Okt
04
2009

Pädagogen kritisieren das Schulsystem

Einen sehr interessanten Beitrag gab es in der letzten quer-Sendung auch zum Thema Schulsystem und insbesondere um die voranschreitende „Zurichtung“ der Kinder auf die Konkurrenz- und Ellenbogengesellschaft, die unser Wirtschaftssystem folgerichtig erzeugt bzw. bedingt: „Schulgewalt: Pädagogen kritisieren das Schulsystem“. Der Beitrag macht in meinen Augen durchaus deutlich, wie verheerend ein auf die komplette Durchökonomisierung des menschlichen Daseins abzielende Ordnung ist, und das diese Form des kapitalistischen Produzierens und (Sich-)Verkaufens gegen den Menschen gerichtet ist und uns am Ende selbst zerstört.

Reflexartig fordern Politiker nach Ansbach und Solln die Verschärfung von Jugendstrafen und schärfere Überwachungsmaßnamen. Aber nützt das wirklich etwas? Experten suchen die Ursachen im deutschen Schulsystem – und werden fündig.

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9 Comments

  • Das Problem ist auch, dass man die Welt nicht ignorieren kann. Diese Kinder werden dann heftige Probleme mit dem Durchsetzen haben, da sie Aggression und Streit nicht in den Maßen gewöhnt sind, wie andere. Das merke ich schon zwischen manchen weichen Gymnasiasten die im Dialog gegen harte Mittelschüler verlieren, weil sie logik und argumente suchen und das gegenüber nur irgendwas redet. Gewalt obsiegt der der Vernunft…

    Comment | 4. Oktober 2009
  • Ich denke nicht, dass es sinnvoll ist, die Kinder bereits in jungen Jahren auf die totale ökonomische Verwertung und das egoistische Konkurrenzstreben zu trimmen – im Gegenteil. Denn so kommen genau die Erwachsenen heraus, die jetzt für all das Unheil sorgen, rücksichtslose Konzernchefs, FDP-Wähler, nur ans eigene Wohl denkende Egomanen, die im SUV zu Aldi fahren. Hier bereits früh, also im Kindesalter gegenzusteuern, erscheint mir existenziell, soll es überhaupt noch eine Hoffnung für die Menschheit geben… Natürlich soll man auch lernen, sich im Zweifelsfall durchsetzen zu können und nicht alles hinzunehmen, aber das heißt nicht, dass deswegen die Bildung der Kinder nur noch an zukünftige Jobverwertung gekoppelt sein sollte.

    Comment | 4. Oktober 2009
  • m.ro

    killergeneration, ich verstehe deinen Beitrag leider nicht – sowohl finde ich ihm syntaktisch schwer zu folgen als auch inhaltlich. Du schreibst: „das gegenüber nur irgendwas redet“… Dann kommt noch die Gegenüberstellung weich-hart hinzu. Was meinst du damit?

    Ich möchte im Rahmen von Peters Beitrag auf die „Gewaltfreie Kommunikation“, die eng mit dem Namen von Marshall B. Rosenberg verbunden ist, und den „Giraffenschulen“ hinweisen. Um mal Perspektiven aufzuzeigen.

    Comment | 4. Oktober 2009
  • @ m.ro – ich habe Rosenbergs Buch tatsächlich auch schon gelesen. :-) Und ich denke, in manchen Momenten hat es mir auch geholfen, anders mit einer Konfliktsituation umzugehen als nur die beleidigte Leberwurst zu spielen und zu versuchen, dem Gesprächsgegner einen reinzuwürgen…

    Comment | 4. Oktober 2009
  • DommeS

    Ich bin 18jähriger Schüler und werde nächstes Jahr aller Wahrscheinlichkeit nach mein Abitur bestehen.
    Bin auf einer Gesamtschule und kann sagen, dass dort eher weniger Konkurrenzdruck herrscht, auch jetzt in der Oberstufe gibt es einen sehr guten Umgang zwischen Lehrern und Schülern, aber auch zwischen Schülern untereinander.
    Natürlich ist zu großer Konkurrenzdruck falsch, das andere Extrem ist aber nicht besser.
    Mein kleiner Bruder wurde gerade eingeschult und „darf“ jetzt die erste Grundschule in der Umgebung besuchen, die erst ab der 4. (!) Klasse Noten vergibt. Vorher gibt es nur verbale Beurteilungen. Dann hat man als Zehnjähriger ein halbes Jahr Zeit sich auf Notendruck einzustellen, da man sich ja mit dem Halbjahreszeugnis schon an einer Weiterführenden Schule bewerben muss. Und dort werden Zahlen verglichen und nichts weiter. Auf protestierende Nachfrage, warum denn erst so spät Noten vergeben werden teilte man uns mit, dass es mittelfristig geplant sei auch in der Sekundarstufe I auf Noten zu verzichten. Wie will man denn hier im internationalen Wettbewerb bestehen?
    Diese Kuschelpädagogik kann ich beim besten Willen nicht verstehen und ich weiß auch nicht, ob den Kindern damit ein sehr großer Gefallen getan wird…

    Comment | 4. Oktober 2009
  • Idealistin

    @killergeneration,

    ich hoffe du glaubst nicht selbst was du da zum Ausdruck bringen wolltest. Ebenso hoffe ich – auch wenn du dich so nennst- das du deine Überzeugung nicht auslebst.
    Natürlich kannst und sollst du die Welt nicht ignorieren- ganz im Gegenteil. Aber entgegenen deiner Auffassung – muss man nicht alles mitmachen. Wenn du glaubst- Gewalt beherrscht man, indem man sich stärker als der Gegener erweist – liegst du falsch und musst noch viel lernen. Krieg kann man nicht mit Krieg bekämpfen, Gewalt nicht mit Gewalt. Das ist ein folgenschwerer Trugschluß. Welche Verhaltensweisen du als „weich“ bezeichnest- kann ich nicht genau einordenen – aber erahnen. Wer eine friedliche Welt haben möchte, annerkannt und respektiert werden will- muss soziale Kompetenzen aufweisen, mit Fäusten erreicht man nichts weiter als Ängste und Nasenbluten…..dazu eine Menge feindlich gesinnter Menschen. Brutalität macht unbeliebt!

    Comment | 4. Oktober 2009
  • Punksympathisant

    Die wahre Ursache liegt doch in den Killerspielen! Also wirklich, haben euch die Medien das nicht schon genug eingeredet? *Ironie*

    Comment | 4. Oktober 2009
  • @Idealistin: Ich rede nicht von Gewalt, sondern von Durchsetzungskraft. Vielleicht kennen Sie das nicht, aber in der Schule kristallisiert sich im Laufe der Zeit eine Art Gruppenbildung und Hierarchie aus. Natürlich ist die im Jugend- und Kindesalter nicht sehr statisch, nichtsdestotrotz setzen sich die wohlbehüteten Kinder schlechter durch. Der Mensch entwickelt sich aus Konflikten und Herausforderungen.
    Siehe DommeS

    Und mein Name gehört zu meinem Blog und soll polarisieren. Nicht dass hier jemand vor Amokläufern Angst hat. :)

    Comment | 5. Oktober 2009
  • Als ich den Artikel gesehen habe, habe ich unweigerlich an den Versuch auf einer französischen Schule denken müssen – vor ein paar Tagen war er in den Nachrichten.
    Dort sollen den Schülern „Prämien“ gezahlt werden, dafür, dass sie die Schule besuchen (bzw. nicht schwänzen)
    Das muss man sich mal vorstellen: Schüler werden für das Lernen bezahlt!
    Sollte diese Bezahlung „Schule machen“, es wäre wirklich ein fürchterliches Armutszeugnis für unsere Politik und unsere gesamte Kultur.

    Comment | 7. Oktober 2009

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