{"id":13147,"date":"2011-10-24T09:45:20","date_gmt":"2011-10-24T07:45:20","guid":{"rendered":"http:\/\/konsumpf.de\/?p=13147"},"modified":"2011-11-08T18:03:33","modified_gmt":"2011-11-08T17:03:33","slug":"lesetipps-danke-kik-hm-kunstlerwettbewerb-anti-konsum-deutsches-fleisch","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/konsumpf.de\/?p=13147","title":{"rendered":"Lesetipps: Danke, KiK! | H&#038;M | K\u00fcnstlerwettbewerb Anti-Konsum | Deutsches Fleisch"},"content":{"rendered":"<p><a href=\"http:\/\/www.sxc.hu\/photo\/1358442\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignright size-full wp-image-13271\" title=\"Bildschirmfoto 2011-10-19 um 21.37.24\" src=\"http:\/\/konsumpf.de\/wp-content\/uploads\/2011\/10\/Bildschirmfoto-2011-10-19-um-21.37.241.png\" alt=\"\" width=\"109\" height=\"199\" srcset=\"https:\/\/konsumpf.de\/wp-content\/uploads\/2011\/10\/Bildschirmfoto-2011-10-19-um-21.37.241.png 139w, https:\/\/konsumpf.de\/wp-content\/uploads\/2011\/10\/Bildschirmfoto-2011-10-19-um-21.37.241-137x250.png 137w\" sizes=\"(max-width: 109px) 100vw, 109px\" \/><\/a>Hm&#8230; bzw. <strong>H&amp;M<\/strong>! Das eine oder andere Mal habe ich die Modekette hier ja schon kritisch be\u00e4ugt, wobei der schwedische Konzern vermutlich nicht schlimmer ist als andere gro\u00dfe \u201enormale\u201c Modefirmen, aber da die Schweden halt besonders erfolgreich und in den Innenst\u00e4dten omnipr\u00e4sent sind, ziehen sie halt des \u00d6fteren skeptische und pr\u00fcfende Blicke der \u00d6ffentlichkeit auf sich. So hat sich auch die Nachhaltigkeitsplattform <strong>Utopia<\/strong> im Rahmen ihrer Konzernchecks schon diverse Male H&amp;M angenommen \u2013 und da deren Erkenntnisse an Aktualit\u00e4t nichts eingeb\u00fc\u00dft haben und durchaus symtpomatisch f\u00fcr einen gro\u00dfteil der Bekleidungsbranche stehen, will ich sie Euch an dieser Stelle auch einmal vorstellen \u2013 \u201e<a href=\"http:\/\/www.utopia.de\/magazin\/auf-dem-pruefstand-h-m-gruener-string-statt-gruenem-mantel\"><strong>H&amp;M auf dem Pr\u00fcfstand: hauchd\u00fcnnes Bioprogramm<\/strong><\/a>\u201c:<\/p>\n<p><!--more--><\/p>\n<blockquote><p>(&#8230;) Im  November vergangenen Jahres deckte die ARD-Sendung &#8220;Report Mainz&#8221;  auf,  dass die Mitarbeiter einer Zulieferfirma &#8211; in aller Regel Frauen &#8211;  in  Bangladesch nicht nur zum Teil die N\u00e4chte durcharbeiten m\u00fcssen,  sondern  auch geschlagen und beschimpft wurden. Man habe nach dem  Wechsel des  Managements deutliche Anzeichen f\u00fcr Verbesserungen gesehen,  dennoch sei  die Fabrik mittlerweile durch den Eigent\u00fcmer geschlossen  worden, teilt  Hendrik Alpen von H&amp;M mit. Obwohl das sicher nicht  die L\u00f6sung sei,  die sich der Konzern gew\u00fcnscht h\u00e4tte.<\/p>\n<p>Das Beispiel verdeutlicht ein Grundproblem: Als eine der weltweit   umsatzst\u00e4rksten Modeketten hat H &amp; M gro\u00dfen Einfluss auf die   Produktpreise. &#8220;Zwingt&#8221; der Konzern Zulieferer dazu, bessere   Arbeitsbedingungen zu schaffen, ohne jedoch zugleich mehr f\u00fcr die   Produkte zu zahlen, ist er nicht glaubw\u00fcrdig. Denn woher sollen die   h\u00f6heren L\u00f6hne kommen, woher das Geld f\u00fcr weitere Arbeitskr\u00e4fte?<\/p><\/blockquote>\n<blockquote><p>&#8220;Die konsequente Umsetzung unseres Verhaltenskodex steigert  die  Effizienz, etwa in Bezug auf die Qualit\u00e4t&#8221;, entgegnet Alpen, &#8220;eigene   Produktionsst\u00e4tten sind f\u00fcr H&amp;M keine realistische Option.&#8221; Eine   Fair-Trade-Line sei derzeit nicht angedacht, er wolle dies f\u00fcr die   Zukunft aber nicht ausschlie\u00dfen, so Alpe.: &#8220;Wir m\u00f6chten soweit wie   m\u00f6glich Nischenprodukte verhindern und m\u00f6glichst allen Lieferanten faire   Bedingungen bieten.&#8221; Solange H &amp; M aber keine eigenen   Produktionsst\u00e4tten unterh\u00e4lt, in denen der Kodex angewendet wird, ist es   leicht das Unm\u00f6gliche zu fordern und auf die Verantwortung der   Zulieferbetriebe zu verweisen. (&#8230;)<\/p><\/blockquote>\n<blockquote><p><strong>Bessere Alternativen<\/strong><br \/>\nIn der Greenpeace-Textil-Fibel oder Kirsten Broddes sehr empfehlenswertem Buch &#8220;<strong>Saubere Sachen<\/strong>&#8221;  wird die Komplexit\u00e4t gr\u00fcner Mode bewusst: Auch \u00d6kobaumwolle kann von  Arbeiterinnen gegen einen Hungerlohn unter giftigem Chemikalieneinsatz  verarbeitet worden sein, Rohstoffalternativen sind aus  nicht-nachhaltigem Erd\u00f6l oder genmanipuliertem Mais &#8211; es f\u00e4llt schwer,  den \u00dcberblick zu behalten, was insbesondere Gro\u00dfkonzerne als &#8220;\u00f6ko&#8221;  verkaufen. Doch rundweg fair und \u00f6kologisch wirtschaftende Labels sind  auf dem Vormarsch, besitzen zwar keine Filialen an jeder Ecke, sind  daf\u00fcr aber glaubw\u00fcrdiger als ihre gro\u00dfen Konkurrenten, wenn sie etwa  ihre Produzenten noch pers\u00f6nlich kennen. Und der h\u00f6here Preis kann  leicht durch Qualit\u00e4t wettgemacht werden, wenn ein Kleidungsst\u00fcck l\u00e4nger  als eine Saison getragen werden kann und immer noch gut aussieht &#8211;  neben Second-Hand ohnehin die nachhaltigste L\u00f6sung, zugleich aber auch  der gr\u00f6\u00dfte Widerspruch zur Mode als solcher. Ein bisschen zeitloser  d\u00fcrfen die Klamotten also ruhig werden, und so lautet das Fazit in einem  Satz: Es muss nicht H &amp; M sein, wenn doch, dann bitte zur Organic  Cotton Line greifen.<\/p><\/blockquote>\n<p>Und gleich noch mal etwas aus der Modebranche \u2013 der Billigproduzent KiK steht seit jeher noch viel st\u00e4rker in der Kritik als beispielsweise H&amp;M, und das aus guten Gr\u00fcnden. Werden hier doch Mitarbeiterrechte und die Rechte bei den Zulieferern besonders mit F\u00fc\u00dfen getreten, blo\u00df damit alles \u201esch\u00f6n billig\u201c angboten werden kann. Der manomama-Blog machte mich nun auf eine geradezu unfassbar zynische und brutal ehrliche Reklame von KiK aufmerksam \u2013 \u201e<a href=\"http:\/\/www.manomama.de\/blog\/2011\/10\/16\/danke-kik\/\"><strong>Danke, KiK!<\/strong><\/a>\u201c. Dort wird nun mit dem Spruch geworden \u201eLieber echte Karriere als falsche Ideale\u201c, so als wenn das Sich-Einsetzen f\u00fcr faire Arbeitsbedigungen, f\u00fcr Nachhaltigkeit etc. \u201efalsche Ideale\u201c w\u00e4ren und das einzige, was z\u00e4hlt, doch die eigene Karriere sei. (Im Zusammenhang mit der Arbeit in diesem Unternehmen von \u201eKarriere\u201c zu sprechen, d\u00fcrfte sich f\u00fcr die meisten KiK-Angestellten eh wie Hohn anh\u00f6ren.) Weil ich nicht wei\u00df, wie das rechtlich ausschaut, will ich mal darauf verzichten, diese Reklame hier abzubilden, aber Ihr k\u00f6nnt sie Euch ja wie gesagt bei manomama anschauen, wo es auch diese sch\u00f6ne geadbustete Variante der Anzeige gibt:<\/p>\n<p><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"aligncenter size-full wp-image-13265\" title=\"kik_anzeige_richtig\" src=\"http:\/\/konsumpf.de\/wp-content\/uploads\/2011\/10\/kik_anzeige_richtig.jpg\" alt=\"\" width=\"471\" height=\"353\" srcset=\"https:\/\/konsumpf.de\/wp-content\/uploads\/2011\/10\/kik_anzeige_richtig.jpg 560w, https:\/\/konsumpf.de\/wp-content\/uploads\/2011\/10\/kik_anzeige_richtig-250x187.jpg 250w, https:\/\/konsumpf.de\/wp-content\/uploads\/2011\/10\/kik_anzeige_richtig-300x225.jpg 300w\" sizes=\"(max-width: 471px) 100vw, 471px\" \/><\/p>\n<p>Womit wir auch schon beim Thema sind \u2013 aktiv werden im Zusammenhang mit Adbusting und Culture Jamming. F\u00fcr alle diejenigen unter Euch, die k\u00fcnstlerisch begabt sind, gibt es einen K\u00fcnstlerwettbewerb des <strong>Artcollectors Club<\/strong> unter dem Thema \u201e<a href=\"https:\/\/www.artcollectorsclub.org\/anti-konsum\"><strong>Anti-Konsum<\/strong><\/a>\u201c:<\/p>\n<blockquote><p>Die Sozial-politische Bewegung des &#8220;Anti-Konsum&#8221; gewinnt mit der  politischen Lage immer mehr Unterst\u00fctzer: Junge Menschen besetzen die  Wall Street, jedes Jahr wird ein &#8220;Buy Nothing Day&#8221; einberufen, ein  junger Hobby-Aktion\u00e4r foppt den BBC mit kontroversen Aussagen wie &#8220;Ich  gehe jeden Abend zu Bett und tr\u00e4ume von einer Rezession. Mit dem  richtigen Plan kann man eine Menge Geld verdienen&#8221; und im Internet  tauchen Foren &#8220;f\u00fcr kreative Konsumkritik&#8221; auf. Und  die Kunst befindet sich mitten in dieser Konsumwelt, in der K\u00fcnstler  Werke schaffen, die f\u00fcr siebenstellige Euro-Betr\u00e4ge &#8220;\u00fcber den Ladentisch  gehen&#8221;. Aber wie k\u00f6nnen sich junge K\u00fcnstler in ihrer Kunst mit diesem  doch so realen Thema in der Gesellschaft auseinenandersetzen?<\/p>\n<p><strong>Wir\u00a0widmen uns ganz bewusst in der Vorweihnachtszeit diesen  &#8220;hei\u00dfen&#8221; Themen und rufen Euch daher auf, an dem K\u00fcnstlerwettbewerb  &#8220;Anti-Konsum \/ Anti-Consumerism&#8221; teilzunehmen.<\/strong><\/p>\n<p><strong>Was wir von euch wollen<\/strong><\/p>\n<p>Unter dem Slogan &#8220;Kaufst du noch oder denkst du schon?&#8221; bitten wir  K\u00fcnstler alle Facetten der Gesellschaft zu durchleuchten, die das Thema  Konsum so mit sich bringt: St\u00fcrzt euch auf die Wegwerfgesellschaft, auf  Billigst-Angebote, die Werbung, auf die Ausw\u00fcchse der Wirtschaftslage,  Gagen von Fu\u00dfballern, hysterische Kunstm\u00e4rkte, &#8230;.\u00a0 Schickt uns Fotos,  T-Shirts, \u00d6lgem\u00e4lde, Kollagen, Stencils, Drucke, Texte, Graffiti &#8230; &#8211;  dies ist ein offener Wettbewerb ohne Kategorien. Bei uns kann jeder  mitmachen, der \u00fcber 18 Jahre alt ist. Hier wird keiner nach einem  Kunststudiums oder \u00e4hnlichem gefragt &#8211; wir wollen Eure Kreativit\u00e4t und  keine Diplome!<\/p><\/blockquote>\n<p>Und noch etwas Unerfreuliches zum Schluss \u2013 dass Fleischkonsum nicht nur f\u00fcr die Tiere, die unter schlimmen Bedingungen gem\u00e4stet und geschlachtet werden, unerquicklich ist, sondern oft genug auch ungesund und sch\u00e4dlich f\u00fcr die Umwelt, sollte ja mittlerweile Allgemeingut geworden sein; sp\u00e4testens seit dem Bestseller \u201eTiere essen\u201c von Jonathan Safran Foer. Die taz greift dieses Thema nun zum Gl\u00fcck mal wieder auf und erinnert daran, dass in anderen L\u00e4ndern Natur zerst\u00f6rt wird, damit unser Schlachtvieh hierzulande so g\u00fcnstig wie m\u00f6glich gem\u00e4stet werden kann. Ein unhaltbarer Zustand! \u201e<a href=\"http:\/\/www.taz.de\/Studie-der-Umweltorganisation-WWF\/!79880\/\"><strong>Fremdes Land f\u00fcr deutsches Fleisch<\/strong><\/a>\u201c:<\/p>\n<blockquote><p>Die  Deutschen ben\u00f6tigen eine Fl\u00e4che von der Gr\u00f6\u00dfe \u00d6sterreichs, nur um ihren  Hunger auf Fleisch zu stillen. F\u00fcr den Anbau des Viehfutters und die  Weiden seien 8,42 Millionen Hektar des weltweit knappen Agrarlandes  n\u00f6tig, hei\u00dft es in einer am Donnerstag ver\u00f6ffentlichten Studie der  Umweltorganisation WWF. Mindestens 23\u00a0Prozent davon befinde sich  au\u00dferhalb Europas, denn auf 1,9\u00a0Millionen Hektar st\u00fcnden Sojapflanzen,  die fast vollst\u00e4ndig importiert werden. (&#8230;)<\/p>\n<p>(&#8230;) Jeder  Bundesb\u00fcrger sorgt mit seinem Fleischverzehr im Schnitt daf\u00fcr, dass laut  Studie auf 1.000 Quadratmeter Futtermittel angebaut werden m\u00fcssen. Ein  Schweinebraten-Gericht bedarf demnach 3,12 Quadratmeter Anbaufl\u00e4che pro  Person, 71 Prozent davon f\u00fcr den Fleischanteil. Zum Vergleich: F\u00fcr einen  vegetarischen Pasta-Teller mit Tomatenso\u00dfe sind nur 0,46 Quadratmeter  Acker n\u00f6tig. Der gro\u00dfe Unterschied liegt vor allem darin, dass viel mehr  der in Pflanzen gespeicherten Energie verloren geht, wenn Tiere sie in  Fleisch umwandeln, als wenn Menschen die Pflanzen direkt essen. (&#8230;)<\/p><\/blockquote>\n<p><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" src=\"http:\/\/vg08.met.vgwort.de\/na\/c75907da31434a4188c6f240e93e7cd9\" alt=\"\" width=\"1\" height=\"1\" \/><\/p>\n<h3 class='related_post_title'>Verwandte Beitr\u00e4ge:<\/h3><ul class='related_post'><li><a href=\"http:\/\/konsumpf.de\/?p=13488\" title=\"Surftipp: Destructables \u2013 Anleitungen zum Widerspruch\">Surftipp: Destructables \u2013 Anleitungen zum Widerspruch<\/a><\/li><li><a href=\"http:\/\/konsumpf.de\/?p=10473\" title=\"Surftipp: oeko-fair.de\">Surftipp: oeko-fair.de<\/a><\/li><li><a href=\"http:\/\/konsumpf.de\/?p=8708\" title=\"Surftipp: Packard Jennings\u2019 Pocket Survival Guide und weitere Ideen f\u00fcr Aktivisten\">Surftipp: Packard Jennings\u2019 Pocket Survival Guide und weitere Ideen f\u00fcr Aktivisten<\/a><\/li><li><a href=\"http:\/\/konsumpf.de\/?p=7735\" title=\"Buchbesprechung: Andreas V\u00f6llinger \u201eIm Zeichen des Marktes\u201c\">Buchbesprechung: Andreas V\u00f6llinger \u201eIm Zeichen des Marktes\u201c<\/a><\/li><li><a href=\"http:\/\/konsumpf.de\/?p=7235\" title=\"BRIMBORIA Kongress Leipzig \u2013 Die subversive Strategie des Fake\">BRIMBORIA Kongress Leipzig \u2013 Die subversive Strategie des Fake<\/a><\/li><\/ul>","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Hm&#8230; bzw. 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