Dez
13
2009

Mal wieder Etikettenschwindel: „Produkte aus der Heimat“

Bekanntlich lassen Firmen nichts unversucht, um an unser „Bestes“ – unser Geld – zu gelangen. Da sich seit einiger Zeit bei manchen Verbrauchern eine Präferenz für Produkte aus der Region feststellen lässt – sei es nun aus ökologischen Gründen, weil es halt absolut irrsinnig ist, in Norddeutschland französisches Flaschenwasser zu trinken beispielsweise, oder um die regionale Wirtschaft zu stützen und zu stärken – werden vermehrt auch Waren als „regional“ vermarktet. Wie meist in der bunten Reklamewelt steckt hinter wohlklingenden Namen und Bildern aber zuweilen eine Verbrauchertäuschung, da solche Produkte in Wahrheit von sonstwoher stammen. Frontal 21 ging dieser Sache vor einiger Zeit näher auf den Grund – „Getäuschte Verbraucher – Etikettenschwindel bei Lebensmitteln“:

Hersteller von Lebensmitteln lassen Verbraucher ob der Herkunft ihrer Produkte oft im Unklaren, verstecken die Angaben im Kleingedruckten. So glauben die Kunden, eine Delikatesse aus einem anderen Land zu kaufen, in Wahrheit stammt die Ware aber aus Deutschland. Umgekehrt wird vieles, was nach heimischer Spezialität klingt, in der Ferne produziert oder aber der Rohstoff kommt ganz woanders her.

Beispiel: Milch
Der Konzern Royal FrieslandCampina verkauft Milchprodukte unter der Marke “Mark Brandenburg”. “Frischmilch und H-Milch werden ausschließlich im Großraum Berlin und Brandenburg verkauft”, beantwortet das Unternehmen eine Nachfrage von Frontal21. Viele Konsumenten haben beim Markennamen offenbar den Eindruck, ein lokales Produkt zu kaufen. Man “denke schon, dass die hier hergestellt wird”, sagt ein Mann. Und eine Frau kauft die Milch nur, “weil sie aus Brandenburg kommt”, sagt sie. Doch Brandenburg sieht die “Mark Brandenburg”-Milch häufig erst, wenn sie dort im Supermarkt steht. Denn die Milch wird in Köln abgefüllt. Das steht auch auf der Packung, aber eher unauffällig. Die Frischmilch komme sogar “zu 92 Prozent von Landwirten aus Nordrhein-Westfalen”, beantwortet Campina die Frontal21-Frage nach der Herkunft. (…)

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4 Kommentare »

  • [...] Dieser Eintrag wurde auf Twitter von konsumpf und CONTRACOMA, Net News Global erwähnt. Net News Global sagte: NNG: Mal wieder Etikettenschwindel: ?Produkte aus der Heimat? http://konsumpf.de/?p=6426 [...]

    Pingback | 13. Dezember 2009
  • Mal wieder Etikettenschwindel: „Produkte aus der Heimat“…

    Von Peter Marwitz | Konsumpf | – Bekanntlich lassen Firmen nichts unversucht, um an unser „Bestes“ – unser Geld – zu gelangen. Da sich seit einiger Zeit bei manchen Verbrauchern eine Präferenz für Produkte aus der Region festste…

    Trackback | 14. Dezember 2009
  • [...] Sind “regionale” Waren wirklich aus der heimatlichen Region?  Dieser Frage ging das ZDF-Magazin Frontal21 auf den Grund. Mark Brandenburg Milch kommt aus Nordrhein-Westfalen, die Schweine für den Schwarzwälder Schinken oder Nürnberger Bratwürste wachsen in anderen deutschen Bundesländern auf usw. Obwohl die Verbraucherzentrale Hamburg bereits vor zwei Jahren veröffentlicht hat, das 95 Prozent der Konsumenten mit den Herkunftsangaben bei Lebensmitteln unzufrieden sind, wird an der legalen Verbrauchertäuschung nichts geändert. via konsumpf.de [...]

    Pingback | 14. Dezember 2009
  • Wo kommen die Lebensmittel her?…

    Lebensmittel geht. Den was auf den Packungen steht, muss nicht unbedingt stimmen. Ein Video vom Bericht findet sich bei Konsumpf . PS: šber die im Bericht erw„hnten Nrnberger Bratwrste, hatte ich schon einmal etwas geschrieben: Nrnberger…

    Trackback | 14. Dezember 2009

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