Dez
13
2013

WhatsApp – Der Spion in der Hosentasche

Ja, klar, Smartphones sind per se schon so ne Sache, was Datensicherheit (bzw. das Fehlen selbiger) angeht. Aber was das weltweit millionenfach benutzte Programm WhatsApp anstellt, ist schon eine besondere Dimension. Die WDR-Sendung markt berichtete unlängst darüber – „Datensicherheit: WhatsApp“:

Jeder vierte Deutsche verschickt Nachrichten über das Chatprogramm WhatsApp. Doch welches Unternehmen steckt dahinter? Und was macht das Programm mit den Daten der Nutzer? markt geht auf Spurensuche.

Umsonst oder für ganz kleines Geld Nachrichten vom Smartphone verschicken? Mit der Anwendung WhatsApp ist das gar kein Problem. Jeder vierte Deutsche schreibt mittlerweile seine Nachrichten über die App, weltweit sind es rund 350 Millionen Menschen. Aus Sorge vor Daten-Klau wehren sich andere gegen die Anwendung. Vergeblich. Denn WhatsApp hat die meisten Daten schon. Und zudem zwei Staaten am Hals, die gegen dieses verschwiegene Unternehmen ermitteln.

Experten warnen vor Risiko

markt will wissen, was das Unternehmen alles über die User erfährt und macht den Selbsttest. Dazu laden wir die Anwendung erst einmal herunter. Nur wenn wir WhatsApp erlauben, unter anderem die persönlichen Kontakte zu lesen und unseren aktuellen Standort zu erfahren, dürfen wir die App anwenden. Zumindest auf unserem Android-Smartphone. Applegeräte installieren erstmal. Wenn die App später auf Funktionen zugreifen will, fragt sie jedes Mal um Erlaubnis.

Doch das Programm sei riskant, warnt Mark Semmler, einst selbst Hacker – heute Chef eines IT-Sicherheitsunternehmens: „Direkt nach der Installation von WhatsApp möchte WA erstmal eins haben: nämlich all Ihre Kontakte. Das Problem ist, dass die Kontakte nicht sagen können: Das will ich oder das will ich nicht. [...] Niemand weiß, was Whatsapp wirklich mit diesen Daten macht!“ Plötzlich hat das Unternehmen also alle persönlichen Telefonnummern – auch von denen, die mit WhatsApp nichts zu tun haben wollen. (…)

Haben wir also unsere digitale Seele an Whatsapp verkauft? Holland und Kanada sahen zumindest Anlass, gegen das Unternehmen zu ermitteln. Das erzählt uns die kanadische Datenschutzbeauftragte, Chantal Bernier: “Uns hat nicht gefallen, dass WhatsApp Informationen über Nicht-Nutzer des Dienstes abgreift und speichert. Bei den Ermittlungen haben wir dann bemerkt, dass auch die Sicherheit der Nachrichten unklar ist.“

Die konkrete Kritik:

  • Hochladen des gesamten Adressbuches
  • Unsichere Datenverschlüsselung
  • Intransparenz

Die Datenverschlüsselung hat Whatsapp inzwischen verbessert. Ob das eine Reaktion auf die Ermittlungen in Kanada ist, bleibt unklar. Holland droht  sogar mit Strafen. „Die niederländischen Datenschützer hat beunruhigt, dass Whatsapp die ganzen Telefonnummern, E-Mail-Adressen die man auf seinem Telefon hat, auf amerikanische Server überträgt. Und das ohne die Nutzer darüber zu informieren”, erzählt der niederländische Journalist Alexander Klöpping. Kanada und Holland handeln und versuchen zumindest, den Datendienst in den Griff zu kriegen. Und was sagt Deutschland dazu? Der Bundes-Datenschutzbeauftragte will sich vor der Kamera nicht äußern.  WhatsApp sitze schließlich in den USA, teilt man uns mit.  Da könne man nichts machen.

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3 Kommentare »

  • Tim

    Da kann man schon was machen, aber woher soll sich der Bundesdatenschutz-Beauftrage auch mit dem Bundesdatenschutzgesetz auskennen …

    Jeder, der in Deutschland von einer anderen Partei personenbezogene Daten verarbeiten läßt (also WhatsApp oder Googlemail oder Dropbox nutzt), mußt sich an § 11 BDSG halten. Das heißt: Er muß mit dem Anbieter einen sog. Vertrag über die Auftragsdatenverarbeitung abschließen.

    Tut er das nicht, werden bis zu 50.000 Euro Strafe fällig.

    Die Abmahnkanzleien sind noch nicht drauf gekommen, aber es wird da künftig noch so einigen Spaß geben.

    Comment | 13. Dezember 2013
  • vogel2044

    Moin Peter,
    obwohl ich mit Wots Äpp ungefähr soviel zu tun habe wie mit Fatzenbuch – weniger als gar nix -: Danke für den Artikel, iss wichtig, habe den direkt an meine Kizz weitergeschickt (die sind da auch relativ(!?) clean).

    Comment | 17. Dezember 2013
  • denkflusen

    Danke für den Hinweis! Dieses eigenartige Geschäftsgebaren von WhatsApp hatte ich auch nicht auf dem Schirm. Und richtig: Erst mal die Kids, die das ausgiebig nutzen, aufgeklärt. :)
    Gruß

    Comment | 13. Januar 2014

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