Aug
25
2013

Revolution? Ach, das passt mir heute aber ganz schlecht.

Ich weiß, Ihr wartet alle händeringend auf einen neuen, richtigen Beitrag von mir :-) – mal schauen, ob und wann ich mich mal wieder zu einem längeren und ausführlicheren Text hinreißen lasse. Heute möchte ich Euch diesen wunderbaren Artikel von Lena Reinhard aus ihrem Dies ist keine Übung-Blog ans Herz legen – in „Revolutio…oooh, ein Eichhörnchen!“ spricht sie mir und sicher auch vielen anderen Menschen aus dem Herzen, die mit der aktuellen Situation in der Welt hadern und ein wenig den Glauben an die Menschheit verloren haben:

(…) So war das mal. Und so funktionierte das ganz lange, wenn man nur rechtzeitig ausschaltete und nicht länger nachdachte. Ein guter Freund hat letztens gesagt “es ist schwer, eine Revolution zu starten, wenn der eigene Job daran hängt”. Die meisten von uns haben sich in die wohl am weitesten verbreitete Abhängigkeitsspirale begeben – a job you hate to buy crap you don’t need to impress people you don’t like. Wer Glück hat, macht das alles wenigstens für einen Job, der sowas wie “Sinn” verspricht, persönliche Entfaltung, Verwirklichung verheißt. Also haben wir uns irgendwie eingerichtet. In unseren netten kleinen Jobs, Wohnungen, Filterbubbles, Freundeskreisen, Communities, Netzwerken. Wir haben uns eine kleine, heile Welt gebaut, die immer wichtiger wurde, je mehr die Welt da draußen durchdrehte. Weil wir Schutzräume brauchen. Weil wir sonst durchdrehen würden, und weil jeder, der mehr als eine Gehirnzelle und eine Minute pro Tag darauf verwendet, über die gegenwärtigen Zustände nachzudenken, binnen kürzester Zeit dem Wahnsinn anheim fallen muss.

Mein Freundes- und Bekanntenkreis setzt sich in erster Linie zusammen aus halbwegs bis ziemlich politisch interessierten Menschen zwischen Mitte zwanzig und Anfang vierzig. Vor einiger Zeit noch bewegten sich die Diskussionen mit ihnen noch auf dem Level “Was können wir tun?”. Inzwischen haben sie binnen relativ kurzer Zeit dieses Niveau erreicht:

“Wir können nur noch zusehen, wie alles den Bach hinuntergeht.”
“Kommt, wir werfen unser weniges Geld zusammen, kaufen einen Bauernhof in Brandenburg, pflanzen Kartoffeln und richten uns so ein, dass wir im Fall der Fälle autark sind.”
“Hauptsache weg aus Deutschland.”  (…)

P.S.: Klar, Eichhörnchen sind süß. Kaninchen aber auch!

 

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3 Kommentare »

  • Kashmir

    …viel Schlimmer noch! Wir sind in einer Zeit, wo viele Leute denken, dass ihre Mitmenschen an der Armut selbst verschuldet sind oder wir betrachten dies einfach nur als ein fancy Abenteuer, weil ja jeder vom Tellerwäscher zum Millionär werden kann.

    Ich befürchte jetzt kommt die Phase in der viele Menschen richtig leiden werden, wodurch die Pharmaindustrie schöne Forschungsobjekte bekommt, mit denen die das Lumpenproletariat noch stumpfer und leistungsfähiger machen können.

    Nebenbei werden die Einkommen so weit gesenkt, dass der schöne Satz “a job you hate to buy crap you don’t need to impress people you don’t like.” auch keine Bedeutung mehr hat.

    Man zahlt mit seinen Einkommen für’s nackte Überleben! Essen, Wohnung, Alters-und Gesundheitsvorsorge.

    Nebenbei haben wir einen riesigen Medienapparat, der permanent Geschichten vom Egoismus und Materialismus raushaut, so dass es unmöglich wird die Zusammenhänge zu begreifen….

    Nur unser menschliches Wesen kann und wird uns noch retten!

    Comment | 25. August 2013
  • Claudia

    Ohne Worte, der Text trifft es voll ganz. Oft steht man alleine dar und wird dann gerne als der Verschwörungstheoretiker bezeichnet oder mild belächelt, wobei letzteres noch die mildeste Form ist. Unbequeme Menschen sind nicht gern gesehen, da sie einen an die eigene Unzulänglichkeit erinnern. Als Resümée:weitermachen und versuchen wachzurütteln, wem´s nicht passt, der kann ja weghören oder, ganz hart, wegbleiben.

    Comment | 2. September 2013
  • oder Revolution durch Konsum?

    Comment | 2. September 2013

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