Jun
08
2009

Werbung wird immer aufdringlicher und intrusiver

Beim Anblick des Artikels „Billboard Boats, Inflatable Billboards, Truck Billboards: The Latest Affronts to Our Visual Landscape“ im amerikanischen Ban Billboard Blight-Blog wurde mir mal wieder bewusst, wie schlimm die Kommerzialisierung in den USA schon voran geschritten ist und was uns, die wir die dortigen Entwicklungen ja gerne mit 5–10 Jahren Verspätung übernehmen, in der näheren Zukunft an der Reklameterrorfront erwartet. Denn in diesem Zusammenhang scheint der Begriff „Terror“ nicht übertrieben – jeder bislang werbefreie Platz im öffentlichen Raum soll, wenn es nach einigen besonders „kreativen“ Marketingabteilungen geht, mit Kaufpropaganda zugepflastert werden. Man beachte hierbei z.B. den unglaublich dreisten Text, den die Werbefirma im ersten Beispiel ihrem Clip beifügt, vor allem die freche Behauptung, dass Werbung ja viel zu wenig Platz einnimmt bzw. in ihren Entfaltungsmöglichkeiten bisher zu begrenzt ist!! Keine Ahnung, in welcher Parallelwelt solche Menschen leben, man möchte aber gerne hingehen und sie einmal ordentlich schütteln (oder einfach mal eine reinhauen), damit das Resthirn wieder zu arbeiten beginnt…:

In today’s world, with more educated and discerning consumers who have a wider range of entertainment and media options than ever, it is extremely difficult for many companies’ advertisements to reach the targeted markets. Mobile advertising is the perfect way to get your message out on the streets and to the consumers. (Citi Mobile)

Think about it for a second… Thousands of beach goers relaxing at the beach, looking towards the ocean. Just offshore, a Billboard Boat slowly passes by with your name on it… Your message will be read, and it will be remembered. (Coastal Ad)

They can be displayed on any surface you can imagine including water, sand, snow, grass, dirt and pavement. The systems can be displayed on oceans, lakes, beaches, ski slopes, golf courses, rooftops, parking lots, events, construction sites, sports stadiums, and car dealerships, just to name a few. (BBi Displays)

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Kommentare: 5 | Medien,Reklame | Schlagwörter: , , , , |

5 Comments

  • Die Frage ist ja immer wieder, was ist mit Werbung von/für Greenpeace, Peta, Nabu etc. Gerade ein LKW bietet sich für Peta doch an. Ist das gut? Ist das schlecht?
    Wo ich das gerade so sehe – Kunst wäre toll. LKW-Planen, Schiffe, Werbetafeln, wie groß-artig könnten dort mal ein paar Fotografen ihre nichtkommerziellen Werke präsentieren…

    Comment | 8. Juni 2009
  • Tja, Werbung für gute Dinge, also auch für Anti-Kommerz, wäre ja nicht so schlimm, denke ich, wobei ich es halt generell nicht toll finde, wenn freier öffentlicher Raum mit Botschaften zugekleistert wird. Aber jedes Unterbrechen des Dauerkommerzes für eben karitative oder ökologische Zwecke ist wenigstens eine willkommene Abwechslung.

    Comment | 8. Juni 2009
  • Das geht mir auch so. Peta ist eigentlich überhaupt nicht mein Ding, aber die Kampagnen faszinieren mich immer wieder.
    Eigentlich wie mit dem Ad-Free-Banner, das streng genommen auch wieder Werbung für Ad-Free ist :). Aber Dogmatismus ist nie die Lösung.

    Comment | 8. Juni 2009
  • Abgesehen davon, dass die Videos in dieser miserablen Qualität nicht wirklich verkaufsfördernd sind, sind mir gutgemachte LKW-Werbungen äußerst sympathisch.

    Damit meine ich nicht die einfachen Beschriftungen mit ein paar Zeilen Folie, mit denen sowieso so gut wie jeder LKW mittlerweile über Deutschlands Straßen rollt, sondern aufwendige LKW-Werbungen wie zum Beispiel für action medeor (http://blog.erdmania.de/2009/06/06/und-so-sieht-kreative-lkw-werbung-aus-fortsetzung/)

    Comment | 9. Juni 2009
  • Also, Werbung für sinnvolle Dinge, sprich Nicht-Kommerzielles, mag ja noch okay sein, aber wenn es letztlich nur um den Abverkauf von irgendeinem Kram geht (wie diesem Nestlé-Schokodreck von KK), dann ist auch die handwerklich gut gemachte Reklame schrecklich, zudem sie in diesem Falle wieder nur der Erhöhung der Marktmacht schlimmer Konzerne dient. Dies bei der Beurteilung von Werbung auszublenden und diese nur auf den „künstlerischen“/“ästhetischen“ Aspekt zu reduzieren, halte ich für arg verkürzt bzw. unangemessen. Mich nervt kommerzielle Aufforderung generell und ich tendiere dazu, Dinge, für die Reklame gemacht wird, erst recht nicht mehr zu kaufen. Die Gründe dazu habe ich im Blog ja schon des öfteren dargelegt.

    Comment | 9. Juni 2009

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