{"id":13510,"date":"2011-12-04T09:33:35","date_gmt":"2011-12-04T08:33:35","guid":{"rendered":"http:\/\/konsumpf.de\/?p=13510"},"modified":"2011-12-11T11:40:29","modified_gmt":"2011-12-11T10:40:29","slug":"lesetipps-kommerzialisierung-fusball-palmol-aus-dem-regenwald-alternative-okonomie-guttenberg","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/konsumpf.de\/?p=13510","title":{"rendered":"Lesetipps: Kommerzialisierung | Fu\u00dfball | Palm\u00f6l aus dem Regenwald | Alternative \u00d6konomie | Guttenberg"},"content":{"rendered":"<p><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignright size-thumbnail wp-image-13519\" title=\"M\u00fcnze im Sand\" src=\"http:\/\/konsumpf.de\/wp-content\/uploads\/2011\/12\/M\u00fcnze-im-Sand-250x166.jpg\" alt=\"\" width=\"223\" height=\"148\" srcset=\"https:\/\/konsumpf.de\/wp-content\/uploads\/2011\/12\/M\u00fcnze-im-Sand-250x166.jpg 250w, https:\/\/konsumpf.de\/wp-content\/uploads\/2011\/12\/M\u00fcnze-im-Sand-300x199.jpg 300w, https:\/\/konsumpf.de\/wp-content\/uploads\/2011\/12\/M\u00fcnze-im-Sand-1024x682.jpg 1024w\" sizes=\"(max-width: 223px) 100vw, 223px\" \/>Im <strong>think. care. act.<\/strong>-Blog habe ich neulich einen interessanten Beitrag gefunden, der thematisch perfekt in den Konsumpf passt \u2013 es geht um die Vereinnahmung einer \u201eSzene\u201c, einer \u201eBewegung\u201c oder eines \u201eTrends\u201c durch die Konzerne und damit auch durch Marketing und Kommerzialisierung. Wie bereits Packard Jennings in seiner Einleitung zur Destuctables-Website schrieb (siehe <a href=\"http:\/\/konsumpf.de\/?p=13488\">HIER<\/a>) ist dieses Sich-Aneignen von gewissen Idealen durch die Wirtschaft ein immer wieder zu beobachtendes und sehr unangenehmes Handlungsmuster, da es die R\u00e4ume f\u00fcr wirklich alternatives Handeln immer weiter einschr\u00e4nkt. Cara beschreibt in \u201e<a href=\"http:\/\/living-lohas.blogspot.com\/2011\/11\/die-kommerzialisierung-der-veganen.html\"><strong>Die Kommerzialisierung der veganen Szene<\/strong><\/a>\u201c diese Entwicklung ebenfalls:<\/p>\n<blockquote><p>(&#8230;) Was mir sauer aufst\u00f6\u00dft sind Blogs die offensichtlich gezielt und  professionell Marketing betreiben. Und das nicht in der Form, dass etwas  zur Verf\u00fcgung gestellt wird und man das dann eben mit allen Vorz\u00fcgen  und Schw\u00e4chen testet, sondern die wie plakatartige Werbeeinblendungen  schlicht auf besonders &#8220;tierfreundliche&#8221; &#8220;schicke&#8221; Produkte hinweisen  und diese verlinken, meistens mit dem Bildchen eines Teils das der  Blogbetreiber aus der Kollektion besitzt (geschenkt bekommen hat?).  Penetrantes, unreflektiertes Vorstellen von Must-Haves f\u00fcr den mehr oder  weniger modernen Veganer auf einer professionellen Basis, die kaum mehr  Raum zu Spekulationen offen l\u00e4sst, wie freiwillig und objektiv der Text  geschrieben wurde. Dass gekaufte Blogger in den Zeiten von Social Media  gang und g\u00e4be sind, ist eigentlich nichts neues und nichts was einen  verwundern sollte, trotzdem regt es mich auf, wenn sich so etwas breit  macht. (&#8230;)<\/p>\n<p>Wieso mich das nervt? Weil man damit einen &#8220;Veggie-Lifestyle&#8221; kreiert,  voll von must haves in rosa, passend f\u00fcr die 15-j\u00e4hrige Neuveganerin,  der man so gekonnt vormachen kann, dass sie nur dies und jenes zu kaufen  h\u00e4tte und schon w\u00e4re sie schick, nachhaltig und &#8220;kawaii-veggie&#8221;. Oder  bestimmte B\u00fccher, die man gelesen haben MUSS um mitreden zu k\u00f6nnen (ja  ich meine ein ganz bestimmtes) und ohne das Wissen aus der gr\u00fcnen Bibel  w\u00e4re man allerh\u00f6chstens ein halber Veganer ohne Liebe in K\u00fchlschrank und  Herz.<\/p>\n<p>Verdammt! Veganismus ist keine uniformierte Massenerscheinung, in der  jeder das gleiche zu denken, zu f\u00fchlen oder zu meinen hat. Man darf auch  aus unterschiedlichen Gr\u00fcnden vegan sein. Und dieser Dreck der da  \u00a0fabriziert wird erzeugt einen modernen Veggie-Trend, der nichts anderes  ist als Uniformierung, Verdummung. Veganer sind nicht die  kleinschreibenden mit den rosafarbigen Polkadotsachen, sondern die, die  keine Tierprodukte essen und nutzen, Punkt.<br \/>\nMan kann hervorragend ohne 500\u20ac-K\u00fcchenger\u00e4te kochen, man muss sich  keinen Bananenseideschal kaufen und man muss auch nicht eine bestimmte  Kosmetikmarke ausprobiert haben um sich vegan nennen zu d\u00fcrfen.<\/p>\n<p>(&#8230;) Was mich allerdings massivst nervt ist Greenwashing, sei es bei Nestl\u00e9,  Unilever oder dem WWF (aktuell wieder eine spannende Palm\u00f6l-Debatte auf  Facebook) und der Versuch sich durch &#8220;gesunde pflanzliche Produkte&#8221; beim  veganen Publikum anzubiedern.<\/p>\n<p>Nein. Ich werde es trotzdem nicht kaufen, AUCH wenn es vegan ist. Andere  vermutlich schon, nicht jeder ist neben vegan auch noch Konsumkritiker,  das ist okay.<\/p>\n<p>Belogen werden m\u00f6chte ich trotzdem nicht. (&#8230;)<\/p><\/blockquote>\n<p>Apropos Palm\u00f6l \u2013 dazu hatte die <strong>S\u00fcddeutsche Zeitung<\/strong> auch gleich den passenden Bericht \u2013 \u201e<a href=\"http:\/\/www.sueddeutsche.de\/wirtschaft\/handelskonzerne-im-test-palmoel-aus-dem-regenwald-1.1195870\"><strong>Handelskonzerne im Test \u2013 Palm\u00f6l aus dem Regenwald<\/strong><\/a>\u201c. Wieder einmal hei\u00dft das, dass man den gro\u00dfen Konzernen einfach nicht \u00fcber den Weg trauen kann und sie im Bereich der Lebensmittel sogar sch\u00e4dlich sind:<\/p>\n<blockquote><p>(&#8230;) Eine reine Erfolgsgeschichte ist der Aufstieg der \u00d6lpalme trotzdem  nicht, denn der Pflanze haftet ein schlechtes Image an. Umweltsch\u00fctzer  machen den exzessiven Anbau f\u00fcr die Zerst\u00f6rung der letzten Regenw\u00e4lder  dieser Erde verantwortlich, denn die Pflanze mit dem lateinischen Namen <em>Elaeis guineensis<\/em> w\u00e4chst nur in tropischen Regionen. Seit Jahren ist bekannt, das ein  wesentliche Anteil des weltweit verkauften Palm\u00f6ls zweifelhafter  Herkunft ist und von illegal gerodeten Urwaldfl\u00e4chen in Indonesien und <a href=\"http:\/\/www.sueddeutsche.de\/thema\/Malaysia\">Malaysia<\/a> stammt. Beide L\u00e4nder liefern 87 Prozent der\u00a0Weltproduktion.<\/p>\n<h3>Edeka, Aldi und Lidl scheren aus<\/h3>\n<p>In Handel und Industrie kennt man das Problem. Viele Firmen  unterst\u00fctzen inzwischen eine internationale Initiative mit dem  komplizierten Namen &#8220;Runder Tisch f\u00fcr den nachhaltigen Anbau von Palm\u00f6l&#8221;  (RSPO). Dies zeigt eine noch nicht ver\u00f6ffentlichte Studie der  Umweltschutzorganisation World Wide Fund For Nature (WWF), die der <em>S\u00fcddeutschen Zeitung<\/em> vorliegt.<\/p>\n<p>Doch ausgerechnet drei der gr\u00f6\u00dften deutschen Handelskonzerne, <a href=\"http:\/\/www.sueddeutsche.de\/thema\/Edeka\">Edeka<\/a>,  Aldi und Lidl, scheren aus. Sie unternehmen nach Recherchen der  Umweltsch\u00fctzer keinerlei Anstrengungen, um Waren zu beziehen, die mit  Palm\u00f6l aus sauberen Quellen hergestellt wurden. Im WWF-Firmenranking der  europ\u00e4ischen Handelskonzerne sind Edeka, Aldi und Lidl  die\u00a0Schlusslichter. (&#8230;)<\/p><\/blockquote>\n<p>Um eine \u201eSzene\u201c der etwas anderen Art kommt man heutzutage und hierzulande eh kaum herum, vor allem nicht in den geraden Jahren, in denen die Gro\u00dfereignisse EM und WM stattfinden. Ja, ich rede vom Fu\u00dfball. Spektakel- und Eventkultur, wie man sie sich als Culture Jammer und Guy Debord-Leser beispielhaft vorstellt. Nun erwartet man vermutlich bei Fu\u00dfball\u00fcbertragungen keine gro\u00dfartige Tiefe und auch keine allzu gro\u00dfe Ankopplung an die reale Welt drumherum, dennoch hat sich der <strong>Hyperbaustelle<\/strong>-Blog einmal so seine Gedanken \u00fcber die \u201e<a href=\"http:\/\/www.hyperbaustelle.de\/u-blog\/2011\/11\/10\/feierabendparallelwelt-fusball\/\"><strong>Feierabendparallelwelt Fu\u00dfball<\/strong><\/a>\u201c gemacht:<\/p>\n<blockquote><p>(&#8230;) Beim Championsleaguespiel Pir\u00e4us gegen Dortmund entschuldigte sich  nun Herr Fuss \u00fcber die in das Fu\u00dfballevent eindringende Realit\u00e4t: \u201cMeine  Damen und Herren, ich kann Ihnen nicht versprechen, dass dieser  Fu\u00dfballabend st\u00f6rungsfrei verlaufen wird.\u201d Damit waren die  Demonstrationen gemeint, die \u00fcberall in Athen stattfanden und den  Fu\u00dfballfans das Leben schwer machten. Ja, Herr Fuss, dar\u00fcber muss man  sich nat\u00fcrlich emp\u00f6ren. Schlie\u00dflich k\u00e4mpfen die Menschen in Griechenland  ja nur um ihre Existenz. Wie kommen die da nur drauf, mit einem  CL-Spektakel wetteifern zu k\u00f6nnen? Fr\u00fcher wiesen Kommentatoren der  \u00d6ffentlich-Rechtlichen wenigstens noch darauf hin, dass Fu\u00dfball nicht  das Wichtigste auf der Welt sei. In der <strong>radikal kommerzialisierten Sph\u00e4re<\/strong> von heute braucht man sich mit solchen Floskeln gar nicht mehr  aufzuhalten, insbesondere, wenn das Spiel in einem Staat stattfindet,  der seinen Kredit bereits vollkommen verspielt hat.<\/p>\n<p>Stattdessen werden idiotisch durch Europa reisende Fu\u00dfballfans von  T-Online-Schreibern zu Helden gestempelt: \u201cZur Pause waren die gut 800  Dortmunder Fans, die sich <strong>trotz aller  Widrigkeiten auf den Weg nach Griechenland<\/strong> gemacht hatten, bedient \u2026\u00a0 einige der mutigen Dortmunder \u2026\u00a0 sa\u00dfen  tags\u00fcber stundenlang in  ihrem Hotel in der N\u00e4he des Parlamentsgeb\u00e4udes  fest. Dort hatten sich  radikale Demonstranten und die Polizei eine  Stra\u00dfenschlacht geliefert.\u201d Frechheit, m\u00f6chte man hinzuf\u00fcgen, m\u00fcssen die  ihren Existenzkampf gerade dann f\u00fchren, wenn sich deutsche Fans gerne  einen v\u00f6llig sinnlosen geliefert h\u00e4tten.<\/p>\n<p>Mich \u00e4rgert an dem Ganzen vor allem die Rolle der Medien, wie sie nur  darauf konzentriert sind, einen Medienevent perfekt verkaufen und dabei  ungleich wichtigere Ereignisse nur noch auf eine \u00e4u\u00dferst verschrobene  Weise als <strong>St\u00f6rgr\u00f6\u00dfe<\/strong> wahrnehmen. Das Schlimme dabei ist,  dass man gar nicht sagen kann, sie w\u00fcrden ihrer Verantwortung nicht  gerecht werden. Denn sie sind im Prinzip nur ihrem Sender, den  Geldgebern und Einschaltquoten verantwortlich. Umso mehr, Herr Fuss,  braucht es hier Fingerspitzengef\u00fchl von den einzelnen Mitarbeitern, um  nicht komplett einf\u00e4ltig zu werden.<\/p><\/blockquote>\n<p>Und die Realit\u00e4t sieht halt nicht immer so rosig aus wie bei einer Fu\u00dfball\u00fcbertragung&#8230; Der passende Lesetipp dazu scheint mir zum Beispiel das in folgender Buchbesprechung auf der <strong>Das Dossier-<\/strong>Website vorgestellte Werk zu sein \u2013 \u201e<a href=\"http:\/\/www.dasdossier.de\/magazin\/gesellschaft\/arbeit-einkommen\/richtiges-leben-im-falschen\"><strong>Richtiges Leben im Falschen? Theorie und Praxis alternativer \u00d6konomie<\/strong><\/a>\u201c:<\/p>\n<blockquote><p><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignright size-full wp-image-13520\" title=\"notz richtiges-leben-in-falschen-975\" src=\"http:\/\/konsumpf.de\/wp-content\/uploads\/2011\/12\/notz-richtiges-leben-in-falschen-975.jpg\" alt=\"\" width=\"132\" height=\"200\" \/>Angesichts der aktuellen Wirtschaftskrise, aber auch  aufgrund der fatalen Konsequenzen neoliberaler Politik w\u00e4chst das  Interesse an Alternativen zum herk\u00f6mmlichen marktwirtschaftlichen  System. Gisela Notz unternimmt den Versuch, solche Ideen und konkreten  Umsetzungsversuche knapp und allgemeinverst\u00e4ndlich vorzustellen. Ein  interessantes Thema f\u00fcr all jene, die auf der Suche nach der \u00bbkonkreten  Utopie\u00ab sind. Aber auch lesenswert f\u00fcr Menschen, die einfach keine  realistische Option sehen neben dem Altbekannten und Konventionellen. (&#8230;)<\/p>\n<p>(&#8230;) Damit kommen wir auch zu einem Kernthema des Buches.  Theodor Adorno zitierend fragt Notz: Gibt es ein richtiges Leben im  falschen? Macht es also Sinn, mit alternativen Praktiken schon im Hier  und Jetzt anzufangen? Oder sind solche Versuche zwangsl\u00e4ufig zum  Scheitern verurteilt? Die Autorin gibt darauf eine differenzierte  Antwort. Ein Allheilmittel, eine alleinige L\u00f6sung auf die dr\u00e4ngenden  Probleme k\u00f6nne davon nicht erwartet werden, das bedeute eine  \u00dcberforderung ihrer M\u00f6glichkeiten. Zugleich sind sie aber auch als  \u201egelebte Gegengesellschaften\u201c mehr als nur kuschelige Nischen, sie sind  erste Schritte hin zu einer besseren Welt. Daraus sch\u00f6pfen die Akteure  ihre Motivation und Berechtigung. Wie diese Einflussnahme konkret  aussehen soll, bleibt jedoch weitgehend unklar. Die Vorbildfunktion  allein, also gleichsam als Schaufenster in die Zukunft zu dienen, reicht  sicher nicht aus. Schon allein deswegen nicht, weil ihre Wahrnehmung  durch die Gesellschaft \u00fcberaus begrenzt ist. Es bleibt also in  absehbarer Zeit offen, ob diese Projekte mehr sein k\u00f6nnen als eben jene  kleinen Nischen f\u00fcr Aussteiger. (&#8230;)<\/p><\/blockquote>\n<p>Und zum Abschluss noch dies aus der weiten bunten Welt des Showbiz&#8230; oder jedenfalls k\u00f6nnte man fast den Eindruck bekommen, dass es sich bei KTz Guttenberg gar nicht um einen Politiker, sondern um einen Showstar handelt, wenn man sieht, wie in der Klatschpresse so \u00fcber ihn berichtet wird. Sollte dieser Herr, der nachweislich in seiner Doktorarbeit get\u00e4uscht und betrogen hat und zudem politisch ebenfalls nur nach der Devise \u201eMehr Schein als Sein\u201c agierte, tats\u00e4chlich wieder in h\u00f6here \u00c4mter gelangen, so muss man wohl endg\u00fcltig an der Vernunft der Menschen zweifeln. Dieses \u201e<a href=\"http:\/\/www.kritisches-netzwerk.de\/forum\/karl-theodor-zu-guttenberg-comeback-eines-blenders\"><strong>Comeback eines Blenders<\/strong><\/a>\u201c, wie <strong>Peter Weber<\/strong> im Kritischen Netzwerk schreibt, gilt es zu verhindern! Sehr interessant sind in besagtem Artikel auch die Links zu anderen Medien, die sich mit Karl-Theodor befasst haben:<\/p>\n<blockquote><p>Der Blender bereitet sein Comeback vor \u2013  unterst\u00fctzt von einflu\u00dfreichen politischen sowie wirtschaftlichen  Kr\u00e4ften und sogar mit Starthilfe der Justiz.<\/p>\n<p>Zun\u00e4chst die aktuellste Meldung: Das  Strafverfahren gegen Karl-Theodor (ff.) zu Guttenberg wurde von der  Staatsanwaltschaft Hof eingestellt. Die einzige Auflage war die Zahlung  einer Summe von 20.000 (!!!) Euro an die Kinderkrebshilfe. Folgende  Kriterien waren f\u00fcr die pr\u00fcfenden Staatsanw\u00e4lte f\u00fcr die Einstellung des  Verfahrens ma\u00dfgebend:<\/p>\n<ul>\n<li> der Schaden durch Urheberrechtsverletzung sei \u201emarginal\u201c, d. h. durch  seine Plagiate sei niemand in nennenswertem wirtschaftlichen Umfang  gesch\u00e4digt worden<\/li>\n<li> aus seiner Doktorarbeit bzw. der Anerkennung des akademischen Titels seien Guttenberg keine \u00f6konomischen Vorteile entwachsen<\/li>\n<li> das Zutreffen der bei uns g\u00e4ngigen Verfahrensweise f\u00fcr die Einstellung  eines Verfahrens, die voraussetzt, da\u00df eine Geldzahlung das \u00f6ffentliche  Interesse an einer Strafverfolgung beseitigt und \u201eder Einstellung die  Schwere der Schuld nicht entgegen steht\u201c<\/li>\n<\/ul>\n<p>Wir vom KRITISCHEN NETZWERK sind weder Juristen  noch Moralisten noch haben wir das Recht auf Verurteilung. Aber trotzdem  bewerten wir die Hintergr\u00fcnde aus unserer Sicht, wobei\u00a0 hinter allem  die Absichten bzw. Spekulationen \u00fcber eine R\u00fcckkehr Guttenbergs in die  Politik stehen. So schreibt die TAZ in diesem Zusammenhang \u201e<em>Eine  in strafrechtlicher Hinsicht saubere Weste ist daf\u00fcr eine bessere  Voraussetzung. Ob die Staatsanwaltschaft diese \u00dcberlegungen in ihre  Entscheidung einflie\u00dfen lie\u00df, ist wahrscheinlich, wird aber \u00f6ffentlich  nicht ausgesprochen.\u201c (&#8230;)<\/em><\/p>\n<p>Was uns am meisten am Menschen Guttenberg st\u00f6rt,  das sind seine Arroganz, Demagogie und der nicht zu leugnende Narzi\u00dfmus.  F\u00fcr seine Verfehlungen, Fehlleistungen und sein straftatw\u00fcrdiges  Verhalten zeigt er nicht einmal den Anflug von Reue. Durch Wechsel  seiner Maskierung \u201eDesignerbrille mit Gelfrisur\u201c zu \u201ebiederer  Mittelstandsfrisur ohne Brillenattribut\u201c soll eine positivere  Pers\u00f6nlichkeitsstruktur vorget\u00e4uscht werden. Es handelt sich bei all dem  um eine strategisch vorbereitete Inszenierung mit dem Ziel der  Machtausweitung mit der Spekulation auf die Verge\u00dflichkeit der B\u00fcrger.  Wer sich unserer Verh\u00e4ltnisse bewu\u00dft ist, mu\u00df bef\u00fcrchten, da\u00df er damit  durchkommt \u2026<\/p>\n<p>Sein neuer Arbeitgeber sitzt in Washington \u2013 es  handelt sich um das Zentrum f\u00fcr Strategische und Internationale Studien  CSIS &#8211; das sich um die Intensivierung der transatlantischen Beziehungen  bem\u00fcht, also mit anderen Worten darum, die Nibelungentreue der  n\u00fctzlichen Idioten der europ\u00e4ischen Staaten gegen\u00fcber den USA aufrecht  zu erhalten. Mit dieser Institution im R\u00fccken tritt Guttenberg nun als  \u201eangesehener Staatmann (distinguished statesman) mit neuem Outfit auf  den Plan und f\u00fchlt sich berufen, die europ\u00e4ische Politik zu ma\u00dfregeln.  Es quellen dort solche S\u00e4tze aus seinem Mund wie: &#8220;Es ist nicht nur eine  Eurokrise oder eine Schuldenkrise&#8221; oder &#8220;Es ist vor allem eine Krise  des Verst\u00e4ndnisses und eine Krise der politischen F\u00fchrung.&#8221; Wen wundert  es, da\u00df die eigentliche Ursache aller heutigen Krisen, der gierhafte  systemimmanente Charakterzug von Mensch und Gesellschaft \u00a0zusammen mit  dem unregulierten inhumanen marktradikalen Kapitalismus, nicht\u00a0 einmal  erw\u00e4hnt wird. Von entsprechenden zwingenden Reformen, die ein  Auseinanderbrechen von Gesellschaft und nat\u00fcrlichem Systemen verhindern  k\u00f6nnen, ist ebenfalls nicht die Rede. (&#8230;)<\/p><\/blockquote>\n<p><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" src=\"http:\/\/vg08.met.vgwort.de\/na\/a40f12db9b414b499ddb0cc681eccc9f\" alt=\"\" width=\"1\" height=\"1\" \/><\/p>\n<h3 class='related_post_title'>Verwandte Beitr\u00e4ge:<\/h3><ul class='related_post'><li><a href=\"http:\/\/konsumpf.de\/?p=8999\" title=\"Todes-Bananen und halbgare \u00d6ko-Versprechen\">Todes-Bananen und halbgare \u00d6ko-Versprechen<\/a><\/li><li><a href=\"http:\/\/konsumpf.de\/?p=7045\" title=\"Ein paar Lesetipps zum Wochenende: \u201eSie k\u00f6nnen nur billig\u201c, \u201eFacebook wei\u00df alles \u00fcber uns\u201c und \u201eWann stehen die Deutschen auf?\u201c\">Ein paar Lesetipps zum Wochenende: \u201eSie k\u00f6nnen nur billig\u201c, \u201eFacebook wei\u00df alles \u00fcber uns\u201c und \u201eWann stehen die Deutschen auf?\u201c<\/a><\/li><li><a href=\"http:\/\/konsumpf.de\/?p=649\" title=\"Supermarktmacht \u2013 Billig um jeden Preis?\">Supermarktmacht \u2013 Billig um jeden Preis?<\/a><\/li><li><a href=\"http:\/\/konsumpf.de\/?p=15323\" title=\"Die Masche der Discounter \u2013 Billig-Eier\">Die Masche der Discounter \u2013 Billig-Eier<\/a><\/li><li><a href=\"http:\/\/konsumpf.de\/?p=14937\" title=\"Billig. Billiger. Banane.\">Billig. Billiger. Banane.<\/a><\/li><\/ul>","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Im think. care. act.-Blog habe ich neulich einen interessanten Beitrag gefunden, der thematisch perfekt in den Konsumpf passt \u2013 es geht um die Vereinnahmung einer \u201eSzene\u201c, einer \u201eBewegung\u201c oder eines \u201eTrends\u201c durch die Konzerne und damit auch durch Marketing und Kommerzialisierung. 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