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Reverend Billy & The Church of Life After Shopping

Shopping. Ist es nicht der eigentliche Sinn des Lebens, macht es nicht mehr Spaß als alles andere, ist es nicht viel wichtiger als all die anderen langweiligen Aspekte des Daseins? Nein. Allerdings muss man schon den Eindruck bekommen, das Shoppen die vorrangigste Aufgabe des Konsumbürgers, wenn man in den Medien unisono die als Jubelmeldung verbreite frohe Kunde hört, dass „das Konsumklima“ wieder freundlicher geworden sei und alles bergauf gehe, weil die Leute wieder konsumieren, als hätte es nie eine Finanzkrise gegeben (und als könnte sich die Menschheit die Planeten, die sie für die Ressourcen ihres Expansionswahns benötigt, ebenfalls in der Mall um die Ecke kaufen).

Nun gibt es aber ja zum Glück auch immer wieder nachdenkliche Stimmen und konsumkritische Aktionen (wie den Buy Nothing Day), die ein wenig zum Hinterfragen des Konsumgrals anregen sollen. Schon seit vielen Jahren treibt dabei Reverend Billy mit seiner Church of Life After Shopping [1] in den USA sein Unwesen und erhebt mit seinen spontanen Auftritten in Geschäften oder Einkaufsstraßen das Shoppen in den Rang einer Religion. Im Gewande und Stile eines Wanderpredigers parodiert die Segnungen des Kaufens und gibt das ganze Konsumtheater, das bei vielen das Leben beeinflusst, der Lächerlichkeit preis. Denn wer hat gesagt, dass Konsumkritik etwas Bierernstes sei und nur mit mahnendem Zeigefinger präsentiert werden darf? Reverend Billy hat Spaß an der Subversion und lebt sie in den Konsumtempeln der Vereinigten Staaten aus – und ist dort bei den Geschäftsbesitzern schon gefürchtet bzw. erhält gleich Hausverbot, um die Kundschaft nicht zu sehr zu verwirren zu lassen.

Bei YouTube finden sich einige seiner Auftritte, und auch auf seiner Website [1] hält Reverend Billy einige schöne Details und Anekdoten bereit. Sozusagen ein Spaß für die ganze Familie. :-)


Und es gibt mittlerweile sogar einen kompletten Film von und mit dem Hohepriester der Konsumkritik – „What would Jesus buy?

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