Nov
04
2009

Rettet die Haie!

Eher zufällig stolperte ich gestern im ZDF auf die Doku „Hannes Jaenicke: im Einsatz für Haie“, die mich wieder einmal sehr erschüttert hat. Zwar enthielt sie für mich, der ich letztes Jahr auch schon „Sharkwater“ gesehen hatte, nicht wirklich viel Neues, aber sie zeigt dennoch eindrücklich, dass der Mensch das schlimmste und gewissenloseste (und vor allem auch dümmste) Raubtier der Erde ist und in seiner grenzenlosen Gier und Ignoranz seinen Mitlebewesen (und in letzter Konsequenz auch sich selbst) übel mitspielt. Wer, verblendet von Hollywood-Schrott wie „Der weiße Hai“, immer noch meint, dass Haie böse und gefährlich seien, sollte sich diese Doku auf jeden Fall anschauen – jedes Jahr sterben mehr Menschen weltweit an herabfallenden Kokosnüssen als an Haiangriffen (insgesamt nur eine Handvoll), und gleichzeitig werden vom Menschen 100 Millionen (!) dieser bemerkenswerten und fürs Überleben der gesamten Meeresfauna so wichtigen Tiere bestialisch abgeschlachtet.

Also bitte alle zukünftig keine Haiprodukte mehr kaufen (z.B. Schillerlocken) und jeden in seinem Bekanntenkreis, der sowas noch tut, darüber aufklären, was er damit anrichtet. Die Dokumentation mit teils sehr schönen, teils aber auch den Magen umdrehenden Bildern (wenn die Brutalität der Menschen gezeigt wird) gibt es derzeit noch komplett online auf der ZDF-Seite zu sehen (unten auf den Screenshot klicken).

Sie haben ein schlechtes Image und gelten als gefährliche Killer, doch eigentlich hätten die Haie mehr Grund den Menschen zu fürchten. Mittlerweile sind viele Haiarten vom Aussterben bedroht – eine Gefahr für die Ökologie der Meere.

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Kommentare: 12 | Grundlegendes,Tierschutz,Umwelt | Schlagwörter: , , , |

12 Kommentare »

  • eric

    mein gott wie ist das möglich. ich stimme dir völlig zu…die menschen sind so brutal…unglaublich!

    Comment | 4. November 2009
  • Ich bin nicht überrascht, wir mussten uns in der Schule im naturwissenschaftlichen Profil schon mal mit dem Thema befassen. Aber schön, dass auch die Erwachsenen informiert werden.
    Die wahren Monster auf Erden sind die Menschen, nichts ist dominanter und insgesamt gefährlicher als die Menschen. Es ist egal, ob ein Löwe im Zweikampf dem Menschen überlegen ist, wir lassen uns nicht auf Zweikämpfe ein. Wir sind viele und wir sind bewaffnet. Die Natur fürchtet uns!

    Comment | 4. November 2009
  • Konsumkritiker

    Bei der Gelegenheit kann man auch nochmal auf Jaenickes Reportage über die Orang-Utans hinweisen…ebenfalls sehr sehenswert und nicht minder erschütternd (weiß leider nicht, ob man das auch noch irgendwo im Netz bekommt).

    Auch wenn es Menschen gibt, die Herrn Jaenicke für seine Arbeit kritisieren (auch irgendwie bezeichnend für die Menschheit!) und ihm reine PR unterstellen, finde ich seine Arbeit hervorragend, unabhängig von Jaenickes eigenen Motiven dafür.

    Comment | 4. November 2009
  • Stimmt schon, als “Promi” steht man bei solchen Aktionen und bei Engagement immer sofort im Generalverdacht, so etwas nur aus Publicity- und Karrieregründen zu machen. Ein Dilemma, denn eigentlich erwartet man von so bekannten Menschen dann ja doch auch, dass sie ihren Bekanntheitsgrad dafür nutzen, etwas in der Welt zu verbessern (und nicht, wie JB Kerner oder Philip Lahm, seinen eigenen Geldbeutel mit windigen Werbeverträgen mit der BILD-”Zeitung” aufzubessern). Ich finde es jedenfalls gut, dass er solche Reportagen dreht und die Menschen so auf unerträglich Missstände aufmerksam macht.

    Comment | 4. November 2009
  • Gefährlich sind Haie für Menschen vor allem wenn sie auf dem Teller liegen! Haie sind sehr stark mit organischem Methylquecksilber belastet, das vom Körper gut aufgenommen wird. Die Organisation Sharkproject (www.sharkproject.org) setzt sich sehr für den Schutz der Haie ein.

    Allerdings sollte man nicht vergessen, dass nicht nur Haie (oder Wale), die eher in Asien auf der Speisekarte stehen, vom Aussterben bedroht und schadstoffbelastet sind, sondern auch z.B. Schwertfisch und Thunfisch die bei uns häufig gegessen werden.

    Comment | 5. November 2009
  • Christian

    Der Beitrag ist schwer erträglich. Das liegt allerdings mehr an Jaenicke als am eigentlichen Thema.

    Dieser gutturale Betroffenheitston Jaenickes; wie er sich als Gutmensch geriert und mit traurigen Augen einen Babyhai in die Kamera hält – unfassbar. Hier wird kritischer Journalismus auf niedrigstem Niveau simuliert. Der ganze Beitrag kommt in großen Teilen ohne klar recherchierte Fakten oder tiefere Hintergründe aus, er spielt allein in der Betroffenheitsliga. Da werden wahllos Dörfer besucht, die angeblich Sitz irgendeiner mafiösen Struktur sein sollen. Details? Keine. Informationen, um sich ein eigenes Bild zu machen? Keine. Informationen darüber, warum diese bösen bösen Menschen denn Haie abschlachten? Keine.

    Jaenicke produziert sich als weißer Ritter, der seine Tränen nur schwer zurückhalten kann. Die ganze Sendereihe ist produziert, um kritisches Denken im Öko-Stil zu simulieren. Dieses Übermaß an Pathos nach Drehbuch hat nichts mit kritischem Denken zu tun, es bedient lediglich Vorurteile und Umweltschutzreflexe. Das kommt nämlich grade ganz gut an. Solange Kritik aber nur im Fernsehsessel konsumiert wird, kann sich nichts ändern.

    Und jetzt packen wir alle Mal unsere Kamera und besuchen den nächstgelegenen Schweinemast- oder Rinderzuchtstall. Dann gucken wir uns den Schlachtbetrieb an. Und dann beißen wir ins Wurstbrot und irgendjemand erklärt mir, mit welchem Recht hier die große moralische Keule rotiert wird. Die “anderen” machen nur nach, was wir vorleben. Es ist natürlich einfacher, nach Asien zu zeigen. Aber die Erde ist rund und recht schnell landet der ausgestreckte Finger wieder bei uns. Und deshalb ist Jaenicke eher ein Brandstifter als ein Helfer in der Sache.

    Comment | 5. November 2009
  • Tja, genau diese Reaktion meinte Konsumkritiker in seinem Kommentar wohl………..

    Wenn Du tatsächlich mehr Jaenickes Stil als das, was dort gezeigt wird, schwer erträglich findest, tut mir das (für Dich) leid.
    Dass der Stil der Reportage teils grenzwertig bis pathetisch ist und auf der Gefühlsklaviatur spielt, ist natürlich wahr, aber offenbar muss man so etwas heutzutage so darbieten, wenn man zur besten Sendezeit Leute erreichen will. Das kann man beklagen, ändert an der Sache an sich und an der Schrecklichkeit des Menschen nichts. Auch nicht, dass “normaler” Fleischkonsum auch nicht besser ist – aber darf man deshalb nichts über Haie bringen…? Leider gibt es ja viele Baustellen auf dieser Welt, die man bearbeiten muss… Aber Du hast natürlich schon Recht, dass man eine ähnliche Reportage zu den miesen Zuständen in Schlachthäusern etc. wohl NICHT zu so einer Sendezeit im Fernsehen bringt. Dagegen hat ja dann die heimische Fleischindustrielobby was. Dennoch, es ändert nichts daran, dass die Vorgehensweise der Menschen in Bezug auf die Meere ebenfalls widerwärtig ist. Übrigens fand ich Sharkwater deutlich besser als die Jaenicke-Doku, die war echt hart und eben auch ohne das süßliche Gefühlsgedusel.
    (Ja, ich esse sowieso nicht gern Fisch ;-) , aber auch seit einiger Weile kein anderes Fleisch mehr.)

    Comment | 5. November 2009
  • Christian

    Hallo Peter,

    ich bestreite ja nicht die “Schrecklichkeit” der Zustände. Was mir aufstößt ist diese Betroffenheitssendung, die vom braven Bürger konsumiert wird. Und dann? Es reicht eben nicht, Jaenicke anzugucken und schrecklich traurig zu sein. Aber genau das ist das Leitmotiv einer modernen Gesellschaft: Au, das ist ja schlimm, ach, das hätte man ja nicht gedacht. Und das wars dann auch schon. Mehr ist nicht zu erwarten. Betroffenheit wird konsumiert wie das Traumschiff. Und damit mensch es überhaupt aushält, muss so ein weichgespülter Jaenicke seine Nase in die Kamera halten.

    Es reicht eben nicht, sich gegenseitig zu attestieren, was für ein Monstrum der Mensch sei. Ich kann solche Sätze nicht schreiben, ohne selbst Monstrum zu sein. Lustigerweise meinen wir aber offensichtlich immer nur “die anderen”. Die bösen Delphinfresser und Haischlachter. Weil es so schön bequem ist. Weil ich meine eigenen Handlungen nicht hinterfragen oder gar ändern muss. Und genau das werfe ich der Sendung vor: Sie will gar nichts ändern. Sie wird auch nicht gesendet, weil “man” sowas heute so bringen muss. Sie bedient lediglich die Nachfrage nach pseudokritischer Berichterstattung, damit der Zuschauer sich wieder wohl fühlt.

    Es grenzt an Arroganz, mit welcher Selbstgefälligkeit wir hier über das Verhalten anderer Menschen urteilen. Vor unserer Haustür stapelt sich genug Mist, genug Themen, genug “Monströses”. Es wäre der Welt schon geholfen, wenn wir genau da anfangen – bevor wir anderen Menschen erklären wollen, für wie monströs wir ihr Verhalten halten. Die Hälfte der Missstände, die wir so erbost beklagen, sind direkt mit unserem Konsumverhalten verbunden. Oder mit unserer Gleichgültigkeit.

    Comment | 5. November 2009
  • Hallo Christian,

    Das kann ich so unterschreiben, da hast Du Recht – gerade das Anfangen bei sich selbst, also beim eigenen Konsumverhalten, ist für viele ein Schritt, an den sie nicht zu denken wagen. Ich versuche zwar, vieles Schädlcihe nicht mehr zu kaufen, mag aber auch so manche Bequemlichkeit dann auch wieder nicht verzichten… Aber ich bin mir dessen immerhin schon mal bewusst.

    Die Frage ist – was würdest Du dann von einem Sender erwarten, wie sollte so ein Thema aufbereitet werden, dass es nicht nur ein paar Aktivisten erreicht (die sowieso schon überzeugt sind), sondern auch andere, bisher desinteressierte Menschen aufrüttelt? Ich finde das sehr schwierig, man sieht ja doch, dass Verdrängung und Vergessen Top-Strategien zum Überleben in dieser Welt geworden sind und viele wohl erst anfangen, umzudenken, wenn sie selbst direkt betroffen sind (Entlassung o.ä.).

    ich habe mich nach der Sendung übrigens alles andere als “wohl gefühlt” (nach dem Motto, das Du ja annimmst “Die bösen Asiaten, und wir in Europa sind so gut!”), sondern war wütend und auch ein wenig verzweifelt, weil sich diese Zustände, anders als all das andere, was direkt hier vor unserer Haustür passiert, nur zum Teil durch unser eigenes Konsumverhalten steuern lassen. Aber immerhin, Deutschland ist, der Sendung zufolge, Platz 5 der Haifleischimporteure in Europa, das ist ein Punkt, an dem man ansetzen kann.

    Übrigens fände ich es auch arrogant, wenn man Leuten (moralisch) vorschreiben will, sich nur noch über die Zustände direkt vor der eigenen Haustür aufregen und interessieren zu dürfen… Der eine setzt sich halt für Haie ein, der andere für ausgebeutete Discountermitarbeiter und der dritte für den Kindergarten um die Ecke etc. Ich finde jedenfalls das, was der Regisseur von Sharkwater getan hat (sein Leben aufs Spiel zu setzen, um zu dokumentieren, wie die “Haimafia” arbeitet) mehr als löblich, den Mut soll erstmal jemand mitbringen. Jaenicke hat diesbezüglich natürlich nur “Aufklärung light” betrieben – aber immerhin, wenigstens was.

    Comment | 5. November 2009
  • Konsumkritiker

    Die Aussage, dass es hier bei uns genügend Missstände gibt ist natürlich vollkommen korrekt. Aber wer entscheidet, welches Problem gravierender ist? Sollten wir erst die heimischen Schweine vor dem Schlachter retten und dann schauen, ob in 50 Jahren noch Haie übrig sind? (ok, ist etwas polemisch ausgedrückt…)

    „..dass es nicht nur ein paar Aktivisten erreicht (die sowieso schon überzeugt sind), sondern auch andere, bisher desinteressierte Menschen aufrüttelt…“

    Genau das ist der Punkt! Ich muss häufig den Kopf schütteln über Aktivisten, die nicht verstehen, dass sie genau die Leute überzeugen müssen, deren Verhalten sie missbilligen – die Desinteressierten. Dazu ist eben u.U. auch ein solcher Beitrag hilfreich, weil er zumindest kurzfristig Aufmerksamkeit erzeugt.

    Jeder muss bei sich selbst anfangen, keine Frage, aber das fällt vielen eben ziemlich schwer. Daher ist es meiner Meinung nach ein Schritt in die richtige Richtung, wenn durch das Bedienen der (einfachen) Bedürfnisse von Desinteressierten, diese zu Interessierten werden, Geld spenden oder auch nur auf die Haifischsuppe beim Chinesen um die Ecke verzichten. Besser als nichts – und nichts ist das, was sie sonst tun würden! Kleine Schritte, mehr ist von der Allgemeinheit leider nicht zu erwarten.

    Zu Jaenicke: Ich kenne den Mann natürlich nicht, kann auch seine Beweggründe nicht beurteilen und finde seine Film- und Schauspielkunst meist nicht sonderlich ansprechend. Aber ich habe nun schon 2, 3 Mal über ihn gelesen, und finde seine Aussagen allgemein, aber auch zu Umwelt- und Tierschutzthemen sehr durchdacht, (konsum-)kritisch und schlussendlich auch glaubwürdig. Dass dann bei solchen Produktionen auch eine Redaktion, bzw. ein Sender dahintersteht, der eben auch seine Zuschauer beglücken muss, ist leider oft ein notwendiges (aber für mich teilweise auch nachvollziehbares)Übel.

    Comment | 5. November 2009
  • Jojo336

    Nein die natur fürchtet uns nicht… nur die tiere…
    die sind ein großer teil aber die natur steht weit weit über uns!

    Comment | 23. März 2010
  • martin

    und hier verfüttert ein gastronom ganze haie auf einem fest.schaut euch diese seite an:

    https://www.facebook.com/FietscheFischers?fref=ts

    nur widerlich.das hätte nicht gemusst

    Comment | 9. September 2014

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