{"id":942,"date":"2011-04-10T09:39:41","date_gmt":"2011-04-10T07:39:41","guid":{"rendered":"http:\/\/konsumpf.de\/?p=942"},"modified":"2011-04-10T12:53:05","modified_gmt":"2011-04-10T10:53:05","slug":"lesetipps-kreditnehmer-sind-die-neuen-sklaven","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/konsumpf.de\/?p=942","title":{"rendered":"Lesetipps: Kreditnehmer sind die neuen Sklaven | Das BGE \u00e0 la G\u00f6tz Werner | BILD ist kein journalistisches Produkt"},"content":{"rendered":"<p><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignright size-thumbnail wp-image-11409\" title=\"50 Cent\" src=\"http:\/\/konsumpf.de\/wp-content\/uploads\/2011\/04\/50-Cent-250x250.jpg\" alt=\"\" width=\"181\" height=\"181\" srcset=\"https:\/\/konsumpf.de\/wp-content\/uploads\/2011\/04\/50-Cent-250x250.jpg 250w, https:\/\/konsumpf.de\/wp-content\/uploads\/2011\/04\/50-Cent-300x300.jpg 300w, https:\/\/konsumpf.de\/wp-content\/uploads\/2011\/04\/50-Cent-1024x1024.jpg 1024w, https:\/\/konsumpf.de\/wp-content\/uploads\/2011\/04\/50-Cent.jpg 1701w\" sizes=\"(max-width: 181px) 100vw, 181px\" \/>Schon etwas \u00e4lter, aber leider immer noch hochaktuell, ist das Interview, das die S\u00fcddeutsche Zeitung vor einer Weile mit <strong>Margrit Kennedy<\/strong> gef\u00fchrt hat, die sich besonders intensiv mit der Thematik alternativer W\u00e4hrungssysteme bzw. der Struktur unseres momentanen Geldsystems besch\u00e4ftigt und u.a. die Zinsabh\u00e4ngigkeit als ein gro\u00dfes \u00dcbel der Jetztzeit beschreibt. \u201e<a href=\"http:\/\/www.sueddeutsche.de\/wirtschaft\/518\/317393\/text\/\"><strong>Kreditnehmer sind die neuen Sklaven<\/strong><\/a>\u201c, so der etwas plakative, aber letztlich zutreffende Titel des Interviews:<\/p>\n<blockquote><p>(&#8230;) <strong>SZ:<\/strong> Wut und Angst &#8211; das sind starke Gef\u00fchle, die Sie in Ihren  B\u00fcchern im Zusammenhang mit unserem, wie Sie es nennen, &#8220;pathologischen  Wirtschaftswachstumszwang&#8221; verbinden. Was macht Sie so\u00a0w\u00fctend?<\/p>\n<p><strong>Kennedy:<\/strong> Was mich w\u00fctend macht, ist, dass es eigentlich  so einfach zu verstehen ist: Das exponentielle Wachstum, das durch unser  Geldsystem angeheizt wird, ist auf Dauer nicht durchzuhalten auf einem  endlichen Planeten. Das kann man jedem einigerma\u00dfen intelligenten  Menschen mit Volksschulabschluss in f\u00fcnf bis zehn Minuten\u00a0erkl\u00e4ren. (&#8230;)<\/p><\/blockquote>\n<p><!--more--><\/p>\n<blockquote><p>(&#8230;) <strong>Kennedy:<\/strong> Es ist schlicht und einfach so, dass heute nichts  finanziert werden kann, was nicht mindestens den Zins erwirtschaftet,  den man bei der Bank zahlt, um einen Kredit aufzunehmen. Es geht immer  um Zins und\u00a0Zinseszins.<\/p>\n<p><strong>SZ:<\/strong> Was ist denn so schlimm\u00a0daran?<\/p>\n<p><strong>Kennedy:<\/strong> Verm\u00f6gen verdoppeln sich in regelm\u00e4\u00dfigen  Abst\u00e4nden und wachsen in kurzer Zeit in astronomische Bereiche. Damit  kann kein Wachstum in der Natur mithalten &#8211; au\u00dfer dem Krebs. Wir haben  ein System, dessen Hauptziel es ist, mehr Geld aus Geld zu machen. Die  internationalen Finanzm\u00e4rkte sind darauf ausgerichtet, das exponentielle  Wachstum \u00fcber spekulative Transaktionen f\u00fcr einige wenige zu nutzen.  Die gro\u00dfe Menge der Menschen zahlt\u00a0drauf. (&#8230;)<\/p><\/blockquote>\n<p>\u00dcbrigens fanden vom 1.\u20133. April in Wolfratshausen die <a href=\"http:\/\/geld2011.blogspot.com\/\"><strong>Geldtage 2011<\/strong><\/a> statt, wo sich intensiv mit der Thematik alternativer W\u00e4hrungen und dem Wesen des Geldes auseinandergesetzt wurde.<\/p>\n<p>Dazu passend ist auch der letzte Paukenschlag von <strong>Egon W. Kreutzer<\/strong>, der sich mit dem \u201e<a href=\"http:\/\/www.egon-w-kreutzer.de\/0PaD2011\/14.html\"><strong>Grundeinkommen \u00e0 la G\u00f6tz Werner<\/strong><\/a>\u201c besch\u00e4ftigt und zeigt, warum dieses Modell so nicht funktionieren kann bzw. am Ende doch wieder nur der (Export-)Wirtschaft nutzt und nicht den normalen B\u00fcrgern. Man sollte sich \u00fcbrigens nicht davon abschrecken lassen, dass Kreutzer ausgerechnet 1 Liter Benzin als Rechenbeispiel f\u00fcr die zu erwartende eklatante Verteuerung aller Waren durch ein BGE in der Wernerschen Art heranzieht.<\/p>\n<blockquote><p>(&#8230;) <strong>Fazit<\/strong><\/p>\n<p>Das BGE \u00e0 la G\u00f6tz Werner ist ein Taschenspielertrick zur Exportf\u00f6rderung.<br \/>\nNur das Ausland profitiert davon, weil dort die deutsche Mehrwertsteuer nicht f\u00e4llig wird.<br \/>\nL\u00f6hne und Sozialkosten &#8211; die G\u00f6tz Werner aus den Kosten herausnimmt und in die Mehrwertsteuer hineinpackt &#8211; m\u00fcssen bisher in den Preisen auch ans Ausland weitergegeben werden. Sonst macht das Unternehmen pleite. Wenn aber, wie G\u00f6tz Werner es vorschl\u00e4gt, die L\u00f6hne zum Teil und die Sozialausgaben vollst\u00e4ndig aus den Ums\u00e4tzen im Binnenmarkt \u00fcber die Mehrwertsteuer finanziert werden m\u00fcssen, dann bleibt sehr viel Luft f\u00fcr den Export. Dass der Binnenmarkt dar\u00fcber zusammenbricht, scheint als unvermeidlicher Kollateralschaden eingeplant zu sein.<\/p>\n<p>Wir Deutschen erzielen aber sowieso schon l\u00e4ngst einen ungeheuerlichen Export\u00fcberschuss. Produzieren und verteilen G\u00fcter also, ohne eine reale Gegenleistung daf\u00fcr zu erhalten.<\/p>\n<p>Den Export noch mehr zu f\u00f6rdern, das haben schon viele verstanden, w\u00e4re Betrug und Raub an der Bev\u00f6lkerung.<\/p>\n<p>Dass das BGE \u00e0 la Werner aber nichts anderes ist, als ein verkapptes Exportf\u00f6rderungsprogramm mit billigender Inkaufnahme der weiteren Verarmung und Verelendung der Bev\u00f6lkerung, wird sich hoffentlich bald auch herumsprechen.<\/p>\n<p><strong>Vers\u00f6hnliches f\u00fcr Grundeinkommensbef\u00fcrworter<\/strong><\/p>\n<p>Wenn es denn ein Grundeinkommen geben soll, und ich stehe dieser Idee ja gar nicht ablehnend gegen\u00fcber, dann d\u00fcrfen durch das BGE nicht die Unternehmen, speziell die Exportindustrie entlastet werden, dann m\u00fcssen, ganz im Gegenteil, daf\u00fcr zus\u00e4tzliche Finanzierungsquellen erschlossen werden.<\/p>\n<p>D.h. es m\u00fcssen vor allem alle nicht leistungsad\u00e4quaten Eink\u00fcnfte, wie Zinsen, Spekulationsgewinne, Mieten, Pachten usw., die bisher ja steuerlich gegen\u00fcber Eink\u00fcnften aus nichtselbst\u00e4ndiger Arbeit sogar beg\u00fcnstigt werden, st\u00e4rker in die Finanzierung des Staates und seiner Aufgaben einbezogen werden.<\/p>\n<p>Vor allem aber darf das Grundeinkommen nicht bedingungslos in gleicher H\u00f6he an jeden bezahlt werden. Das ist ausgesprochene Narretei. (&#8230;)<\/p><\/blockquote>\n<p>Wir haben es ja alle schon immer gewusst, aber nun hat es eine Studie auch best\u00e4tigt: Die \u201e<a href=\"http:\/\/www.freitag.de\/community\/blogs\/tom-strohschneider\/kein-journalistisches-produkt-eine-bild-studie-von-arltstorz\"><strong>BILD ist kein journalistisches Produkt<\/strong><\/a>\u201c, wie Der Freitag unl\u00e4ngst berichtet:<\/p>\n<blockquote><p>(&#8230;) Aber l\u00e4sst sich das Blatt  \u00fcberhaupt noch in solchen Kategorien bewerten? Handelt es sich \u00fcberhaupt  noch um eine Zeitung? Der fr\u00fchere Chefredakteur der <em>Frankfurter Rundschau<\/em> Wolfgang Storz und der ehemalige DGB-Pressesprecher Hans-J\u00fcrgen Arlt<strong> haben jetzt eine Studie vorgelegt, die diese Fragen mit Nein beantworten. Wer <\/strong><em>Bild<\/em><strong> nur anhand journalistischer Kriterien untersucht, k\u00f6nne \u201eweder ihre  Machart verstehen, noch ihren Erfolg erkl\u00e4ren\u201c, hei\u00dft es bei der  gewerkschaftsnahen <a href=\"http:\/\/www.otto-brenner-stiftung.de\/\" target=\"_blank\">Otto-Brenner-Stiftung<\/a>, unter deren \u00c4gide die Arbeit entstanden ist. \u201e<\/strong>An  die Stelle des Journalismus, der mit seiner Arbeit der Information, der  Orientierung und Kommentierung von gesellschaftlich Bedeutsamen sein  Publikum erreichen will, setzt <em>Bild<\/em> Methoden der Werbung, der Unterhaltung, der Kampagnenkommunikation und  des Marketings\u201c, so das zentrale Ergebnis von Arlt und Storz.<\/p>\n<p><em>Drucksache Bild \u2013 eine Marke und ihre M\u00e4gde \u2013 <a href=\"http:\/\/www.bild-studie.de\/bild-studie-der-obs\/printfassung.html\" target=\"_blank\">hier<\/a><br \/>\nEine Zusammenfassung der Studie als PDF \u2013 <a href=\"http:\/\/www.otto-brenner-stiftung.de\/fileadmin\/user_data\/kompakt\/dokumente\/bild_studie\/2011_04_05_Bildstudie_Zusammenfassung.pdf\" target=\"_blank\">hier<\/a><br \/>\nIrre: Bild ist gar keine Zeitung \u2013 die Taz <a href=\"http:\/\/www.taz.de\/1\/leben\/medien\/artikel\/1\/irre-bild-ist-gar-keine-zeitung\/\" target=\"_blank\">\u00fcber<\/a> die Studie<br \/>\nBild dir deine Kohle \u2013 Hans Leyendecker <a href=\"http:\/\/www.sueddeutsche.de\/medien\/2.220\/studie-ueber-bild-zeitung-bild-dir-deine-kohle-1.1081180\" target=\"_blank\">in der<\/a> S\u00fcddeutschen<\/em><strong> <\/strong><\/p>\n<p>Die beiden verfolgen ihre Argumente am Beispiel der <em>Bild<\/em>-Berichterstattung  \u00fcber die Griechenland- und Euro-Krise im vergangenen Jahr. Man erinnert  sich an Schlagzeilen wie \u201eIhr griecht nix von uns!\u201c oder \u201eVerkauft doch  Eure Inseln, ihr Pleite-Griechen \u2026 und die Akropolis gleich mit!\u201c \u2013 und  der <em>Spiegel<\/em> hatte sich gefragt: \u201eIst das Journalismus? Oder Kabarett?\u201c Weder noch, finden Arlt und Storz. <em>Bild<\/em> behandele Themen und Ereignisse auf eine Weise als eine Knetmasse f\u00fcr  publizistische, wirtschaftliche und politische Zwecke, die \u00fcber das, was  auch andere Zeitungen machen, hinausgreift. Das Blatt, so die Autoren,  l\u00f6se am konsequentesten \u201edie Grenze zwischen massenmedialer  Ver\u00f6ffentlichung und \u00f6konomischem Produkt\u201c auf, soweit, das <em>Bild<\/em> \u201evermutlich so ganz nebenbei zu einem der ganz gro\u00dfen Einzelh\u00e4ndler  Deutschlands\u201c geworden sei: Vom Computer \u00fcber Wandfarbe bis zu  Bahn-Tickets gibt es hier nahezu alles. (&#8230;)<\/p><\/blockquote>\n<p>Die Bild-Studie der Otto-Brenner-Stiftung kann man sich <a href=\"http:\/\/www.bild-studie.de\/bild-studie-der-obs\/printfassung.html\">HIER<\/a> genauer anschauen. Der oben erw\u00e4hnte Artikel \u201eBild dir deine Kohle\u201c aus der SZ ist ebenfalls zu empfehlen!<\/p>\n<p>Zum Abschluss noch eine \u201esch\u00f6ne\u201c Randnotitz zum <strong>Nestl\u00e9<\/strong>-Konzern \u2013 dessen Oberen sind sich ja des \u00f6fteren f\u00fcr dreiste Aussagen nicht zu schade, und si epropagieren immerhin offen, alle Wasserquellen kommerzialisieren zu wollen, Genfood voranzutreiben etc. Nun hat sich Nestl\u00e9-Chef Braback-Letmathe zur Kinderarbeit beim Kakaoanbau ge\u00e4u\u00dfert und diesen als \u201epraktisch unvermeidbar\u201c beschrieben (vermutlich hat er noch nie etwas von Fair Trade geh\u00f6rt \u2013 und dass der Konzern mit seinen Billigl\u00f6hnen Kinderarbeit weiter befeuert, sieht er auch nicht) \u2013 und wie <strong>The Globe And Mail<\/strong> in \u201e<a href=\"http:\/\/www.theglobeandmail.com\/life\/the-hot-button\/child-labour-free-cocoa-almost-impossible-nestl-head-says\/article1953439\/\"><strong>Child labour-free cocoa \u2018almost impossible,\u2019 Nestl\u00e9 head says<\/strong><\/a>\u201c berichtet, legt er noch einmal mit einem Bonmot nach:<\/p>\n<blockquote><p>(&#8230;) \u201cYou go into Switzerland, still today, in the months of September, [and]  schools have one week holiday so students can help in the wine  harvesting,\u201d chairman Peter Brabeck-Letmathe said at the Council on  Foreign Relations in New York. (&#8230;)<\/p><\/blockquote>\n<p>Dazu geh\u00f6rt schon was, die Ferienjobs von Schweizer Kindern, die sich ein bisschen ihr Taschengeld aufbessern, mit den Bedingungen in der Elfenbeink\u00fcste zu vergleichen, wo es ums nackte \u00dcberleben geht.<br \/>\n<img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" src=\"http:\/\/vg02.met.vgwort.de\/na\/ca5433c6447642b8ba8f56cc402a8dc0\" width=\"1\" height=\"1\" alt=\"\"><\/p>\n<h3 class='related_post_title'>Verwandte Beitr\u00e4ge:<\/h3><ul class='related_post'><li><a href=\"http:\/\/konsumpf.de\/?p=14675\" title=\"Occupy Money \u2013 f\u00fcr eine faire Geldordnung\">Occupy Money \u2013 f\u00fcr eine faire Geldordnung<\/a><\/li><li><a href=\"http:\/\/konsumpf.de\/?p=9500\" title=\"Leben ohne Geld\">Leben ohne Geld<\/a><\/li><li><a href=\"http:\/\/konsumpf.de\/?p=11294\" title=\"L\u00f6bliche neue Initiativen im Netz: Kr\u00f6tenwanderung jetzt!, Bild? 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