Mrz
18
2011

Lebensmittel in den Tank und galoppierende Preise – der E10-Quatsch

© kikashi, stock.xchng

Autofahren ist per se nicht umweltbewusst und klimaschonend, das weiß eigentlich jeder (abgesehen vielleicht von den Machern der Werbespots für Automarken, die davon ausgehen, dass die Käufer so naiv sind, zu glauben, dass man durch den Kauf eines PKW die Umwelt schützt, weil man ja so schöne grüne Landschaften gezeigt bekommt, durch die die Wagen rasen). Nun gäbe es ja verschiedene Möglichkeiten, die negativen Auswirkungen des Individualverkehrs abzufedern und zu begrenzen – zum Beispiel, in dem man den ÖPNV ausbaut, alternative Konzepte der Fortbewegung entwirft, die Menschen animiert, weniger und langsamer zu fahren (Tempolimit!), aber all dies ist natürlich in einem Autofahrerland wie dem unsrigen nicht beliebt und wird darum von der Politik gescheut. Schließlich gilt es ja auch Arbeitsplätze in der Autoindustrie zu schützen (koste es, was es wolle)! Und so zeigt man mit der Einführung des neuen sogenannten „Biokraftstoffs“ E10, wohin die Reise statt dessen geht – alles soll so bleiben wie bisher, nur dass man ein Benzin tankt, das etwas weniger Öl enthält – und dafür Ethanol, welches zum Teil aus Nahrungsmitteln erzeugt wird, für die auch wieder Wälder gerodet werden müssen bzw. die eben nicht als Nahrung zur Verfügung stehen. Der Effekt für die Umwelt ist jedenfalls marginal, wenn nicht sogar insgesamt gesehen negativ – ein echtes Narrenstück der Regierung (wie schon die Sache mit dem Verbot der Glühbirne), findet auch Claudia Klinger in „E10 ist kein Kommunikationsproblem, sondern eine Sauerei!“:

(…) Da liegen Tatsachen auf dem Tisch, die sich nicht wegdiskutieren lassen: E10 ist kein “Biosprit” im Sinne von Umweltschonung, sondern ganz im Gegenteil ein übler Versuch, Energie-Einsparungen zu vermeiden, indem man auf Ackerland zur Benzinproduktion zugreift.Da hilft auch kein Schönreden, dass es doch zu 90% von europäischen Äckern käme: schließlich könnte auf diesen Äckern auch anderes angebaut werden. Regionale Biogemüse zum Beispiel, damit wir diese nicht massenweise aus anderen Erdteilen importieren müssen, was das “bio” ebenfalls aufs Schärfste konterkariert. Und wer ernsthaft behauptet, auf Dauer habe die Nachfrage nach “Bio-Sprit” keine Auswirkungen auf die Nahrungsmittelproduktion weltweit, der träumt nicht, der lügt!

Im Autosektor hat sich nicht viel geändert: was an Energie-Effizienz gewonnen wird, wird nicht etwa in echte Einsparungen umgesetzt, sondern die Karossen werden mit immer mehr Schnickschnack vollgestopft. Autos werden nicht kleiner, leichter und sparsamer, weil die Politik der Industrie keine entsprechenden Vorgaben macht. Also schwappt der Trend zum SUV auch nach Europa, Besserverdiener fahren nach wie vor große, schwere, protzige Autos – und alles für den “Markt”. Da wird auf die Umwelt geschissen, aber das Feigenblatt “E10″ soll jetzt “durchgesetzt werden”. (…)

Ähnliche Töne schlägt auch die Sendung quer an – „Die Sprit-Verdummung: Dichtung und Wahrheit über E10“, die durchaus süffisant-satirisch gehalten ist:

Eigentlich hörte sich alles wie ein Sprit-Märchen an: günstiges Benzin, weniger Abhängigkeit vom Öl, geringerer CO2-Ausstoß. Jetzt klingt es eher nach der Mär vom sogenannten Biosprit: Ernüchterung statt Erfolgsrausch. Politik und Mineralölkonzerne sind vom E10-Boykott der Autofahrer kalt erwischt worden. Das dürre Ergebnis des Benzingipfels: Ein Infoblatt soll verunsicherte Autofahrer an die E10-Zapfsäulen locken. Erfolg ungewiss. quer mit einer Verbraucherinfo, die wirklich aufklärt: Warum E10 so wichtig ist – und wer davon profitiert.

Die Zeit geht ebenfalls der Frage nach, wem die ganze E10-Geschichte eigentlich den meisten Nutzen bringt – „Agrosprit: Wo die Profiteure sitzen“:

(…) Beispielsweise in Brasilien, dem nach den USA weltweit zweitgrößten Ethanol-Produzenten: Zuckerrohr für die Ethanol-Herstellung wird nicht im Amazonasgebiet angebaut, sondern im Süden des Landes. Doch wenn dort deshalb Acker- und Weideflächen für Bauern wegfallen, weichen diese notgedrungen in Richtung Regenwald aus. Auch in Deutschland führt der verstärkte Anbau von Energiepflanzen zu kräftig steigenden Pachtpreisen für Böden und treibt damit die Lebensmittelpreise in die Höhe. Auf Verdrängungseffekte hat auch die Bundesregierung derzeit keine Antwort: Indirekte Landnutzungsänderungen berücksichtigt die Nachhaltigkeitsverordnung nicht. (…)

Wenn die Natur also womöglich kaum profitiert und die Abhängigkeit vom Erdöl nur geringfügig abnimmt, wem nützt dann überhaupt die Einführung von E10? In erster Linie natürlich den Landwirten und den Herstellern von Biokraftstoffen. Doch auch der Fiskus profitiert: Da Ethanol einen geringeren Heizwert hat als Benzin, steigt beim Fahren mit E10 der Kraftstoffverbrauch des Autos leicht, und damit steigen auch die Steuereinnahmen des Staates.

Ein weiterer Nutznießer ist die Automobilindustrie – die genau deshalb die E10-Strategie der Regierung so vehement unterstützt. Die Hersteller hatten es durch beharrliche Lobbyarbeit geschafft, dass die EU weniger strenge CO2-Grenzwerte für Motoren festgelegt hat. Sie fürchteten die harte Verpflichtung, sparsamere und umweltfreundlichere Motoren zu entwickeln. Ihr Argument dagegen: Solch technische Anstrengung sei gar nicht nötig, denn durch Agrarsprit ließen sich die Einsparungen viel leichter erreichen. Zugleich könnte die Branche indirekt von der E10-Einführung profitieren: Halter älterer Fahrzeuge, die die Mischung nicht vertragen, erwägen möglicherweise einen Neuwagenkauf. (…)

Natürlich befasste sich auch Frontal 21 mit dieser Thematik und durchleuchtete die Hintergründe entsprechend kritisch – „Chaos bei E10 – das Versagen der Politik“:

Die Auswirkungen des „Bio“sprits bekommen letztlich alle Menschen dadurch zu spüren, dass die Lebensmittelpreise weltweit anziehen. Für uns ist das dann vielleicht ein kleines Ärgernis, für andere Regionen kann dies aber überlebensgefährend werden, wenn sich die Menschen dort die teureren Nahrungsmittel nicht mehr leisten können. „E10 treibt offenbar Lebensmittelpreise nach oben“, wie das ZDF feststellt:

(…) Zwangsläufig steigende Preise wegen der Einführung des Biosprits erwartet auch der Hamburger Feinkosthersteller Carl Kühne: “Alkohol, den wir für die Herstellung von Essig benötigen, ist deutlich teurer geworden”, sagte er dem “manager magazin”. Das liege vor allem daran, dass Alkohol dem Benzin beigemischt werde. “Plötzlich ist Zucker, der als Ausgangsprodukt für Alkohol immer billig war, ein teurer Rohstoff geworden. Die Entwicklung ist aber auch beim Öl für Dressings und Mayonnaise deutlich erkennbar”, fügte er hinzu. (…)

Ein Twitter-User fasste das Ganze kurz und prägnant zusammen:

Nur damit ich das nicht falsch verstehe, wir haben Kaugummi aus Erdöl im Mund und Kraftstoff aus Getreide im Tank ?

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13 Kommentare »

  • Der noch hohe Eigenanteil an Agro-Sprit stimmt nur für Deutschland. Weltweit – ja selbst in Kambodscha – werden Ländereien von Hedge-Fonds aufgekauft, um darauf Pflanzen für diesen Agro Sprit zu erzeugen.

    Wo die wirklichen Völkermörder sitzen, ist damit hinreichend bewiesen. Dazu gibt es sogar eine “EU” Studie!

    Angetrieben wird das ganze durch die Finanzmafia. Die Völker Europas füllen mit Steuern deren Geldsäckel. Und das auch noch freiwillig – mit Unterstützung der Weltenretter in den NGOs – wegen einer vorgeblichen Klimakatastrophe durch Co2. ;-)

    Comment | 18. März 2011
  • Das CO2 Argument ist doch schon längst als Betrug entlarvt worden. Damit sind alle Handlungen die den E10 Sprit unterstützen obsolet. Es ist wie beim Geldsystem. Der normale Bürger soll weiter ausgebeutet und schliesslich versklavt werden. Stoppt diese wahnsinnigen, kriminellen Psychopathen in der Bundesregierung und der EuDSSR.

    Comment | 18. März 2011
  • Dirk

    Autofahren ist per se umweltschädigend? Das sehe ich (auch ohne Brainwashing der Autoindustrie) aber anders. Soweit ich weiß hat ein Sitzplatz im ICE umgerechnet die Schadstoffbilanz von 1/3 eines Autos. Dass heißt, wenn ich zu dritt (oder mehr) im Auto fahre, ist das sogar umweltfreundlicher, noch mehr sogar wenn ich ein spritsparendes Auto benutze. Wirklich umweltschonend ist im Endeffekt nur Busfahren, das hat die deutlich beste Klimabilanz.

    Thema E10 hatte ich gestern beim Autofahren (einer Mitfahrgelegenheit, nicht nur umweltschonend, auch unterhaltsam…) eine interessante Diskussion, ich fand dies bislang auch immer totalen Käse. Aber so einfach darf man es sich nicht machen, zu sagen “E10 = Damit haben Leute in der dritten Welt weniger essen”. Es war vor ein paar Jahren ja so, dass wir in der EU Butterberge und Milchseen hatten. Das wollte keiner, verständlich, und somit hat man Flächen brach liegen lassen. Nun ist es ja aber eigentlich auch quatsch, gutes Land ungenutzt zu lassen, also dachte man sich halt bauen wir da Nutzpflanzen an und benutzen diese für Biosprit. Klingt, finde ich, ganz vernünftig und per Zertifikaten ist es auch geregelt, dass nur solcher Biosprit beigemengt werden darf.
    Damit schädige ich Farmer anderswo erst einmal nicht. Auch kann ich überzählige Butter und Milch nicht einfach für billig nach Afrika exportieren (so wie es die EU mit ihren Agrarsubventionen macht), damit mache ich nämlich den dortigen Markt kaputt. Der Bauer vor Ort wird sich bedanken, wenn die Europäer viel billigere Waren ins Land einführen und somit sein Preis gedrückt wird.
    Natürlich ist es so, dass anderswo leider Regenwälder für Flächennutzung gerodet werden. Aber mir scheint das unabhängig von unserer Biospritnutzung momentan zu sein; trotzdem ist es natürlich zu missbilligen.
    Ich glaube, E10 ist auch ein Marktwirtschaftliches Problem: Warum sollte ich Benzin tanken, das den gleichen Preis wie normales Super hat, aber zum einen weniger effizient ist und zum zweiten eventuell langfristig meinem Motor schadet? Wenn das Zeug deutlich billiger als normales Super wäre, würden das alle kaufen.

    Comment | 18. März 2011
  • “Wirklich umweltschonend ist im Endeffekt nur Busfahren, das hat die deutlich beste Klimabilanz.”

    Nee, Radfahren und Zu-Fuß-Gehen weisen sicherlich die allerbeste Bilanz auf. ;-) Gerade bei Kurzstrecken kann man locker aufs Auto verzichten.

    “Dass heißt, wenn ich zu dritt (oder mehr) im Auto fahre, ist das sogar umweltfreundlicher, noch mehr sogar wenn ich ein spritsparendes Auto benutze”

    Leider fahren die meisten alleine oder maximal zu zweit im Auto. Wenigstens gibt es ja so sinnvolle Aktionen wie Mitfahrgelegenheiten etc., die den schädlichen Einfluss reduzieren.
    Außerdem darf man die Folgen des Autos nicht nur an den Abgasen messen – dazu kommt der Lärm, die Unfallrisiken, die Verschandelung der Städte und der Umwelt durch Straßen, Parkplätze etc. Von den ganzen Rohstoffen, die zur Produktion eines Autos verbraten werden, mal ganz zu schweigen.

    Comment | 18. März 2011
  • Dirk

    Ja, soll aber Strecken geben, die man nicht per Radfahren oder zu Fuß erreichen kann. Man verzeihe mir, dass ich 700km nicht per pedes zurücklege.

    Wäre es aus der Konsequenz heraus nicht deutlich sinnvoller, die Leute dazu zu zu motivieren, ihr Auto stärker mit anderen zusammen zu benutzen und nicht die Schlussfolgerung zu ziehen, dass das Auto böse ist?!
    Den Lärm wird man in Zukunft hoffentlich besiegen mit der Elektromobilität, Unfallrisiken finde ich nicht so signifikant (jede Technik bringt risiken mit sich, auch andere Verkehrsmittel verunglücken und da muss man halt die Abwägung zwischen akzeptablem Risiko und persönlicher Freihheit machen). Dass wir Transportwege brauchen, ist doch nicht zu ändern – auch Schienen benötigen Platz und auch der ÖPNV (Busse) nutzen Straßen, das kann man doch nicht alleinig dem Auto anlasten. Stellen wir uns doch mal das Gedankenexperiment vor, es gäbe keine Straße und somit keine Autos. Was wäre die Alternative momentan – Es müssten mehr Schienen gebaut werden für Straßen-, U- und S-Bahnen, denn die Leute müssen trotzdem noch von A nach B kommen. Wären Schienen jetzt wirklich besser oder schöner als Straßen?!

    Und so ein Zug und auch ein Fahrrad wird ja auch nicht aus Luft und Liebe produziert, dafür braucht man auch Rohstoffe.

    Es klingt jetzt ein wenig so, als sei ich ein Autofan. Dem ist eigentlich nicht so, aber man muss da schon abwägen. Dein Beitrag und dein Kommentar sind halt leider eher der Kategorie “Auto-Bashing” zuzuschreiben, dass das Auto per se böse ist. Was man stattdessen kritisieren sollte und auch stets machen sollte sind die völlig unzureichenden Anstrengungen der Autoindustrie (Wie kann es sein, dass der Verbrauch eines Autos heute im Prinzip immer noch so hoch ist wie vor 50 Jahren?!), falschen Leitbildern der Gesellschaft (Mercedes und Porsche sind toll, weil ja so viele PS… Ich fände es toll, wenn ich 10 Jahren jugendliche statt im 3er BMW oberlässig im Prius sitzen würden und sich gegenseitig feiern würden, wie wenig Verbrauch ihr Auto doch hat) und auch gegen das Leitbild der Autofahrer, dass sie stets Vorrang haben sollten. Denn das Auto ist zwar ein Verkehrsmittel (und ein nicht verzichtbares, wie ich denke), aber nicht das einzige. Und wenn ich dann Autofahrer reden höre gegen die grüne Welle für den ÖPNV (d.h. Vorrangregelung für ÖPNV an Ampeln), dann finde ich das schockierende Arroganz.

    Comment | 18. März 2011
  • “Was man stattdessen kritisieren sollte und auch stets machen sollte sind die völlig unzureichenden Anstrengungen der Autoindustrie (Wie kann es sein, dass der Verbrauch eines Autos heute im Prinzip immer noch so hoch ist wie vor 50 Jahren?!), falschen Leitbildern der Gesellschaft (Mercedes und Porsche sind toll, weil ja so viele PS… Ich fände es toll, wenn ich 10 Jahren jugendliche statt im 3er BMW oberlässig im Prius sitzen würden und sich gegenseitig feiern würden, wie wenig Verbrauch ihr Auto doch hat) und auch gegen das Leitbild der Autofahrer, dass sie stets Vorrang haben sollten. Denn das Auto ist zwar ein Verkehrsmittel (und ein nicht verzichtbares, wie ich denke), aber nicht das einzige. Und wenn ich dann Autofahrer reden höre gegen die grüne Welle für den ÖPNV (d.h. Vorrangregelung für ÖPNV an Ampeln), dann finde ich das schockierende Arroganz.”

    Definitiv, und sowas findet hier im Blog ja auch regelmäßig statt. Die Autoindustrie wird sogar direkt in meinem Beitrag kritisiert, da es bei dem E10-Kram ja gerade nur darum geht, dass die Konzerne ja nichts an ihren Produkten ändern müssen. Das PS-Geprotze habe ich eh noch nie verstanden… Wenn ich die Leute in den fetten Minipanzern rumfahren sehe, meist auch allein im Wagen, kriege ich schon die Krise – viel ignoranter geht’s ja kaum.

    “Dass wir Transportwege brauchen, ist doch nicht zu ändern – auch Schienen benötigen Platz und auch der ÖPNV (Busse) nutzen Straßen, das kann man doch nicht alleinig dem Auto anlasten. Stellen wir uns doch mal das Gedankenexperiment vor, es gäbe keine Straße und somit keine Autos. Was wäre die Alternative momentan – Es müssten mehr Schienen gebaut werden für Straßen-, U- und S-Bahnen, denn die Leute müssen trotzdem noch von A nach B kommen. Wären Schienen jetzt wirklich besser oder schöner als Straßen?!”

    Das vielleicht nicht, aber wenn nicht jede Familie 3 Autos hätte, bräuchte man den ganzen Parkraum nicht für diese Karren zu reservieren. Wie hässlich sehen unsere Städte und Straßen aus, weil überall die Autos rumstehen? Also statt des ungebremsten Individualverkehrs (inkl. Eigenbesitz eines Autos) sollte ,wie Du auch schon schreibst, eher mal der Fokus darauf gelegt werden, den ÖPNV zu stärken und Autos zu teilen. In punkto ÖPNV haben wir in Europa aber noch Glück, in den USA sieht das ja erheblich schlimmer aus:
    http://konsumpf.de/?p=5722

    Comment | 18. März 2011
  • “[...]die Menschen animiert, weniger und langsamer zu fahren (Tempolimit!)”

    Ich habe mich vor einiger Zeit mit meinem Chemie Professor darüber unterhalten, dass die Grünen (speziell in Berlin) mit dem Tempo 30 werben.

    Das Problem an dem Tempolimit (es sei denn, du meinst die Autobahnen damit) ist, dass die Staubteilchen (auch CO2) vor allem beim Langsamfahren vermehrt ausgestoßen werden. Die Autos sind auf ein Tempo (im Schnitt 120) ausgelegt, wo sie am wenigsten verbrauchen und somit sehr “effizient” unterwegs sind. Das Tempolimit würde in dem Fall zu einem höheren Verschleiß der Teile führen und was bei Autos signifikant ist, zu einem höheren Verbrauch, wenn diese nicht ausgefahren werden.

    Ergo müsste man (jetzt wirds ein wenig utopisch), in den Städten nur Fahrzeuge vom Typ Smart, oder Toyota IQ erlauben, welche auf niedrigere Tempos konzipiert sind. Davon dann auch abgesehen, dass man vorher ein Umdenken bei den Menschen erreichen müsste, dass diese sich von der Mittelklasse Limousine auf ein Kleinfahrzeug umsetzen.

    Viele Grüße, Oscar.

    Comment | 18. März 2011
  • “Das Problem an dem Tempolimit (es sei denn, du meinst die Autobahnen damit)”

    Mit einem Tempolimit auf Autobahnen (was natürlich in Deutschland als Autoland nicht durchsetzbar ist) würde man für die Umwelt sicherlich mehr erreichen als mit Glühbirnenverbot oder E10. In der Stadt halte ich es aus Umweltgesichtspunkten auch für mäßig clever. In Punkto Sicherheit und Lärm brächte es schon was.

    Comment | 18. März 2011
  • Wasabi

    Meine Frage: Wie stark beeinflusst Autofahren überhaupt das Enstehen von Treibhausgasen?

    Wenn wir uns die Emissionen von Methan beim Anbau von Reis und der Viehhaltung anschauen und auch die beim Verbrennen von Fossilen Brennstoffen und Kraftwerken und Flugzeugen, wie stark schlägt das Auto in diese Rechnung?

    Comment | 18. März 2011
  • Idealistin

    Das „Spritproblem“ ist ein politisches Desaster. Verkehrspolitisch und wirtschaftspolitisch wurde alles auf das Auto projektziert. Ein gigantischer Markt. Sehr viele Arbeitsplätze, begehrter Exportschlager und ein Bereich der wahnsinnig viel Steuern einbringt.

    Kaum jemand wird vom Staat so gemolken wie die KFZ-Halter. Bei einem Spritpreis von 1.50 „verdient“ der Staat 65,4 Cent Mineralölsteuer plus 28,5 Cent Mehrwertsteuer.

    Quelle /Tabelle :

    http://www.energieinfo.de/eglossar/kraftstoffsteuer.html

    Fährt jemand 20.000km/Jahr, bei einem Verbrauch von 6/100, zahlt man 1200*93,9 Cent=1126,80€ an den Staat. Dazu noch die KFZ-Steuer. Geschimpfe über den hohen Spritpreis, muss man an den Staat selbst richten – der ist der wahre Abzocker! Tankstellen überleben eigentlich nur noch durch Zusatzgeschäfte, als „Kiosk-Betreiber“ rund um die Uhr und/oder als Servicewerkstatt.

    Dazu ein Video zum Thema E10….

    http://www.globale-evolution.de/Forum/viewtopic.php?p=22993

    Eigentlich hilft nur eines- auf jede unnötige Fahrt verzichten und wo immer es auch geht, auf das Rad umsteigen…

    E-Autos sind immer noch nicht reif für den Massenmark t- zu teuer und schlechte Kapazitäen.
    Gas dagegen ist am Ölpreis gekoppelt und wird somit auch immer teurer- aber immerhin ist immer noch günstiger als Benzin…

    Gruß
    Idealistin

    Comment | 18. März 2011
  • Also ich meine mal irgendwo gelesen zu haben, dass ein autofahrender Vegetarier weniger CO2 emittiert als ein radfahrender Fleischesser, d.h. wenn es nur darum ginge, wäre die Beschränkung des Fleischkonsums ein mehr als probates Mittel. Aber ich finde diese Einengung auf die Treibhausgase bei der Betrachtung der Autos sowieso als zu eingeschränkt – viel zu viele andere Nachteile für die Umwelt verbinden sich damit (natürlich auch mit anderen Verkerhsmitteln, klar).

    Comment | 18. März 2011
  • [...] lügt!". (Claudia Klinger in „E10 ist kein Kommunikationsproblem, sondern eine Sauerei!“, via "Konsumpf", wo einige interessante Links und Beiträge zum Thema zusammengefasst sind.)Feindpropaganda: "Das [...]

    Pingback | 20. März 2011
  • Kammerj4ger

    Hihohiho!
    Wo ich grad so über diesen Artikel stolpere hab ich auch mal wieder ne Frage… Autofahren ist schlecht für Mütterchen Erde, das sollte uns allen schon seit vielen Jahren klar sein, aber wir wissen auch das die Menschen Mobil sein wollen. In diesem sinne, was denkt Ihr sind die Benzin alternativen mit dem größten Potential? Damit meine Ich geschlichten wie Brennstoffzelle, Elektro oder Wasserstoffauto oder eine der vielen vielen Anderen schönen Technologien die zum Teil viel zu wenig beachtet werden. Also mein Persönlicher fafforit wäre ja ein Hybrid aus Wasserstoff (verbrennung zu reinem H2O, sauberer gehts kaum) und Elektro, leider ist die Wasserstoffsynthese so noch dermaßen energieinefizient und elektro so dermaßen sinnlos solange wir dafür Kohle, Öl und Gas verfeuern das dass bestenfals zur nullnummer ausarten würde… Was denkt Ihr? Was hat Potential, was ist Sinnfrei(immer unter der Bedingung das die leute auch weiterhin keine Lust haben 500m mit dem Rad zu fahren)?

    PS. An dieser Stelle sei erwähnt das mein Automobile in fast 6 Jahren gerade mal 13k km zurückgelegt hat, meine Garage kostet mehr als ich für Sprit ausgebe :-D

    Comment | 1. April 2011

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