{"id":13448,"date":"2011-11-23T09:42:18","date_gmt":"2011-11-23T08:42:18","guid":{"rendered":"http:\/\/konsumpf.de\/?p=13448"},"modified":"2011-12-13T13:55:25","modified_gmt":"2011-12-13T12:55:25","slug":"lesetipps-geheimpapiere-der-atomlobby-wasserverschwendung-wir-unersattlichen-apple","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/konsumpf.de\/?p=13448","title":{"rendered":"Lesetipps: Geheimpapiere der Atomlobby | Wasserverschwendung | Wir Uners\u00e4ttlichen | Apple"},"content":{"rendered":"<p><strong><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignright size-full wp-image-13457\" title=\"tim_jackson\" src=\"http:\/\/konsumpf.de\/wp-content\/uploads\/2011\/11\/tim_jackson.jpg\" alt=\"\" width=\"150\" height=\"183\" \/>Prof. Tim Jackson<\/strong>, \u00fcber den ich ganz zu Beginn meiner Blog-Zeit schon  einmal berichtet habe (in dem nach wie vor fundamentalen Artikel \u201e<a href=\"http:\/\/konsumpf.de\/?p=556\">Wie  unser Wirtschaftssystem die Erde t\u00f6tet<\/a>\u201c) hat sich unl\u00e4ngst auch in der ZEIT seine  Gedanken gemacht dar\u00fcber, wie unser Wirtschaften und Konsumieren unsere  eigenen Lebensgrundlagen (und nicht zuletzt auch die zuk\u00fcnftiger  Generationen) kaputt macht. In \u201e<a href=\"http:\/\/www.zeit.de\/2011\/44\/Kapitalismus\"><strong>Wir Uners\u00e4ttlichen<\/strong><\/a>\u201c  pl\u00e4diert er f\u00fcr einen Wohlstand ohne den Zwang zum ewigen Wachstum,  welches ja im Grunde prim\u00e4r n\u00f6tig ist, um dieses Wirtschaftssystem am Laufen zu  halten und die allf\u00e4lligen Schw\u00e4chen und Probleme zu kaschieren. Ich  kann die Lekt\u00fcre dieses Artikels wieder einmal nur empfehlen, bringt er doch vieles von dem, um das es auch im Konsumpf geht, pr\u00e4gnant auf den Punkt!<\/p>\n<p><!--more--><\/p>\n<blockquote><p>Die Bruchlinien des <a href=\"http:\/\/www.zeit.de\/schlagworte\/themen\/Kapitalismus\">Kapitalismus<\/a> werden gr\u00f6\u00dfer. Was einmal winzige, mit       blo\u00dfem Auge kaum zu   erkennende Risse waren, hat sich zu tiefen Kl\u00fcften ausgewachsen, in   denen       ganze Nationen zu versinken drohen. Dabei schien der Stern   des Kapitalismus nie heller zu       leuchten als zwischen dem <a href=\"http:\/\/www.zeit.de\/schlagworte\/themen\/Mauerfall\">Fall der Berliner Mauer<\/a> 1989 und der <a href=\"http:\/\/www.zeit.de\/schlagworte\/themen\/Finanzkrise\">Finanzkrise<\/a> 2008. Mit Margaret       Thatcher gesprochen, gab es zum Kapitalismus   keine Alternative, Debatten um seine m\u00f6glichen       Varianten blieben   akademisch. Die auf das angels\u00e4chsische Modell fixierten Nationen sangen   das       Lob \u00bbliberalisierter M\u00e4rkte\u00ab. Deutschland und Frankreich   verteidigten die \u00bbsoziale       Marktwirtschaft\u00ab. China entwickelte   seine eigene Spielart eines zentral gesteuerten       Kapitalismus und   versetzte das westliche Gem\u00fct in eine Mischung aus Angst und stiller         Genugtuung.<\/p>\n<p>Alle diese Kapitalismen leben im Kern von der unterstellten   Uners\u00e4ttlichkeit menschlicher       Bed\u00fcrfnisse, das hei\u00dft von der   Erwartung <a href=\"http:\/\/www.zeit.de\/2011\/39\/Wachstum\">eines unerm\u00fcdlichen Wachstums<\/a> der       Verbraucherausgaben. Weltweit schreitet der Kapitalismus   voran, indem er neue M\u00e4rkte f\u00fcr neue       Konsumg\u00fcter erschlie\u00dft, die   das Alte zugunsten des Neuen beseitigen und das Eindringen der         M\u00e4rkte in immer pers\u00f6nlichere Bereiche unseres Lebens forcieren.<\/p>\n<p>Dieser Prozess kann anfangs ungeheuer produktiv sein und zu   Verbesserungen unseres       Lebensstandards f\u00fchren. Um ihn aber auf   unbegrenzte Zeit am Laufen zu halten, braucht es       Menschen, die   s\u00fcchtig nach allen m\u00f6glichen Dingen und entsprechend bereit sind, sich   Geld zu       leihen und es auszugeben \u2013 und falls n\u00f6tig sogar ihre   eigene finanzielle Zukunft zu verpf\u00e4nden       \u2013, um weiter einkaufen zu   k\u00f6nnen. Wenn wir ehrlich sind, ist es nicht schwer, diese Menschen         zu finden. Wir sind am Neuen interessiert. Durch Neuheiten erz\u00e4hlen   wir einander Geschichten       dar\u00fcber, wie wichtig wir sind. Die   Statusfrage ist nur eine der sozialen Dynamiken, die durch       das   Neue gedeihen. Auch k\u00fcnden Neuerungen vom Fortschritt \u2013 von der Hoffnung   auf eine bessere,       sch\u00f6nere Welt f\u00fcr unsere Kinder und   Kindeskinder. Und sollten wir diese Sehnsucht jemals       vergessen   oder preisgeben, steht eine Phalanx gewiefter Werber, Marketingexperten,   Investoren       und Politiker parat, um uns davon zu \u00fcberzeugen,  Geld,  das wir nicht haben, f\u00fcr Dinge       auszugeben, die wir nicht   brauchen, um Eindr\u00fccke, die nicht von Dauer sind, bei Menschen zu         hinterlassen, die uns nichts bedeuten. (&#8230;)<\/p><\/blockquote>\n<p>Dazu passt auch diese Meldung von Pressetext.de wie die Faust aufs Auge \u2013 \u201e<a href=\"http:\/\/www.pressetext.com\/news\/20111115025\"><strong>Konsum ist Wasserverschwender Nr. 1<\/strong><\/a>\u201c. Was vielen von uns vermutlich nicht wirklich bewusst ist \u2013 es ist zwar nett, wenn man eine wssersparende Klosp\u00fclung bestitzt und nur duscht statt badet, aber der wirkliche Wasserverbrauch unseres t\u00e4glichen Lebens steckt in den Produkten, mit denen wir uns permanent umgeben und die wir konsumieren:<\/p>\n<blockquote><p>Wassersparen im Haushalt ist das Gebot der Stunde, da  die Wasserreserven weltweit immer knapper werden. Ma\u00dfnahmen, die die  monatliche Wasserrechnung g\u00fcnstiger machen, greifen alleine jedoch zu  kurz, betonen Forscher der Universit\u00e4t Melbourne <a rel=\"external\" href=\"http:\/\/unimelb.edu.au\/\" target=\"_blank\">http:\/\/unimelb.edu.au<\/a> in der Zeitschrift &#8220;Building Research and Information&#8221;. F\u00fcr Australien  haben sie berechnet, dass 94 Prozent des langfristigen  Wasser-Fu\u00dfabdrucks eines Haushalts auf Hauserrichtung, Dienstleistungen  und Konsumg\u00fcter zur\u00fcckgehen &#8211; allen voran auf Kleidung, Nahrung und  Elektrizit\u00e4t.58 Schwimmbecken des Olympia-Ausma\u00dfes von 50 mal 25  Meter (je rund 2.500 Kubikmeter Wasser) verbraucht ein  durchschnittlicher Haushalt im Laufe von 50 Jahren, so die Analyse der  Forscher um Robert Crawford. 94 Prozent davon &#8211; umgerechnet 54 Becken &#8211;  gehen auf Bau und Erhalt des Hauses, alle Besitzt\u00fcmer, Nahrung, Kleidung  und andere Konsumg\u00fcter, Finanzdienstleistungen, Autos und Urlaube  zur\u00fcck. Der direkte Verbrauch durch Trinken, Waschen, Duschen,  Bew\u00e4sserung, Kochen und Putzen kommt hingegen in Summe blo\u00df auf vier  Schwimmbecken oder sechs Prozent des Wasserverbrauchs.<\/p>\n<p>&#8220;Alle Gegenst\u00e4nde und Dienstleistungen, die ein  Haushalt konsumiert, ben\u00f6tigen eine lange Reihe von Ressourcen, die  allesamt den Wasserverbrauch erh\u00f6hen. Je mehr Kleidung und Nahrung wir  kaufen, desto mehr Wasser verbrauchen wir&#8221;, res\u00fcmiert Crawford. So  wichtig das direkte Wassersparen etwa durch Kurzduschen und  Tropfhahn-Vermeiden auch sind, d\u00fcrfen sich deshalb die Bem\u00fchungen nicht  darauf beschr\u00e4nken. Der Forscher r\u00e4t zu Second-Hand-Kleidung und  -M\u00f6beln, zur Minimierung des Essensabfalls sowie zum Errichten  kleinerer, l\u00e4nger haltender H\u00e4user, f\u00fcr die man weniger M\u00f6bel und  Energie braucht. (&#8230;)<\/p><\/blockquote>\n<p>Wo wir schon mal bei Konsumkritik sind \u2013 Apple, inzwischen einer der weltweit gr\u00f6\u00dften Konzerne \u00fcberhaupt, befeuert mit seinen Gadgets den sinnlosen Konsum nat\u00fcrlich ebenfalls. In dem Zusammenhang unterscheidet sich das Unternehmen aus Cupertino aber nicht wirklich von all den anderen Unterhaltungselektronikfirmen. Knifflig wird es halt \u2013 und auch das war schon ein paar Mal Thema hier im Blog \u2013, wenn das Saubermannimage, das Image vom coolen Konzern, der \u201eirgendwie anders\u201c (\u201eThink different\u201c) ist, mit der Realit\u00e4t kollidiert. Dass viele Apple-Produkte unter \u00e4hnlich schlimmen hergestellt werden wie anderer Elektrokram auch, passt da nat\u00fcrlich nicht so gut in die heile Welt der Apfelfreunde. Selbst auf Yahoo Finance, nun wirklich nicht als Hort kritischer Informationen bekannt, gab es unl\u00e4ngst einen l\u00e4ngeren Beitrag dazu (auf Englisch) \u2013 \u201e<a href=\"http:\/\/finance.yahoo.com\/blogs\/daily-ticker\/darker-side-apple-human-cost-iproducts-164412176.html\"><strong>The darker side of Apple \u2013 The human cost of your iProducts<\/strong><\/a>\u201c:<\/p>\n<blockquote><p>(&#8230;) It was back in the spring of 2010 when at least 10 suicides were  reported at Foxconn&#8217;s manufacturing plant in Shenzhen China. Foxconn is  the world&#8217;s largest electronic manufacturer making product for  Hewlett-Packard, Nokia and Apple&#8217;s iPad.<\/p>\n<p>With nearly one million employees throughout China, the suicides  raised many questions about the safety and working conditions for the  people working in those plants.<\/p>\n<p>As research for his show, Daisey visited Foxconn\u2014a place many  journalists and Americans have never visited\u2014and what he found surprised  him beyond belief.<\/p>\n<p>&#8220;What I was really shocked by was institutionalized dehumanization,&#8221;  he says. &#8220;The systems that are put in place are working and the  objective of them working is to work people, basically, to death.&#8221;<\/p>\n<p>He&#8217;s talking about &#8220;massive production lines&#8221; where people work  &#8220;endlessly.&#8221; Workers are never rotated and end up doing the same task  hundreds of thousand of times. &#8220;I met many workers whose joints in their  hands have disintegrated from doing that work\u2026. [Hands] literally  swollen, literally deformed [and] permanently warped,&#8221; he explains.<\/p>\n<h3>Out of Sight, Out of Mind<\/h3>\n<p>Most Americans don&#8217;t give a second thought to how our toys and  gadgets are made or how they make it onto store shelves. Daisey hopes  his story will open a few eyes. (&#8230;)<\/p><\/blockquote>\n<p>Zum Abschluss noch dieser Aufreger \u2013 der <strong>taz-Rechercheblog <\/strong>ist auf geheim gehaktene Dokumente gesto\u00dfen, die belegen, mit welcher Perfidie die PR-Strategen der Atomkonzerne in all den Jahren (erfolgreich) versucht haben, Einfluss auf politische Entscheidungen zu nehmen und diese in ihrem Sinne zu lenken. Wieder einmal wird deutlich, wer in diesem Land oftmals tats\u00e4chlich das Sagen hat&#8230; \u201e<a href=\"http:\/\/blogs.taz.de\/rechercheblog\/2011\/10\/28\/die_geheimpapiere_der_atomlobby\/\"><strong>Die Geheimpapiere der Atomlobby<\/strong><\/a>&#8220;:<\/p>\n<blockquote><p>In der Wochenendausgabe der taz berichten wir ausf\u00fchrlich \u00fcber eine Kampagne, die die D\u00fcsseldorfer Kommunikationsagentur <a title=\"Deekeling Arndt Advisors\" href=\"http:\/\/www.deekeling-arndt.de\/\" target=\"_blank\">Deekeling Arndt Advisors (DAA)<\/a> von Mai 2008 bis zur Bundestagswahl im September 2009 im Auftrag des <a title=\"Deutsches Atomforum\" href=\"http:\/\/www.kernenergie.de\/kernenergie\/\" target=\"_blank\">Deutschen Atomforums<\/a> durchgef\u00fchrt hat. Im Atomforum sind die vier Betreiber der Kernkraftwerke in Deutschland \u2013 <a title=\"RWE\" href=\"http:\/\/www.rwe.com\/\" target=\"_blank\">RWE<\/a>, <a title=\"Vattenfall\" href=\"http:\/\/www.vattenfall.de\/\" target=\"_blank\">Vattenfall<\/a>, <a title=\"Eon\" href=\"http:\/\/www.eon.com\/\" target=\"_blank\">Eon<\/a> und <a title=\"EnBW\" href=\"http:\/\/www.enbw.com\/\" target=\"_blank\">EnBW<\/a> \u2013 zusammengeschlossen. Als der Auftrag erteilt wurde, galt der von  Rot-Gr\u00fcn durchgesetzte Atomkonsens, wonach die Laufzeit deutscher  Kernkraftwerke endg\u00fcltig begrenzt ist. Das Atomforum beauftragte die  Agentur DAA zu einer Kampagne mit dem Slogan \u201cEnergieverantwortung f\u00fcr  Deutschland\u201d. Das Ziel laut den Unterlagen: \u201cBis zur Bundestagswahl 2009  Grundstimmung pro Laufzeitverl\u00e4ngerung herstellen.\u201d Bei dieser Wahl  erhielt Schwarz-Gelb eine parlamentarische Mehrheit. Vor genau einem  Jahr, am 28. Oktober 2010, beschloss der Bundestag die  Laufzeitverl\u00e4ngerung. (&#8230;)<\/p><\/blockquote>\n<p><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" src=\"http:\/\/vg08.met.vgwort.de\/na\/031a9251e676483ab0f02cd09beb1ac5\" alt=\"\" width=\"1\" height=\"1\" \/><\/p>\n<h3 class='related_post_title'>Verwandte Beitr\u00e4ge:<\/h3><ul class='related_post'><li><a href=\"http:\/\/konsumpf.de\/?p=13008\" title=\"Widerstand gegen den Wegwerfwahn\">Widerstand gegen den Wegwerfwahn<\/a><\/li><li><a href=\"http:\/\/konsumpf.de\/?p=12516\" title=\"F\u00fcr mich funktioniert der Kapitalismus\">F\u00fcr mich funktioniert der Kapitalismus<\/a><\/li><li><a href=\"http:\/\/konsumpf.de\/?p=1846\" title=\"Peak Wachstum\">Peak Wachstum<\/a><\/li><li><a href=\"http:\/\/konsumpf.de\/?p=4621\" title=\"Every bank is a bad bank \u2013 Wege aus der Wachstums\u00f6konomie 2\/2\">Every bank is a bad bank \u2013 Wege aus der Wachstums\u00f6konomie 2\/2<\/a><\/li><li><a href=\"http:\/\/konsumpf.de\/?p=4490\" title=\"Every bank is a bad bank \u2013 Wie bl\u00f6d sind wir eigentlich? &#8211; Wege aus der Wachstums\u00f6konomie 1\/2\">Every bank is a bad bank \u2013 Wie bl\u00f6d sind wir eigentlich? &#8211; Wege aus der Wachstums\u00f6konomie 1\/2<\/a><\/li><\/ul>","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Prof. Tim Jackson, \u00fcber den ich ganz zu Beginn meiner Blog-Zeit schon einmal berichtet habe (in dem nach wie vor fundamentalen Artikel \u201eWie unser Wirtschaftssystem die Erde t\u00f6tet\u201c) hat sich unl\u00e4ngst auch in der ZEIT seine Gedanken gemacht dar\u00fcber, wie unser Wirtschaften und Konsumieren unsere eigenen Lebensgrundlagen (und nicht zuletzt auch die zuk\u00fcnftiger Generationen) kaputt [&hellip;]<\/p>\n","protected":false},"author":1,"featured_media":0,"comment_status":"open","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[12,54,78],"tags":[31,1401,2474,752,1248,785,97],"yoast_head":"<!-- This site is optimized with the Yoast SEO plugin v24.4 - 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