Dez
15
2011

Schleimiger Esprit

Durch einen Blogleser wurde ich auf die neue, unheimlich eklige weihnachtliche Reklamekampagne der Modekette Esprit hingewiesen – Ihr könnt Euch das Elend ja mal auf deren Website anschauen. Genau diese Art von emotionstriefender, verlogener Werbung, die ein paar abgebrühte Marketingstrategen ausgebrütet haben, finde ich besonders abstoßend, hohl und deswegen abgefeimt und unglaubwürdig. Wie wäre es denn, wenn man bei den „schönen Botschaften“ & Wünschen, die man Esprit hinterlassen soll – so regte der Leser an – mal schreibt, dass man sich wünsche, Esprit würde die Näherinnen fair bezahlen? Denn gerade in der Modebranche, die sich so mit schönem Schein umgibt, ist Ausbeutung ja Geschäftsgrundlage. Die Plakate, die an Bahnstationen hängen, laden ja geradezu dazu ein, seine eigenen Botschaften dorthin zu pinnen. Hier mal die Mail des Bloglesers Niklas:

die weihnachtliche imagekampagne von esprit ekelt mich an: http://www.esprit.com/
die wollen sich mit gutmenschentum primen. die weissen zettel sind ungefähr in din a 3 größe

kannst du dazu aufrufen neue wünsche draufzukleben?

wie ich wünsche mir dass die kinder in den sweatshops von esprit mehr als 10ct/h verdienen würden…

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12 Kommentare »

  • NannyOgg07

    Ich glaube kaum dass Esprit ein Interesse hat meinen Wunsch zu veröffentlichen :-)

    Comment | 15. Dezember 2011
  • bebu

    die abstossenste werbekampagne nach zalando.

    Comment | 15. Dezember 2011
  • Seidenschnabel

    http://www.stern.de/wirtschaft/news/unternehmen/esprit-dieser-junge-naeht-ihr-hemd-590947.html

    Dazu noch ein Artikel, etwas älter schon, aber dennoch…

    Wo ich gerade “Zalando” lese oben im Kommentar, habt Ihr darüber auch schon berichtet (bin neu hier in dem Blog). Und ja: das ist wirklich dermassen geschmacklos, ich rege mich jedesmal wieder neu auf (wie auch über die penetrante I-net Werbung von ZalandO).

    Comment | 16. Dezember 2011
  • Hab gerade meinen Wunsch für faire Entlohnung der Näherinnen an Esprit gesandt – veröffentlicht wird er wohl kaum… aber man darf sich ja noch immer wünschen, was man will

    Comment | 16. Dezember 2011
  • “Ich wünsche mir, dass alle meine Freunde sind”, ach wie ist das schön… Ich werde gleich auch mal einen sinnvollen Wunsch an Esprit schicken… Aber ich hatte das in der zitierten Mail von Niklas so verstanden, dass es diese Wünsche auch als Plakate gibt und man hingehen soll und das überkleben soll… Ich werd mal drauf achten, ob hier bei mir in der Gegend irgendwo so ein Plakat hängt.

    Comment | 16. Dezember 2011
  • Illuminato

    Hab da auch meinen Wunsch aufgeschaltet:
    http://www.xup.in/dl,19450750/Bilder_0152.JPG/
    Ich wünsch denen viel Spass die das alles rausfiltern müssen!

    Comment | 17. Dezember 2011
  • Leider wurde Ihr Wunsch abgelehnt und wird nicht online gehen.

    Liebe/r SUNNIVAH_, Ihr Wunsch (ID #57885) wurde von der Esprit Jury abgelehnt und wird nicht online gehen, da er leider den Teilnahmebedingungen unserer Make Your Wish-Aktion nicht entspricht. Wir danken für Ihr Verständnis. Bitte lesen Sie unser Teilnahmebedingungen nochmal und geben Sie einen neuen Wunsch für eine bessere Zukunft ab.

    Viele Grüße,

    Ihr Esprit Team

    …hab ich’s doch gewusst ;)

    Comment | 19. Dezember 2011
  • @ Auftragselfe: klar, dass die Jury nur schleimige “feel good”-Wünsche lesen will, die Esprit nicht betreffen! ;)

    Comment | 19. Dezember 2011
  • Prospera

    Ich bin neulich in meiner schönen Studentenstadt im Einkaufszentrum gegen diese Werbung gelaufen. Der Esprit shop hatte bewusst solche Bilder ausgewählt, auf denen Wünsche wie: “Ich will ökologisch sinnvoller leben.” geäußert wurden. Auf meine Nachfrage, ob das bedeuten soll, dass Esprit jetzt ökologisch vertretbar produziert, antwortete die Verkäuferin ganz überrascht: “Wie? Ach nee, das ist nur unsere neue Kampagne, ganz normale Leute mit normalen Wünschen eben.” So eine Irreführung!!! Und was ein Zufall, dass die normalen Menschen, die letztendlich in den Schaufenstern landen, aussehen wie “ganz normale” Models….

    Comment | 20. Dezember 2011
  • Hier eine weitere Reaktion von Esprit… anscheinend haben doch einige geschrieben, so dass sich Esprit mit der Thematik auseinandersetzten musste:

    “vielen Dank für die Einreichung Ihres Wunsches im Rahmen unserer Weihnachts-Aktion “Make your wish”.

    Ihr Wunsch zeigt uns, dass Sie sich ernsthaft für die Arbeitsbedingungen bei Esprit, sowie gerechte Entlohnung, interessieren.

    Leider konnten wir Ihren Wunsch im Hinblick auf unsere Teilnahmebedingungen nicht freischalten.
    Weil wir Ihr Anliegen aber sehr ernst nehmen, schicken wir Ihnen anbei unsere offizielle Pressemitteilung zu diesem Thema.

    Wir hoffen, wir konnten Ihnen vermitteln, wie wichtig auch Esprit das Thema nimmt und wir hier bereits aktiv tätig sind.

    An dieser Stelle wünschen wir Ihnen ein schönes Weihnachtsfest und einen guten Rutsch ins neue Jahr.

    Mit freundlichen Grüßen

    Susanne Claesges
    Esprit Customer Service”
    Consumer

    Comment | 20. Dezember 2011
  • Jinput

    Zu meinem Wunsch einer kinderarbeitsfreien Produktion hat Esprit nicht einmal eine Begründung geschickt, warum er abgelehnt wurde -.-

    Comment | 26. Dezember 2011
  • Melvd

    Wie kann man sich bloß darüber wundern, keine Antwort zu bekommen, wenn man einen auf einer Unterstellung basierenden Wunsch einreicht?

    Es mag sein, dass es nachweislich Kinderarbeit bei Esprit gegeben hat. Aber ist das heute noch so? Ist Esprit selbst dafür zur Verantwortung zu ziehen oder auch eventuell Zulieferer (die Esprit überwachen sollte, aber vielleicht tun sie das ja mittlerweile)?

    Leider gibt es ständig und immer wieder Beispiele für widrige Arbeitsbedingungen. Diese sind den Auftraggebern aber nicht immer bekannt oder zumindest tun sie als ob sie nichts wüssten.
    Schonmal von Foxconn gehört, die u.a. für Apple produzieren? Erst nachdem Apple an den Pranger gestellt wurde, gab es Bemühungen, sich für die Arbeitnehmer einzusetzen.

    Was ich mich zu alledem frage: Ginge es den Menschen in Billiglohnarbeit wirklich besser, wenn wir dagegen vorgehen?

    Ich weiß es nicht. Will hier auch nicht Esprit in Schutz nehmen, sondern nur darauf hinweisen, dass man auch mit political correctness vollkommen falsch liegen kann.

    Comment | 17. Januar 2012

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