{"id":13614,"date":"2011-12-29T10:06:50","date_gmt":"2011-12-29T09:06:50","guid":{"rendered":"http:\/\/konsumpf.de\/?p=13614"},"modified":"2011-12-29T16:52:16","modified_gmt":"2011-12-29T15:52:16","slug":"gentechnik-%e2%80%93-made-by-profit","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/konsumpf.de\/?p=13614","title":{"rendered":"Gentechnik \u2013 made by Profit"},"content":{"rendered":"<p><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignright size-full wp-image-13631\" title=\"logo_de\" src=\"http:\/\/konsumpf.de\/wp-content\/uploads\/2011\/12\/logo_de.gif\" alt=\"\" width=\"173\" height=\"223\" \/>Auf der <a href=\"http:\/\/www.ethecon.org\/de\/1405\">Stiftungstagung 2011<\/a> von <strong>Ethecon<\/strong>, der Stiftung \u201eEthik &amp; \u00d6konomie\u201c, gab es diesmal wieder einige hochinteressante Vortr\u00e4ge, von denen ich Euch einen gerne auch an dieser Stelle pr\u00e4sentieren m\u00f6chte. Und zwar \u201e<a href=\"http:\/\/www.ethecon.org\/de\/1407\"><strong>Gentechnik \u2013 made by Profit<\/strong><\/a>\u201c von <strong>Dr. Steffi Ober<\/strong> (Referentin f\u00fcr Agrogentechnik und Biodiversit\u00e4t beim NABU). Ein recht langer, aber absolut lohnenswerter Artikel, wie ich finde.<\/p>\n<p>&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;-<\/p>\n<p><strong>Wissen, Macht und Kapital<\/strong><\/p>\n<p>&#8211; es gilt das gesprochene Wort &#8211;<\/p>\n<p>Die ethecon Stiftung hat mich zur diesj\u00e4hrigen Preisverleihung  eingeladen mit der Bitte, ihrer Tagung einen inhaltlichen Auftakt zu  geben. Ziel der Stiftung sei es, so lese ich, das Spannungsfeld zwischen  Ethik und \u00d6konomie zu erhellen, dazu eignet sich die Gentechnik  hervorragend. Mir gibt das die M\u00f6glichkeit, eine Rede zu halten, die mir  schon lange auf dem Herzen liegt und ich danke daf\u00fcr, dass sie das  h\u00f6ren m\u00f6chten. In meinem Vortrag: Gentechnik \u2013\u201emade by Profit\u201c m\u00f6chte  die Zusammenh\u00e4nge zwischen Wissen, Macht und Kapital herausarbeiten, die  sich in den letzten beiden Jahrzehnen global und national etabliert  haben. Dazu beginne ich mit dem Wissen, den schn\u00f6den  naturwissenschaftlichen Grundlagen, was ist Gentechnik und wozu dient  sie. In einem zweiten Schritt m\u00f6chte ich erl\u00e4utern, wie sich aus dieser  technischen Errungenschaft Gold spinnen l\u00e4sst. Wer hat die Macht, daraus  Kapital zu schlagen? Und warum f\u00f6rdert die Politik die Heilsversprechen  der Gentechnikindustrie? Welches politische Interesse verbirgt sich  dahinter?<\/p>\n<p><!--more-->In meiner Bewertung beginne ich mit einem Zitat von Karl Marx:<\/p>\n<p>\u201eWie in der st\u00e4dtischen Industrie wird in der modernen Agrikultur die  gesteigerte Produktivit\u00e4t und gr\u00f6\u00dfere Fl\u00fcssigmachung der Arbeit erkauft  durch Verw\u00fcstung und Versiechung der Arbeitskraft selbst. Und jeder  Fortschritt der kapitalistischen Agrikultur ist (\u2026) ein Fortschritt in  der Kunst, den Boden zu berauben, jeder Fortschritt in der Steigerung  seiner Fruchtbarkeit f\u00fcr eine gegeben Zeitfrist zugleich ein Fortschritt  im Ruin der dauernden Quellen seiner Fruchtbarkeit. Je mehr ein Land  von der gro\u00dfen Industrie als dem Hintergrund seiner Entwicklung ausgeht,  desto rascher dieser Zerst\u00f6rungsprozess.\u201c (Karl Marx, Friedrich Engels,  Werke Bd.3 Dietz, Berlin\/DDR 1969, S. 68)<\/p>\n<h1>Wissen: Was ist Gentechnik?<\/h1>\n<p>Beginnen wir mit den Grundlagen: Was ist Gentechnik und warum  untersteht diese Technologie einer besonderen Regelung? Die klassische  Z\u00fcchtung beruht auf der Kreuzung der gleichen oder nah verwandter Arten,  die unterschiedliche Eigenschaften haben. Ich konzentriere mich in  meinem Vortrag auf die Pflanzen, da diese bereits kommerziell  breitfl\u00e4chig genutzt werden, Gentechnik bei Tieren ist noch am Anfang.  Aus den Kreuzungsnachkommen werden die mit den gew\u00fcnschten  Eigenschaftskombinationen ausgew\u00e4hlt. Gentechnik erlaubt hingegen, aus  fremden Organismen stammende DNA-Sequenzen und Eigenschaften in Pflanzen  einzuf\u00fchren, z. B. solche, die eine Herbizid- oder Insektenresistenz  vermitteln. Das deutsche Gentechnik-Gesetz definiert, dass mit einer  gentechnischen Transformation neue Eigenschaften in einen Organismus  gebracht werden, die auf nat\u00fcrliche Weise dort nicht hineinkommen  w\u00fcrden. Insofern leitete das Bundesverfassungsgericht in einem  aufsehenerregenden Urteil im letzten Jahr daraus auch ab, dass der Staat  eine besondere Vorsorgepflicht f\u00fcr die nicht kalkulierbaren und vor  allem nicht r\u00fcckholbaren m\u00f6glichen Risiken der Gentechnik tr\u00e4gt. Risiken  k\u00f6nnen sich daraus ergeben, dass gv-Pflanzen lebendige Organismen sind,  die sich auskreuzen und fortpflanzen. Damit geben sie die neue  Eigenschaft immer weiter. Ein Chemieunfall dagegen wird irgendwann  abgebaut, es gibt Halbwertszeiten und die Gifte sind weg. Das gilt f\u00fcr  GVO allerdings nicht. Deshalb m\u00fcssen Gentechnisch ver\u00e4nderte Pflanzen in  Br\u00fcssel zugelassen werden und durchlaufen dort einen aufwendigen, wenn  auch nicht unumstrittenen, Prozess der Pr\u00fcfung. Der Anbau von GVO findet  haupts\u00e4chlich in USA; Kanada, Brasilien, Argentinien, Indien, China auf  \u00fcber 130 Mio. Hektar Fl\u00e4che statt. Das sind noch immer unter 10% der  weltweit landwirtschaftlich genutzten Fl\u00e4chen. Allerdings ist die  Tendenz steigend, da sowohl der Mais und Rapsanbau f\u00fcr den Biosprit als  auch der Anbau von Baumwolle oder Soja f\u00fcr das Viehfutter zunimmt.  Baumwolle, Mais, Raps und Soja sind die am h\u00e4ufigsten angebauten GVOs.  Diese Pflanzen tragen zwei Eigenschaften, die meisten sind  herbizidresistent, ein Viertel etwa insektenresistent. Was bedeutet das?  Die herbizidresistenten Pflanzen vertragen ein  Unkrautvernichtungsmittel, das alle anderen Beikr\u00e4uter abt\u00f6tet und nur  die Nutzpflanze stehen l\u00e4sst. Vier von f\u00fcnf Hektar gentechnisch  ver\u00e4nderter Pflanzen werden mit dem dazugeh\u00f6rigen Totalherbizid  verkauft. Da klingeln die Kassen gleich doppelt. Der TOP Seller f\u00fcr  gentechnisch ver\u00e4ndertes Saatgut und das zugeh\u00f6rige Pestizid, Roundup,  ist der (US)-Konzern Monsanto. In den USA sind Soja, Mais, Baumwolle und  Zuckerr\u00fcben fast zu 100% gentechnisch ver\u00e4ndert. Europa importiert 32  Mio. Tonnen Soja j\u00e4hrlich, allein in Niedersachen werden 5 Mio. Tonnen  Soja pro Jahr verf\u00fcttert. Die Konsumenten in Europa lehnen GVO  gr\u00f6\u00dftenteils ab. Doch die Importe erfolgen durch die Hintert\u00fcr in den  Stall, denn Fleisch, Milch oder Eier von Tieren, die mit GVO gef\u00fcttert  werden, m\u00fcssen nicht gekennzeichnet werden. In Deutschland ist der Anbau  von gv-Mais MON 810, eine Produkt von Monsanto, seit zwei Jahren  verboten. Das Bundesministerium f\u00fcr Landwirtschaft machte \u00f6kologische  Bedenken geltend, dass das eingef\u00fchrte Toxin, das Bt-Gift, f\u00fcr  Schmetterlinge, Bienen und die Umwelt sch\u00e4dlich sein k\u00f6nnte. Eine  weitere gv-Pflanze, die Amflora, eine Kartoffel f\u00fcr die St\u00e4rkeindustrie,  konnte sich erst gar nicht etablieren. Der Hersteller der St\u00e4rke  -Kartoffel, das Unternehmen BASF, versucht sich jetzt an der n\u00e4chsten  Markteinf\u00fchrung. Diesmal hei\u00dft die Kartoffel Fortuna \u2013 eine Z\u00fcchtung,  die gegen einen ber\u00fcchtigten Pilz resistent ist. Wir d\u00fcrfen gespannt  sein, ob sich die Chio-Chips Industrie, die diese gentechnisch  ver\u00e4nderte Kartoffel abnehmen soll, sich \u00fcber Fortuna ebenso freuen wird  wie BASF.<\/p>\n<h1>Macht und Kontrolle<\/h1>\n<p>Die Machtkonzentration in der Lebensmittelwirtschaft ist dramatisch.  Einige wenige multinationale Unternehmen kontrollieren bereits jetzt den  internationalen Markt f\u00fcr Saatgut. Durch die (fast) weltweite Vergabe  von Patenten, die alle Ebenen der Lebensmittelproduktion umfassen,  geraten Landwirte und Lebensmittelhersteller in einem nie dagewesenen  Ausma\u00df in direkte Abh\u00e4ngigkeit von diesen Konzernen. Die Kontrolle der  Nahrungsmittel ger\u00e4t in die H\u00e4nde einiger weniger Konzerne, die zugleich  auch weltweit versuchen, gentechnisch ver\u00e4nderte Saaten einzuf\u00fchren.  Sechs Unternehmen beherrschen 71% der Agrarchemie, fast 69 % des  Saatgutmarktes und 77% der klimarelevanten Gene. klimarelevanten Gene  sind solche Genomabschnitte, die f\u00fcr Eigenschaften wie trockentoleranz  oder hitzetoleranz zust\u00e4ndig sind, angesichts des Klimawandels  verspricht man sich davon gro\u00dfe M\u00e4rkte f\u00fcr die Zukunft. Diese sechs  Unternehmen sind: Monsanto, Dupont, Syngenta, Dow Chemicals, Bayer und  BASF, die beiden letzten sind deutsche Unternehmen. Den meisten hier im  Raum wird Monsanto (ebenso wie Dow) allerdings aus dem Vietnam- Krieg  als Produzent des Entlaubungsmittel Agent Orange oder des h\u00f6chst  giftigen Weichmachers PCB bekannt sein. Monsanto macht einen j\u00e4hrlichen  Umsatz von 4,6 Milliarden Dollar allein mit Saatgut sowie einige weitere  Milliarden mit Roundup, dem zugeh\u00f6rigen Breitbandherbizid. In den  letzten zehn Jahren hat der Konzern weltweit etwa zehn Milliarden  US-Dollar investiert, um Saatguterzeuger und andere Unternehmen im  Bereich landwirtschaftlicher Produktion aufzukaufen. Zudem h\u00e4lt Monsanto  extrem weitreichende Patente auf Saatgut, die aber l\u00e4ngst nicht immer  in Zusammenhang mit dem Anbau von Gen-Saaten stehen. Diese Patente  umfassen auch die Ernte, zum Teil bis hin zur Verwendung als Tierfutter  oder in Lebensmitteln. F\u00fcr den Landwirt bedeuten die Patente, dass er  das Saatgut nur einmal auss\u00e4en darf und jedes Jahr neu kaufen muss.  Sollte es jemand wagen, selbst Monsanto Saatgut nachzuziehen, dann muss  er mit drakonischen Strafen und Prozessen rechnen. Die Entwicklung eines  \u201etraits\u201c, einer neuen gentechnisch ver\u00e4nderten Eigenschaft, ist sehr  teuer, sie kostet rund 60 bis 100 Millionen Dollar. Dies erkl\u00e4rt sofort,  warum sich die kommerziell nutzbaren traits\/Eigenschaften in der Hand  der gro\u00dfen Industrie befinden und mit Patenten belegt werden. Ein  Beispiel: Monsanto h\u00e4lt in Europa ein Patent auf genmanipulierte  Soja-Pflanzen, das auch deren Anbau und alle Teile der Pflanzen umfasst.  Auf dieser Basis hat Monsanto jetzt in Europa Gerichtsverfahren gegen  Soja-Produzenten in Argentinien eingeleitet, um zus\u00e4tzliche Geb\u00fchren zu  erheben, wenn deren Ernte nach Europa importiert wird. Monsanto hat aber  auch Patente auf normales &#8211; nicht gentechnisch ver\u00e4ndertes &#8211; Saatgut  angemeldet, wie zum Beispiel Weizen aus Indien. Das hiesige  Chemieunternehmen BASF SE ist gemeinsam mit seinen Tochterunternehmen  stark in der Analyse von Pflanzengenomen. \u201eSungene\u201c oder \u201eMetanomics\u201c,  beide BASF T\u00f6chter, scannen Pflanzengenome auf die genannten  klimarelevanten Eigenschaften wie Trockenheit, \u00dcberflutung und Hitze.  BASF h\u00e4lt weltweit die meisten klimarelevanten Patente. Deshalb sind sie  auch als Kooperationspartner f\u00fcr Monsanto interessant, die ihrerseits  den Saatgutmarkt im Griff haben.<\/p>\n<p><em>Wissen als Ware<\/em><\/p>\n<p>Die zentrale theoretische Grundlage der Forschungsstrategie ist der  Ansatz der \u201eknowledge based bio economy\u201c, die im Lissabon Vertrag von  2007 vereinbart wurde. Dieser Ansatz definiert Wissen als Ware, die  gekauft und verkauft wird. Folgerichtig wird Wissen patentierbar und in  TRIPS, WTO und GATTS gehandelt und so zum Instrument der  Wettbewerbsf\u00e4higkeit. Langj\u00e4hrig entwickelte und produktive Formen des  offenen Information-Zugangs (open access) werden zunehmend ausgehebelt.  Das Z\u00fcchterprivileg erlaubt, mit sortengesch\u00fctztem Saatgut weiter zu  z\u00fcchten, um dieses zu verbessern. Doch Patente schr\u00e4nken Wissenschaftler  weltweit ein, so dass sie nicht mehr frei \u00fcber Saatgut verf\u00fcgen und  daran forschen k\u00f6nnen. Die Saatgutkonzerne nehmen mit ihrem \u201etechnology  stewardship agreement\u201c, das jeder K\u00e4ufer unterzeichnen muss, Einfluss  darauf, wer mit welchem Forschungsdesign an ihrem Saatgut forscht. Durch  dieses \u201ebag tag agreement\u201c wird freie und unabh\u00e4ngige Forschung  unm\u00f6glich. Um gv-Saatgut zu Forschungszwecken zu bekommen, muss man  einen Vertrag unterzeichnen, der festlegt, in welchen Grenzen dieses  genutzt werden darf. Die Saatgutunternehmen Monsanto, Pioneer und  Syngenta haben externen Forschern auf Jahrzehnte hinaus jegliche  Forschung an ihrem gv-Saatgut untersagt. Doch nicht nur in USA bekommen  selbst staatliche Forschungsstellen keinen Zugang zu GVO, das ist auch  g\u00e4ngige Praxis in Europa. Die Landwirte unterschreiben mit ihrem Ankauf  von gv-Saatgut beim Unternehmen, dass sie ohne die Zustimmung des  Konzerns nichts davon an Forscher weitergeben d\u00fcrfen. Nach den Vertr\u00e4gen  zwischen Monsanto und den Landwirten zur Weitergabe des Saatgutes an  Wissenschaftler befragt antwortet die Bundesregierung in der Drucksache  16\/12536: \u201eDie Bundesregierung nimmt keinen Einfluss auf die zwischen  Dritten abgeschlossenen Vertr\u00e4ge\u201c. Das bedeutet jedoch, dass auch in  Deutschland Forscher bei den Landwirten kein transgenes Saatgut oder  Erntegut zu Forschungszwecken erhalten. Konventionelles Saatgut k\u00f6nnen  die Forscher in beliebige Mengen im Saatguthandel kaufen und dieses  Saatgut anpflanzen. Bei gv-Saat ist das ohne die Zustimmung der  Hersteller verboten. Somit ist es unm\u00f6glich zu untersuchen, wie sich  gv-Saaten unter verschiedenen Konditionen im Vergleich mit  konventionellem Saatgut von anderen Unternehmen verhalten oder ob die  Ertr\u00e4ge der gv-Pflanzen wirklich so hoch sind, wie die Unternehmen in  ihrer Werbung anpreisen. Gleichwohl muss man in aller Deutlichkeit  festhalten: Trotz 20 Jahren Forschung und 13 Jahren kommerziellen Anbaus  haben GVO keine signifikanten Ertragssteigerungen gebracht.  Mittlerweile existieren jedoch genug Daten, um belegen zu k\u00f6nnen, dass  bei gv-Soja mit Ertragsreduktion und nur bei Bt-Mais bestenfalls mit  einer leichten Ertragssteigerung zu rechnen sei. Ob der Anbau von  gv-Pflanzen unbeabsichtigte Effekte auf die Umwelt zur Folge hat, kann  nicht erforscht werden, da unabh\u00e4ngige Forschung dazu nicht m\u00f6glich ist.  Dies best\u00e4rkt nicht gerade das Vertrauen der Konsumenten in die  Unbedenklichkeit des Gentechnikanbaus. Wenn die gesamte  Risikoabsch\u00e4tzung und das Monitoring zum gv-Anbau nur auf firmeneigenen  Daten beruht, die der Fach\u00f6ffentlichkeit nur hochgerechnet zur Verf\u00fcgung  stehen, dann sind grundlegende Prinzipien der Wissenschaft wie  Nachvollziehbarkeit und Transparenz verletzt.<\/p>\n<h1>Macht und Politik<\/h1>\n<p>Nun wenden wir uns der interessanten Frage zu, was diese globalen  Vorg\u00e4nge mit uns zu tun haben. Meine These an dieser Stelle lautet, dass  die Bundesregierung, und zwar v\u00f6llig unabh\u00e4ngig von der jeweiligen  politischen Farbenlehre, die geschilderte Entwicklung und die  \u00f6konomischen Interessen der Industrie nicht nur unterst\u00fctzt sondern auch  als Maxime ihrer Forschungsstrategie setzt. Die grundlegenden  Entscheidungen zur Forschung dieser Bundesregierung (genauso wie ihrer  Vorg\u00e4nger) werden so gut wie nicht \u00f6ffentlich wahrgenommen oder  diskutiert. Dabei werden jedes Jahr Milliardenbetr\u00e4ge durch  Steuererleichterungen f\u00fcr forschende Unternehmen (immerhin 62% der  Betriebe in D) wie Siemens, Daimler oder BASF in gesellschaftlich  durchaus umstrittene Forschung wie Kernfusion, teure Spritfresser oder  Gentechnik gesteckt. Der Koalitionsvertrag sieht sogar vor, dass die  forschenden Unternehmen ganz steuerfrei f\u00fcr ihre Forschung gestellt  werden sollen. Daraus resultiert zwangsl\u00e4ufig eine massive  Technologielastigkeit der Forschung, die mit Steuergeldern  subventioniert wird. Die Frage ist: Wird das gesellschaftlich \u00fcberhaupt  wahrgenommen und kritisch reflektiert? Dankenswerterweise \u00fcbernimmt der  Bundesrechnungshof in seiner neuesten Stellungnahme diesem Job und  kritisiert das Bundesministerium f\u00fcr Forschung (BMBF) massiv. Der Etat  von 12,8 Mrd. Euro des BMBF sei zwar eine Menge Geld aber noch lang  keine Strategie. Im Gegenteil \u2013 das BMBF lade geradezu dazu ein, dass  die Gro\u00dfforschungseinrichtungen wie die Helmholtz Gemeinschaft  Millionenbetr\u00e4ge horten, die sie gar nicht mehr sinnvoll ausgeben k\u00f6nnen  und \u2013 noch viel skandal\u00f6ser: die f\u00fcr alle ihre Forschungsprojekte in  der internen Evaluation H\u00f6chstnoten vergeben, selbst wenn sie  offensichtliche Flops sind. Die Helmholtz-Gemeinschaft ist mit \u00fcber  31.000 Mitarbeitern in 17 Forschungszentren und einem Jahresbudget von  rund 3,3 Milliarden Euro die gr\u00f6\u00dfte Wissenschaftsorganisation  Deutschlands; sie profitieren am meisten von einer  technologiezentrierten Forschungsstrategie ebenso wie die Industrie, der  \u00fcber unsinnige Pauschalen laut Bundesrechnungshof das Geld  hinterhergeworfen wird. Weder die Opposition im Bundestag noch  Zivilgesellschaft haben sich zu diesem Konglomerat aus Wissenschaft und  Wirtschaft, das sich mit Steuergeldern m\u00e4stet, vernehmbar ge\u00e4u\u00dfert. Im  Folgenden m\u00f6chte ich ihnen den wissenschaftlich industriellen Filz am  Bundesforschungsministerium n\u00e4her bringen.<\/p>\n<p><em>Hightechstrategie und Forschungsunion<\/em><\/p>\n<p>Um Forschung und Innovation zu b\u00fcndeln wurde 2006 die  Hightechstrategie (also Strategie zur Entwicklung der  Spitzentechnologie) der Bundesregierung ausgestattet mit 19 Mrd. \u20ac (bis  2012) und im Parlament beschlossen \u2013 aber seither haben die  Volksvertreter diese Strategie nicht mehr gesehen. Denn inhaltlich  weiterentwickelt wird die Hightechstrategie durch die Forschungsunion.  Teil der Hightechstrategie ist auch das \u201eInnovationskonzept f\u00fcr die  Pflanzenforschung\u201c erdacht von Industrie und Technokraten. Denn die  Forschungsunion ist Beratungsgremium der Bundesregierung, handverlesen  von Ministerin Schavan und Kanzleramt mit Mitglieder aus Forschung und  Wirtschaft der Bereiche: Milit\u00e4r mit Thyssen Krupp Marine Systeme (die  modernsten U-Boote der Welt). Automobil: ZF-Friedrichshafen AG (mobile  Antriebstechnik Zulieferer f\u00fcr die R\u00fcstungsindustrie), Adam Opel oder  Turbodiesel Forschungszentrum Uni Kaiserslautern. An weiteren Branchen  finden sich der BASF SE (Chemie + Biotechnologie) oder Siemens und  verschiedene Life Science Unternehmen. In der Wissenschaft dominieren  die Gro\u00dfforschungszentren wie Helmholtz-Gemeinschaft (das sind die mit  den vielen Millionen zuviel) und Fraunhofer Gesellschaft. Diese Herren  (Frauen kommen h\u00f6chst vereinzelt vor) beraten also die Bundesregierung  dahingehend, wie die Welt in 20, 30 Jahren aussehen soll und welche  Forschung wir daf\u00fcr heute brauchen. Erste Priorit\u00e4t sei es, Leitm\u00e4rkte  zu schaffen (Empfehlungen der Forschungsunion 2009, 2011): \u201eLeitm\u00e4rkte  sind M\u00e4rkte, in denen die Industrie einen globalen Wettbewerbsvorteil  entwickeln kann\u201c. Wir danken f\u00fcr die kl\u00e4renden Worten, denn in der  \u00f6ffentlichen Kommunikation maskiert die Bundesregierung die Ziele ihrer  Forschungspolitik gerne. Ich zitiere aus der offiziellen BMBF Homepage:  \u201eZiel der Hightech-Strategie ist es, Deutschland zum Vorreiter bei der  L\u00f6sung globaler Herausforderungen zu machen. Dadurch tragen wir nicht  nur dazu bei, das Leben vieler Menschen besser und lebenswerter zu  machen. Durch eine breite Basis in Wissenschaft und Forschung sowie  durch Entwicklung hochwertiger Technologien sichern wir auch Wohlstand  und qualifizierte Arbeit in Deutschland.\u201c Die Bundesregierung verspricht  also in einem ersten Schritt, dass Deutschland Vorreiter in der L\u00f6sung  globaler Probleme werden soll. Globale Probleme sind die Sicherung der  Weltern\u00e4hrung, der Stopp der Klimaerw\u00e4rmung und die zunehmende Knappheit  an Ressourcen sei es \u00d6l, Phosphor oder seltene Erden. Doch der  L\u00f6sungsansatz wird im n\u00e4chsten Satz schon wieder begrenzt auf die  Entwicklung hochwertiger Technologien. Diese Innovationen sollen als  Motor des nationalen Wirtschaftswachstums gelten. Wahrscheinlich geht es  ihnen wie mir an dieser Stelle, sie fragen sich, was die Sicherung der  Weltern\u00e4hrung und der Stopp des global warming mit nationalem  Wirtschaftswachstum zu tun hat. Und ob das nationale Wirtschaftswachstum  wirklich mit Wohlstand gleichgesetzt werden kann? Nach einer neuen  Umfrage aus diesem Jahr \u00e4u\u00dfern bereits zwei Drittel der Deutschen gro\u00dfe  Zweifel an der Denkfigur Wachstum = Wohlstand. Davon zeugt auch die neue  Enquete-Kommission\u201c Wachstum, Wohlstand, Lebensqualit\u00e4t \u2013 Wege zur  nachhaltigem Wirtschaften und gesellschaftlichen Fortschritt\u201c im  Bundestag.<\/p>\n<p>Bleibt die Sicherung der Weltern\u00e4hrung und die Ressourcenknappheit,  die durch mehr Technologie ausgeglichen werden muss, wenn alles so  weitergehen soll wie bisher. Zur L\u00f6sung dieser Fragen hat sich die  Forschungsunion \u2013 wir erinnern uns, das Gremium aus Wirtschaft und  Wissenschaft \u2013 ein neues Gremium geschaffen, den Bio\u00f6konomierat. Dieser  ist angesiedelt bei der Technikakademie acatech in M\u00fcnchen und die  Vorsitzenden aus der Acatech sind gleichzeitig auch Vorsitzende in  Forschungsunion und Bio\u00f6konomierat. Der Bio\u00f6konomierat versteht sich als  unabh\u00e4ngiges Beratungsgremium der Bundesregierung in allen Fragen der  Bio\u00f6konomie mit Experten aus staatlicher und privatwirtschaftlicher  Forschung. Die Mitglieder sind praktisch ausschlie\u00dflich Natur- und  Agrarwissenschaftler. Und wir finden wie in der Forschungsunion die  Vorstandsvertreter der f\u00fchrenden Konzerne wie BASF, oder Dow Chemicals  (die drei sind mit Monsanto die f\u00fchrenden Chemie Unternehmen weltweit).  Der Bio\u00f6konomierat wird vom Bundesministerium f\u00fcr Bildung und Forschung  und dem Bundesministerium f\u00fcr Ern\u00e4hrung mit zwei Millionen Euro im Jahr  unterst\u00fctzt. Daf\u00fcr hat er dann die Vorlagen f\u00fcr das  Forschungsrahmenprogramm Bio\u00f6konomie 2030 geliefert, das dieses Jahr mit  2,3, Mrd. Euro startet. Was bedeutet Bio\u00f6konomie? Ich zitiere (Homepage  BMBF): Mit der \u201eNationalen Forschungsstrategie Bio\u00d6konomie 2030\u201c legt  die Bundesregierung die Grundlagen f\u00fcr die Vision einer nachhaltigen  bio-basierten Wirtschaft, deren Angebot die Welt ausreichend und gesund  ern\u00e4hrt und mit hochwertigen Produkten aus nachwachsenden Rohstoffen  versorgt\u201c so das Bundesministerium f\u00fcr Bildung und Forschung, BMBF. Die  geplante Umstellung der erd\u00f6lbasierten auf eine pflanzenbasierte  Wirtschaft geht jedoch weit \u00fcber Forschung und \u00d6konomie und damit den  Horizont der vorgelegten Strategie hinaus. Um den Herausforderungen der  Klimaver\u00e4nderungen, der Weltern\u00e4hrung und der Ressourcenknappheit zu  begegnen spielen Forschung und Innovation gewiss eine wichtige Rolle f\u00fcr  die Bew\u00e4ltigung der Aufgaben. Doch mein Verst\u00e4ndnis von Innovationen  umfasst mehr als nur Technologie- und Produktentwicklungen. Neue Pfade,  Strategien und Prozesse in den Wissenschaften und eine breite  gesellschaftliche Beteiligung m\u00fcssen angesto\u00dfen werden, damit die  Zivilgesellschaft diesen fundamentalen Ver\u00e4nderungsprozess mit tr\u00e4gt.  Wie gelingt der Strukturwandel zur Wissensgesellschaft, so wie sie das  BMBF von uns fordert? Wie kann ich nachhaltig handeln? Wie k\u00f6nnen wir  alle unser Konsummuster so \u00e4ndern, dass wir weniger Ressourcen und  Energie verbrauchen?<\/p>\n<p>Diese gro\u00dfen Herausforderungen k\u00f6nnen nicht stellvertretend f\u00fcr,  sondern nur mit der Zivilgesellschaft auf gleicher Augenh\u00f6he bearbeitet  werden. Doch wer kann und wird diesen Dialog organisieren? Weder die  Weiterentwicklung der Hightechstrategie noch die Vorlagen des  Bio\u00f6konomierates wurden jemals im Parlament besprochen, noch nicht  einmal im zust\u00e4ndigen Fachausschuss. Wenn nun noch nicht einmal das  Parlament in die Diskussion um die Forschungsstrategien f\u00fcr die wirklich  relevanten Zukunftsthemen involviert wird, wenn nur noch Lobbygremien  der Wirtschaft und technologieorientierten Wissenschaft intern  diskutieren, f\u00e4llt die gesellschaftliche Debatte und Kontrolle schlicht  aus. Nicht nur das: Die Wissenschaft wird reduziert auf eine Funktion  als Dienstleister der Wirtschaft, um technische Innovationen zu  erfinden, diese schnell in Produkte umzusetzen und dann der Wirtschaft  zur Markteinf\u00fchrung zu \u00fcberlassen, oder um es mit Brecht zu formulieren  nicht mehr als ein \u201eGeschlecht erfinderischer Zwerge, die f\u00fcr alles  gemietet werden k\u00f6nnen\u201c (Gallileo). Die Forschungsunion und der  Bio\u00f6konomierat, die Anbindung an die acatech stehen bereits f\u00fcr eine  Vorentscheidung in die Richtung einer ausschlie\u00dflich technologischen  Betrachtung der Welt, die den aktuellen und akuten Problemen in keinster  Weise gerecht wird. Dies ist nat\u00fcrlich kein zuf\u00e4lliger Fehler im  System, sondern das System selbst ist sehr effizient darauf angelegt,  dass Deutschland zum Leitmarkt und deutsche Industrien Weltmarktf\u00fchrer  f\u00fcr neue Technologien und Produkte werden. Wie dabei aber Anspruch und  Wirklichkeit auseinanderklaffen, werde ich am Thema Weltern\u00e4hrung und  Ressourcen erl\u00e4utern.<\/p>\n<p>Die Sicherung der Weltern\u00e4hrung wird immer wieder als Begr\u00fcndung f\u00fcr  millionenschwere Forschung- und Entwicklungsf\u00f6rderung gentechnisch  ver\u00e4nderte Pflanzen herangezogen, ja wie ein Mantra vorgebetet.  Millionen von Forschungsgeldern gehen in die Gentechnik und in die  synthetische Biologie (eine weitere Steigerung der Gentechnik, damit  kann man wie mit einem Legobaukasten ganz neue Organismen bauen) und das  trotz der absolut geringen Akzeptanz in der Bev\u00f6lkerung Und obwohl sich  (fast) alle einig sind, dass wir viel mehr robuste und resiliente,  regional angepasste und bodenerhalten Landnutzungskonzepte brauchen.  Fakt ist, dass die GMO heute nicht zur Weltern\u00e4hrung beitragen sondern  in den Tank (gv-Mais) oder Futtertrog (gv-Soja) gehen. \u00dcber 80% der  Weltern\u00e4hrung wird tats\u00e4chlich durch Kleinbauern geleistet, die auf  g\u00fcnstige low input Systeme statt auf teures Saatgut, Pestizide und  D\u00fcnger angewiesen sind. Und noch eins obendrauf: Studien beweisen, dass  der \u00f6kologische Landbau in Afrika die Ertr\u00e4ge glatt verdoppelt und noch  dazu zur Sicherung der Bodenfruchtbarkeit beitr\u00e4gt. Ein gro\u00dfes Problem  des Hungers ist der mangelnde Zugang zu Land, Kleinbauern haben keine  Rechte und k\u00f6nnen sich nicht wehren. Landgrabbing raubt in Afrika und  Lateinamerika den Kleinbauern ihr fruchtbares Land, dahinter stehen  gro\u00dfe Investoren aus China oder arabischen L\u00e4ndern. Unsere Verschwendung  von Lebensmitteln ist ein weiterer Konkurrent der Hungernden, die  H\u00e4lfte aller erzeugten Lebensmittel wird weggeworfen. Ich kann an dieser  Stelle das Thema Hunger und \u00dcberfluss nicht weiter vertiefen aber es  sollte klar geworden sein, dass eine technische Manipulation des  Saatgutes allein dem Problem \u00fcberhaupt nicht gerecht wird.<\/p>\n<p>Ressourceneffizienz und neue Technologien andererseits werden den  gro\u00dfen Ressourcenhunger unserer Zeit nicht befriedigen k\u00f6nnen. Schon  heute brauchen wir, um unseren Lebensstil zu befriedigen, 1,5 Erden,  Amerika 4. Dies ist auf Dauer nicht durchhaltbar. Das L\u00f6sungswort daf\u00fcr  klingt b\u00f6se, es lautet Suffizienz. Das bedeutet, wir m\u00fcssen weniger  verbrauchen und unser Verhalten gravierend \u00e4ndernd. Weniger Fleisch,  weniger Konsum. Aber das ist das Gegenteil von Wirtschaftswachstum und  wird daher von der Industrie und den Konzernen und so auch von der  Politik gemieden wie die Pest. Lieber setzt man auch weiterhin alle  Kraft in Strategien, die ein unendliches Wachstum in einer endlichen  Welt vorgaukeln. Doch die Zeit dr\u00e4ngt, denn das das 2 Grad Ziel, das  einen noch einigerma\u00dfen sicheren Entwicklungskorridor vorgibt, werden  wir krachend verfehlen, vom verheerenden Verlust an Biodiversit\u00e4t und  Ressourcen gar nicht zu reden. Menschen werden aus ihrer Heimat fl\u00fcchten  m\u00fcssen, weil es dort zu hei\u00df wird, es kein Wasser mehr gibt oder sie  mit zu viel Wasser untergehen, wie in Bangkok oder Bangladesh.  Klimakriege werden die Folge sein, viele Staaten dieser Welt r\u00fcsten ihre  Grenzen auf, um sich gegen ihre verzweifelten Nachbarn zu wehren. Die  Welt wird instabiler und ungem\u00fctlicher.<\/p>\n<p>Wir werden neue, technologische Entwicklungen brauchen, damit wir die  vorhandenen Ressourcen effizienter Nutzen k\u00f6nnen. Aber wir werden auch  mit weniger Konsum leben m\u00fcssen. Entweder deshalb, weil die Preise so  steigen, dass wir uns das nicht mehr leisten k\u00f6nnen. Oder- und das halte  ich f\u00fcr den schlaueren Weg \u2013 deshalb, weil wir mit weniger Konsum leben  wollen. Wir in den reichen Nationen k\u00f6nnen und m\u00fcssen Vorbilder f\u00fcr die  aufstrebenden Schwellenl\u00e4nder wie China, Indien, Lateinamerika sein.  Sie orientieren sich an unseren Konsummustern und \u00fcbernehmen sie \u2013  h\u00e4ufig mit fatalen Folgen f\u00fcr uns alle. Nachhaltigkeit bedeutet  Gerechtigkeit f\u00fcr alle Menschen auf dieser Erde und alle, die noch  geboren werden. Gerecht ist, dass alle die Freiheit zum Leben haben und  ihre Grundbed\u00fcrfnisse gedeckt werden k\u00f6nnen &#8211; Wasser, Essen, Behausung.  Weder die Gentechnik noch andere Technologien werden uns vor der  Erkenntnis retten, dass wir aufh\u00f6ren m\u00fcssen, \u201eden Springquell unseres  Lebens zu zerst\u00f6ren\u201c. Dass wir Fortschritt anders definieren m\u00fcssen als  den \u201eFortschritt der kapitalistischen Agrikultur, der zugleich ein  Fortschritt im Ruin der dauernden Quellen seiner Fruchtbarkeit\u201c ist  (Karl Marx). Ein Staat, der vom Recht abkommt, sei nichts anderes als  eine gro\u00dfe R\u00e4uberbande\u2019, hat der heilige Augustinus einmal gesagt. Eine  Politik, die das Recht von Milliarden von Menschen auf \u00dcberleben  missachtet, sei es aus Gewinnstreben oder aus Bequemlichkeit, ebenfalls.<\/p>\n<p>Ich danke f\u00fcr ihre Aufmerksamkeit.<\/p>\n<h3 class='related_post_title'>Verwandte Beitr\u00e4ge:<\/h3><ul class='related_post'><li><a href=\"http:\/\/konsumpf.de\/?p=14711\" title=\"Lesetipps: Gr\u00fcne Gentechnik | Ein Monat ohne Handy | Fairphone | Spamindustrie | Rundfunkbeitrag\">Lesetipps: Gr\u00fcne Gentechnik | Ein Monat ohne Handy | Fairphone | Spamindustrie | Rundfunkbeitrag<\/a><\/li><li><a href=\"http:\/\/konsumpf.de\/?p=14629\" title=\"Gen-Kartoffeln kommen uns nicht in die T\u00fcte!\">Gen-Kartoffeln kommen uns nicht in die T\u00fcte!<\/a><\/li><li><a href=\"http:\/\/konsumpf.de\/?p=14396\" title=\"Die Gen-Verschw\u00f6rung \u2013 Eine Spurensuche\">Die Gen-Verschw\u00f6rung \u2013 Eine Spurensuche<\/a><\/li><li><a href=\"http:\/\/konsumpf.de\/?p=13922\" title=\"Am 21.3. 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