{"id":12239,"date":"2011-06-30T09:46:36","date_gmt":"2011-06-30T07:46:36","guid":{"rendered":"http:\/\/konsumpf.de\/?p=12239"},"modified":"2011-06-25T17:54:14","modified_gmt":"2011-06-25T15:54:14","slug":"lesetipps-fastfood-mischgeschmack-keimschleuder-agrar-fabrik-christiania-ferrero","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/konsumpf.de\/?p=12239","title":{"rendered":"Lesetipps: Fastfood-Mischgeschmack | Keimschleuder Agrar-Fabrik | Christiania | Ferrero"},"content":{"rendered":"<div id=\"attachment_12260\" style=\"width: 231px\" class=\"wp-caption alignright\"><a href=\"http:\/\/www.sxc.hu\/photo\/1349595\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" aria-describedby=\"caption-attachment-12260\" class=\"size-thumbnail wp-image-12260\" title=\"hamburger\" src=\"http:\/\/konsumpf.de\/wp-content\/uploads\/2011\/06\/hamburger-250x209.jpg\" alt=\"\" width=\"221\" height=\"184\" srcset=\"https:\/\/konsumpf.de\/wp-content\/uploads\/2011\/06\/hamburger-250x209.jpg 250w, https:\/\/konsumpf.de\/wp-content\/uploads\/2011\/06\/hamburger.jpg 300w\" sizes=\"(max-width: 221px) 100vw, 221px\" \/><\/a><p id=\"caption-attachment-12260\" class=\"wp-caption-text\">\u00a9 julosstock, stock.xchng<\/p><\/div>\n<p>Na, Hand aufs Herz, wann war jemand von Euch zuletzt bei McDoof oder einer \u00e4hnlichen Fastfood-Bude? Fr\u00fcher sah man mich auch ab und an in diesen L\u00e4den auftauchen, und schon damals wunderte ich mich, wieso das Zeug eigentlich nach wenigen Minuten, wenn es etwas erkaltet war, nach nichts mehr schmeckte und man zudem eine Viertelstunde nach dem Essen bereits wieder Hunger hatte. W\u00e4hrend des Essens fiel die Kost, die man sich da reinzog, nicht wirklich auf, sie kitzelte den Gaumen nur peripher und hinterlie\u00df keine geschmacklichen Nachwirkungen, lediglich der Magen f\u00fchlte sich etwas pappig an. Durch den <strong>Der Moustachio<\/strong>-Blog habe ich jetzt den passenden Fachbegriff f\u00fcr diesen Mullmampf kennengelernt: \u201e<a href=\"http:\/\/dermoustachio.blogspot.com\/2011\/06\/mischgeschmack-inkl-selbstversuch.html\"><strong>Mischgeschmack<\/strong><\/a>\u201c. Das \u00c4quivalent zu RTL, BILD und DJ \u00d6tzi, sozusagen:<\/p>\n<p><!--more--><\/p>\n<blockquote><p>Mir ist spei\u00fcbel. Ich habe gerade in zw\u00f6lf Minuten 1000 kcal zu mir  genommen, und zwar in Form eines BigMac, einer kleinen Pommes und einer  0,4l Cola. Ja, wer 1&amp;1 zusammen z\u00e4hlen kann, liegt richtig \u2013 ich war  bei McDonalds. Warum ich dort war will ich euch gerne erz\u00e4hlen\u2026<br \/>\n\u2026W\u00e4hrend  ich heute so durch die Stadt spaziert bin, habe ich \u00fcber Geschm\u00e4cker  nachgedacht, um genau zu sein \u00fcber eine spezielle Art Geschmack \u2013 den  sogenannten Mischgeschmack.<\/p>\n<p>(&#8230;) Ganz anders ist es beim <strong>Mischgeschmack<\/strong>.  Rein optisch und\/oder haptisch sind die einzelnen Zutat noch mehr oder  weniger von einander zu trennen. Bereits nach dem ersten Bissen jedoch  flie\u00dfen alle Geschm\u00e4cker, Konsistenzen und Aromen untrennbar zusammen  und sind nicht mehr einzeln wahrnehmbar, sondern quasi nur noch als ein  einziger Geschmack. Die typische Konsistenz des Mischgeschmacks ist der  Brei. Die typische Geschmacksrichtung ist s\u00fc\u00df\/sauer (bei Herzhaftem,  mischt sich noch ein wenig Salz dazu). Bitterkeit ist selten in  Mischgeschm\u00e4ckern zu finden. Starke und spezielle Aromen sind auch nicht  auffindbar. Der Mischgeschmack ist ein anspruchsfreier, geschlechtloser  Geschmack. Er schmeckt v.a. unerfahrenen Essern (i.S. Kleinkindern und  nat\u00fcrlich Babys) und man muss ihm keine besondere Aufmerksamkeit  schenken, um ihn in all seiner vorhandenen \u201eTiefe\u201c wahrzunehmen. Er  l\u00e4sst sich perfekt so nebenbei wegschmecken. Tats\u00e4chlich ist es sogar  so, dass sobald man ihm die volle Aufmerksamkeit schenkt und versucht  ihn kritisch wahrzunehmen, \u201eaufzubrechen\u201c und zu erschmecken, kommt man  zu sehr n\u00fcchternem Ergebnis. Denn da ist nichts zu entdecken in dem  androgynen Brei.<\/p>\n<p>Das popul\u00e4re <strong>Fast-Food basiert auf eben diesen Mischgeschm\u00e4ckern<\/strong>.  Ob Hamburger, D\u00f6ner, Pizza, Fertiggerichte oder Sandwich \u2013 wenn als  klassisches, billiges Fast-Food angeboten, ergibt sich aus der  jeweiligen Vielzahl an Komponenten (Brot, Fleisch, Gem\u00fcse, <span style=\"text-decoration: underline;\">So\u00dfen,<\/span> K\u00e4se etc.) ein h\u00fcbscher Mischgeschmack. Meist sind die Zutaten, einzeln  probiert, wenig schmeichelhaft. Die Schl\u00fcsselkomponente die meist f\u00fcr  das Mindestma\u00df an Geschmack und Aromen sorgt, ist die verwendete So\u00dfe.  Dank ihrer Konsistenz verteilt sie sich schnell gleichm\u00e4\u00dfig im Mund und  gibt dem \u201eEinheitsbrei\u201c dann seinen Geschmack. (&#8230;)<\/p>\n<p>(&#8230;) Also gehe ich zu McDonalds und will mir mal einen Mischgeschmack bestellen, gerne im Men\u00fc. Auf den bunten Tafeln \u00fcber der Verkaufstheke lachen mich \u00fcber zehn verschiedene Burger an, alle mit einem \u201eganz speziellen\u201c Mischgeschmack. Ich entscheide mich f\u00fcr den Klassiker, den BigMac, dazu eine kleine Pommes mit Mayo und eine 0,4l Cola. Zw\u00f6lf Minuten esse ich (= Fast Food). Alle Theorien best\u00e4tigen sich. Die So\u00dfe gibt den Ton an. Es handelt sich um die Karikatur einer Senfso\u00dfe. Br\u00f6tchen und Frikadelle geben dem Brei die Masse. Der Salat ist nicht wahrnehmbar. Die zwei winzigen Gurkenscheibchen bilden f\u00fcr einen Augenblick das gustatorische Highlight, als ihre Konsistenz und ihr Geschmack aufflammen. Die Pommes schmecken nach Salz und nach Frittiertem \u2013 nicht nach Kartoffel. Die Mayonaise stellt das \u00c4quivalent zur Senfso\u00dfe f\u00fcr die Pommes dar. Die kalte sprudelnde s\u00fc\u00df\/saure Cola ist der passende, unkomplizierte, fl\u00fcssige Mischgeschmack.<\/p>\n<p>Ich habe mich bewusst auf meine Mahlzeit konzentriert, was man in diesem  Fall definitiv nicht tun sollte. Als ich die McDonalds Filiale  verlasse, ist mir \u00fcbel und meine Zunge und mein Gaumen sind taub und  \u00fcberreizt. Ich bin niedergeschlagen und m\u00fcde, k\u00f6rperlich und psychisch. (&#8230;)<\/p><\/blockquote>\n<p>Wo wir schon mal beim Thema Nahrung sind \u2013 <strong>Der Freitag<\/strong> hatte neulich ein kleines Special zur Landwirtschaft und Nahrungsindustrie, in dem es vor allem um die Auswirkungen der Tendenz zu immer gr\u00f6\u00dferen und durchrationalisierteren Betrieben geht. In \u201e<a href=\"http:\/\/www.freitag.de\/wochenthema\/1124-keimschleuder-agrarfabrik\"><strong>Keimschleuder Agrarfabrik<\/strong><\/a>\u201c wird der Landwirtschaftsexperte G\u00f6tz Schmidt interviewt:<\/p>\n<blockquote>\n<div>\n<p><strong>Der Freitag: Was m\u00fcsste sich  in der Nahrungsmittelproduktion ver\u00e4ndern, damit die Kette von  \u00adLebensmittelskandalen endlich abrei\u00dft?<\/strong><\/p>\n<p><strong>G\u00f6tz Schmidt:<\/strong> Das dringlichste ist die Abschaffung der agrarindustriellen  Tierhaltung. In den vergangenen 40 Jahren hat sich ein System  entwickelt, das von extremer Spezialisierung und Arbeitsteilung gepr\u00e4gt  ist. Um es an der Gefl\u00fcgelhaltung zu erl\u00e4utern.  Da gibt es nicht nur  Tier\u00adfabriken, sondern Futter\u00adlieferanten, Zuchtbetriebe, Elternfarmen,  K\u00fcken- Br\u00fctereien, Schlachth\u00f6fe, Zerlegebetriebe, Entsorger von Mist,  Recyclingunternehmen f\u00fcr Schlachtab\u00adf\u00e4lle und Kadaver sowie den   internationalen Handel  der Eintagsk\u00fcken. (&#8230;)<\/p>\n<p>(&#8230;) Regional orientierte   Lebensmittelerzeugung braucht vor allem kleine, b\u00e4uerliche Betriebe.  Nat\u00fcrlich werden auch in kleineren Betrieben Fehler gemacht. Doch sie  sind korrigierbar, eingrenzbar. Noch bestehende b\u00e4uerliche  Betriebe  m\u00fcssen gest\u00fctzt werden. Neugr\u00fcndungen mit jungen Leuten m\u00fcssen m\u00f6glich  sein. Investitionen in die Erleichterung der  Arbeit in kleinen  Betrieben sollten gef\u00f6rdert werden \u2013 jedoch ohne die Betriebe ins  Wachstum der Tierbest\u00e4nde zu zwingen.<\/p>\n<p>Die Art der  Erzeugung von Lebensmitteln hat entscheidenden Einfluss auf ihre  Qualit\u00e4t. Auch deshalb sind tiergerechte Haltung und F\u00fctterung,  Tageslicht, gen\u00fcgend Platz im Stall, Weidegang so wichtig. Pro  Arbeitskraft d\u00fcrfen nur so viele Tiere gehalten werden, dass das  einzelne Tier wahrnehmbar ist. Wenn Medikamente regelm\u00e4\u00dfig als   Reparaturmittel erforderlich sind, dann verkommt die  Lebensmittelaufsicht zur Dopingkontrolle. (&#8230;)<\/p>\n<p><strong>Was verhindert dann  die Agrarwende?<\/strong><\/p>\n<p>Die  Ern\u00e4hrungsindustrie ist \u2013 gleich hinter der Automobilindustrie \u2013 der  viertgr\u00f6\u00dfte Gewerbezweig. Und ihre Lobby arbeitet effektiv. Bei den  Auseinandersetzungen um die K\u00e4fighaltung von H\u00fchnern gelang es ihr zum  Beispiel, mehrere Landesregierungen zum Sprachrohr ihrer Interessen zu  machen.<\/p>\n<p>Der Deutsche Bauernverband wiederum ist in allen  wichtigen Fragen ein Sprecher der Agrarindustrie. Er sabotierte den  Kampf f\u00fcr einen besseren Milchpreis. Auch die von der EU erwogene  K\u00fcrzung der Subventionen f\u00fcr Gro\u00dfbetriebe wusste er zu verhindern.<\/p>\n<p>Doch selbst f\u00fcr die Agrarlobby gilt: Wenn sie gegen den Willen der B\u00fcrger agiert, dann bringt sie  die B\u00fcrger gegen sich auf. (&#8230;)<\/p>\n<\/div>\n<\/blockquote>\n<p><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignright size-full wp-image-12256\" title=\"Nutella_Boykott_50Prozentjpg\" src=\"http:\/\/konsumpf.de\/wp-content\/uploads\/2011\/06\/Nutella_Boykott_50Prozentjpg.jpg\" alt=\"\" width=\"140\" height=\"193\" \/>Vorletzte Woche war es wieder mal soweit \u2013 <strong>Foodwatch<\/strong> hat den <strong>Goldenen  Windbeutel<\/strong> f\u00fcr die gr\u00f6\u00dfte Werbel\u00fcge des Jahres verliehen. Diesen  Schm\u00e4hpreis erhielt diesmal Ferrero f\u00fcr seine irref\u00fchrende Reklame, die  die Milchschnitte als \u201eleichte Zwischenmahlzeit\u201c anpreist, obwohl sie  extrem viel Fett und Zucker enth\u00e4lt. Herzlichen Gl\u00fcckwunsch (und mein Beileid allen denen, die tats\u00e4chlich glauben, sich selbst oder den Kindern etwas Gutes zu tun, indem man diesen Mist futtert)! Aber nat\u00fcrlich hat sich Ferrero diesen Preis redlich verdient, zumal der Konzern noch ganz andere Sachen zu verantworten hat. Der <strong>Direkte Aktion<\/strong>-Blog stellt in seinem Beitrag \u201e<a href=\"http:\/\/direkteaktion.over-blog.de\/article-ferrero-nicht-nur-gro-ter-werbe-lugner-sondern-gewissenloses-unternehmen-77165163.html\"><strong>Ferrero: Nicht nur gr\u00f6\u00dfter Werbel\u00fcgner, sondern auch gewissenloses Unternehmen<\/strong><\/a>\u201c klar, wo die wunden Punkte dieser Firma liegen:<\/p>\n<blockquote><p>(&#8230;) Doch die Milchschnitte ist nicht Ferreros einziges Verbrechen. Als  eine der gro\u00dfen S\u00fc\u00dfwaren-Hersteller Europas verarbeitet Ferrero viel  Schokolade \u2013 f\u00fcr die Kakao direkt aus Afrika bezogen wird,     wo er von Kindern in Sklaverei oder Sklaverei-\u00e4hnlichen  Arbeitsverh\u00e4ltnissen und unter schweren Sch\u00e4den f\u00fcr die Gesundheit  dieser Kinder angebaut und geerntet wird.<\/p>\n<p>Mehr Infos: <a href=\"http:\/\/direkteaktion.over-blog.de\/article-32135413.html\">http:\/\/direkteaktion.over-blog.de\/article-32135413.html<\/a><\/p>\n<p><a href=\"http:\/\/direkteaktion.over-blog.de\/article-32863673.html\">Ferrero ist das bekannt<\/a>,  doch der Konzern beabsichtigt nichts an diesen f\u00fcr ihn sehr  vorteilhaften Produktionsbedingungen zu     \u00e4ndern. Denn Kakao aus Kindersklaverei ist besonders g\u00fcnstig und  erh\u00f6ht damit den Profit f\u00fcr die Aktion\u00e4re von Ferrero und die Boni der  Manager.<\/p>\n<p>Auch die Milchschnitte enth\u00e4lt \u00fcbrigens solchen Kakao \u2013 und nicht wenig, wie wir nun wissen.<\/p>\n<p>Ferrero outet sich damit als besonders gewissenloser und nur auf  Profit ausgerichteter Konzern, der seine Kunden hintergeht und seine  Lieferanten ausbeutet. (&#8230;)<\/p><\/blockquote>\n<p>Zum Abschluss noch zwei kurze positive Randnotizen aus der Mainstreampresse \u2013 bestimmt hat der eine oder andere von Euch schon mal von Christiania geh\u00f6rt, diesem quasi autonomen Viertel in Kopenhagen, das seit Jahrzehnten im Dauerclinch mit der Stadt liegt, da dieser die alternative Lebensweise, die dort gepflegt wird, ein Dorn im Auge ist. Das Hamburger Abendblatt (dass ich mal einen Link auf diese Zeitung setzen w\u00fcrde h\u00e4tte ich auch nicht gedacht!) berichtet nun \u00fcber den (wohl) endg\u00fcltigen Erfolg von Christiania \u2013 \u201e<a href=\"http:\/\/www.abendblatt.de\/vermischtes\/article1931783\/Hippie-Stadt-Christiania-kauft-sich-frei.html\"><strong>Hippie-Stadt Christiania kauft sich frei<\/strong><\/a>\u201c:<\/p>\n<blockquote><p><em> <\/em>In der &#8220;Freistadt Christiania&#8221; in Kopenhagen  gelten andere Gesetze. Autos sind verboten, alle zahlen in eine  Gemeinschaftskasse ein, Entscheidungen werden gemeinsam getroffen, die  d\u00e4nische Polizei darf nur mit Genehmigung rein. Der Staat und die Stadt  lieferten sich 40 Jahre einen Kleinkrieg mit dem alternativen  Wohnprojekt. Nun wurde es offiziell legalisiert. Christiania ist frei.<\/p>\n<p>R\u00fcckblick: 1971 rissen einige Bewohner des Kopenhagener Stadtteils  Christianshavn die Planken zu einem bis dahin f\u00fcr die Allgemeinheit  unbekannten Paradies ein. Hinter einem hohen Holzzaun gab es, quasi im  Herzen der Altstadt, ein 34 Hektar gro\u00dfes ehemaliges Milit\u00e4rgel\u00e4nde mit  romantischem Wallgraben, mit H\u00fcgeln, Wiesen, B\u00e4umen und einigen alten  Geb\u00e4uden. Der d\u00e4nische Staat hatte das Kasernengebiet stillgelegt, die  Anwohner, die meist nur auf karge Hinterh\u00f6fe blickten, eroberten sich  Platz und Gr\u00fcnfl\u00e4chen f\u00fcr ihre Kinder. Hippies schlossen sich an,  besetzten die Kasernen.<\/p><\/blockquote>\n<blockquote><p>An eine R\u00e4umung war vor 40 Jahren aufgrund der  Weitl\u00e4ufigkeit des Gel\u00e4ndes nicht zu denken. Anarchie machte sich breit.  Haschverk\u00e4ufer konnten hier ungestraft ihre Waren anbieten. Die  Christiania-Bewohner (Christianiter) zahlten weder Miete noch sonstige  Abgaben. 1973 wurde es den Stadtoberen zu bunt. Sie versuchten, die  &#8220;Freistadt&#8221; erstmals zu r\u00e4umen &#8211; vergeblich. Die Lage beruhigte sich,  spitzte sich zu, beruhigte sich. Mit diesem politischen Hickhack lebten  die D\u00e4nen und die Christianiter vier Jahrzehnte. Bis nun im April der  Staat mit einem erstaunlichen Kaufangebot kam. (&#8230;) Weil in der Gemeinschaftskasse nat\u00fcrlich keine zehn Millionen sind,  \u00fcberlegt man nun, ganz neue Wege zu gehen. &#8220;Im Moment denken wir dar\u00fcber  nach, eine Art Volksaktie einzuf\u00fchren, mit der man die Stiftung  unterst\u00fctzen kann&#8221;, erkl\u00e4rt Christiania-Sprecher Thomas Ertmann. Mit  Unterst\u00fctzung von au\u00dfen k\u00f6nnen die Christianiter rechnen. Denn die  Kopenhagener lieben ihre &#8220;Freistadt&#8221;. (&#8230;)<\/p><\/blockquote>\n<p>Und auch noch dies \u2013 selbst in provinziellen konservativen Zeitungen erkennt man den Trend hin zu mehr Nachhaltigkeit, z.B. auch in der Mode (obwohl \u00f6kologische Mode leider nach wie vor eine reine Nische ist und man au\u00dferhalb der Metropolen nur wenig Chancen hat, solche zu finden) \u2013 die Hannoversche Allgemeine Zeitung berichtete unl\u00e4ngst: \u201e<a href=\"http:\/\/www.haz.de\/Hannover\/Aus-der-Stadt\/Uebersicht\/Modedesign-Studentin-entwirft-oekologische-Outfits\"><strong>Modedesign-Studentin entwirft \u00f6kologische Outfits<\/strong><\/a>\u201c:<\/p>\n<blockquote><p>Ein paar Handgriffe noch, dann sitzt er perfekt: Luftig und grazil  umflie\u00dft der Seidenoverall das Bein des Models und modelliert mit dem  d\u00fcnnen G\u00fcrtel aus dem eigentlich weiten Schnitt eine weibliche  Silhouette. Simone Austen nickt zufrieden. Nein, das sieht wirklich  nicht \u201e\u00f6ko\u201c aus \u2013 und das ist auch der Anspruch der Modedesign-Studentin  der Fachhochschule Hannover  (FHH): \u00d6kologisch korrekte Kleidung, die aber \u00e4sthetisch wirkt. Der  Overall ist aus nur einer einzigen Stoffbahn Bioseide gefertigt und so  produziert, dass nicht ein Fetzen des teuren Stoffs im Abfall landet.  Zero-Waste-Fashion nennt sich die Methode, Mode ohne M\u00fcll. Und wenn bei  einem Schnittmuster doch Stoff \u00fcbrig bleibt, verarbeitet die 24-J\u00e4hrige  die Reste zu einem Rock, einer Bluse oder einem G\u00fcrtel.\u201eMit  dieser Produktionsart k\u00f6nnen Zeit, Energie und vor allem Rohstoffe  gespart werden\u201c, sagt Austen. Ihre eigene Maxime: \u201eMode soll Spa\u00df  machen, aber man soll kein schlechtes Gewissen haben, weil man nicht  wei\u00df, wie dieses F\u00fcnf-Euro-T-Shirt aus der Modekette nun eigentlich  entstanden ist.\u201c Damit greift Austen eine Diskussion auf, die derzeit  aktuell ist: Faire, \u00f6kologische und nachhaltige Produktionsweise wird  immer wichtiger \u2013 und erweist sich als neues lukratives Feld im  Modebusiness. (&#8230;)<\/p><\/blockquote>\n<p><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" src=\"http:\/\/vg02.met.vgwort.de\/na\/12b6bf37234e41d59b62f387b6db1e26\" alt=\"\" width=\"1\" height=\"1\" \/><\/p>\n<h3 class='related_post_title'>Verwandte Beitr\u00e4ge:<\/h3><ul class='related_post'><li><a href=\"http:\/\/konsumpf.de\/?p=11893\" title=\"Gef\u00e4hrliches Gem\u00fcse \u2013 Antiobiotikaresistente Bakterien\">Gef\u00e4hrliches Gem\u00fcse \u2013 Antiobiotikaresistente Bakterien<\/a><\/li><li><a href=\"http:\/\/konsumpf.de\/?p=9204\" title=\"Das McDonald&#8217;s Happy Meal Project \u2013\u00a0Unverrottbares Fastfood?\">Das McDonald&#8217;s Happy Meal Project \u2013\u00a0Unverrottbares Fastfood?<\/a><\/li><li><a href=\"http:\/\/konsumpf.de\/?p=8964\" title=\"Der t\u00f6dliche Burger\">Der t\u00f6dliche Burger<\/a><\/li><li><a href=\"http:\/\/konsumpf.de\/?p=8465\" title=\"Tricksereien der Lebensmittelindustrie: Sauerstoff-Fleisch und Nimm2\">Tricksereien der Lebensmittelindustrie: Sauerstoff-Fleisch und Nimm2<\/a><\/li><li><a href=\"http:\/\/konsumpf.de\/?p=8261\" title=\"\u201eKieferverletzungen durch zu gro\u00dfe Hamburger\u201c\">\u201eKieferverletzungen durch zu gro\u00dfe Hamburger\u201c<\/a><\/li><\/ul>","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Na, Hand aufs Herz, wann war jemand von Euch zuletzt bei McDoof oder einer \u00e4hnlichen Fastfood-Bude? 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