-U6k

    sowie Georg Schramm ehrlich und nicht weniger kritisch
    - http://www.youtube.com/watch?v=IprS6CNPjr8 nett illustrierte kürzere Version eines 25min. Interview
    - http://www.youtube.com/watch?v=KwnvHqvHtt8 neuere (super) Rede

    Comment | 20. April 2012
  • Janos

    Der Hagen trifft den Nagel auf den Kopf. Direkt und ohne rosa Brille. Immer schön Werbung für den Hagen machen, der schafft es, daß die Menschen zuhören und noch viele wichtiger, daß sie über sich und all unsere Probleme nachdenken. Ich bin für die Ökodiktatur, aber nur mit Hagen als Anführer.

    Comment | 20. April 2012
  • [...] tactics for turning information into action Info-Activism lautet die Losung. Weiterlesen Durch Konsumpf bin ich auf den neuen Auftritt von Hagen Rether in der Kabarettsendung "Neues aus der Anstalt" [...]

    Pingback | 23. April 2012
  • Brose

    am schlimmsten finde ich immer noch diese Verlogenheit zu meinen mit ein bißchen Spendengeld sei alles getan und diese Betroffenheitsorgien und das kollektive sich Aufregen über zum Beispiel die böse Atomindustrie oder die böse Finanzwelt. Wer unterstützt denn durch seinen Konsum und seine hedonistische Lebensweise diese ganze Maschinerie ?

    Comment | 25. April 2012
  • Ich mag sie auch sehr, die Rethers, Pispers und Schramms. Dennoch muss man sich klar machen, was sie sind: Unterhaltungskünstler. Sie verdienen ihr Geld mit Unterhaltung. Ihr Image pflegen sie, weil sie genau deshalb gebucht werden. Sie treten für Geld auf, weniger aus irgendeiner Überzeugung heraus (von Georg Schramm sind Ausnahmen bekannt). Die Meinung, die sie uns am Klavier “geigen” muss nicht einmal ihre eigene sein. Es ist die der Figur, die sie spielen. Die Gefahr liegt in der Lähmung, die sie mit ihren wahren Worten auslösen. Die Lähmung bei den Zuschauern, die sich bestätigt fühlen und sich jetzt getrost in ihrem Fernsehsessel zurücklehnen können, denn es gibt ja einen Prominenten, der ihre Meinung offen sagt. Mehr kann ein Einzelner doch nicht erreichen, oder?
    So gesehen erfüllen die wirklich ausgezeichneten politischen Kabarettisten eine tragische Rolle. Bei aller Ernsthaftigkeit des vermittelten Inhalts, sind sie nicht mehr als die “Hofnarren” der Mächtigen und Regierenden. Diejenigen, die das Volk unterhalten und ihnen den Anschein vermitteln, den Herrschern werde schon die Meinung gesagt.
    Das ist leider überhaupt nicht komisch.

    Comment | 30. April 2012
  • Andreas, du sprichst da einen guten Punkt an.
    Einerseits kann ich mir gut vorstellen, dass es auch im Kabarett diesen (nennen wir ihn mal) ‘avaaz’-Effekt oder ‘Ablass’-Effekt gibt.
    Andererseits kenn ich das nur zu gut, dass diese gesellschaftskritischen Reden auch motivieren können (so geht’s meinem Umfeld oder auch mir zuweilen).
    Ich glaube das ist bei jedem unterschiedlich; wie z.B. beim Fernsehen, wo intelligente Menschen auch profitieren/lernen können, aber der Großteil halt nicht.
    Letztendlich fänd ich eine mögliche Schlussfolgerung (‘Wahrheit aussprechen = weniger gesellschaftliche Partizipation’) schlecht, da das Wahrheiten-Aussprechen ein wichtiges Element der Aufklärung/des Lernens/des Vorankommens ist. Ähnliches macht humane-wirtschaft.de ja sicherlich auch :)

    Comment | 30. April 2012
  • Roland, da hast Du wohl Recht. Nur dürfen wir nie aufhören zu fragen, wer es ist, der da die “Wahrheit” sagt. Der “Hofnarr” konnte den Herrscher früher alles heißen und das auch in Gesellschaft Dritter, dafür wurde er engagiert. Gerade die Wahrheit wurde dadurch zur Belanglosigkeit, der weitere Aufmerksamkeit zu schenken, ja kaum lohnen konnte, wenn so ein “depperter” Hofnarr sie aussprach. Unsere politischen Kabarettisten sind hochintellektuell (nicht alle, aber sehr viele), aber dennoch sind sie engagierte “Wahrsager”. Ich würde mir wünschen, dass alle sich berufen fühlen die Wahrheit zusagen und vor allem diejenigen, die damit Mut beweisen würden und vielleicht sogar ihre Karriere gefährden. Wir sind längst an dem Punkt angekommen, an dem es die Mutigen braucht.

    Comment | 30. April 2012
  • Jetzt erst das Video entdeckt – und interessanterweise geht es Rether offenbar genauso wie dem Buchautor Dirk C. Fleck. Der wollte schon vor vielen Jahren mit “GO! Die Ökodiktatur” nicht einer Diktatur das Wort reden, sondern – ganz im Gegenteil – davor warnen. Inzwischen gibt es den Roman auch als Hörbuch, das ebenso beängstigend wie hörenswert ist.

    Comment | 6. Juni 2012

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