Okt
21
2011

Systemkrise: Kapitalismus als Abwicklungsfall?

Quasi als passenden Nachschlag zu meinem prä/postrevolutionären Posting „Neustart Schweiz“ von gestern möchte ich Euch heute einen weiteren mutmachenden Beitrag empfehlen, der zeigt, dass die „99% / Occupy Wall Street“-Protestbewegung, die sich derzeit bildet, seinen Nährboden keinesfalls nur bei Berufsrevolutionären und denjenigen Menschen, die sowieso schon seit jeher die Umtriebe des Kapitalismus kritisch sehen und begleiten, hat, sondern sich von der Idee her offenbar durchaus auf Unterstützung auch sehr unterschiedlicher Teile der Bevölkerung zählen darf. Die Stimmen, die sich unzufrieden mit dem jetzigen System und vor allem dessen Entwicklung in den letzten Jahren und Jahrzehnten zeigen und sich vorstellen können, dass es grundlegende Änderungen geben muss, werden zahlreicher. Die momentanen Demonstrationen und Proteste können von daher ein Anfang für einen wirklichen Umschwung und ein Umdenken werden.

Zumal eben auch immer mehr Medien die Proteste ernst nehmen und zumindest zum Teil auch mit Sympathie verfolgen – obwohl man an „Qualitätsmedien“ wie Spiegel Online gestern auch sehen konnte, wie man mit abfälliger Wortwahl gleich als Aufmacher auf der Startseite versucht, die neue Bewegung in Misskredit zu bringen oder sogar lächerlich zu machen – lest Euch mal diesen Text HIER durch, vor allem den ersten Absatz, der auf süffisante Weise abschätzig daherkommt – Zitat „War den meisten nicht klar, gegen was sich ihre Wut richten sollte?“; so als wenn man den „dummen Demonstranten“ den Sinn des Ganzen genau vorgeben und vorbeten müsse. Wie es besser und objektiver geht, zeigt z.B. The Ambassador in „Occupy Wall Street, weltweit und in Berlin. Versuch einer Einschätzung“.

Die Sendung quer im Bayerischen Fernsehen zeigte in „Systemkrise: Kapitalismus als Abwicklungsfall?“ einige erstaunliche Beispiele dafür, wie salonfähig System- und Kapitalismuskritik inzwischen geworden zu sein scheinen (man muss natürlich immer vorsichtig sein, schließlich weiß man nicht, wie lange die Redakteure gesucht haben, bis sie die entsprechenden passenden O-Töne beisammen hatten; aber egal!) und dass es auch in der Wirtschaft und bei Banken (!) zu gären beginnt und sich Widerstand regt.

Beinahe jeden Tag wartet die Finanzkrise mit neuen Schreckensmeldungen auf, und so langsam wächst im Land die Einsicht, dass der Kapitalismus nicht die beste aller möglichen Welten ist. Einst marktgläubige Politiker ändern innerhalb weniger Tage ihre Meinung, ja sogar Unternehmer und Bankmanager plädieren plötzlich für ein Umdenken. Viele Bürger fangen nun an, das bislang unantastbare Modell Kapitalismus grundsätzlich in Frage zu stellen.


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20 Kommentare »

  • ja peinlich, peinlich so ein Spiegel-Artikel … insb. von jdn., der nicht mal dabei war “Von Carsten Volkery, London” und nicht mal die sonst so zurückhaltende und überraschend positive Mainstream-Berichterstattung außen vorlässt (s. ZDF-Beitrag, dass >10x soviele in FFM gekommen waren wie erwartet). Darüber hinaus kein Wort zu der Million Bürger in Spanien und dass evtl. auch unser (Gott bewahre) Wohlstand ein Hauptgrund für nicht mehr sozialen Zündstoff am Wochenende gewesen ist. Immerhin der quer-Beitrag kann was & lässt hoffen, dass die sonst so protestmüden Deutschen sich bei den anstehenden Protesttagen mehr beteiligen.

    Comment | 21. Oktober 2011
  • 000000

    Der Untergang der Römer
    Im Jahr 1887 entschloss sich Reichskanzler Bismarck dazu, klären zu lassen, warum
    alle Hochkulturen und Weltreiche in der Geschichte untergegangen sind. Als
    geeignete Person wurde der Professor für politische Ökonomie der Universität
    Freiburg (Schweiz), Gustav Ruhland, ausgewählt. Bismarck forderte von dem
    Professor, dass er kein neues Geschichtsbuch, sondern die konkreten Ursachen für
    die Vorgänge dargelegt haben wolle. Als Ruhland im Jahr 1890 von seinen
    weltweiten Reisen zurückkehrte, war Bismarck bereits nicht mehr im Amt, die
    Erkenntnisse konnten nicht mehr verwertet werden.
    Interessant sind die Entdeckungen trotzdem, da sie klar darlegen, dass in der
    Geschichte immer der gleiche Zerstörungsmechanismus beim Untergang von
    Völkern und Kulturen im Spiel war.
    Egal, ob es sich um die Geschichte der Griechen, Römer, Araber, Spanier usw.
    handelt, die Ursache des Unterganges war immer in der Ökonomie zu suchen. Dabei
    spielten die Zinsen die entscheidende Rolle:
    Zinsen > Vermögenskonzentration > Verschuldung > Zinssklaverei > Dekadenz
    – Brot und Spiele > Gesetze/Steuerlast – Unruhen > Zusammenbruch
    Jede Hochkultur war auf Geld aufgebaut. Wie auch heute, wurde die Währung nur
    gegen Zahlung von Zinsen weiterverliehen. Langfristig kamen dadurch diejenigen,
    die am meisten Geld erobern konnten (meist durch Raub oder Betrug) in eine immer
    vorteilhaftere Stellung. Je mehr Geld jemand hatte, das er nicht für die
    Alltagsgeschäfte benötigte, umso mehr konnte er verzinst weiterverleihen und wurde
    dadurch noch reicher. Mit fortschreitender Zeit kam jener Zinsautomatismus in Gang,
    der uns heute wieder bedroht. Die Währung sammelte sich in immer weniger
    Händen. Der Bauernstand wurde durch Verschuldung vernichtet, es kam zur
    Entvölkerung des Landes, da die Ländereien von den Reichen in zunehmendem
    Maße übernommen wurden. Im Römischen Reich besaßen bald nur 2000 Familien
    ganz Rom! Für die Produktion wurden immer mehr Sklaven eingesetzt – die
    selbständigen Gewerbetreibenden konnten nicht mehr konkurrieren und verarmten.
    Im alten Rom musste jeder, der Schulden machte, sich selbst als Pfand dafür
    anbieten. Sobald der Schuldner die Schuldzinsen dafür nicht mehr aufbringen
    konnte, legte der Gläubiger einfach Hand an ihn und erwarb ihn damit als
    Schuldsklaven. Da das Kapital sich durch das Zinssystem immer schneller vermehrte
    und die Bevölkerung bereits nach wenigen Jahrzehnten ausgeblutet war, war man
    auf ständige Eroberungen angewiesen. Die vereinnahmten Provinzen wurden
    rücksichtslos ausgebeutet. Mit dem Verschwinden des heimischen Bauernstandes
    war die Brotversorgung auf Getreidelieferungen aus immer größeren Entfernungen
    angewiesen. Damit wurde die Versorgung immer unsicherer und häufig dem Zufall
    - 2 -
    überlassen. Ruhland: „Aber während die römischen Bauern in fernen Ländern die
    feindlichen Armeen vernichteten, hatte der Kapitalismus in der Heimat die
    Alleinherrschaft errungen. Von da ab geht unverkennbar die Entwicklung mit
    eilenden Schritten abwärts. In wenigen Jahrzehnten ist der altrömische Bauernstand
    vernichtet.“ Ungeheure Wahlbestechungen lieferten Brot und Spiele für die
    proletarischen Bürger. Um die hoffnungslosen Massen ruhig zu halten, wurden
    Gladiatorenspiele eingeführt: „Weil die Masse der Bürger in Rom verarmt war, keine
    Beschäftigung fand und nichts zu essen hatte, hat man staatliche
    Getreidelieferungen zu billigsten Preisen eingeführt. Und um eventuell gefährlich
    werdende Langeweile des Bürgerproletariats zu verscheuchen, wurden „öffentliche
    Spiele“ gewährt.“
    Die Situation verschlimmerte sich und nur durch blutigere Vorführungen, mit
    beispielsweise einer zunehmenden Zahl von Löwen, konnte das Volk bei Laune
    gehalten werden. Auf der anderen Seite nahm der Reichtum der oberen Schicht
    kaum vorstellbare Ausmaße an, was zu Luxus und Genusssucht führte. Ruhland
    merkte dazu an: „Im Jahr 104 v. Chr. konnte der Tribun Phillipus in öffentlicher Rede
    erklären, dass es in Rom nicht mehr als 2000 Personen gebe, welche ein Vermögen
    hätten. Diese Verarmung des Volkes durch Bereicherung der oberen Zweitausend
    hat sich anscheinend in erschreckend kurzer Zeit vollzogen.“ Die Kultur verkam in
    Dekadenz. Nur noch der Besitzer von Geld wurde geachtet; „Geld gibt Geltung“ hieß
    die Losung. Dadurch kam es zu einer fortschreitenden Sittenverderbnis mit
    Erbschleicherei, Erpressung und Bestechlichkeit für Richter. Vetternwirtschaft
    verhinderte, dass fähige Personen in entscheidende Stellungen gelangen konnten.
    Auch im privaten Bereich änderten sich die Gewohnheiten. So wurde die früher heilig
    gehaltene, unauflösliche Ehe zu einem leicht lösbaren Vertrag. Gleichzeitig war eine
    starke Zunahme der Prostitution feststellbar. Ruhland: „In großen Wirtshäusern
    speisend, in armseligen Schlafstellen wohnend, fehlte dem römischen Proletariat fast
    jede Gelegenheit, sich auf ehrliche Weise etwas zu verdienen, nachdem die
    Großkapitalisten alle Produktionsmittel an sich gerissen und überall die billigere
    Sklavenarbeit verwendeten.“ Der Zinseszinseffekt zeigte sich in erschreckendem
    Ausmaß: „Als dann Sulla im Jahr 84 v. Chr. Kleinasien eine Kriegssteuer von 102
    Millionen Mark auferlegte, die von römischen Kapitalisten vorgestreckt wurde, weil
    das Volk nicht selbst bezahlen konnte, da war binnen 14 Jahren die Schuldsumme
    auf das Sechsfache gewachsen, sodass die Gemeinden ihre öffentlichen Gebäude,
    die Eltern ihre Kinder verkaufen mussten, um den unerbittlichen Gläubigern gerecht
    zu werden.“
    Im weiteren Verlauf kam die politische Führung in die Hände der Bankiers.
    Bürgerkriege begannen und sozialistische Strömungen machten sich geltend.
    Ruhland: „Unmöglich kann also unter der Herrschaft des Staatssozialismus eine
    besondere Lebensfreudigkeit in der Bevölkerung geherrscht haben. Sonst hätte man
    sich nicht allgemein gescheut, Nachkommen in die Welt zu setzen, und nicht so
    - 3 -
    häufig zum Selbstmord gegriffen, um dieser Welt rascher den Rücken zu kehren.“
    Die Ruhigstellung der Proletarier führte zu steigenden Staatskosten und
    entsprechenden Steuerlasten. Das aus dem Ruder laufende System war letztlich nur
    noch über mehr Gesetze im Griff zu behalten. Die freie Berufswahl wurde verboten
    und durch Zwangsmaßnahmen abgelöst. Am Ende konnte das Römische Reich von
    einigen tausend schlecht bewaffneten Germanen überrannt werden – römische
    Soldaten, bzw. Geld für Verteidigung gab es schon lange nicht mehr. Die
    Geldwirtschaft verschwand und die ineffiziente Naturalwirtschaft nahm ihre Stelle ein.
    Dabei dürfen bei den Missständen in Rom nicht Ursache und Wirkung verwechselt
    werden.
    Der gesellschaftliche Verfall war dabei nicht die Ursache des Niedergangs,
    sondern nur die Folge des Zinskapitalismus: „Was sich von da ab an schreienden
    Missständen in Rom einstellt, sind in noch auffälligerer Weise alles nur
    Folgeerscheinungen der Alleinherrschaft des Kapitals. …Wer also hier reformieren
    und heilen wollte, der musste die eigentliche Ursache all dieser Übelstände, nämlich
    die Alleinherrschaft des Kapitals beseitigen…“
    Die Symptome für den Untergang der Römer deutete Ruhland wie folgt:
    - Zunehmende Verschuldung des Volkes, Vernichtung des Bauernstandes,
    Entvölkerung des Landes.
    - Vernichtung der selbständigen Gewerbetreibenden durch Gewerbesklaven.
    - Der Welteroberung folgt die rücksichtsloseste Erwerbssucht der Römer.
    Stadthalter, Steuerpächter, römische Kaufleute und Geldverleiher wetteifern
    im Auswuchern der Provinzen.
    - Mit dem Verschwinden des heimischen Bauernstandes ist die Brotversorgung
    des Volkes auf Getreidezufuhren aus immer größerer Entfernung angewiesen.
    - Ungeheure Wahlbestechungen liefern Brot und Spiele für die Bürger.
    - Die Heeresmacht des Staates wird allgemein zur Eintreibung privater
    Wuchergewinne in den Provinzen und Nachbarstaaten verwendet.
    - Fabelhafte Zunahme des Reichtums, des Luxus, der Genusssucht.
    - Fortschreitende Sittenverderbnis, Erbschleicherei, Wucher, Erpressung,
    Bestechlichkeit der Richter und Beamten. Starke Zunahme der Prostitution,
    Eheflucht, stetiger Rückgang der Bevölkerung.
    - Der Adel verschwindet mehr und mehr. Die politische Führung kommt in die
    Hände der Bankiers. Die Handelsleute der ganzen Welt versammeln sich in
    der Hauptstadt. Die Bürgerkriege beginnen.
    - Die Versorgung der Proletarier auf Staatskosten führt rasch zur Ausbreitung
    des Staatssozialismus auf zwangsgenossenschaftlicher Basis.
    - Der Staatsbankrott wird chronisch. Der Rückgang der Bevölkerung dauert an.
    Die Geldwirtschaft verschwindet nach und nach. An ihre Stelle tritt wieder die
    Naturalwirtschaft.
    - 4 -
    Nach dieser Symptombeschreibung befindet sich unsere Gesellschaft bereits
    im Endstadium des Zerfalls:
    Das Volk ist hoch verschuldet, die Bauern werden zunehmend unter Druck gesetzt
    und die Nahrungsmittel werden in immer größerer Menge aus dem Ausland
    eingeführt.
    Durch zunehmende Monopolisierung kommen auch die selbständigen Gewerbetreibenden
    in die Klemme.
    Die politischen Affären zeigen ganz deutlich, wie wir bereits gesehen haben, dass die
    Politik nur noch von den Finanziers aus der Wirtschaft abhängig ist. Auch Brot und
    Spiele gehören heute zum Alltag, um die Bevölkerung ruhig zu stellen und Unmut zu
    verhindern. Die Armen werden mit Sozialhilfe besänftigt und die Masse mit immer
    niveauloseren Fernsehsendungen abgelenkt.
    Im Gegensatz dazu nimmt der Reichtum in wenigen Händen immer gewaltigere
    Formen an, was sich in übertriebenem Luxus und ausufernder Genusssucht äußert.
    Die Sitten verkommen unter diesen Umständen zunehmend, die Scheidungsraten
    steigen, Betrug nimmt zu und Lüge wird als erfolgreiche Eigenschaft in der Wirtschaft
    begrüßt.
    Durch die zunehmende Anzahl der Menschen, die auf Arbeitslosengeld oder
    Sozialhilfe angewiesen ist, entsteht eine Art Staatssozialismus, der jedoch nur mit
    einer immer weiteren Einengung der persönlichen Freiheit aufrechterhalten werden
    kann.
    Was heute noch fehlt, ist nur noch die letzte Stufe: Der Zusammenbruch des
    Geldsystems, mit dem Niedergang jeglicher Kultur.
    Günter Hannich (aus Der Weg in den Dritten Weltkrieg 2006)
    Prof. der Nationalökonomie, Dr. Gustav Ruhland
    System der politischen Ökonomie
    http://www.vergessene-buecher.

    Comment | 21. Oktober 2011
  • Wer unsere Wirtschaft als Kapitalismus beschreibt hat wirklich keine Ahnung. Wo ist der freie Markt? Wo ist die Freiheit der Entscheidungen? Alles nicht vorhanden. Wir haben keinen Kapitalismus. Wir sind eher ein Feudalfinanzhoheitsstaat.

    Comment | 21. Oktober 2011
  • 000000

    Schöne Wortschöpfung : Feudalfinanzhoheitsstaat.

    Definition:
    Eine idealtypische feudale Gesellschaft kann durch folgende Merkmale beschrieben werden: Die Produktion war stark von der Naturalwirtschaft geprägt. Der überwiegende Teil der Bevölkerung bestand aus Bauern. Sie waren aber nicht Eigentümer des von ihnen bestellten Landes. Dieses Land war Eigentum des Grundherrn. Die Bauern befanden sich im Zustand der Leibeigenschaft, sie waren also persönlich abhängig vom Grundherrn und unfrei.
    (Quelle: Wikipedia)

    Das sind Merkmale einer Gesellschaftsordnung, wie die Demokratie (die wir auch nicht wirklich haben).

    Kapitalismus bezeichnet die Geldströme und den
    Kapitalmarkt im Allgemeinen, sowie die Gesetzmäßigkeiten denen der Geldfluss unterliegt.

    Zudem haben wir keine Freie Marktwirtschaft wie es oft geschrieben wird, sondern eine Soziale Marktwirtschaft.

    Ich weiß aber was du damit sagen möchtest und empfinde das genauso.

    Ich zermartere mir nicht mehr den Kopf. Meines Erachtens nach geht alles in nicht allzuferner Zeit den Bach runter. Einfluss können wir keinen mehr nehmen, es ist nicht mehr aufzuhalten…

    Wer etwas auf der hohen Kante hat, wäre sicherlich gut beraten es in Sachwerten umzuwandeln, wie Grundstücke, Wohnungen, Häuser etc.

    Und wie so immer, die Ärmsten sind ärmsten dran!

    Comment | 21. Oktober 2011
  • daniel

    Der Solaranlagenbauer aus dem Video ist ja ein ganz ein Schlauer.

    Der die Kooperation dem Wettbewerb vorzieht.

    Das klingt in dem Kontext des Videos, ja ganz nett und vernünftig.
    Ja, ganz und gar harmlos.

    Wer aber eine Ahnung von Marktwirtschaft hat, dem wird schnell klar, das er was anderes meint.

    Er fordert ein Kartell um “Preise” abzusprechen, so daß sich das Kartell, Kunden gegenüber wie ein Monopolist verhalten kann.

    Er möchte also aus seiner Polypolistischen Marktsituation, eine Monopolistische machen, bei der er Teil des Monopols ist.

    Monopole sind nicht immer zu lasten des Kunden/Konsumenten, wie das Beispiel Deutsche Bahn zeigt.

    Nicht umsonst wird gegen Preisabsprachen (aktuell Tankstellen) vorgegangen.

    Um das ganze nochmals zu verdeutlichen, in einem Oligopolen Markt, können sich die Teilnehmer wie Polypolisten verhalten.
    Das sorgt für niedrige Preise, bei denen kaum noch was verdient wird. Quasi wird nur kostendeckend gearbeitet.
    Oder sie entscheiden sich für Preisabsprachen und treten den Kunden gemeinsam wie ein Monopolist entgegen. Hier zahlt der Kunde dann die Zeche und die Unternehmer stopfen sich die Taschen voll.

    Comment | 22. Oktober 2011
  • @ daniel: aha, meint der Solaranlagenbauer das also? Woher weißt Du das so genau? Wenn es einen grundlegenden Systemwechsel geben soll, dann könnte es ja auch sein, dass es eben keine Marktwirtschaft mehr gibt, also dass alles auf Marktgängigkeit & Gewinnmaximierung hin zugerichtet wird, sondern eben eine generell kooperative Form der Wirtschaft.

    Comment | 22. Oktober 2011
  • Idealistin

    Tja so „Insiderkenntnisse“ nutzen nichts, wenn man nicht aktiv gegensteuert. Da nützt alles lamentieren nichts. Hand aufs Herz, wer von euch schreibt hier und hat nicht irgendwo Geld gegen Zins angelegt?

    Es liegt in den Geschäfts-Gebahren der Bänker. Aber auch an den kleinen Anlegern mit 1-3% Zinsen auf verschiedenste Anlagenprodukte und nicht nur an den „großen Fischen“ die Wahnsinnssummen anlegen . Dazu noch die unverschämten Managereinkünfte siehe Ackermann und Co. Die üppigen Gehälter der Bankangestellten nicht, andere Berufsgruppen verdienen auch nicht schlecht. Anders aber die Provisionen und Prämien die locken, besonders bei risikoreichen Anlagen und nicht zu vergessen der angeordnete Erfolgsdruck der Mitarbeiter. Das ganze System ist menschenverachtend, den Einzelnen kann man – bis auf wenige Ausnahmen – nicht verantwortlich machen. Sie haben sich zwar in dem System integriert und müssen mitziehen, um weiter berufstätig bleiben zu können. Das ist aber nicht anders wie bei Aldi, Lidl und Co. Wer nicht mitzieht –fliegt!

    Noch mehr- es gibt immer zwei Seiten, die, die das Angebot stellen, oft sogar, weil der Kunde es scheinbar verlangt und sich obendrein so verhält, dass er dass nimmt, was am profitabelsten für ihn ist (da ist er im Kleinen genauso schlecht wie der Manager im großen Stil) . Ein Unternehmen greift es auf, die Konkurrenz zieht nach, weil sie sonst u. U. viele Kunden verliert. Die Gesetze des Wettbewerbs. Davon zehren, leben die Konzerne und unser Verhalten ist dass, was sie stark und mächtig gemacht hat und diese Ausuferungen zugelassen. Jeder von uns trägt eine Teilschuld, je nach Besitz der eine mehr, der andere weniger. Aber insgesamt machen wir alle an irgendeiner Stelle mit, da unsere Natur eben so ausgerichtet ist – Sammler und Jäger eben. Allerdings ist es nötig, das wir unser Verhalten den neuen Gegebenheiten angleichen und jeder für sich überdenkt welche Auswirkungen seine persönlichen Handlungen/Verhaltensmuster haben, für ihn persönlich und die Umwelt.

    Siehe Untergang des Römischen Reiches – diese Mechanismen sind die Gesetze des Kapitalismus – wer darüber lächelt hat es nicht begriffen!

    Leute, bereits vor 2000 Jahren hat Jesus es gesagt und versucht es anhand von unzähligen Gleichnissen uns zu vermitteln. Damals wie heute wurde er von der Mehrheit ignoriert und nichts hat sich großartig geändert. Er hat das Regelwerk aufgestellt, dass alle gleich gut behandelt / gleichstellt. Einfach, verständlich und menschenwürdig, wenn sich jeder daran halten würde.

    Nur will es scheinbar niemand, besonders diejenigen nicht die A) am System profitieren, B) die Macht ausüben wollen, C) die die glauben sie seien besser und schlauer als andere und haben somit einen besseren Status verdient.

    Siehe – die vielen Diskussionen über Hartz IV, die Aufteilung zwischen qualifizierte und unqualifizierte Menschen / Intelligent – Dumm / .Schnell – Langsam / Reich- Arm/ Alt-Jung usw. wir trennen überall und grenzen Menschen aus, nur weil sie unseren Ansprüchen nicht genügen – wer sagt aber dass unser Anspruch richtig ist.

    Siehe den aktuellen 6-Teiler im ZDF die Familiensaga der B.

    Alles dreht sich um Macht, Geld, Gier usw. Diese Drei sind die größten trennenden Eigenschaften, die, die Menschheit immer wieder zu Fall bringen. Mittlerweile nicht nur die Menschheit, sondern den ganzen Planeten unterwirft und in Gefahr bringt.

    @(Insider/Peter)? „Wir“ betreiben das (gell?) Wie im Dritten Reich – eine Trennung zw. Unwertem und wertem Leben – natürlich ohne physische Vernichtung – aber psychisch zu vernichten ist oft sogar schlimmer…

    Es gibt viele Hinweise darauf, dass wir unser Bewusstsein dringend ändern müssen. Viele Internetseiten diskutieren dieses Thema – sonst haben wir keine dauerhafte Zukunft. Unsere materielle Forschung, Technik, Waffen, die Lebensräume die wir für uns beanspruchen, der (UN-) Umgang mit der Natur und Mitwesen sind so lebensbedrohlicher Art, dass wir, wenn wir so weiter machen alles vernichten werden. Wie Martin B. sagt – er verbraucht zwei Planeten mit seinem Lebensstil, andere aber noch mehr – wir haben aber nur eine Erde!
    Nachdenken lohnt sich!

    Und – Religionen, Kirchen etc., sind Institutionen. Jesus aber der Weg zur Lösung. Menschlichkeit und Nächstenliebe das Ende aller Erniedrigungen und der Ausbeutung der Welt.

    Ach ja – Vergebung der Sünden ist auch noch so eine Sache – die meisten können nur verurteilen und ausgrenzen. Selektion war noch nie zielführend….

    Alle wollen mit – auch die Schwachen und “Armen im Geiste”
    (Frag Papi!)

    Comment | 22. Oktober 2011
  • vielleicht interessiert euch meine Antwort auf die Frage: “Soll der Kapitalismus abgeschafft werden ?” – http://www.onlinetechniker.de/?q=node/255

    Comment | 1. November 2011
  • Interessant – aber ich sehe da auch einen Widerspruch, wenn Du meinst, dass man den Kapitalismus “nur” anders ausrichten müssen, gleichzeitig aber Gewinnstreben abschaffen soll. Denn das Profitstreben ist ja das Grundwesen des Kapitalismus!

    Comment | 1. November 2011
  • Ich verstehe nicht was du mit deinem ersten Satz sagen möchtest …

    und das mit Profitstreben sollte man eben neu ausrichten, indem man nach Sinn, Freude und Herausforderungen bei der Aufgabe strebt, anstatt vorwiegend danach wieviel Geldgewinn zu erwarten ist …

    Ich denke dieses blosse Geldgewinnstreben nimmt mehr u. mehr den Sinn aus der Arbeit – wir werden sozusagen zu Systemrobotern degradiert …

    Ich denke daß je mehr Sinn und Freude wir empfinden, je mehr die Aufgabe uns fordert, desto eifriger sind wir bei der Sache, desto mehr kommt am Ende auch heraus :-)

    Comment | 1. November 2011
  • Das stimmt natürlich, das wäre ein schönes Streben, wenn man Sinn & Freude maximieren würde – aber das hat dann mit “Kapitalismus” (da steckt das Kapital, also Geld ja schon im Wort) nichts mehr zu tun. ;)

    Comment | 1. November 2011
  • ich würde mich da nicht so festlegen …

    ich kann Kapital mit Geld in Zusammenhang bringen …

    aber ich kann Kapital auch mit meinen Kompetenzen bzw. Fähigkeiten in Verbindung bringen

    jetzt stell dir vor jemand sagt zu dir: Kapital ist die Vorraussetzung dafür, daß wir ein Unternehmen aufbauen können …

    in beiden Fällen stimmt es, nur im ersten Fall ist es Geld, im zweiten Fall sind es unsere Kompetenzen bzw. Fähigkeiten und das wäre gut so

    … denn wir können heute mit relativ wenig Geld ein Internetprojekt starten bzw. ein Internetunternehmen gründen

    Comment | 1. November 2011
  • Ich frage mich halt, wieso Du dann immer noch auf den (entsprechend negativ bzw. eindeutig besetzten) Begriff “Kapitalismus” setzt, wenn Du doch augenscheinlich eher was anderes willst…? So wie man “Kapitalismus” heute versteht, kann man zwar hingehen und versuchen, die Begrifflichkeiten neu aufzuladen – oder man nennt die neue Gesellschaftsordnung einfach anders, um Verwechslungen zu vermeiden. :)

    Siehe auch Wikipedia:
    “Allgemein begreift man Kapitalismus als eine Wirtschafts- und Gesellschaftsordnung, die auf Privateigentum an den Produktionsmitteln und einer Steuerung von Produktion und Konsum über den Markt beruht.[1] Als weitere Merkmale werden genannt: die Akkumulation und das „Streben nach Gewinn im kontinuierlichen, rationalen kapitalistischen Betrieb“.”

    99,99 % der Leute werden darunter doch die “Akkumulation von Kapital” im Sinne von Geld verstehen… (wie es ja eigentlich auch gemeint ist, denke ich mal)

    Comment | 1. November 2011
  • Ist halt auch deine Sichtweise, daß der Kapitalismus negativ bewertet wird. Es gibt sehr viele Menschen, die bewerten dieses Wirtschaftssystem absolut positiv.

    … und einige Eigenschaften des Kapitalismus sollten ja auch beibehalten werden, beispielsweise fortlaufendes Wachstum (jetzt halt geistiges Wachstum) und kontinuierlich steigende Produktivität oder die dezentrale privatunternehmerische Planung (statt staatliche Planwirtschaft) oder das Streben nach Gewinn, jetzt halt vorwiegend nach Sinn u. Freude aber auch nach Geld, denn wovon sollen wir sonst unsere Rechnungen oder z. B. das Auto bezahlen

    … weil eben soviele Eigenschaften des Kapitalismus gar nicht so schlecht sind, sollte man ihn neu ausrichten aber nicht gänzlich abschaffen … – meiner bescheidenen Meinung nach :-)

    Comment | 1. November 2011
  • Ja, naja, da sind wir dann nicht unbedingt einer Meinung, denke ich ;) Bzw. ist bei mir der Begriff Kapitalismus eindeutig besetzt (ob nun positiv oder negativ, ist dabei egal), von daher werde ich ihn auch immer mit einer auf Geld & Profit basierenden Wirtschaftsordnung, die zu einer Umverteilung von unten nach oben sorgt und in der einige wenige Menschen & Unternehmen immer mehr anhäufen, während die Unzufriedenheit weltweit wächst, in Verbindung bringen. Die “kontinuierlich steigende Produktivität” führt derzeit leider nur dazu, dass immer mehr Menschen ihre Arbeit verlieren, viel Schrott hergestellt wird und generell die Produktion immer weiter steigt, obwohl man jetzt schon zu viel Kram hat. Wäre schön, wenn die Produktivität tatsächlich mehr Muße und Freizeit für die Menschen hieße!

    Autos / den Individualverkehr halte ich in der jetzigen Form auch für stark reformierungsbedürftig. ;)

    Comment | 1. November 2011
  • … die “kontinuierlich steigende Produktivität” führt derzeit leider nur dazu, dass immer mehr Menschen ihre Arbeit verlieren …

    das gilt aber nur für die Industriewirtschaft, denn weil wir noch nicht produktiv genug mit Informationen und Wissen umgehen können, können wir auch nicht genügend Arbeitsplätze in der neuen Informationswirtschaft schaffen

    … hier beschreibe ich was ich meine mit dem produktiven Umgang mit Infos und Wissen: http://www.onlinetechniker.de/?q=node/162

    Comment | 1. November 2011
  • Wirkliche Produktivitätssteigerung sollte doch am Ende bedeuten, dass man keine “Arbeitsplätze” im jetzigen Sinne mehr braucht, so dass deren Erhalt auch nicht alles andere (Moral, Umwelt, Gesundheit) geopfert werden muss, wie es die Politiker momentan betreiben. “Arbeitsplätze schaffen” ist für mich darum auch irgendwie so ein politbürokratisches Unwort…

    Comment | 1. November 2011
  • Wirkliche Produktivitätssteigerung sollte doch am Ende bedeuten, dass man keine “Arbeitsplätze” im jetzigen Sinne mehr braucht, …

    das gilt für die gerade sterbende Industriegesellschaft, nicht aber für die gerade entstehende Informationsgesellschaft …

    Was sollen wir denn, den ganzen Tag tun? Wofür wurde uns unser wundervolles Gehirn mitgegeben, wenn wir es nicht bestmöglich nutzen?

    Comment | 1. November 2011
  • “Die Entwicklung vom Herdenmenschen, vom Teilmenschen zum selbständigen Vollmenschen, zum Individuum und Akraten, also zum Menschen, der jede Beherrschung durch andere ablehnt, setzt mit den ersten Anfängen der Arbeitsteilung ein. Sie wäre längst vollendete Tatsache, wenn diese Entwicklung nicht durch Mängel in unserem Bodenrecht und Geldwesen unterbrochen worden wäre – Mängel, die den Kapitalismus schufen, der zu seiner eigenen Verteidigung wieder den Staat ausbaute, wie er heute ist und ein Zwitterding darstellt zwischen Kommunismus und Freiwirtschaft. In diesem Entwicklungsstadium können wir nicht stecken bleiben; die Widersprüche, die den Zwitter zeugten, würden mit der Zeit auch unseren Untergang herbeiführen, wie sie bereits den Untergang der Staaten des Altertums herbeigeführt haben.”

    Silvio Gesell (Vorwort zur 4. Auflage der NWO, 1920)

    http://www.deweles.de/files/untergang.pdf

    “Adam war aus einer großen Kraft und einem großen Reichtum entstanden, und er wurde dennoch euer nicht würdig; denn wenn er würdig geworden wäre, hätte er den Tod nicht geschmeckt.”

    Jesus von Nazareth (nicht in der “heiligen Bibel” zu finden)

    http://opium-des-volkes.blogspot.de/2011/07/die-ruckkehr-ins-paradies.html

    Comment | 28. März 2012
  • @Stefan Wehmeier
    “Sie wäre längst vollendete Tatsache, wenn diese Entwicklung nicht durch Mängel in unserem Bodenrecht und Geldwesen unterbrochen worden wäre”
    … dem kann ich nicht ganz zustimmen, denn nicht nur Besitzrechte und Geld beschränken unsere Freiheit, sondern vor allem auch die lebensnotwendigen Tätigkeiten, die getan werden müssen und uns vor der Zeit der computergesteuerten Maschinen viel Zeit gekostet haben …

    … erst seit unsere modernen Sklaven viele dieser lebensnotwendigen Tätigkeiten an unserer Stelle ausführen, haben wir genügend freie Zeit um das zu tun, was uns am Herzen liegt – was ja letztendlich Freiheit bedeutet :-)

    hier beschreibe ich das Ganze genauer: http://www.onlinetechniker.de/?q=node/199

    Comment | 29. März 2012

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