{"id":10648,"date":"2011-01-26T09:37:11","date_gmt":"2011-01-26T08:37:11","guid":{"rendered":"http:\/\/konsumpf.de\/?p=10648"},"modified":"2011-01-25T10:34:07","modified_gmt":"2011-01-25T09:34:07","slug":"lesetipps-lidl%c2%a0-billiges-kalkul-boses-erwachen-nach-dem-schuldenrausch-warnung-vor-der-%e2%80%9eplastiksuppe%e2%80%9c-droht-den-deutschen-waldern-das-aus","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/konsumpf.de\/?p=10648","title":{"rendered":"Lesetipps: Lidl\u00a0&#8211; Billiges Kalk\u00fcl | B\u00f6ses Erwachen nach dem Schuldenrausch | Warnung vor der \u201ePlastiksuppe\u201c | Droht den deutschen W\u00e4ldern das Aus?"},"content":{"rendered":"<p><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignright size-thumbnail wp-image-10652\" title=\"business_law\" src=\"http:\/\/konsumpf.de\/wp-content\/uploads\/2011\/01\/business_law-250x166.jpg\" alt=\"\" width=\"220\" height=\"146\" srcset=\"https:\/\/konsumpf.de\/wp-content\/uploads\/2011\/01\/business_law-250x166.jpg 250w, https:\/\/konsumpf.de\/wp-content\/uploads\/2011\/01\/business_law.jpg 300w\" sizes=\"(max-width: 220px) 100vw, 220px\" \/>Meine letzten Lesetipps sind schon wieder eine Weile her, da wird es Zeit f\u00fcr ein Update, denn wieder bin ich auf viele interessante Artikel im Web gesto\u00dfen, die sehr gut zu meinem Blog passen. Beispielsweise der kritische Kommentar von <strong>Ulrich Schulte<\/strong> in der <strong>taz<\/strong> \u201e<a href=\"http:\/\/www.taz.de\/1\/debatte\/kommentar\/artikel\/1\/billiges-kalkuel\/\"><strong>Lidl: Billiges Kalk\u00fcl<\/strong><\/a>\u201c, in der der Autor der durchaus berechtigten Frage nachgeht, wem die neue \u201eCharmeoffensive\u201c des v\u00f6llig zu Recht verfehmten Discounters n\u00fctzt \u2013 neben der peinlichen Fernsehreklame zur Aufpolierung des ramponierten Images steht Lidl pl\u00f6tzlich mit Mindestlohnforderungen auf der Matte. Ja, tats\u00e4chlich, Lidl, einer der Ausbeuterbetriebe \u201epar excellence\u201c, zusammen mit Aldi und den anderen Billigbuden mitverantwortlich f\u00fcr Kostendruck und Sozialabbau (auch in den Zulieferbetrieben) schwingt sich nun dazu auf, pl\u00f6tzlich Mindestl\u00f6hne im Einzelhandel zu bef\u00fcrworten. Was steckt dahinter?<\/p>\n<p><!--more--><\/p>\n<blockquote><p>(&#8230;) Die wohlklingenden S\u00e4tze, die Lidl-Chef Kisseberth an die  Bundestagsfraktionen &#8211; und selbstverst\u00e4ndlich auch an die  Nachrichtenagenturen &#8211; schickte, sind zun\u00e4chst einmal kosteng\u00fcnstige  Imagepflege. Seit Jahren macht der Lebensmittelanbieter immer wieder von  sich reden, weil er Mitarbeiter unter Druck setzte und bespitzelte. Bei  vielen &#8211; im Zweifel: ehemaligen &#8211; Kunden d\u00fcrfte sich das Bild eines  gewissenlosen Ausbeuters festgesetzt haben. Ein wenig demonstrativ zur  Schau gestelltes soziales Gewissen schadet da nicht.<\/p>\n<p>Au\u00dferdem verschweigt Lidl sein \u00f6konomisches Interesse. Die nach  Hauptkonkurrent Aldi m\u00e4chtigste Lebensmittelkette in Deutschland will  mit einem Mindestlohn jene Konkurrenten aus dem Markt dr\u00e4ngen, die  teilweise deutlich schlechter bezahlen. Es geht also eher um den  strategischen Ausbau von Marktmacht denn um soziale Wohltaten. (&#8230;)<\/p><\/blockquote>\n<p>Sich \u00fcber den eigenen Konsum zu definieren ist heutzutage ja ganz normal geworden \u2013 man best\u00e4tigt sich seine Individualit\u00e4t und gleichzeitige Zugeh\u00f6rigkeit zu einer gewissen Gruppe, indem man ein normiertes Massenprodukt kauft, das durch Medien und Reklame mit einer \u00fcberzogenen Sinnhaftigkeit aufgeladen wurde. K\u00e4mpfe zwischen Apple- und Windows-Usern oder Adidas- und Niketr\u00e4gern erinnern an Glaubenskriege, dabei geht es letztlich nur darum, welches Logo auf einem industriell hergestellten Kleidungsst\u00fcck klebt und welche Attribute dieser Marke zugeschrieben werden. Sich aus diesem sich selbst verst\u00e4rkenden Kreislauf herauszuhalten ist vor allem f\u00fcr J\u00fcngere ungemein schwierig (geworden). Dabei hat das permanente Kaufen- und Konsumierenm\u00fcssen, um \u201ecool\u201c zu bleiben, auch viele Schattenseiten \u2013 neben den Umweltsch\u00e4den durch die Produktion des ganzen Krempels nicht zuletzt auch den, dass man Teil seiner Lebenszeit daf\u00fcr opfern muss, um das entsprechende Geld zu verdienen. Und nicht selten f\u00fchrt das bei Konsumenten zur Verschuldung \u2013 wie auch <strong>Der Standard<\/strong> in \u201e<a href=\"http:\/\/derstandard.at\/1292462121130\/Boeses-Erwachen-nach-dem-Konsumrausch\"><strong>B\u00f6ses Erwachen nach dem Konsumrausch<\/strong><\/a>\u201c konstatiert:<\/p>\n<blockquote><p>(&#8230;) Was im Einkaufskorb liegt, ist Nebensache. Vieles bleibt verpackt und  unge\u00f6ffnet. Der einzige Kick ist der Akt des Kaufens, sagt Roland Mader.  Der Suchtexperte und Arzt am Anton-Proksch-Institut in Wien beobachtet  seit Jahren eine stete Zunahme an krankhafter Kauflust in \u00d6sterreich. Er  sieht klar direkte Zusammenh\u00e4nge zwischen wachsendem Produktangebot,  mehr Werbung und Suchtverhalten. Beleg daf\u00fcr seien Untersuchungen in  Ostdeutschland nach der Wende. Innerhalb von nur einem Jahrzehnt habe  sich dort die Zahl an Kaufs\u00fcchtigen an jene des Westens weitgehend  angeglichen. (&#8230;)<\/p>\n<p>(&#8230;) Aber auch abseits des krankhaften Verhaltens steigt der Konsumdruck. Von  gro\u00dfz\u00fcgigen Geschenken hielten selbst gro\u00dfe finanzielle Probleme nicht  ab, sagt der Konsum\u00f6konom und Experte der Arbeiterkammer, Karl Kollmann.  Oft werde dieselbe Spendierfreudigkeit freilich auch vom Beschenkten  erwartet: Pr\u00e4sente m\u00fcssten so mit Zinseszinsen in anderer Form  zur\u00fcckbekommen werden. Orientierungsrahmen, die fr\u00fcher regelten, dass  Lehrlinge nicht protzige Autos fuhren und Lehrer zu keinen  Cartier-F\u00fcllfedern griffen, seien abhandengekommen. Ihr Budget f\u00fcr  Geschenke planen w\u00fcrden wenige, und die Konten daf\u00fcr zu \u00fcberziehen sei  ein Leichtes. (&#8230;)<\/p><\/blockquote>\n<p>Vieles von dem, was gestern noch hip und angesagt war, landet kurz darauf schon wieder auf dem M\u00fcll, um durch etwas noch Groovigeres ersetzt zu werden. Und damit w\u00e4chst der M\u00fcllberg und die damit zusammenh\u00e4ngenden Probleme stetig an \u2013 wie ich im Blog schon einige Male berichtete ist vor allem auch der Plastikabfall eine gro\u00dfe Gefahr f\u00fcrs \u00d6kosystem und die Gesundheit von Mensch und Tier. <strong>CSR-News<\/strong> beschreibt in \u201e<a href=\"http:\/\/csr-news.net\/main\/2011\/01\/10\/warnung-vor-der-plastiksuppe\/\"><strong>Warnung vor der Plastiksuppe<\/strong><\/a>\u201c, wie beispielsweise die Vergiftung des Mittelmeeres durch Plastik zunimmt:<\/p>\n<blockquote><p>Sch\u00e4tzungsweise 500 Tonnen winziger  Plastikteilchen aus Abf\u00e4llen schwimmen derzeit im Mittelmeer, dienen dem  Plankton und damit Fischen als Nahrung und k\u00f6nnen so auf unseren  Tellern landen. Dies sind die ersten Schl\u00fcsse einer bisher in Europa  einmaligen Forschungsexpedition. Die Menge entspreche etwa 250  Milliarden Partikeln mit einem Durchschnittsgewicht von 1,8 Milligramm,  die \u00fcber das ganze Mittelmeer verteilt sind, erl\u00e4utert Fran\u00e7ois Galgani  vom franz\u00f6sischen Meeresforschungsinstitut Ifremer.<br \/>\nMitglieder der Vereinigung Mittelmeer in Gefahr (MED) unternahmen im  vergangenen Juli auf eigene Kosten eine Expedition entlang der  Mittelmeerk\u00fcsten von Frankreich, Norditalien und Spanien. \u201cWir haben  Wasserproben bis zu einer Tiefe von 15 Zentimetern auf ihren Gehalt an  Plastikteilchen untersucht und die Summe dann hochgerechnet\u201d, berichtet  der Leiter der Expedition, Bruno Dumontet. Das Ergebnis sei \u201cbesonders  beunruhigend\u201d (&#8230;)<\/p>\n<p>(&#8230;) Die aktuelle Belastung des Mittelmeers durch  die Mikro-Plastikteilchen sei nicht mehr r\u00fcckg\u00e4ngig zu machen, warnt  Dumontet. Um zu verhindern, dass das Mittelmeer eine regelrechte  \u201cPlastiksuppe\u201d wird, gebe es daher nur eine L\u00f6sung: Die Verschmutzung  m\u00fcsse an der Quelle einged\u00e4mmt werden.<\/p>\n<p>Dazu haben die Initiatoren k\u00fcrzlich unter dem Motto \u201cun million de  clicks pour la M\u00e9diterran\u00e9e\u201d (\u201ceine Million Mausklicks f\u00fcr das  Mittelmeer\u201d) eine Internet-Petition lanciert. Ziel ist es, die  erforderliche Zahl von einer Million Unterschriften f\u00fcr ein  EU-B\u00fcrgerbegehren zu sammeln. Es soll die EU-Kommission auffordern, mit  neuen Vorschriften umweltfreundlichere Verbraucherprodukte \u2013 vor allem  Verpackungen \u2013 durchzusetzen. So soll der Verbrauch von  Einwegverpackungen st\u00e4rker eingeschr\u00e4nkt werden, als dies in der heute  g\u00fcltigen Verpackungsrichtlinie aus dem Jahre 1994 der Fall ist. (&#8230;)<\/p><\/blockquote>\n<p>Apropos Umwelt \u2013 \u00fcber eine ganz besonders dreiste Entwicklung berichtet der <strong>Jagd aber fair<\/strong>-Blog \u2013 \u201e<a href=\"http:\/\/jagdaberfair.blogspot.com\/2011\/01\/droht-den-deutschen-waldern-das-aus.html\"><strong>Droht den deutschen W\u00e4ldern das Aus?<\/strong><\/a>\u201c fragt er und geht dann der Frage nach, wie \u201eder deutsche Wald unter dem Deckmantel \u201aCharta f\u00fcr Holz\u2018 nach China verkauft wird\u201c:<\/p>\n<blockquote><p>Das  Bayerische Ministerium f\u00fcr Ern\u00e4hrung, Landwirtschaft und Forsten hat  still und heimlich ein internes Strategiepapier entwickelt, um m\u00f6glichst  viel Umsatz mit den heimischen W\u00e4ldern zu erzielen. Die so genannte  \u201eCharta f\u00fcr Holz&#8221; soll auf alle Bundesl\u00e4nder \u00fcbertragen werden. Das  so erwirtschaftete Geld wandert vor allem in die Kassen der klammen  Bundesl\u00e4nder und der wenigen Gro\u00dfgrundbesitzer, f\u00fcr die das Ganze ein  Milliardengesch\u00e4ft ist. Nicht umsonst sitzt Philipp Freiherr von und zu  Guttenberg im Deutschen Forstwirtschaftsrat, dem \u00fcbrigens auch  Ministerialdirigent Georg Windisch angeh\u00f6rt. Georg Windisch ist  Mitarbeiter des Bayerischen Staatsministeriums und wird von Insidern als  \u201eDrahtzieher&#8221; dieses Planes ausgemacht. (&#8230;)<\/p>\n<p>(&#8230;) Damit diese  Kahlschlagspolitik in der \u00d6ffentlichkeit auf keinen breiten Widerstand  st\u00f6\u00dft, haben die staatlichen Beh\u00f6rden viel Geld in die  \u00d6ffentlichkeitsarbeit gesteckt, die ihr Ziel auch nicht verfehlt hat.  Die Kahlschlagspolitik, ein Geldsegen f\u00fcr wenige Profiteure, hat durch  Slogans wie \u201e<strong>Wald vor Wild<\/strong>&#8220;, \u201e<strong>Waldverj\u00fcngung<\/strong>&#8221; oder \u201e<strong>CO2-Klimaschutz<\/strong>&#8221;  nicht nur breiten Einzug in Politik, Medien und Gesellschaft erhalten,  sondern dar\u00fcber hinaus auch noch eine \u201egr\u00fcne&#8221; Note. Was jedoch  gegenw\u00e4rtig in den deutschen W\u00e4ldern geschieht, ist der stellenweise  schon vollzogene Schritt in eine rein profit- und technikorientierte  Waldagrarlandschaft, die mit einem naturnahen oder nachhaltigen Wald  nichts mehr zu tun hat. (&#8230;)<\/p><\/blockquote>\n<p>Und zum Schluss noch eine sch\u00f6ne Grafik aus dem <a href=\"http:\/\/www.graphitti-blog.de\/2011\/01\/11\/huhnereier\/\"><strong>Graphitti-Blog<\/strong><\/a>, zum Thema billige Lebensmittel und die (auch) daraus resultierenden Skandale:<\/p>\n<p><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"aligncenter size-full wp-image-10672\" title=\"H\u00fchnereier\" src=\"http:\/\/konsumpf.de\/wp-content\/uploads\/2011\/01\/H\u00fchnereier.jpg\" alt=\"\" width=\"499\" height=\"374\" srcset=\"https:\/\/konsumpf.de\/wp-content\/uploads\/2011\/01\/H\u00fchnereier.jpg 960w, https:\/\/konsumpf.de\/wp-content\/uploads\/2011\/01\/H\u00fchnereier-250x187.jpg 250w, https:\/\/konsumpf.de\/wp-content\/uploads\/2011\/01\/H\u00fchnereier-300x225.jpg 300w\" sizes=\"(max-width: 499px) 100vw, 499px\" \/><\/p>\n<p><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" src=\"http:\/\/vg02.met.vgwort.de\/na\/8e38e5ee2ee64305be16a0b0251dd117\" alt=\"\" width=\"1\" height=\"1\" \/><\/p>\n<h3 class='related_post_title'>Verwandte Beitr\u00e4ge:<\/h3><ul class='related_post'><li><a href=\"http:\/\/konsumpf.de\/?p=12082\" title=\"Konsumismus, oder: das Zeitalter der Deppen\">Konsumismus, oder: das Zeitalter der Deppen<\/a><\/li><li><a href=\"http:\/\/konsumpf.de\/?p=3825\" title=\"Selbst schuld! 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