Jun
07
2009
1

Wir Bankenretter

schatulleDurch Sisyphos Periodicals Artikel „Auch du bist ein Bankenretter“ bin ich auf eine interessante Aktion aufmerksam geworden – tatsächlich fragte ich mich selbst schon seit längerem, wieso eigentlich nur wenige wirklich gegen die Unsummen aufbegehren, die in die Rettung der Banken gepumpt werden, ohne dass es irgend eine transparente demokratische Kontrolle der Geldströme gebe, und statt dessen fast alle Bürger wie brave Lämmer weiter arbeiten und konsumieren. Ungeachtet der neuen Schuldenberge, die die Regierungen aufhäufen. Denn all das „staatliche“ Geld, was da zur Rettung fließt, ist ja eigentlich unser Geld, und somit sind eigentlich wir selbst die Bankenretter. Genau darum geht es auch bei der Website „Wir Bankenretter“:

Wir alle sind Bankenretter. Wir haben bezahlt. Für die Banken. Die Banken, die die Weltwirtschaftskrise verursacht haben. Warum haben diese nicht die Krise nicht bezahlt? Warum müssen wir Bürgerinnen und Bürger und die kleinen Unternehmen diese Krise bezahlen und warum wurden wir von der Politik nicht gefragt, ob wir dem zustimmen? Unser aller Geld wurde ausgegeben ohne unsere Zustimmung, ohne das wir wissen wo das Geld bleibt und ohne maßgebliche sozial-ökologische Bedingungen! Daher fordern wir einen Volksentscheid zum Bankenrettungsplan und Konjunkturprogramm der Bundesregierung sowie die Einbindung der Bürgerinnen und Bürger in maßgebliche gesellschaftliche Fragen durch die Einführung des bundesweiten Volksentscheids.

Die Bloggerpatenschaften haben diese Bürgerinitiative ins Leben gerufen und rufen jetzt dazu auf, dafür zu sorgen, dass die Verteilung der Gelder (unserer Gelder) via Volksentscheid bzw. E-Petition vom Bürger mitbestimmt werden soll.

Denn niemand versteht die Ungerechtigkeit, die da gerade in den politischen Hinterzimmern beschlossen und umgesetz wird: die Banken verursachten die Weltkrise und wir alle sollen dafür bezahlen. Und das auch noch, (1) ohne das wir gefragt werden, ob wir dem zustimmen, (2) ohne Transparenz wohin das Geld wandert und (3) ohne öko-soziale Bedingungen an die Gelder!

(…) Fakt ist, dass es noch immer keine finale Antwort zur eingereichten Petition gibt. Wir – das heißt die aktiven Bürgerinnen und Bürger z.B. auf der Mailingliste – denken nun über eine Klage nach. Eine Rechtsanwältin hat schon grünes Licht gegeben.

Aber wie auch immer der Bescheid zur Petition ausgeht, wir werden nicht nachlassen. Denn auch die Ablehnung der Petition wäre ein riesen Skandal nach dem Motto:

“Wir interessieren uns nicht für die Stimmen der Bürger und wir interessieren uns noch nicht einmal dafür, wenn diese ihre Stimme erheben. Wir entscheiden im kleinen Kreis wo die Milliarden hinwandern. Der Bürger hat da nichts zu suchen.“ (..)

Habt ihr auch die Nase voll?

Dann schließt euch an und macht mit. Wir sind alle Chef. Wir sind der Souverän. Zeigt der Bundesregierung, dass Bürgerinnen und Bürger es nicht verlernt haben Gesicht zu zeigen.

Bloggt über “Wir Bankenretter”, twittert, vernetzt die Netzwerke und lasst uns so viele Bürger wie möglich zusammenbekommen. Es ist Zeit, dass wir die Forderungen stellen, was mit dem Geld und den Bürgschaften passiert, wohin die Gelder fließen und an welche öko-sozialen Bedingungen es geküpft sein soll! Wir können uns selbst aus der Krise befreien, denn Krise heißt “Chance” – die Chance, an einem Wendepunkt etwas Altes zu verabschieden und die ENTSCHEIDUNG zu treffen, nun mit kreativen guten Ideen etwas Neues, Mitmenschliches aufzubauen.

Die Zeit ist daher reif für eine Bürgerbewegung.

Euer Blogeintrag und Euer Tweet oder Retweet (z.B.: Wir Bankenretter – für eine Petition und Volksentscheid zur Bankenrettung! www.bankenretter.org @bankenretter #bankenretter) kann jetzt dabei als Katalysator wirken! Zeigt den Menschen, dass Bloggen mehr sein kann als Tagebuchschreiben, nämlich genau dann, wenn es darum geht, Einzelaktionen miteinander zu vernetzen und einen umfassenden Dialog in Gang zu bringen.

Verwandte Beiträge:

Drucken Drucken
Apr
10
2009
--

Lesetipps: Schaeffler, die Krise und die deutsche Wut

Damit Euch in der Vorbereitung auf Ostern bzw. am heutigen Karfreitag nicht gar zu langweilig wird, habe ich heute drei Leseempfehlungen parat – Artikel, die ich jüngst im Netz gefunden habe und die ich für so interessant halte, dass ich sie unbedingt auch hier vorstellen möchte.

988277_retro_tv

© miamiamia, stpck.xchng

Zuvorderst ist das der ausgesprochen großartige Beitrag „Ist Hopfen und Malz schon verloren? Die Abwesenheit von kritischem Verstand und das Versagen der Medien ist zum Verzweifeln“ von Albrecht Müller auf den NachDenkSeiten, in dem er eine schonungslose und ernüchternde Analyse des Krisenmanagements und der einlullenden Medienberichterstattung sowie der Leichtgläubigkeit vieler Mitbürger wagt. Es lohnt sich, diesen Artikel komplett durchzulesen, trotz der beachtlichen Länge.

In der Debatte um die Wirtschafts- und Finanzkrise zeigt sich eine erstaunliche Bereitschaft zur Anpassung an gängige Denkmuster. Wenn die politische Führung und die Hauptmedien die gleichen Parolen verkünden und Denkmuster anbieten, dann wird das auch in breiten Kreisen geglaubt, selbst dann, wenn an jeder Ecke Zweifelhaftes sichtbar ist. Im Bericht des NachDenkSeiten-Lesers ist von Nachplappern und Gleichschaltung die Rede. Das entspricht auch meiner Beobachtung.

Im Bericht wird auch die trotzige Reaktion auf Zweifel und Kritik beschrieben. Auch das entspricht meiner Erfahrung. Man will sich ungern die gerade angelernten Erklärungen aus der Hand nehmen lassen.

Vermutlich spielt bei der bereitwilligen Konzentration auf die angebotenen Denkmuster auch eine Rolle, dass man sich in kritischen Situationen gerne mit der Mehrheit um die Führung versammelt.

Diese Neigung wird zunehmend zu einem großen Problem: Die demokratische Kontrolle setzt aus, es gibt keine Sanktionen mehr auf Fehler, selbst auf schlimmes Versagen nicht. Das hat viel mit der Ausbreitung von Public Relations-Agenturen und ihrem Einfluss auf die Medien zu tun.

Die Medien beschäftigen sich nahezu nicht mit dem kriminellen Charakter vieler Finanzgeschäfte.
Wer faule Forderungen verpackt und sie als Wertpapiere weiterverkauft, ist aus meiner Sicht ein Betrüger. Diese Ansicht wird auch von Fachleuten geteilt. Wer solche Wertpapiere kauft, wie die IKB, ist ein Hehler. Dieser kriminelle Charakter der Hintergründe und Ursachen der Finanzkrise wird von den Medien nicht recherchiert und auch von der Wissenschaft mit Ausnahme einiger weniger Fachleute nicht hinterfragt.

Also unbedingt weiterlesen! Ebenfalls spannend und zum eben genannten Thema passend, wenn auch (natürlich) deutlich staatstragender: Die FAZ fragt sich „Finanzkrise: Wohin nur mit unserer Wut?“:

Die Isländer jagen ihre Regierung fort, die Franzosen nehmen Manager in Geiselhaft. Briten hauen in London auf den Putz. Und die Deutschen? Sie delegieren die eher kleineren Demonstrationen auf das klassische Protestpersonal aus Ökos, Antiglobalisten und Gewerkschaftern. Außerdem kaufen sie 1,2 Millionen subventionierte Autos. (…)

(…) Eine Erklärung dafür, dass die Deutschen ihr eigenes System für unschuldig halten, liegt in der ziemlich deutschen Tradition, die Wirtschaft zweizuteilen. Noch heute wird sie in der Wortwahl für den Industriesektor deutlich. Er repräsentiert die „reale Wirtschaft“. In ihr bauen Menschen prima Maschinen und Autos, verkaufen sie in die ganze Welt und teilen die Erlöse einigermaßen fair zwischen Unternehmern und Arbeitern. In der anderen Welt regieren Kredit, Zins, schlaue Köpfe, die komplizierte Wertpapiere erfinden und gewaltige Gehälter einstreichen.

Die Zweiteilung ist mit handfesten Werturteilen verbunden. Die reale Wirtschaft wird mit Attributen wie Anständigkeit, Sorgfalt und Sparsamkeit versehen. Die Finanzwelt dagegen gilt als parasitär. Sie saugt die produzierende Welt aus. (…)

Und apropos Wirtschaft – wer erinnert sich nicht noch an die Krokodilstränen der Frau Schaeffler, die staatliche Hilfe für ihr angeschlagenes Unternehmen haben möchte. Tatsächlich gehört diese Firma aber zu den Kriegsgewinnlern und hat, ähnlich wie z.B. Deutsche Bank, BASF, Dresdner Bank oder Krupp von der Zusammenarbeit mit den Nazis während des 2. Weltkriegs und den Enteignungen der Juden massiv profitiert. Im NPD-Blog wird dieses Thema aktuell aufgegriffen: „Vom Ursprung deutschen Reichtums: Die Schaeffler AG“ (siehe auch bei German Foreign Policy):

Berichte über ein NS-Lager im ehemaligen deutschen Katscher (heute Kietrz/Südpolen) haben nach einem Bericht von German-Foreign-Policy.com neue Erkenntnisse über die NS-Vergangenheit der Schaeffler Gruppe geliefert. Wie aus den Berichten hervorgehe, bediente sich die damalige Schaeffler AG in den letzten Kriegsjahren der Arbeitskraft von Gefangenen, die im “Polenlager Nr. 92″ in Katscher interniert waren.

(…) Die NS-Vergangenheit der Schaeffler Gruppe, die ihre Gründung offiziell immer noch auf das Jahr 1946 datiere, sei mittlerweile in Umrissen bekannt. Demnach übernahm Wilhelm Schaeffler 1940 im damals schlesischen Katscher (heute: Kietrz/Südpolen) eine Textilfabrik, deren jüdischer Vorbesitzer im Jahr 1933 hatte fliehen müssen. Schaeffler stieg den Angaben zufolge bald in die Rüstungsproduktion ein und verdiente Geld mit der Produktion für die Wehrmacht und den deutschen Vernichtungskrieg in Osteuropa.

Verwandte Beiträge:

Drucken Drucken
Mrz
17
2009
2

Die Krise

Die Krise ist zumindest in den Medien mittlerweile ja doch in aller Munde – überall hört man schauerliche Meldungen und Berichte, wie sehr der Abschwung und die Rezession weltweit zuschlägt. Seit diesem Jahr gibt es praktisch jede Woche beispielsweise in der ZDF-Wirtschaftssendung WISO mindestens einen Beitrag zu diesem Thema – vorletzte Woche u.a. zu den Auswirkungen auf den Arbeitsmarkt in den USA und die Folgen für den Anstieg der Armut und Obdachlosigkeit im Land:

Wohingegen das Magazin quer im Bayerischen Fernsehen den Eindruck bestätigte, den ich selbst in meinem Umfeld bisher habe: von einer Wirtschaftskrise, der schwersten seit Menschheitsgedenken gar, ist vielerorts noch nichts zu spüren, das Leben geht weiter wie bisher, man kauft ein wie immer. Allerdings zeichnet sich ein Trend zum „Cocooning“ ab, also zum Sich-Einigeln in der eigenen kleinen Welt, um die böse Welt dort draußen von sich fern zu halten. „Flucht nach Innen:  Wie wir uns in der Krise einrichten“, so der Beitrag:

Kurzarbeit bei BMW, Schaeffler schreit um Hilfe, die Krise hat die Deutsche Wirtschaft voll erwischt. Aber da gibt es auch Gewinner: Möbelhäuser, Feinkostläden und Supermärkte verzeichnen Rekordumsätze. Immer mehr Menschen leben nach der Devise: „Wenn es uns schon schlecht geht, dann wenigstens mit Stil“. Das „Cocooning“, der Rückzug in die eigenen vier Wände, wird zur Krisenstrategie der Deutschen, Und während wir es uns in der neuen Wohnzimmergarnitur bei einem guten Gläschen Wein bequem machen, leidet die Gastronomie.

bild-42(Klicken, um den Film zu starten)

Die Wochenzeitung Der Freitag befasst sich dennoch mit möglichen Szenarien, die uns bevorstehen könnten, wenn der generelle Trend nach unten anhält oder, was manch einer befürchtet, sich noch verstärkt. In „Hallo Apokalypse“ werden neben einer Analyse von Untergangsszenarien der Vergangenheit drei mögliche Optionen dargestellt, wie es weitergehen könnte:

Robert Kurz „Szenario I: Der ‚weiße Tod‘ des Kapitalismus
Hermannus Pfeifer „Szenario II: Das Ende dieser Globalisierung
Werner Vontobel „Szenario III: Harmloser Anfang, düstere Aussicht

Richtig Mut macht eigentlich keines der dort gemalten Zukunftsbilder – dann vielleicht doch lieber ins Möbelhaus gehen und seine Wohnung schön neu einrichten…

Verwandte Beiträge:

Drucken Drucken
Mrz
14
2009
4

Die HSH Nordbank – der Norden am Abgrund?

Die „Finanzkrise“ droht gerade hier in Norddeutschland für einige Schieflagen in den Landeshaushalten zu sorgen, nachdem die HSH Nordbank in unverantwortlicher Weise am weltweiten Finanzroulette mitgespielt und Milliardenverluste angehäuft hat. Die Konsequenzen werden die Menschen hier oben irgendwann zu spüren bekommen, da den Regierungen nun das Geld für wirklich sinnvolle und wichtige Dinge fehlt, wie Schulen, Infrastruktur etc. In dieser Woche gab es zwei sehr gute Beiträge im Fernsehen, die die Hintergründe kritisch durchleuchten. Zum einen in der NDR-Sendung Markt: „Keine Kontrolle – das Versagen der HSH-Aufsichtsräte“ – die verantwortlichen Politiker machen es sich hier sehr leicht, will mir scheinen, und natürlich konnte wieder niemand was ahnen und niemand was machen, jaja:

Die HSH-Nordbank im Schuldenloch: 13 Milliarden Euro mussten Hamburg und Schleswig-Holstein locker machen, um eine Pleite zu verhindern. Warum hat das Kontrollgremium Aufsichtsrat nicht eingegriffen?

Der zweite Beitrag lief tags darauf im ZDF bei Frontal 21: „Geschäfte der Nordbank – Tricksen und Täuschen

Nach der Entscheidung für milliardenschwere öffentliche Finanzhilfen an die HSH Nordbank warnen Politiker und Experten vor den Folgen für die Menschen in Hamburg und Schleswig-Holstein.

(Sollten die YouTube-Videos zu sehr ruckeln, empfehle ich die oben verlinkten Originalbeiträge auf den jeweiligen Websites anzuschauen.)

Verwandte Beiträge:

Drucken Drucken
Feb
21
2009
3

Die „Finanzkrise“ anschaulich erklärt

Auch wenn die aktuelle Krise mehr ist als nur eine „Finanzkrise“ und es meines Erachtens zu kurz greift, die Ursachen nur in faulen Immobilienkrediten und niedrigen Zentralbankzinsen zu suchen (siehe auch hier), so ist es doch erfrischend, diese uns in den Medien permanent begegnenden Umstände einmal plastisch erklärt zu bekommen. Jonathan Jarvis aus Kalifornien gelingt mit „The Crisis of Credit Visualized“ das Kunststück, die diffizile Materie in einem knapp 11 minütigen Animationsfilm zu illustrieren. Ich finde es sehr erfreulich, dass in der letzten Zeit vermehrt solche Art von Filmen entstehen, die auch die „Youtube-Generation“ erreichen dürften (im Falle von The Story of Stuff vielleicht sogar Menschen, die sich sonst gar nicht für politisch-gesellschaftliche Dinge interessieren), selbst wenn bei derart kompakten, komprimierten Werken immer die latente Gefahr besteht, zu sehr zu vereinfachen.


The Crisis of Credit Visualized from Jonathan Jarvis on Vimeo.

[via better and green / Spreeblick]

Verwandte Beiträge:

Drucken Drucken
Feb
18
2009
5

Die „Finanzkrise“ – nun also doch eine Systemkrise?

Tja, nun ist aus dem, was Politik und Medien uns letztes Jahr noch als reine „Finanzkrise“ verkauft haben, inzwischen dann doch eine ausgewachsene Wirtschafts-, wenn nicht gar Weltwirtschaftskrise geworden. Fast täglich hört man in den Nachrichten von Firmen, die die schlechte Auftragslage durch Kurzarbeit ihrer Mitarbeiter abzufedern versuchen, oder die wie im Falle der deutschen Renommiermarken Märklin oder Schiesser gleich ganz Konkurs anmelden. Und dennoch habe zumindest ich immer noch den Eindruck, das eigentlich alles bei uns seinen gewohnten Gang geht. In meinem Umfeld ist niemand direkt betroffen, die Regale sind voll, die Straßen ebenfalls, das Einzige, was ich von der Krise gehört habe, waren zwei Äußerungen von zwei Bekannten – der eine war unlängst in Kalifornien, wo man die Angst der Menschen wohl selbst als Außenstehender richtig spüren soll, der andere in der Türkei, wo die Wirtschaft massiv zu schwächeln beginnt. Und in Deutschland? Da hat „unsere“ Regierung ja scheinbar alles im Griff, so viel Aktionismus, wie sie verbreitet, und wenn man sieht, wie sehr sie um die Autoindustrie und die Banken bemüht ist.

Bennett editorial cartoon

© Chattanooga Times Free Press / Bennett

Und man hört sogar schon die ersten Optimisten (wie unseren Neuwirtschaftsminister von und zu Guttenberg), dass im Frühjahr, spätestens im Herbst (2009!) der Abschwung wieder vorbei sein solle und es danach mit dem „Aufschwung“ (den es de facto ja nie gab; jedenfalls kam er bei den meisten Menschen nicht wirklich an) weiter gehen wird, wie wir es gewohnt sind – also alles halb so schlimm? Ich glaube nicht. Tatsächlich fand sich in den vergangenen Wochen eine Vielzahl von kritischen Stimmen und Analysen sowohl im Internet wie auch erstaunlicherweise in der bislang eher zurückhaltenden Mainstreampresse.

Vor gut zwei Wochen forderte Die Zeit in „Jetzt mal ehrlich“ (bezeichnenderweise unter der Rubrik „Ratlosigkeit“!) zu einer schonungsloseren Sicht auf die Lage auf und sprach sich für ein Ende des Schönredens und Verdrängens aus, das die Politik im großen Stil betreibt.

Am 8. Oktober 2008 war die Krise noch jung, man möchte fast sagen: unschuldig. An jenem Mittwochabend luden die Bundeskanzlerin und ihr Finanzminister die Chefs der wichtigsten Zeitungen ins Kanzleramt, um ihnen eine Botschaft zu übermitteln. Die lautete: Wir wissen zwar nicht genau, was in zwei oder drei Wochen ist, aber würden doch sehr herzlich um Ihr Vertrauen bitten und vor allem darum, dass Sie keine schlechte Stimmung machen, denn dazu ist die Lage zu ernst.

Die beiden trugen ihr Ansinnen auf beinahe schüchterne Weise vor, wahrscheinlich wussten sie, wie brüchig ihr Konzept war: den Banken einen Schirm aufspannen, ein kleines Konjunkturprogramm auflegen und den Menschen keine Angst machen, auf dass sie schön einkaufen gehen. Funktioniert hat immerhin das Letzte: Die Deutschen blieben cool und kauften zu Weihnachten wie üblich viel mehr, als sie brauchten. Ob das nun an den Zeitungen lag, sei dahingestellt, doch konnte man damals an die patriarchalische Vision glauben, dass die Eliten dem Volk nicht alles sagen – um es, mit Scheuklappen versehen, rasch durch die Krise zu führen.

901054_haus-restaurantUnd die folgenden, sehr spannenden Absätze, sind überschrieben mit:

1. Die Krise ist ohne Beispiel
2. Das Ende ist noch lange nicht in Sicht
3. Die Krise entwickelt sich schneller, als die Politik reagieren kann
4. Die erste Ursache ist nicht die ganze Lösung
5. Denen, die sich besonders sicher sind, kann man am wenigsten trauen
6. Die Krise wird immer größer, die Politik wird immer kleiner
7. Die Politik hat dem Volk nichts zu sagen
8. Die Krise erzeugt neue Krisen

Auch wenn dieser Artikel vielleicht ein wenig zu sehr (durchaus berechtigtes) Politiker-Bashing betreibt, so ist es doch bemerkenswert, wie weit die Autoren damit von der von der Regierung erbetenen Linie abzuweichen beginnen. als-ob-leben? kommentiert diesen Text in „Krisennews Spezial – Erster Klartext im Mainstream“:

das ganze lässt sich natürlich auch als versuch betrachten, mittels „neuer“ aufrichtigkeit so etwas wie vertrauen in der herde zu erzeugen – ich verstehe den artikel jedoch persönlich v.a. als zeichen dafür, spätestens jetzt die sicherheitsgurte anzulegen und den helm aufzusetzen – die finale crashfahrt hat begonnen.

Ich kann Euch die Beitragsserie „krisennews und -gedanken“ dieses Blogs generell nur empfehlen, denn der Autor vermittelt darin ein vielfacettiges Bild von den derzeit um uns herum brodelnden Krisenherden, von denen wir aus der Tagesschau nur mal so am Rande, schlaglichtartig erfahren. In der letzten Folge (23) vom Sonntag, ging es beispielsweise u.a. um die Proteste in Italien und Frankreich. Eher grundlegender Natur ist „Es gibt Systemkrise, Baby“, in dem der Bogen von den reinen, direkt zu beobachtenden Symptomen, hin zu einer grundlegenden In-Frage-Stellung des Wirtschaftssystems, das diese Zustände hervorgerufen hat, geschlagen wird.

so bin (nicht nur) ich bekanntlich zb. der meinung, dass selbst dann, wenn die derzeit praktizierte ökonomie aktuell auf welchen wegen auch immer nochmals unter enormen aufwand in eine richtung des wachstums gezwungen werden sollte, die nächsten strukturellen krisen unmittelbar eintreten würden – und als erstes würde peak oil bzw. die folgen des peaks dafür sorgen, dass ein sog. aufschwung sehr sehr schnell wieder aufgrund rasant steigender energiepreise zum rohrkrepierer wird. aber das ist nur ein punkt, den ich v.a. deswegen immer wieder erwähne, weil er mir ansonsten überall zu kurz kommt. mittlerweile kommt die diagnose einer ausgewachsenen systemkrise jedoch aus immer mehr ecken, und es werden weitere – reale und halluzinierte – gründe genannt, mit denen sich eine nähere beschäftigung lohnt.

economist_cover_oh_fuck_september_3Ein weiteres Beispiel für eine eher konservative Zeitung, die sich nun plötzlich mit der Realität auseinanderzusetzen beginnt (zaghaft) ist die Financial Times Deutschland. In seiner Kolumne „Zeit für eine Bad-Ideas-Bank“ schreibt Thomas Fricke für einen Wirtschaftsjournalisten doch sehr Erstaunliches:

Das globale wirtschaftliche Desaster stürzt die Wirtschaftswissenschaft in eine Legitimationskrise – was das Gros der Betroffenen noch nicht merkt. Die Branche braucht eine ganz neue Generation von Ökonomen.

(…) „Wir sind eine Wissenschaft, die arrogant auftritt, aber gar keinen Grund hat, arrogant zu sein“, urteilte kürzlich Harvard-Ökonom Dani Rodrik. „In der Finanzkrise ist der Anspruch der Ökonomen erloschen, eine Wissenschaft zu sein“, polterte Moisés Naím*, Chef der Zeitschrift „Foreign Policy“, beim Weltwirtschaftsforum in Davos. Umfragen in der Bevölkerung ergeben derzeit Ähnliches. „Die meisten von uns sind ziemlich ratlos“, räumt Friedrich Schneider, Chef der Vereinigung deutschsprachiger Ökonomen, ein: „Wir sind in der Krise.“

Das Problem liegt weniger darin, dass keiner die Lehman-Pleite vorhergesagt hat (sonst hätte es sie wahrscheinlich nicht gegeben). Die aktuelle Finanzkrise reißt ganze Glaubenssätze mit: dass Märkte am besten funktionieren und eigene Fehler glimpflich korrigieren. „Diese Annahme ist gescheitert“, sagt Nobelpreisträger Edmund Phelps. „Der Marktfundamentalismus war ein Fehler“, so Ken Rosen von der University of California – ein Standardsatz, dem in Davos 2009 niemand mehr widersprach.

Interessant ist in diesem Zusammenhang auch ein Feature des ARD-Wirtschaftsmagazins PlusminusKrisenbekämpfung – Wachsende Schuldenberge“ – nicht, weil dort die beiden „Experten“ Prof. Max Otte und Dr. Marc Faber auf die (amerikanische) Notenbankpolitik der letzten Jahre schimpfen, sondern wegen der Implikationen, die man aus diesen Zeilen ablesen kann:

Vor allem Alan Greenspan, der einst so verehrte Chef der US-Notenbank, hat während seiner Amtszeit jede Rezession mit sehr viel billigem Geld bekämpft, das er durch Zinssenkungen in den Markt pumpte. Dass Politik und Notenbanken den aktuellen Crash mit eben diesem Mittel bekämpfen, hält er in der gegenwärtigen Situation zwar für alternativlos, langfristig aber für verheerend: „So wie Politik und Notenbanken auf die Krise reagieren, ist es sehr wahrscheinlich, dass wir uns die nächste Blase schon wieder aufbauen, und die wird genauso groß, wenn nicht sogar noch größer als die gegenwärtige“, so der Wirtschaftswissenschaftler.

Eine sehr gute und wie ich finde zutreffende und fundierte Analyse der Gründe, die zu dieser Krise geführt haben, liefert Lothar Galow-Bergemann in der Zeitschrift krisis – „Krisengeflüster – wahre und falsche Ursachen der Finanzkrise“. Es lohnt sich, diesen etwas längeren Vortrag in Gänze durchzulesen, denn er stellt die ganze Problematik gut auf eine breitere Basis als das bloße Finanzsystem und räumt auch mit einigen vereinfachenden, ablenkenden Erklärungsversuchen („alles nur Schuld der dummen amerikanischen Häuslebauer“, „diese gierigen Banker!“ usw.) auf.

Wenn es nur eine Krise wäre, die diese globalisierte Wirtschaftsordnung der Menschheit beschert, so könnte man fast noch von Glück reden. Aber es sind derer mindestens gleich fünf: – die Hunger- und Ernährungskrise – die Energiekrise – die Umwelt- und Klimakrise – die staatliche Zerfallskrise in großen Teilen der Welt – und die aktuelle Finanz- und Wirtschaftskrise. Alle diese Krisen sind miteinander verwoben und bilden gemeinsam eine Art globaler Hyperkrise, die – und das ist leider nicht übertrieben – möglicherweise dazu führen wird, dass sich die Menschheit selber vernichtet und einen Großteil der Natur gleich mit. Nur wer mit ideologischen Scheuklappen à la Guido Westerwelle oder Friedrich Merz herumläuft, kann davor noch die Augen verschließen.

(…) Der erste Strickfehler (der kapitalistischen Wirtschaft): Sie funktioniert nur, wenn sie ewig wachsen kann. Jedes Kind weiß zwar, dass so etwas auf Dauer schief gehen muss. Aber trotzdem ist das ewige Wirtschaftswachstum die heilige Kuh dieser Gesellschaft. Kommt das Wachstum ins Stottern, geht es gar zurück, jammern Unternehmerverbände, Gewerkschaften, Kommunalpolitiker und Zeitungskommentatoren unisono, denn dann geht es unweigerlich an die Profite, an die Arbeitsplätze, an die Steuereinnahmen, kurz an die Grundlagen von Wirtschaft und Staat.

(…) Denn – und das ist gewissermaßen das „Sahnehäubchen“ auf der globalen Hyperkrise: Personalisierte und regressive ideologische Krisenverarbeitung in den Köpfen fördert das Umsichgreifen des Ressentiments und die Gefahr, dass extrem menschenfeindliche und reaktionäre Bewegungen entstehen, die sich zusammenphantasieren, die Krise könne mittels der Vernichtung der von ihnen ausgemachten Bösewichte überwunden werden. Dieser Wahn verschärft dann das Krisenpotential noch einmal deutlich und die Lage wird noch explosiver.

Abschließend noch zwei passende Sichtweisen zus der Blogwelt – zum einen von Feynsinn, der die „Psychologie des Neoliberalismus“ sehr treffend analysiert und klar macht, dass eine der Krisenursachen eben auch in dieser Ideologie zu suchen ist.

Die letzte Schlacht einer realitätsblinden Strategie ist ebenso konsequent wie tragisch. Diese war von vornherein darauf angelegt, sich gegen jede Kritik abzuschotten und jedes Opfer hinzunehmen. Der Neoliberalismus kann sich nicht anders denken als alternativlos. Die Verhöhnung und Beschuldigung der Verlierer, das Zusammenrücken derer, die sich als “Elite” betrachten, das Hinnehmen jeder schreienden Ungerechtigkeit auf dem Weg in den Abgrund waren Programm.

Auch Claudia Klinger befasste sich in ihrem Blog digital diary mit der Krise: „Finanzkrise ungelöst: Das KOAN des Kapitalismus“ – ihr schönes Zitat soll diesen Beitrag beschließen:

Das ungelöste Finanzproblem erscheint mir zunehmend als ein KOAN des Kapitalismus, da es system-immanent unlösbar erscheint. “Ein Koan ist ein Zen-Rätsel, dessen Lösung zur unmittelbaren Erfahrung der Erleuchtung führt, weil die Grenzen des logischen Denkens durchbrochen werden müssen. Diese Zen-Technik ist bereits Jahrhunderte lang erprobt und bewährt, erfordert jedoch absolutes Loslassenkönnen von herkömmlichen Denkstrukturen, was meist nur unter großem psychischen Einsatz gelingt.”

Nachtrag: den Artikel von Friedrich Krotz „Die Wurzeln der Krise: Der Kapitalismus ruiniert sich selbst“, der am 18.2. in der taz erschien, kann ich auch nur zur Lektüre empfehlen!

Was also ist die Krise? Das Bankensystem hat sich selbst ruiniert, aber nicht weil es die Regeln des Kapitalismus verletzt hat, sondern weil es sie konsequent befolgt hat: Ziel war und ist nichts als Gewinn, soziale Verantwortung oder Ethik hin oder her. Ebenso wie der Staatssozialismus an sich selbst erstickt ist, haben sich die Banken damit in einem Meer von Geld selbst ertränkt und sich gegenseitig in die Pleite getrieben.

Verwandte Beiträge:

Drucken Drucken
Dez
30
2008
--

Am Rande beobachtet, kritische Edition

Wo Licht ist, da ist auch Schatten, und den will ich in meinen heutigen Randbeobachtungen nicht aussparen. Im als-ob-leben?-Blog macht sich der Autor grundlegende kritische Gedanken zur aktuellen Lage und Situation, gerade auch im Angesicht der „Finanzkrise“, die von vielen Mainstreammedien noch arg verniedlicht wird. Gerne wird dort ja auch der Eindruck vermittelt, dass die Politik, unsere Regierung, alles im Griff habe und planvoll handele. Und die Kinder bringt der Weihnachtsmann…:

wenn man sich in diesen tagen quer durch den mainstream von print- und onlinemedien arbeitet, so ist die polarisierung im angesicht des kommenden jahres 2009 nicht zu übersehen – während auf der einen seite wahlweise bilder von scharfkantigen eisbergen, unermesslichen abgründen und verheerenden großbränden dominieren (die durch die krise generierten bilder werden hoffentlich in bälde einmal von psychohistorikern näher betrachtet werden), lässt sich die verfassung der anderen seite auf einen begriff bringen: „crisis? what crisis?“ und allerhöchstens wird eine – inzwischen immerhin von „klitzeklein“ auf „etwas größer“ mutierte – rezession zugestanden, nach der aber „alles wieder so sein wird wie vorher“.

letzteres lässt sich mit halbwegs funktionierenden wahrnehmungsfähigkeiten nur als drohung begreifen. weiter mit dem zwang zum exponentiellen wachstum, weiter mit der umverteilung von unten nach oben, mehr konsum, mehr straßen, mehr autos, mehr müll. und vor allem mehr psychophysisches elend bei der ungebremsten expansion der dingwelt. das ist nicht nur der wunsch der „eliten“, sondern auch derjenige ihrer medial sedierten und konsum als sinnstiftend empfindenden braven untertanen, für deren idealtypische form das wort „ich-ag“ die am treffendsten auf den punkt bringende metapher darstellt.

horst_koehlerIn die gleiche Kerbe, also der Verdrängung und Verharmlosung, schlug auch unser Bundespräsident Horst Köhler in seiner an Weltfremdheit kaum zu überbietenden Weihnachtsansprache – da darf sich niemand über Politikverdrossenheit wundern. Entsprechend hart gehen einige Blogs auch mit ihm & seiner Rede ins Gericht. Duckhome drückt es direkt aus: „Köhler, halt’s Maul“, die NachDenkSeiten widmen diesem „Phänomen“ gleich zwei Beiträge: „Köhlers Weihnachtsansprache: Beliebig und belanglos“ und „Bundespräsident Köhler stützt die Propaganda der Regierenden, statt dem Volk mit einem ehrlichen Wort beizuspringen“:

Insbesondere Horst Köhler muss wegen seiner engen Verflechtung mit diesem Milieu [der Finanzwelt] gewusst haben, dass sich die Hauptverantwortlichen der Bundesregierung, nämlich Bundeskanzler Schröder, Bundeswirtschaftsminister Clement und der damalige Bundesfinanzminister Eichel zu Beginn des Jahres 2003 mit den Spitzenvertretern der Finanzwirtschaft trafen.
Schon damals, zu Beginn des Jahres 2003 hatten die Verantwortlichen in der Bundesregierung mit den Spitzen der Banken und der Versicherungswirtschaft darüber beraten, wie man die Kredite notleidender Banken auf eine Auffanggesellschaft, eine so genannte „Bad Bank“ auslagern, bündeln und als Wertpapiere verpacken und weiterverkaufen könnte. Damals wurde beraten, der Staat solle als Entlastung für die Risiken einstehen und eine Garantie abgeben.
Schon damals war also erkennbar, dass es riesige Risiken gibt und schon damals gab es das unverschämte Begehren, solche von privaten Wirtschaftssubjekten erzeugten Risiken auf uns Steuerzahler abzuladen.
Ein in Finanzfragen bewanderter und eng mit der Finanzwirtschaft verflochtener Bundespräsident musste auch diesen Vorgang kennen.

Ach ja, die Wirtschaftskrise, dieses Thema wird uns 2009 sicher ordentlich in Atem halten. In England gab es zum Jahresende noch mal einen richtigen Kaufrausch, da viele Kaufhäuser Rabatte von bis zu 90% anboten. Dennoch, die Aussichten auch in Großbritannien sind düster: „Torschlusspanik“:

In Großbritannien wird gewarnt, dass der Konsumrausch zum Jahresende zur Verödung der Einkaufszonen führen könnte. Gegenwärtig scheint die Maxime des guten, also systemstabilisierenden Handelns zu sein, möglichst viel zu konsumieren. Wer kauft, dient der Gesellschaft oder deren Wirtschaftssystem, das gilt auch für Vorschläge, wie die Konsumkraft der Menschen verbessert werden kann. Egal was, Hauptsache, der Laden läuft, und Morgen ist ein anderer Tag. Das ist Panik, vor allem eine Panik, die nichts besser macht, denn der bedingungslose Konsum, das Leben auf Pump, das Schwelgen in hohen Renditen, hat schließlich die Krise hervorgebracht.

Woolworth muss trotzdem ein Viertel seiner Häuser schließen, andere Ketten folgen oder sind bereits gefolgt, die Preise sollen weiter fallen, die Verluste steigen. Ende des nächsten Monats dürfte jedes zehnte Geschäft in den Einkaufsstraßen der Städte leer stehen, wird gewarnt. Die Schulden der Geschäfte und Ketten steigen, die Gewinne sinken.

Verwandte Beiträge:

Drucken Drucken
Nov
26
2008
2

Gedanken zur Wirtschafts-/Finanz-/Systemkrise

Gestern entdeckte ich den Blog eXtraWagandt, in dem Autor Alexander Wagandt Betrachtungen zum Weltgeschehen in Politik & Wirtschaft (u.a. geht’s auch ums Geldsystem) veröffentlicht und dabei auch vor allem die Sichtweisen jenseits des Medienmainstreams beleuchten will. Interessant ist dabei vor allem sein ca. 1-stündiger Podcast, den er in Abständen von einigen Tagen herausbringt. So geht es in seinem neuesten Beitrag um die uns nach wie vor umgebende Wirtschaftskrise, die trotz (oder wegen?) all des derzeit an den Tag gelegten Aktionismus unserer Politiker keinesfalls eingedämmt oder unter Kontrolle ist: „Der Dollarverfall geht in die zweite Runde – die Krise gewinnt an Dynamik”. Wagandt prophezeit u.a. auch eine Hyperinflation als Folge der steigenden Verschuldungen durch die ganzen „Rettungspakete”. Hört mal rein, es lohnt sich, wie ich finde.

Der heutige Podcast hat wahrlich symbolisches in Sachen Geldmenge und Dollarwert zu berichten. So beabsichtigt die USA die “Mutter aller Bailouts” im Volumen von 7,4 Billionen (engl. Trillions) in Bewegung zu setzen. Fragt sich nur wo das Geld herkommen soll.

Verwandte Beiträge:

Drucken Drucken

Konsumpf 2008 - Powered by WordPress | Aeros Theme | TheBuckmaker.com WordPress Themes