Sep
10
2010

Surftipp: Mundraub – Freies Obst für freie Bürger

Bevor der Herbst mit voller Wucht über uns hereinbricht, möchte ich Euch doch noch diesen feinen Surftipp ans Herz legen – die Website Mundraub bietet eine Übersicht über freie, nicht bewirtschaftete Obstbäume, deren Früchte normalerweise unbemerkt verrotten, während sich die Menschen für viel Geld im Supermarkt abgepacktes Obst kaufen. Da der Traum der Selbstversorgung für viele Menschen hierzulande schwer verwirklichbar ist, ist es doch schön, auf diese Weise wenigstens einen kleinen Teil seines Lebensmittelbedarfs dekcen zu können. Alles weitere erzählen die Initiatoren des sehr löblichen Projekts auf ihrer Site:

Wir möchten, dass kein herrenloses Obst mehr am Baum verrottet und machen deshalb Mundraub salonfähig.

Wir wissen, dass jedes Jahr herrliche Früchte an zigtausenden von herrenlosen oder vergessenen Obstbäumen an Landstraßen, in verlassenen Gärten oder auf Grundstücken von Menschen mit wenig Zeit verderben. Oft handelt es sich dabei um sehr kostbare alte Sorten. Und das in unserer nächsten Umgebung.

Wir haben uns deshalb überlegt, wie ihr dem Rest der Welt über diese kostbaren Ressourcen berichten könnt. Die Initiative mundraub.org bietet euch eine Plattform, wilde oder herrenlose Obstbäume zum Abernten in der MundraubMap zu taggen, um sie anderen Menschen ins Bewusstsein zu bringen. Gratis, als euer Geschenk und als Geschenk der Natur. Wenn Ihr was zurück schenken wollt so werdet Ihr in der nächsten Version Informationen zu Aktionen finden, an denen Ihr Euch beteiligen könnt – oder die Ihr vielleicht selbst organisiert!

Wir sind uns bewusst, dass vermeintlich herrenlose Bäume – wie zum Beispiel an einer verlassenen Landstraße – jemandem gehören könnten. Ob Bund, Land oder Privatperson – wir wollen nicht zum Diebstahl animieren! Mit dem Wachsen der Plattform werden wir uns gemeinsam darum kümmern, dass die Besitzer ihre Bäume für alle sichtbar freigeben. Damit ihr ohne schlechtes Gewissen nach Herzenslust mundrauben könnt. Dazu bitten wir alle – Besitzer, Mundräuber, Anwohner – Missbrauch vorzubeugen. Damit die Schätze gebraucht und nicht missbraucht werden.

Wir hoffen, dass ihr die Schätze vor eurer Haustür wieder entdeckt und dass ihr für Bioäpfel und Ökokirschen aus Übersee, zumindest zwischen Juli und November, bald nur noch ein weises Schmunzeln übrig habt…

Wahre Mundräuber…

1. gehen behutsam mit den Bäumen, der umgebenden Natur und den dort lebenden Tieren um
2. lassen beim leisesten Zweifel über die Freigabe eines Baumes die Finger von den Früchtchen,
3. und haben Freude daran, dem fruchtigen Ort etwas zurückzuschenken – sei es einfach durch ein gutes Gespräch rund um kostbares Obst, einen Besuch im nahegelegenen Hofladen oder Café oder sogar durch ein Engagement bei der Pflege von Obstbäumen.

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Kommentare: 7 | Aktionen,Ernährung,Internet | Schlagwörter: , , , |

7 Kommentare »

  • Blümchen

    Oh Nein! Ich finde die Idee überhaupt nicht gut. Den durchschnittlichen Konsumenten kann man überhaupt nicht als nachhaltig bezeichnen. Jede Wette das die Gewächse innerhalb von ein paar Jahren vollständig zerstört/vermüllt sind….

    Comment | 11. September 2010
  • Kulturgut

    Solche Initiativen können nur von Leuten kommen die die Situation in Wäldern und auf dem Land nicht kennen. Ob Bärlauch, Pilze, Quellwasser oder Obst. Stadtmenschen hinterlassen eine Spur der Verwüstung. Diesen Dreck darf ich dann weg räumen.

    Und dann besitzen diese Technikpsychos noch die Frechheit solche Mahnungen zu zensieren.

    Freies Obst OK. Aber freie Menschen such man hier vergebens. Diese Freiheit wird einem sehr früh weg konditioniert. Wie man hier wunderbar gesehen hat. Es ist kein Zufall das man für diese “freien Menschen”, nachdem sie fröhlich über die Völker Europas hergefallen sind, diese Bestände angelegt hat.

    Comment | 11. September 2010
  • Warum postest Du denn unter zwei verschiedenen Namen? (beide Kommentare stammen aber von derselben IP-Adresse) ;-)

    Aber Du hast natürlich Recht, dass man beim normalen Durchschnittsstädter befürchten muss, dass dieser eher Verwüstung anrichtet. Man darf aber hoffen, dass der normale Durchschnittsstädter solche Websites wie mundraub.org nicht besucht bzw zu faul ist, für ein paar Äpfel irgendwohin zu fahren.

    Comment | 11. September 2010
  • Anstatt sich Sorgen über die schlechten anderen Menschen zu machen, tue ich lieber selbst das Richtige. Die Idee ist schön, ich habe schon seit früher Jugend hier und da auf öffentlichem Gelände Obstbäume einfach angepflanzt und gepflegt. Auch Ernte und gute Gedanken sind Pflege und ich möchte jeden ermutigen, in der hier beschriebenen Weise Bäumen und sich selbst zu helfen. Dadurch lernt man mit der Zeit hinschauen und sieht auch, welche Pflege ein Baum haben möchte. Ein Freund von mir geht, wenn er Bäume “schreien” hört, sogar auf umzäunte Grundstücke, um den Baumschnitt zu machen.. einfach weil es notwendig ist.

    Comment | 13. September 2010
  • sant0s

    Ich find das super!
    Und genau wie Peter bin ich ueberzeugt davon, dass zum groessten Teil nur Menschen diesen Service in Anspruch nehmen, die die Natur schaetzen und eben nicht zerstoeren! :)

    Comment | 13. September 2010
  • blumenwiesen

    Alles Schall und Rauch: Heilpflanzen werden in der EU verboten http://alles-schallundrauch.blogspot.com/2010/09/heilpflanzen-werden-in-der-eu-verboten.html#ixzz10pvICWTa

    Comment | 28. September 2010
  • Früchte und Obst

    Eine tolle Idee! Leider ist meine Region auf der Webseite noch völlig unterrepräsentiert.

    Comment | 14. Mai 2013

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