Sep
11
2009
10

Nochmal Greenwashing: Tetra Pak umweltfreundlich?

Na, die Beispiele für verlogene Reklamekampagnen sprießen ja derzeit nur so aus dem Boden – jede noch so miese Firma versucht sich, mit Hilfe ihrer Marketingabteilungen ein grünes Kleidchen umzuhängen. Denn natürlich ist es viel billiger, in der Werbung den Eindruck zu erwecken, man würde etwas Nützliches und Ökologisches herstellen als sich tatsächlich darum zu bemühen, gescheite Produkte anzubieten. Siehe Lidl: lieber in TV-Werbung investieren, um der wachsenden ablehnenden Haltung dieser Firma gegenüber entgegenzuwirken, statt etwas an dem eigenen Ausbeutungssystem zu ändern. Leide sind wohl immer noch genügend Menschen/Konsumenten leichtgläubig (oder vergesslich) genug, um auf solche Kampagnen reinzufallen, und darauf bauen die Marketingleute natürlich.

Neuestes Beispiel ist die Firma Tetra Pak, deren auf putzig getrimmter Spot ein Musterbeispiel für Gehirnwäsche darstellt. Wälder zu roden, um Getränkekartons herzustellen, ist wohl kaum sonderlich ökologisch, und das Aluminium etc., was sonst noch für ein Tetra Pak benötigt wird, fällt hier komplett unter den Tisch (dies ist ja die beliebteste Form der Werbetreibenden, zu lügen: einfach die mannigfachen Nachteile eines Produkts verschweigen). René Fischer schreibt dazu treffenderweise:

Erst seit dem Jahr 2008 existiert mit der sogenannten Plasmatrenntechnik überhaupt eine Möglichkeit Tetra Paks zu immerhin 99% zu recyceln. Nur leider benötigt man für das Recycling eines Tetra Paks 10 mal mehr Energie wie für die Herstellung eines solchen Getränkekartons. Auch nicht unerwähnt sollte bleiben, dass das Ergebnis dieses Recyclings eher minderwertiger Natur ist, weshalb der Großteil dieser Verbundverpackungen in der Müllverbrennung landen.

Wer wirklich so naiv ist und glaubt Tetra Paks seien umweltfreundlich dem ist nicht mehr zu helfen.

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Sep
06
2009
15

veRWEgen lügen

Wie zur Untermauerung der Greenwashing-Studie, die ich vor zwei Tagen postete, geistert derzeit ja ein besonders peinlich-verlogener Großwerbespot von RWE durch die angeschlossenen Funkhäuser. Der Konzern stellt sich dort als Naturschützer per excellence dar und versucht damit wohl, nicht nur sein Image aufzupolieren, sondern auch besonders uninformierte/leichtgläubige Kunden zu ködern. Klar, dass ein so dreister Angriff auf die Wahrheit in Zeiten des Internets nicht ohne Gegenreaktion bleibt, und so existieren zwei Antwortspötte auf RWEs Lügenkampagne, die die Aussage, RWE sei Umweltschützer Nummer 1 auf diesem Planeten, wieder etwas gerade rücken. [via]

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Sep
03
2009
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Lobby Control – Greenwashing-Studie

gas_power_stationSchon seit einer halben Ewigkeit wollte ich hier im Blog auf die hochinteressante aus dem Jahr 2007 stammende, aber wohl leider „ewig“ aktuelle Studie „Greenwash in Zeiten des Klimawandels“ des Vereins Lobby Control hinweisen. Auf 27 Seiten wird hier dargelegt, wie große Konzerne – am Beispiel der Energieversorger- und Erdölriesen – in ihren Image- und Reklamekampagnen das Blaue vom Himmel herunterlügen (wie es eben bei Werbung gang und gäbe ist). Diese Form, sein Geschäftsgebaren gnadenlos, ohne Rücksicht auf Umwelt und Gesellschaft durchzuziehen, dafür dann aber Millionen in beschönigende Werbung zu stecken, nennt man heutzutage „Greenwashing“ – und ich denke, jeder sollte sich diese Studie einmal angeschaut haben, um zukünftig gegen die verlogenen Einflüsterungen der Unternehmen gefeit zu sein und mit einer grundlegenden Skepsis an jede Außendarstellung solcher Firmen heranzugehen. Die Studie kann man sich direkt als pdf herunterladen.

Die Kurzstudie erläutert die Hintergründe und Strategien der neuen grünen Imagewerbung und beleuchtet exemplarisch eine Reihe von deutschen Greenwash-Kampagnen aus dem Jahr 2007. So versuchte das Deutsche Atomforum, alte Kraftwerke zu „ungeliebten Klimaschützern“ zu stilisieren. Der Ölkonzern Shell warb mit Blumen, die aus Schornsteinen aufstiegen, und die großen Energieversorger wie E.ON oder Vattenfall werben mit zukünftigen emissionsfreien Kraftwerken, während sie zahlreiche neue Kohlekraftwerke bauen.

Greenwash-Kampagnen sollten immer der Anlass sein, sich alternative, kritische Informationen zu besorgen. Das ist der erste Schritt, um die Strategie hinter der Grünfärberei zu durchkreuzen. Darüber hinaus gebe es weitere Möglichkeiten, wie die Beschwerde beim Werberat oder das Anprangern von Greenwash-Kampagen.

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Nov
17
2008
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Neue (Unterschriften-)Aktion: Mit Vattenfall ins Klimachaos

Über Vattenfalls erbärmliche Versuche, sich mit Hilfe teurer Imagekampagnen und Fernsehreklame in ein grüneres Licht zu stellen, hatte ich neulich schon berichtet. Nun hat Greenpeace eine neue Aktion gestartet: „Mit Vattenfall ins Klimachaos”, in der sie den Grünwaschungs-Behauptungen des Konzerns entgegen tritt.

Was steckt hinter der Vattenfall-Initiative Klimaunterschrift? Greenpeace entlarvt, was Vattenfall wirklich meint:

(1) Vattenfall sagt: „Wir wollen, dass es einen weltweit gültigen Preis für CO2-Emissionen gibt.“

Vattenfall meint: „Wenn sich die ganze Welt erst einmal auf einen einheitlichen Zertifikatspreis einigen muss, wird das ewig dauern. In der Zwischenzeit pfuscht uns keiner rein, wenn wir weiter dreckige Kohle verbrennen – und damit machen wir ja unser Geld.“

In Europa kämpft Vattenfall deshalb dafür, dass die Zertifikate weiterhin kostenlos verteilt werden.

(2) Vattenfall sagt: „Wir fordern die Politik auf, klimafreundliche Technologien zu fördern.“

Vattenfall meint: „Gebt uns Milliarden Euro für die CO2-Abscheidetechnik. Vielleicht kann so in zwanzig oder dreißig Jahren das Kohlendioxid aus dem Rauch der Kohlekraftwerke abgefangen und unter der Erde verpresst werden. Dann könnten wir mit unserer Kohle bis in alle Ewigkeit so richtig Geld verdienen. Nur leider ist die Technik so verdammt teuer.“

In Brüssel hat Vattenfall-Chef Lars Göran Josefsson deshalb jetzt zehn Milliarden Euro als Staats-Hilfe für diese Technik eingefordert.

(3) Vattenfall sagt: „Wir fordern Klimaschutzstandards für Produkte.“

Vattenfall meint: „Klimaschutz ist Verbrauchersache. Sollen doch die einfachen Bürger mit ihren klimafreundlichen Waschmaschinen die Welt retten – wenn sie glauben, das wäre nötig. Aber unsere Kohlekraftwerke, die lasst gefälligst in Ruhe.“

Und es gibt eine Unterschriftenaktion, in der Vattenfall aufgefordert wird, sich tatsächlich klimafreundlicher zu verhalten statt nur große Töne zu spucken.

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