{"id":8250,"date":"2011-06-03T09:25:13","date_gmt":"2011-06-03T07:25:13","guid":{"rendered":"http:\/\/konsumpf.de\/?p=8250"},"modified":"2011-06-03T10:31:26","modified_gmt":"2011-06-03T08:31:26","slug":"affluenza-oder-wohin-mit-all-dem-schund","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/konsumpf.de\/?p=8250","title":{"rendered":"Affluenza oder: Wohin mit all dem Schund?"},"content":{"rendered":"<p><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignright size-thumbnail wp-image-11966\" title=\"selbst-storage\" src=\"http:\/\/konsumpf.de\/wp-content\/uploads\/2011\/05\/selbst-storage-250x193.jpg\" alt=\"\" width=\"250\" height=\"193\" srcset=\"https:\/\/konsumpf.de\/wp-content\/uploads\/2011\/05\/selbst-storage-250x193.jpg 250w, https:\/\/konsumpf.de\/wp-content\/uploads\/2011\/05\/selbst-storage-300x231.jpg 300w, https:\/\/konsumpf.de\/wp-content\/uploads\/2011\/05\/selbst-storage.jpg 400w\" sizes=\"(max-width: 250px) 100vw, 250px\" \/>Ich wei\u00df nicht, ob sie Euch auch schon einmal aufgefallen sind \u2013 diese etwas sonderbar anmutenden Geb\u00e4ude, die mit Namen wie \u201eSelfStorage\u201c o.\u00e4. beschriftet sind (bei der Einfahrt nach Hamburg \u00fcber die Kieler Stra\u00dfe kann man z.B. so ein Exemplar \u201ebewundern\u201c) und im Prinzip aus Lagerr\u00e4umen bestehen, die jedermann mieten kann, um \u00fcbersch\u00fcssigen Krams unterzustellen. Dass dieser Trend aus den USA kommt, d\u00fcrfte dabei nicht verwundern. Auf jeden Fall ist dieser Gesch\u00e4ftszweig ein augenf\u00e4lliges Symbol f\u00fcr unsere auf Kaufen und Horten und Besitzen ausgerichtete Konsumgesellschaft, in der die Menschen viel arbiten, um sich in der verbleibenden Zeit viel kaufen zu k\u00f6nnen \u2013 oft genug Dinge, die man nicht wirklich braucht oder nur kurzzeitig, um einem Trend hinterherzuhecheln, die aber nichts desto trotz unser Geld kosten, f\u00fcr das wir vorher schuften mussten. Ein irgendwie absurder Kreislauf.<\/p>\n<p><!--more-->Eine \u00e4hnliche Beobachtung machte vor einigen Jahren bereits <strong>Marcus Meier<\/strong> in seinem Sprusko-Blog \u2013 im Beitrag \u201e<a href=\"http:\/\/sprusko.blogspot.com\/2006\/07\/wohin-mit-all-dem-schund.html\"><strong>Wohin mit all dem Schund?<\/strong><\/a>\u201c besch\u00e4ftigt er sich ebenfalls mit diesem neumodischen \u201eStorage\u201c-Gesch\u00e4ftszweig:<\/p>\n<blockquote><p>Schund produzieren, um Schund zu  konsumieren? Viele US-B\u00fcrger sind schon einen Schritt weiter: Sie kaufen  Neu-Schund, ohne ihn je nutzen oder auch nur in H\u00e4nden halten zu  wollen. Der im Land der unbegrenzten M\u00f6glichkeiten gepr\u00e4gte Begriff  \u00bbselfstorage \u00ab l\u00e4sst sich noch am ehesten mit Selbstlagerung \u00fcbersetzen.  Was damit gemeint ist? Nun, Unternehmen, vor allem jedoch  Privatpersonen mieten Platz, der ihnen ansonsten fehlen w\u00fcrde. Platz, um  Besitzt\u00fcmer, M\u00f6bel oder Fahrzeuge zu verstauen.<\/p>\n<p>Plaaaaatz  heeeer! Den bieten lange Reihen von mal garagen-, mal containerf\u00f6rmigen  Geb\u00e4uden, oft abgez\u00e4unt, mitunter bewacht, sieben mal 24 Stunden in der  Woche zug\u00e4nglich.<\/p>\n<p>Die  Self-Storage-Branche erwirtschaftet einen Umsatz von mehreren  Milliarden Dollar pro Jahr; sie ist einer der am schnellsten wachsenden  Industriezweige der USA. Mehr als 30.000 dieser Geb\u00e4udekomplexe gab es  dort Ende 2003.<\/p>\n<p>Und es werden immer mehr. \u00bbDie meisten davon\u00ab, <a href=\"http:\/\/www.findarticles.com\/p\/articles\/mi_m1141\/is_7_40\/ai_111616655\">analysiert<\/a> eine amerikanisches Wochenzeitung, \u00bbwerden von Leuten gemietet, die  ganz einfach zu viel Kram haben und einen Platz brauchen, wo sie ihn  verstauen k\u00f6nnen.\u00ab<\/p>\n<p>Das  haben auch Versandh\u00e4user und Shopping-Fernsehkan\u00e4le verstanden. Seit  einiger Zeit bieten sie einen neuen Service: Bei der Bestellung kann der  Konsument angeben, ob der Kram erst mal nach Hause geliefert werden  soll \u2013 oder direkt in&#8217;s Container-Lager. (&#8230;)<\/p><\/blockquote>\n<p>In einem fiktiven Interview \u2013 \u201e<a href=\"http:\/\/sprusko.blogspot.com\/2006\/07\/was-ist-das-sprusko-prinzip.html\"><strong>Was ist das Sprusko-Prinzip?<\/strong><\/a>\u201c \u2013 analysiert der Autor noch etwas tiefer (und bissiger) einige der Ursachen und Folgen unserer Konsumwirtschaft:<\/p>\n<blockquote><p>(&#8230;) Marktwirtschaft ist Murkswirtschaft.  In der Produktion und beim Konsum gilt notwendigerweise das Motto  &#8220;Hauptsache billig!&#8221;. Das mindert die Qualit\u00e4t von G\u00fctern und  Dienstleistungen erheblich. Deswegen wird die Massenproduktion zur  Schundmassen-Produktion. Die Gewinne von morgen sind die Einsparungen  von heute.<\/p>\n<p>Schund bestimmt unsere Arbeit, unseren Konsum  und daher unser Leben. Das SPRUSKO-Prinzip ist Kultur pr\u00e4gend. (&#8230;)<\/p>\n<p>Schund-Arbeit und Schund-Konsum (ent)stehen zumeist in marktwirtschaftlichen Kontexten:<\/p>\n<blockquote><p><img decoding=\"async\" src=\"http:\/\/www.sprusko.de\/\/icon_arrow_sm.gif\" alt=\"\" \/> <a href=\"http:\/\/sprusko.blogspot.com\/2006\/09\/sparen-sparen-sparen.html\">Sparwahn<\/a><br \/>\n<img decoding=\"async\" src=\"http:\/\/www.sprusko.de\/\/icon_arrow_sm.gif\" alt=\"\" \/> <a href=\"http:\/\/sprusko.blogspot.com\/2006\/09\/service-wste-deutschland.html\">Privatisierung<\/a><br \/>\n<a href=\"http:\/\/sprusko.blogspot.com\/2007\/10\/wahl-der-qual.html\"><img decoding=\"async\" src=\"http:\/\/www.sprusko.de\/\/icon_arrow_sm.gif\" alt=\"\" \/><\/a><a href=\"http:\/\/sprusko.blogspot.com\/2007\/10\/wahl-der-qual.html\">&#8220;Hauptsache billig!&#8221;-Produzieren um beinahe jeden Preis<\/a><br \/>\n<img decoding=\"async\" src=\"http:\/\/www.sprusko.de\/\/icon_arrow_sm.gif\" alt=\"\" \/> <a href=\"http:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Externalisierung\">Kostenexternalisierung<\/a><br \/>\n<img decoding=\"async\" src=\"http:\/\/www.sprusko.de\/\/icon_arrow_sm.gif\" alt=\"\" \/> Einkauf billiger und entsprechend schlechter Vorprodukte<br \/>\n<img decoding=\"async\" src=\"http:\/\/www.sprusko.de\/\/icon_arrow_sm.gif\" alt=\"\" \/> <a href=\"http:\/\/sprusko.blogspot.com\/2008\/09\/keine-wertarbeit-nirgends-244.html\">bewusstes Produzieren kurzlebiger Waren<\/a> (w\u00fcrde der Fernseher ein Menschenleben lang halten, k\u00f6nnte man nicht  zehn Fernseher pro Nase verkaufen), in der Folge: Einbau von  Sollbruchstellen, <a href=\"http:\/\/sprusko.blogspot.com\/2010\/04\/keine-wertarbeit-nirgends-545.html\">geplante Obsoleszenz<\/a><br \/>\n<img decoding=\"async\" src=\"http:\/\/www.sprusko.de\/\/icon_arrow_sm.gif\" alt=\"\" \/>Profit statt Qualit\u00e4t (&#8220;Der         Kapitalist &#8230; produziert \u00fcberhaupt nicht mit unmittelbarer  R\u00fccksicht auf        die Konsumtion&#8221;, schreibt Marx. &#8220;Er produziert, um  Mehrwert zu produzieren.\u201c)<\/p><\/blockquote>\n<p>&#8230; all das, was Unternehmen tun und unterlassen, um konkurrenzf\u00e4hig zu sein und ordentlich Reibach zu machen. Kurzum: Marktwirtschaft ist Murkswirtschaft. Derweil gilt f\u00fcr \u00d6konomen und Politiker das Motto: <a href=\"http:\/\/sprusko.blogspot.com\/2006\/10\/bip.html\">Noch mehr Schund<\/a>, und &#8220;die Wirtschaft&#8221; bleibt gesund. (&#8230;)<\/p><\/blockquote>\n<p><strong>Simone Hattenstone<\/strong> stellt in Der Freitag die f\u00fcr den heutigen Konsumb\u00fcrger auf den ersten Blick widersinnig erscheinende, ja ketzerische Frage: \u201e<a href=\"http:\/\/www.freitag.de\/alltag\/1028-wer-wird-schon-gerne-million-r\"><strong>Wer wird schon gerne Million\u00e4r<\/strong><\/a>?\u201c. H\u00e4mmern uns nicht die Medien den ganzen Tag ein, dass es erstrebenswert sei, reich und ber\u00fchmt zu sein, es vom Tellerw\u00e4scher zum Million\u00e4r zu schaffen? Viele Sendungen, von DSDS \u00fcber die Top-Model-Schei\u00dfe bis hin zu irgendwelchen Dokusoaps \u00fcber Superreiche und Popstars und ihren verschwenderischen Lebensstil, drehen sich prim\u00e4r um dieses Thema. Sie sch\u00fcren Neid und Begehrlichkeiten und stellen Reichtum und Ruhm als das ultimative Lebensziel hin. Zu Recht?<\/p>\n<blockquote><p>Geld besitzen macht nicht gl\u00fccklich, Geld verschenken aber schon.  Nicht wenige Superreiche entscheiden sich deshalb lieber freiwillig f\u00fcr  die Armut<\/p>\n<p>Karl Rabeder war auf Hawaii, als ihn die Erkenntnis traf. All der Luxus  war sinnlos. Schlimmer noch, sein ganzes Leben war sinnlos geworden. Ihn  ekelte vor seinem Reichtum und den Leuten, mit denen er sich umgab \u2013 er  musste all das loswerden, sagt er: \u201e1998 war das. Wir wollten den  perfekten Urlaub: F\u00fcnf-Sterne-Hotels, Helikopterfl\u00fcge, alles, was dazu  geh\u00f6rt. Doch dann begann sich dieses Leben unwirklich anzuf\u00fchlen, als  w\u00e4ren wir Schauspieler, in deren Rollenanweisung steht, sie sollten  gl\u00fccklich sein.\u201c (&#8230;)<\/p>\n<p>(&#8230;) Rabeder selbst will in eine Holzh\u00fctte in den Bergen ziehen \u2013 oder in  eine Einzimmerwohnung in Innsbruck. Am Ende, sagt er, wolle er mit  \u201enichts\u201c dastehen. Was bedeutet \u201enichts\u201c f\u00fcr ihn? \u201eEin oder zwei  Rucks\u00e4cke mit den Dingen, die ich wirklich ben\u00f6tige. Kleidung. Meine  B\u00fccher werde ich einlagern lassen. Ich habe sie bereits gelesen, aber  ich m\u00f6chte sp\u00e4ter auf sie zur\u00fcckgreifen k\u00f6nnen.\u201c Er beabsichtigt, mit  1.000 Euro im Monat auszukommen \u2013 das Geld will er sich durch Vortr\u00e4ge  und als Lebensberater verdienen. F\u00fcr einen Altruisten h\u00e4lt er sich  nicht. Dann w\u00fcrde er weiterhin Geld verdienen, um es zu verschenken.  Doch das hat er ausprobiert, und es hat ihn nicht gl\u00fccklich gemacht. In  Zukunft m\u00f6chte er seine Idee mit anderen teilen. Er will Gleichgesinnte  treffen und sie davon \u00fcberzeugen, ihr Geld wegzugeben. M\u00f6glicherweise  stehen die Chancen daf\u00fcr nicht schlecht. Denn das Menschen nicht mehr  reich sein wollen ist gar nicht so selten wie man vermuten w\u00fcrde.<\/p>\n<p>Den  Grund daf\u00fcr nennt Sara Robin \u201eAffluenza\u201c: Reichtum ist eine Krankheit,  so einfach ist das f\u00fcr sie. Im Laufe der Jahre hat sie viele Betroffene  kennengelernt. Tendenziell seien davon eher Erben betroffen als  Million\u00e4re, die sich ihr Verm\u00f6gen selbst erarbeitet haben. (&#8230;)<\/p><\/blockquote>\n<p>F\u00fcr diesen Lebenstil des \u00dcberflusses, der Konsumzentriertheit und der Verschwendung haben die amerikanischen Autoren <strong>John de Graaf, David Wann <\/strong>und<strong> Thomas H. Naylor<\/strong> einen Begriff gepr\u00e4gt:<strong> <a href=\"http:\/\/en.wikipedia.org\/wiki\/Affluenza\">Affluenza<\/a><\/strong>. Dieses Kunstwort, zusammengesetzt aus den englischen Begriffen \u201eaffluence\u201c (\u00dcberfluss) und \u201einfluenza\u201c (Grippe). F\u00fcr sie handelt es sich dabei also um eine Krankheit, wie sie auch in ihrem sehr lesenswerten Buch \u201e<strong><a href=\"http:\/\/www.randomhouse.de\/book\/edition.jsp?edi=106806\">Affluenza: Zeitkrankheit Konsum<\/a><\/strong>\u201c ausf\u00fchren (Leseproben aus dem Buch gibt es \u00fcbrigens <a href=\"http:\/\/www.randomhouse.de\/book\/edition.jsp?mid=4&amp;serviceAvailable=true&amp;showpdf=false&amp;edi=106806#tabbox\">HIER<\/a>):<\/p>\n<blockquote><p>Mal ehrlich: Wie viele Kreditkarten besitzen Sie? Wie viele Radios,  Fernseher, Nierenschoner, Barbiepuppen und Nippes jedweder Art? K\u00f6nnen  auch Sie sich der Sucht des Haben-M\u00fcssens kaum erwehren? Dann m\u00fcssen Sie  als infiziert gelten, befallen von Affluenza, der ansteckenden Sucht  nach mehr Konsum und Besitz. Auch Sie leben &#8211; wie alle anderen &#8211; mit dem  Supermarkt im Kopf. Der Kulturkritiker John de Graaf, der Umweltexperte  David Wann und der Wirtschaftsprofessor Thomas H. Naylor haben sich  zusammengetan, um diese neue Krankheit zu analysieren. Und wie bei einer  richtigen Krankheit r\u00fccken sie dem Ph\u00e4nomen auf dreierlei Weise zu  Leibe: Sie untersuchen die Symptome, kl\u00e4ren deren Ursachen und verordnen  danach eine einfache, aber wirksame Kur. Auf unterhaltsame Weise  pr\u00e4sentieren sie Cartoons, Geschichten und Fakten, die zeigen, was unser  Lebensstil wirklich kostet: eine wachsende Zahl \u00fcberschuldeter  Haushalte, Konsumdruck, der insbesondere unsere Kinder infiziert hat,  permanenter Zeitdruck, das atemlose Bem\u00fchen um &#8220;schneller, gr\u00f6\u00dfer,  weiter, mehr&#8221;, der r\u00fccksichtslose Verbrauch von Natur und Rohstoffen und  last not least Krankheiten wie Diabetes, Allergien oder Fettsucht. Wir  sind arm geworden an tiefen Erfahrungen und harmonischen famili\u00e4ren  Bindungen.<\/p><\/blockquote>\n<p>\u00dcbrigens hatte John de Graaf sogar eine eigene <a href=\"http:\/\/www.pbs.org\/kcts\/affluenza\/show\/about.html\">TV-Show<\/a> zu diesem Thema, zu der es auch entsprechendes Unterrichtsmaterial etc. gab, um das Wissen um diese Problematik weiter zu tragen.<\/p>\n<p>In deutschen Publikationen taucht der Begriff Affluenza sehr selten auch \u2013 immerhin hat <strong>Andreas Poltermann<\/strong> in einer der letzten Ausgaben des Magazins der Heinrich-B\u00f6ll-Stiftung in seinem Artikel \u201e<a href=\"http:\/\/www.boell.de\/weltweit\/europanordamerika\/europa-nordamerika-poltermann-affluenza-suburbia-12009.html\"><strong>Affluenza: die Krankheit der amerikanische Suburbia<\/strong><\/a>\u201c das Ph\u00e4nomen thematisiert (das gesamte Heft drehte sich um das Thema \u201eGrenzen des Wachstums. Wachstum der Grenzen\u201c). Wobei nat\u00fcrlich anzumerken ist, dass die Affluenza eben nicht nur auf US-Amerikaner beschr\u00e4nkt ist, sondern sich auch das reiche Westeuropa Vergleichbares leistet (mit den entsprechenden negativen Folgen):<\/p>\n<blockquote><p>Ende der 1990er-Jahre begann die Schelte der Mittelschicht in  den USA. Ihr Lebensstil: zu aufwendig, zu verschwenderisch, zu teuer, zu  sehr auf Status und Abgrenzung bedacht. Fr\u00fcher habe sie noch in den  St\u00e4dten gewohnt. Jetzt lebe sie 40 Meilen entfernt in Suburbs. Fr\u00fcher  habe ein Auto gen\u00fcgt. Jetzt m\u00fcssten es mindestens zwei sein. Auch die  Wohnfl\u00e4che der H\u00e4user, der Energieverbrauch und die Gr\u00f6\u00dfe der  Grundst\u00fccke h\u00e4tten sich vervielfacht \u2013 und so auch die Schulden.  Zersiedelte Landschaften, soziale Spaltung und Verschuldung stehen in  einem engen Zusammenhang.<\/p>\n<p>2005 unterzeichnete George W. Bush ein Gesetz \u00fcber den Umgang  mit bankrotten Familien. Sie sollten nicht nur keine staatliche Hilfe  erhalten und die Lasten ohne Beteiligung der Banken allein tragen, es  war auch ein moralisches Urteil \u00fcber den \u00f6kologisch unhaltbaren  Lebensstil der Suburbia-Bewohner. Dieses Verdikt war von langer Hand  vorbereitet worden: Ende der 1990er strahlte der Sender PBS John le  Graafs TV-Show \u00abAffluenza\u00bb aus. Die Wortsch\u00f6pfung schlug ein! Es kam zu  zahllosen Diskussionsrunden in TV und Radio, in Schulen und  Kirchengemeinden.<\/p>\n<p>Keine Frage: Nach den derzeit g\u00e4ngigen \u00f6kologischen Ma\u00dfst\u00e4ben ist der  Lebensstil der US-Mittelschicht nicht nachhaltig. Ihrem \u00f6kologischen  Fu\u00dfabdruck zufolge k\u00f6nnten nicht 6,8 Milliarden Menschen dauerhaft auf  der Erde leben, sondern maximal 1,4. Aber was folgt daraus? (&#8230;)<\/p><\/blockquote>\n<p><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" src=\"http:\/\/vg02.met.vgwort.de\/na\/34c92f3e55b04a2a928c76c0ab7053e1\" alt=\"\" width=\"1\" height=\"1\" \/><\/p>\n<h3 class='related_post_title'>Verwandte Beitr\u00e4ge:<\/h3><ul class='related_post'><li><a href=\"http:\/\/konsumpf.de\/?p=14469\" title=\"Affluenza \u2013 das Konsum-Virus \u2013 \u201eDer Markt ist unser Gott\u201c\">Affluenza \u2013 das Konsum-Virus \u2013 \u201eDer Markt ist unser Gott\u201c<\/a><\/li><li><a href=\"http:\/\/konsumpf.de\/?p=13769\" title=\"Werbung am Rande der Apokalypse (5. und letzter Teil)\">Werbung am Rande der Apokalypse (5. und letzter Teil)<\/a><\/li><li><a href=\"http:\/\/konsumpf.de\/?p=13008\" title=\"Widerstand gegen den Wegwerfwahn\">Widerstand gegen den Wegwerfwahn<\/a><\/li><li><a href=\"http:\/\/konsumpf.de\/?p=11331\" title=\"Lesetipps: Ist Luxus unmoralisch? | Bundesrat stoppt Gentechnik im Saatgut | Atomkraft-Verflechtungen | Schleichwerbung in der Kita\">Lesetipps: Ist Luxus unmoralisch? | Bundesrat stoppt Gentechnik im Saatgut | Atomkraft-Verflechtungen | Schleichwerbung in der Kita<\/a><\/li><li><a href=\"http:\/\/konsumpf.de\/?p=9317\" title=\"Andr\u00e9 Gorz \u00fcber unsere aufgeblasene Warenwelt\">Andr\u00e9 Gorz \u00fcber unsere aufgeblasene Warenwelt<\/a><\/li><\/ul>","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Ich wei\u00df nicht, ob sie Euch auch schon einmal aufgefallen sind \u2013 diese etwas sonderbar anmutenden Geb\u00e4ude, die mit Namen wie \u201eSelfStorage\u201c o.\u00e4. beschriftet sind (bei der Einfahrt nach Hamburg \u00fcber die Kieler Stra\u00dfe kann man z.B. so ein Exemplar \u201ebewundern\u201c) und im Prinzip aus Lagerr\u00e4umen bestehen, die jedermann mieten kann, um \u00fcbersch\u00fcssigen Krams unterzustellen. 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