{"id":11893,"date":"2011-05-29T09:35:59","date_gmt":"2011-05-29T07:35:59","guid":{"rendered":"http:\/\/konsumpf.de\/?p=11893"},"modified":"2011-05-28T17:50:38","modified_gmt":"2011-05-28T15:50:38","slug":"gefahrliches-gemuse-%e2%80%93-antiobiotikaresistente-bakterien","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/konsumpf.de\/?p=11893","title":{"rendered":"Gef\u00e4hrliches Gem\u00fcse \u2013 Antiobiotikaresistente Bakterien"},"content":{"rendered":"<div id=\"attachment_11906\" style=\"width: 260px\" class=\"wp-caption alignright\"><a href=\"http:\/\/www.sxc.hu\/photo\/1307757\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" aria-describedby=\"caption-attachment-11906\" class=\"size-thumbnail wp-image-11906\" title=\"salate\" src=\"http:\/\/konsumpf.de\/wp-content\/uploads\/2011\/05\/salate-250x190.jpg\" alt=\"\" width=\"250\" height=\"190\" srcset=\"https:\/\/konsumpf.de\/wp-content\/uploads\/2011\/05\/salate-250x190.jpg 250w, https:\/\/konsumpf.de\/wp-content\/uploads\/2011\/05\/salate.jpg 300w\" sizes=\"(max-width: 250px) 100vw, 250px\" \/><\/a><p id=\"caption-attachment-11906\" class=\"wp-caption-text\">\u00a9 michaelaw, stock.xchng<\/p><\/div>\n<p>F\u00fcr das Gem\u00fcse kommt es derzeit wirklich kn\u00fcppeldick \u2013 seit einigen Tagen beherrschen Horrormeldungen zur <span style=\"text-decoration: line-through;\">Gem\u00fcsegrippe <\/span>Belastung von Gem\u00fcse aus <span style=\"text-decoration: line-through;\">Norddeutschland<\/span> Spanien die Medien, die mit sogenannten Ehec-Bakterien belastet sind, einer Seuche, die f\u00fcr den Menschen sogar t\u00f6dlich enden kann. Wer rohes Gem\u00fcse zu sich nimmt, lebt also im Moment (scheinbar) gef\u00e4hrlich. Wie Blogleser \u201eInsider\u201c vorgestern in einem <a href=\"http:\/\/konsumpf.de\/?p=7111&amp;cpage=1#comment-4648\">Kommentar hier im Konsumpf<\/a> schon richtig anmerkte, ist es kein Wunder, dass der Trend zu massenhafter Billigproduktion in der Landwirtschaft sich am Ende wieder gegen den Menschen wendet, wie auch schon vergleichbare Seuchen wie BSE oder der Vogelgrippe, aber auch Dioxin in Eiern etc. pp in der Vergangenheit immer wieder gezeigt haben. Gerade in Spanien herrschen wohl unglaubliche Zust\u00e4nde, dort geht es nur noch nach der reinen Masse, koste es Umwelt und Menschen was es wolle:<\/p>\n<p><!--more--><\/p>\n<blockquote><p>In Almer\u00eda befindet sich die weltweit gr\u00f6\u00dfte Konzentration von  (Plastik-) Gew\u00e4chsh\u00e4usern aus denen ganz Europa mit Obst und Gem\u00fcse  beliefert wird. Die Gew\u00e4chsh\u00e4user stehen so dicht und in so gro\u00dfer Zahl  nebeneinander, dass sie aus der Ferne wie ein riesiges Plastikmeer  aussehen. Das k\u00fcnstliche, silbergl\u00e4nzende wirkende Gebilde ist sogar vom  Mond aus erkennbar. Wolkenverhangene Berge begrenzen das Meer aus  Plastik, das sich bis in die Ausl\u00e4ufer der Sierra de G\u00e1dor  hinaufschiebt. Es kriecht bis an die H\u00e4user der Wohnviertel heran,  s\u00e4umen die Schnellstra\u00dfen und umschlie\u00dfen die Ortschaften wie eine  Schicht aus silbrig gl\u00e4nzendem T\u00fcll. Alle Reste von Natur werden nach  und nach von der Flut der \u201eGew\u00e4chsh\u00e4user\u201c verschluckt.<\/p>\n<p>Zwischen 70 und 80 Prozent des europ\u00e4ischen Lebensmittelmarktes  werden heute von wenigen Gro\u00dfhandels-ketten beherrscht, die die Preise  f\u00fcr landwirtschaftliche Erzeugnisse st\u00e4ndig nach unten dr\u00fccken. Bei  einem Verkaufspreis von 11 Cent pro Kilo Gurken bleibt auch f\u00fcr die  Landwirt\/Innen nicht viel \u00fcbrig. Ist der Markt ges\u00e4ttigt, weigern sich  die Zwischenh\u00e4ndlerInnen, das produzierte Gem\u00fcse anzunehmen. Tonnenweise  landen Gurken, Paprika und Tomaten so auf dem M\u00fcll. Auf einer 350  Quadratkilometer gro\u00dfen w\u00fcstenartigen, (demzufolge ung\u00fcnstiger  Niederschlagsverh\u00e4ltnisse)riesigen Fl\u00e4che, nahe der (tourist.) K\u00fcste von  Almeria wird f\u00fcr jede\/n einzelnen Europ\u00e4er\/In mehr als zehn Kilo  Treibhausgem\u00fcse im Jahr produziert. W\u00e4hrend der Hochsaison im Winter  verlassen t\u00e4glich Tausend Last-wagen das \u201ePlastikmeer\u201c des s\u00fcdspanischen  Anbaugebiet und rollen \u00fcber die Autobahnen Richtung Norden, um  insbesondere auch deutsche Superm\u00e4rkte und Discounter mit billigem Obst  und Gem\u00fcse zu beliefern(ca. 70%). Eine zerst\u00f6rte Umwelt, eine von  Pestiziden und \u00fcblen Ger\u00fcchen ges\u00e4ttigte Luft, eine Landschaft ohne  Gr\u00fcnfl\u00e4chen, ohne B\u00e4ume, ohne sauberes Wasser, die Ausbeutung von  Arbeiter und der direkten Umwelt \u2013 kurzum, eine industrielle Ein\u00f6de, das  ist der Preis. (&#8230;)<\/p><\/blockquote>\n<p>Tja, als w\u00e4re das also noch nicht genug, gibt es nun den n\u00e4chsten Schlag ins Gesicht all derjenigen, die gerne rohes Gem\u00fcse (zu den Personen z\u00e4hle ich mich auch) \u2013 dir WDR-Sendung <strong>Markt<\/strong> hat in seinem Beitrag \u201e<a href=\"http:\/\/www.wdr.de\/tv\/markt\/sendungsbeitraege\/2011\/0516\/00_antibiotika.jsp\"><strong>Gem\u00fcse: Resistente Bakterien<\/strong><\/a>\u201c eine weitere unangenehme Entdeckung gemacht: sowohl auf Gem\u00fcse aus konventionellem wie auch aus EU-Bio-Anbau wurden Bakterien entdeckt, die resistent gegen Antibiotika sind und sich im Darm des Menschen festsetzen, so dass die Gefahr besteht, dass Antibiotika in dem Moment, wo er sie aus Krankheitsgr\u00fcnden br\u00e4uchte, nicht mehr richtig wirken. Diese sehr neue Entwicklung l\u00e4sst sich wohl direkt auf die in der Massentierhaltung verwendeten Antibiotika zur\u00fcckf\u00fchren, die \u00fcber die G\u00fclle auf vielen Feldern, auch EU-Bio-bewirtschafteten landen und auf diesem Umweg schlie\u00dflich ins Gem\u00fcse und den menschlichen Darm wandern. Halbwegs verschont bleibt man wohl nur, wenn man zu richtiger Bioware von den strengen Anbauverb\u00e4nden wie Demeter und Bioland greift.<\/p>\n<p>Wieder einmal zeigt sich, das das kurzsichtige und kurzfristige Profitdenken der Menschen zu eindimensional ist und die nachgelagerten Folgen des eigenen Handelns ignoriert. Um m\u00f6glichst viele Schweine m\u00f6glichst billig zur Schlachtreife zu m\u00e4sten, werden diese zusammengepfercht, es brechen Krankheiten aus, die dann gro\u00dffl\u00e4chig mit Antibiotika behandelt werden m\u00fcssen, was sich schlussendlich wieder gegen den Menschen wendet. Auch die Aufweichung des Biosiegels vor einiger Zeit (zur gro\u00dfen Freude der Discounter und gro\u00dfen Handelsketten) war keine kluge Idee.<\/p>\n<blockquote>\n<div>\n<p><strong>Niederl\u00e4ndische Wissenschaftler haben in Radieschen, Zwiebeln und sogar in Biogem\u00fcse gegen Antibiotika resistente Bakterien gefunden. Ein Grund k\u00f6nnte der erh\u00f6hte Einsatz von Antibiotika in der Landwirtschaft sein.<\/strong><\/p>\n<\/div>\n<div>\n<p>In Breda treffen wir <acronym title=\"Professor\" lang=\"De\">Prof.<\/acronym> <acronym title=\"Doktor\" lang=\"De\">Dr.<\/acronym> Jan Kluytmans. Er ist Mitglied des Forschungsteams, das die Keime im Gem\u00fcse entdeckte. Gefunden wurden Erreger der Spezies Escherichia Coli und Klebsiella. Das seien normale Keime, die bei jedem Menschen in der Darmflora vorkommen k\u00f6nnen. Ganz so normal sind die nachgewiesenen Keime aber doch nicht, denn sie besitzen eine gef\u00e4hrliche Eigenschaft, wie er uns aufkl\u00e4rt: \u201eDie Keime, die wir im Gem\u00fcse gefunden haben, haben ein Enzym, das nennt man ESBL. Das ist ein Enzym, das Antibiotika unwirksam macht.\u201c<\/p>\n<p>Das K\u00fcrzel ESBL steht in der Fachwelt f\u00fcr \u201eextended spectrum beta-lactamases\u201c. Es bezeichnet nicht eine bestimmte Art von Erregern, sondern vielmehr eine Art Mechanismus, der verschiedene Bakterien bef\u00e4higt, gegen eine sehr gro\u00dfe Gruppe von Antibiotika resistent zu sein. Weltweit wird ein wachsendes Auftreten von ESBL im klinischen Bereich, aber auch au\u00dferhalb beobachtet. (&#8230;)<\/p>\n<p>(&#8230;) In der konventionellen und insbesondere in der industriellen Tierhaltung werden viele Antibiotika eingesetzt. 90 Prozent scheiden die Tiere unver\u00e4ndert wieder aus. Mit G\u00fclle oder Mist landet das auf den Feldern. Hier nehmen die Pflanzen die Antibiotikar\u00fcckst\u00e4nde aus dem Boden auf.<\/p>\n<div><strong>Was bedeutet das f\u00fcr den Menschen?<\/strong><br \/>\n<acronym title=\"Professor\" lang=\"De\">Prof.<\/acronym> <acronym title=\"Doktor\" lang=\"De\">Dr.<\/acronym> Jan Kluytmans wei\u00df, dass die erste Frage der Menschen immer ist, ob man das Gem\u00fcse noch essen darf. Man d\u00fcrfe es essen, sagt er, und brauche keine Angst zu haben, daran akut zu erkranken. Trotzdem blieben Bedenken, die er selbst teile, denn die resistenten Keime gelangten \u00fcber den Verzehr in die Darmflora &#8211; und blieben dort f\u00fcr Wochen, Monate, vielleicht f\u00fcr Jahre. In der Regel geschehe das, ohne den Menschen krank zu machen.F\u00fcr immungeschw\u00e4chte Menschen wie Krankenhauspatienten k\u00f6nnen die Keime jedoch zu einer Infektionsgefahr werden. Das Heilmittel Antibiotikum hilft dann nicht mehr. <acronym title=\"Professor\" lang=\"De\">Prof.<\/acronym> <acronym title=\"Doktor\" lang=\"De\">Dr.<\/acronym> Jan Kluytmans berichtet, dass man in den Niederlanden derzeit feststellt, dass sechs bis sieben Prozent aller Patienten, die ins Krankenhaus kommen, schon positiv seien: Das bedeutet, dass dort schon eine Million Menschen die ESBL in der Darmflora haben. (&#8230;)<\/p>\n<p>(&#8230;) In der konventionellen, aber besonders der industriellen Tierhaltung sieht das anders aus: \u201eIn den gro\u00dfen Best\u00e4nden, wo mehrere Tausend Schweine sind, fehlt dann einfach die Zeit, sich um jedes einzelne Tier zu k\u00fcmmern. Dann wird halt, wenn Tiere erkranken, der ganze Bestand behandelt, um einfach auch dem Risiko aus dem Weg zu gehen, dass ein Bestand von mehreren Tausend Schweinen erkrankt\u201c, so Leiders. Ein weiteres Problem sei dabei, dass das Antibiotikum den Tieren \u00fcber das Trinkwasser gegeben werde: \u201eWenn das Schwein von der Selbsttr\u00e4nke s\u00e4uft, nimmt es das Trinkwasser nicht zu 100 Prozent auf, sondern die vermatschen das.\u201c Und so flie\u00dfe ein Gro\u00dfteil des mit Antibiotika versetzten Wassers sofort in den G\u00fcllekeller.<\/p>\n<p>Wie viel Antibiotika in Deutschland in der konventionellen oder industriellen Tiermast eingesetzt werden, wei\u00df niemand genau. Nach offizieller Sch\u00e4tzung aus dem Jahr 2005 sind es j\u00e4hrlich 750 Tonnen. Kritiker halten 1.000 bis 1.500 Tonnen f\u00fcr realistischer. G\u00fclle oder Mist werden nicht auf m\u00f6gliche Antibiotikar\u00fcckst\u00e4nde oder resistente Bakterien wie Escherichia Coli oder Klebsiella kontrolliert. (&#8230;)<\/p>\n<p>Nach der <acronym title=\"Europ\u00e4ische Union\" lang=\"De\">EU<\/acronym>-Bioverordnung darf Kamphausen G\u00fclle oder Mist aus konventioneller Tierhaltung auf seine Felder bringen. Doch das kommt f\u00fcr ihn nicht infrage: \u201eIch habe schon Bedenken, dass da Sachen drin sein k\u00f6nnen, die ich auf meinem Feld nicht haben m\u00f6chte. Auf meine Erde d\u00fcrfen nur Sachen, von denen ich wei\u00df, was drin ist. Das ist bei denen nicht gew\u00e4hrleistet, meiner Meinung nach.\u201c Seine L\u00f6sung: Eine Kooperation mit dem Schweinebiobauer aus der Nachbarschaft. Der Gem\u00fcsebauer liefert das Stroh und bekommt im Gegenzug den \u201esauberen\u201c Mist.<\/p>\n<p>Alle Biobauern, die Verb\u00e4nden wie Bioland, Naturland oder Demeter angeh\u00f6ren, nutzen ausschlie\u00dflich G\u00fclle oder Mist aus Biomast. Die Wahrscheinlichkeit, dass auch im Biogem\u00fcse resistente Keime stecken, ist so zumindest geringer.<\/p>\n<\/div>\n<\/div>\n<\/blockquote>\n<p><object classid=\"clsid:d27cdb6e-ae6d-11cf-96b8-444553540000\" width=\"500\" height=\"310\" codebase=\"http:\/\/download.macromedia.com\/pub\/shockwave\/cabs\/flash\/swflash.cab#version=6,0,40,0\"><param name=\"allowFullScreen\" value=\"true\" \/><param name=\"allowscriptaccess\" value=\"always\" \/><param name=\"src\" value=\"http:\/\/www.youtube.com\/v\/p6RIyQRDZUw?hl=de&amp;fs=1\" \/><param name=\"allowfullscreen\" value=\"true\" \/><embed type=\"application\/x-shockwave-flash\" width=\"500\" height=\"310\" src=\"http:\/\/www.youtube.com\/v\/p6RIyQRDZUw?hl=de&amp;fs=1\" allowscriptaccess=\"always\" allowfullscreen=\"true\"><\/embed><\/object><br \/>\n<img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" src=\"http:\/\/vg02.met.vgwort.de\/na\/21bfb91b88dd4abdbd2c080315f7b2c4\" alt=\"\" width=\"1\" height=\"1\" \/><\/p>\n<h3 class='related_post_title'>Verwandte Beitr\u00e4ge:<\/h3><ul class='related_post'><li><a href=\"http:\/\/konsumpf.de\/?p=13815\" title=\"Massentierhaltung schadet auch den Menschen\">Massentierhaltung schadet auch den Menschen<\/a><\/li><li><a href=\"http:\/\/konsumpf.de\/?p=15294\" title=\"S\u00fc\u00df und gef\u00e4hrlich \u2013 die bittere Seite des Zuckers\">S\u00fc\u00df und gef\u00e4hrlich \u2013 die bittere Seite des Zuckers<\/a><\/li><li><a href=\"http:\/\/konsumpf.de\/?p=13820\" title=\"Massentierhaltung und der Mensch, Teil II\">Massentierhaltung und der Mensch, Teil II<\/a><\/li><li><a href=\"http:\/\/konsumpf.de\/?p=13474\" title=\"Die Vitaminfalle\">Die Vitaminfalle<\/a><\/li><li><a href=\"http:\/\/konsumpf.de\/?p=12239\" title=\"Lesetipps: Fastfood-Mischgeschmack | Keimschleuder Agrar-Fabrik | Christiania | Ferrero\">Lesetipps: Fastfood-Mischgeschmack | Keimschleuder Agrar-Fabrik | Christiania | Ferrero<\/a><\/li><\/ul>","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>F\u00fcr das Gem\u00fcse kommt es derzeit wirklich kn\u00fcppeldick \u2013 seit einigen Tagen beherrschen Horrormeldungen zur Gem\u00fcsegrippe Belastung von Gem\u00fcse aus Norddeutschland Spanien die Medien, die mit sogenannten Ehec-Bakterien belastet sind, einer Seuche, die f\u00fcr den Menschen sogar t\u00f6dlich enden kann. 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