Mrz
25
2012

Wir werben für die BILD-„Zeitung“

Sicherlich hat sich jeder schon mal darüber aufgeregt, dass dieser oder jener „Promi“ sein Gesicht und seinen Namen für die BILD-„Zeitungs“-Reklame hergegeben hat – ICH habe mich zumindest hier im Blog schon mal echauffiert, in einem offenen Brief an J.B. Kerner. Dennoch scheint der Drang, sich im Zusammenhang mit diesem Blatt ablichten zu lassen, nach wie vor ungebremst – so dass ich eine Initiative wie Wer wirbt für Bild für ausgesprochen sinnvoll halte:

Wir wissen nicht, warum Sie es tun. Aber wir wissen, wer es tut! Wer wirbt für BILD?

Warum ist es schlecht, für die „Bild“-Zei­­tung zu werben? Wer­bung für die „Bild“-Zei­tung ist eben nicht wie jede be­lie­bi­ge Schuh-, Sup­pen- oder Auto­wer­bung, son­dern auch ein State­ment, dass einem die Ver­brü­de­rung mit der „Bild“-Zei­tung mehr wert ist als die­je­ni­gen Men­schen, deren Schick­sa­le die „Bild“-Zei­tung Tag für Tag für Schlag­zei­len ver­kauft.
BILD­Blog re­cher­chiert seit ei­ni­gen Jah­ren Ge­schich­ten der „Bild“-Zei­­tung hin­ter­her und zeigt, wie sie so­wohl (zum Teil harm­los) schlicht schlecht re­cher­chiert, ge­zielt Stim­mung macht, gegen Men­schen und po­li­ti­sche Grup­pen hetzt und das Leben von Men­schen zum Zwecke von Schlag­zei­len zer­stört.
Für die „Bild“-Zei­­tung zu wer­ben heißt, sich mit diesen Me­tho­den ein­ver­stan­den zu er­klä­ren und mit seinem Na­men zu stär­ken. Siehe dazu auch: Offe­ner Brief von Ju­dith Holo­fernes von Wir sind Hel­­den.

Pro­mi­nen­te sa­gen in den Wer­be­spots zum Groß­teil Schlech­tes über BILD. Ist das nicht okay?

Einer der vie­len per­fi­den Tricks der Mar­ke­ting­agen­tur. Den Werbe­fi­gu­ren wird ge­sagt, sie dür­fen auch Kri­ti­sches über die BILD sagen. Das scheint ein über­zeu­gen­des Ar­gu­ment zu sein, führt aber den­noch dazu, dass man Wer­bung für die Sache macht.
BILD versucht sich seit jeher den An­strich eines un­be­que­men Blat­tes zu geben, vor dem sich Pro­mi­nen­te fürch­ten müs­sen, da die auch “un­be­que­me Wahr­hei­ten” schrei­be. Pro­mi­nen­te äu­ßern sich also (wo­mög­lich un­wis­send) ganz im Sin­ne des Blat­tes und geben BILD zu­sätz­lich noch den ed­len, mo­ra­li­schen An­strich, auch kri­ti­sche Stim­men zu­zu­las­sen.

Aber das Geld wird ge­spen­det.

Ein weiterer per­fi­der Trick der Mar­ke­ting­agen­tur, Pro­mi­nen­ten eine Brücke zu bauen, für BILD zu wer­ben (of­fen­bar gibt es glück­licher­wei­se im­mer­noch die Not­wen­dig­keit, die­se Brücke bau­en zu müs­sen).

Und dass es auch an­ders geht, zei­gen Judith Holo­fer­nes von Wir sind Hel­den, und für BILD­Blog Anke Engel­ke und Chris­toph Maria Herbst.

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7 Kommentare »

  • Bluntman

    Es findet erfreulicherweise auch ein Umdenken statt. So hat eine hiesige lokale Bäckereikette auf ihren Werbeaufstellern mit dem Spruch “Kaffee Brötchen Bild … auch zum Mitnehmen” geworben. Seit einiger Zeit haben sie “Bild” durch “Zeitung” ersetzt.

    Comment | 25. März 2012
  • Hoffentlich haben sie die Bild dann auch aus dem Sortiment genommen. :-)

    Comment | 25. März 2012
  • Es gab halt auch mal eine Zeit(die schon lange her ist), da war die Bild auch noch was wert. Und wer nicht mit der Bild zusammenarbeitet, wird nun mal in den Schmutz gezogen. Das kann dann auch mal eine Karriere beenden. Wenn dir langweilig ist, kannst du dir ja mal ein paar Skandale anschauen, bei denen die Bild maßgeblich mitgewirkt hat. So etwas mag die Menschheit wohl. Wer schreibt, was der Leser lesen will, kommt nun mal an. Schade ist also nicht, dass die Bild ist wie sie ist, sondern dass die Leser(bzw. die Mehrheit) das mögen.
    Liebe Grüße,
    Shira

    Comment | 25. März 2012
  • Hm, wann war die BILD denn mal was wert, also etwas anderes als ein Hetzblatt…? Schon Günter Wallraff hat doch in den 60ern/70ern dagegen gekämpft.

    Comment | 25. März 2012
  • n.n.

    die frau dieser schunkelgruppe sagte auch “Auf der anderen Seite, das erklärt sich von selbst, der Rezipient, der saudumme, der sich denkt: Mensch, diese Bild -​Zeitung, die traut sich was.”
    tja, es sind also alle menschen saudumm, die ihre meinung nicht teilen? die von ihr gewählte formulierung ist sehr entlarvend und sie stellt sich damit auf genau die gleiche stufe wie diejenigen, die sich zu kritisieren versucht.
    max goldt hat da den besseren kommentar zu bild abgeliefert als die singdrossel.

    Comment | 1. April 2012
  • Offensichtlich hast Du die Ironie von Frau Holofernes nicht verstanden… Sie sagt damit ja, dass der Leser offenbar aus der Sicht der Reklametreibenden, die sich diese Kampagne ausdenken, saudumm sei, weil er wohl alles schlucke.

    Comment | 1. April 2012
  • Maxime

    Ich finde die Promi-Statements lustig, geistreich, selbstironisch und freue mich jedes Mal, wenn ich wieder einmal ein neues entdecke. Weiß jemand zufällig, wo ich die gesamten Sprüche nachlesen kann?

    Comment | 18. Mai 2012

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