Apr
09
2010
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Das Attac-Bankentribunal in Live-Übertragung

Ich hatte neulich ja schon auf die sehr interessante Veranstaltung von Attac hingewiesen, die von heute bis zum Sonntag in Berlin stattfindet – das Bankentribunal. Da alles ausverkauft ist und möglichst viele Leute diese Informationen mitbekommen sollen, stellt Attac auch einen Livestream zur Verfügung:

Attac Bankentribunal, 9.-11. April, Volksbühne Berlin
Schon vor über einer Woche waren die knapp 800 Plätze im großen Saal der Volksbühne restlos ausgebucht. Wir freuen uns sehr über die gewaltige Resonanz! Doch auch Spontanentschlossene haben noch eine Chance: Die Ereignisse im Saal werden live auf die Videoleinwände ins bestuhlte Foyer der Volksbühne übertragen. 100 Karten stehen seit dem 6. April zum Sonderpreis zum Verkauf und können direkt bei der Volksbühne bestellt werden. Der Besuch der Workshops, Anhörungen, (Teilen des) Kulturprogramms und natürlich die Menschen und Atmosphäre vor Ort bleiben inklusive.
Wer es nicht nach Berlin schafft, sich aber trotzdem ein eigenes Bild machen möchte, ist herzlich zu unserem Online-Streaming eingeladen. Jeweils ab Programmbeginn wird die Live-Übertragung auch ins Internet eingespeist und kann auf der Attac Bankentribunal-Seite abgerufen werden. Erläuterungen und Details zu den technischen Voraussetzungen siehe dort. Mehrere Attac-Gruppen, unter anderem in Düsseldorf, Nürnberg und Hannover, organisieren vor Ort eine Übertragung auf Leinwand.

Bankentribunal online: www.attac.de/bankentribunal
Streaming: http://www.attac.de/aktuell/krisen/bankentribunal/service/streaming

Orte und Zeiten geplanter Live-Übertragungen

Aktuell sind Public Viewings in folgenden Städten in Planung

  • Nürnberg
    Politischer Brunch mit Live-Stream zur Urteilsverkündung und dem Forum der Alternativen beim Bankentribunal in Berlin.
    Wann: Sonntag, den 11. April ab 10 Uhr
    Wo: im Nachbarschaftshaus Gostenhof, Adamkleinstraße 6, großer Saal
  • Heilbronn
    Wann: Samstag, 10. April 2010, von 9:30 bis ca. 18:00 Uhr
    Wo: Kiliansplatz Heilbronn
  • Düsseldorf
    Public Viewing des Live Streams vom Bankentribunal in Berlin
    Wann: Samstag, den 10. April ab 09:30 Uhr
    Wo: Im Niemandsland, Heerstraße 19
  • Hannover
    Live-Übertragung des Bankentribunals mit Buffet und Diskussionen
    Wann: Samstag, den 10. April ab 09:30 Uhr
    Wo: Warenannahme in der Faust, Faustgelände zur Bettfedernfabrik 3
  • Osnabrück
    Live-Übertragung des Bankentribunals
    Wann: Freitag, 09.04.: 19:30 – ca. 22 Uhr
    Samstag, 10.04.: 09:30 – ca. 20 Uhr
    Sonntag, 11.04.: 10:00 – ca. 13 Uhr
    Wo: Big Buttinsky c/o Filmpassage.de, Johannisstraße 112
  • Fürth
    Infostand in der Fußgängerzone
  • Kiel
    Live-Übertragung des Bankentribunals

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Mrz
23
2010
1

Das Bankentribunal – weil die Krise System hat!

bildschirmfoto-2010-03-19-um-203103Attac hat die sog. „Finanzkrise“ von Anfang an kritisch begleitet und auch schon im Vorfeld gewarnt, leider vergebens. Nachdem nun mit Steuergeldern marode Banken gerettet wurden, scheint alles so weiterzulaufen wie bisher – um dies zu verhindern, veranstaltet Attac vom 9. bis 11. April in der Berliner Volksbühne das Bankentribunal. In dieser Mischung aus Kultur, Kabarett und Informationen und Diskussionen rund um das Bankenthema wird den Verantwortlichen, u.a. Angela Merkel, Gerhard Schröder und Josef Ackermann, der Prozess gemacht (wenn auch nur symbolisch). Schaut doch mal vorbei, wenn Ihr zu dem Zeitpunkt grad in Berlin seid!

Vom 9. bis 11. April 2010 wird Attac Deutschland in Zusammenarbeit mit der Berliner Volksbühne ein öffentliches Tribunal durchführen, das die Ursachen des Finanzcrashs, die Beugung der Demokratie durch fragwürdige Rettungsmaßnahmen und die fahrlässige Vorbereitung neuer Krisen öffentlichkeitswirksam beleuchten soll.

Das Tribunal wird am Freitag Abend (9.4.) mit einer Eröffnungsrede von Albrecht Müller, einer Lesung der Volksbühne zum Thema Banken und Beiträgen der Kabarettisten Urban Priol und Georg Schramm beginnen.

Das eigentliche Tribunal wird am Samstag, dem 10.4., stattfinden, beginnend am Morgen mit der Anklageerhebung. Es folgen mehrere Blöcke der Beweisaufnahme und am Abend die Schlussplädoyers. Die Urteilsverkündung wird am Sonntag Vormittag stattfinden. Im Anschluss ist ein „Forum der Alternativen“ geplant, in dem konkrete Vorschläge zur Transformation des Finanzsektors diskutiert und Perspektiven zur Weiterarbeit entwickelt werden.

Die Reden von Anklägern, Zeugen und Verteidigern werden aufgelockert durch kurze Videobeiträge, die in pointierter Form anschaulich komplexe Zusammenhänge darstellen. Auch eine partizipative Phase in kleineren Gruppen ist geplant. Als Zeugen treten authentisch Journalisten, Gutachter, Banker, NGO-Vertreter etc. und Betroffene der Krisenfolgen auf. Als Richter werden prominente Intellektuelle und Vertreter einer kritischen Zivilgesellschaft fungieren.

Angeklagt werden sowohl politische Entscheidungsträger als auch Bank-Manager – und nicht zuletzt Komplizen aus Bankenaufsicht, Wirtschaftsprüfungsunternehmen und Rating-Agenturen.

Da wir damit rechnen müssen, dass viele der Angeklagten nicht erscheinen, werden Verteidiger an ihrer statt sprechen.

Dem Tribunal geht es nicht in erster Linie darum, individuelle Schuldige dingfest zu machen oder gar Sündenböcke ins Rampenlicht zu stellen, sondern darum, die systemischen Ursachen der Krise einem breiten Publikum in spannender Form anschaulich zu machen und zu weitergehenden Fragen und Einmischungen anzuregen.

Drei Beweisaufnahmen werden im Zentrum des Tribunals stehen. Jeder Beweisaufnahme wird ein Anklägerteam zugeordnet.

1. Vorbereitung der Krise und Aushöhlung der Demokratie

  • Förderung eines krisenverursachenden Systems durch eine Politik der Deregulierung, der Umverteilung von unten nach oben und der Privatisierung
  • Erpressung des Staates und der Gesellschaft („too-big-to-fail“-System)
  • Entmachtung des Bundestages (SoFFin-Gesetz) und organisierte Geheimhaltung und Täuschung  von Bundestag und Öffentlichkeit
  • Bankenrettungen auf Kosten der Steuerzahler unter Schonung der Banken/Gläubiger

2. Zerstörung der ökonomischen Lebensgrundlagen in Nord und Süd

Anhörungen zu den Schattenseiten des gegenwärtigen Weltfinanzsystems und den Folgen der Krise

  • Verschuldung und Privatisierungsdruck
  • Gesundheit und Rente
  • Arbeit
  • Globaler Süden
  • Ökologie
  • Demokratie

3. Verschärfung der Krise

  • Kein Verbot risikoreicher Finanzpraktiken und Finanzinstitutionen
  • Banken und Großkonzerne gegen Regulierungen
  • Verschärfung der strukturellen Ursachen der Krise

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Dez
04
2009
2

Petition für eine Finanztransaktionssteuer – HEUTE LETZTER TAG!

Ich lege dieses Posting von mir heute noch mal auf Wiedervorlage, da die Mitzeichnungsfrist für die Petition heute Abend um 24 Uhr abläuft und noch ca. 5.000 Stimmen fehlen – also ran!

Diesen Aufruf der Kampagne „Steuer gegen Armut“ (u.a. von Attac mitinitiiert) möchte ich Euch doch gerne ans Herz legen – bisher haben die E-Petitionen zwar wenig Wirkung bei der Politik gezeigt (ich denke da nur an diese Internetsperrengeschichte von vor einigen Monaten), aber versuchen sollte man es dennoch. Kostet ja nur ein paar Sekunden und ein paar Klicks – >> zur E-Petition. (Allerdings muss man sich vorher auf der E-Petitionen-Site des Bundestages registrieren lassen – eine genaue Anleitung findet Ihr >> hier.)

——————-

Die Finanztransaktionssteuer, eine Attac-Gründungsforderung, könnte Wirklichkeit werden! Die Abgabe auf den internationalen Kapitalverkehr würde das nervöse Börsengeschäft entschleunigen, Spekulationsexzesse eindämmen und die Finanzmarkt-Profiteure dazu heranziehen, selbst für die Kosten der Krise geradezustehen. Die Einnahmen können zudem genutzt werden, Armut zu bekämpfen und soziale und ökologische Projekte zu unterstützen. Die Steuer ist international in der Diskussion, selbst der Bundespräsident mahnt die neue Bundesregierung, sich aktiv dafür einzusetzen.

An dieser Stelle macht die Kampagne „Steuer gegen Armut“ Druck! In einem breiten Bündnis, von der katholischen Kirche über Attac bis hin zu Gewerkschaften und Verbänden, haben wir eine Petition aufgesetzt, mit der wir den Bundestag zu einer öffentlichen Anhörung zwingen und dem Thema die nötige Aufmerksamkeit verschaffen können. Dafür benötigen wir jede Unterstützung!

Bis zum 4. Dezember brauchen wir 50.000 Unterschriften!
Unterschreibt jetzt gleich die E-Petition im Internet und mailt diese Info weiter! Wir haben noch zwei Wochen Zeit. (Nicht verwirren lassen: Entscheidend ist die Dreiwochenfrist, nicht die auf der Webseite des Bundestages angezeigte „Mitzeichnungsfrist“)

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Okt
25
2009
2

Billigtempel am Pranger – Neues aus der Schnäppchenwelt

brennpunkt-2009-09-28_ccc_taz_aktionszEs gibt mal wieder Neues an der Discounter-Widerstands-Front – während die Billigheimer weiterhin mit harten Bandagen und im Falle von Lidl nun auch mit schönfärberischer, verlogener Fernsehreklame kämpfen, wird dieser Preiskrieg um so mehr auf dem Rücken von Angestellten und Zulieferern (und in letzter Konsequenz auf unser aller Rücken) ausgetragen. So ist es erfreulich, dass auch der Widerstand gegen dieses Geschäftsmodell weiter wächst. So gibt es eine neue Aktionszeitung der Kampagne für Saubere Kleidung: „Brennpunkt – Geiz war geil: Billigtempel am Pranger“, die man sich (gegen Rückporto) bei der CIR bestellen kann (HIER). Sie enthält eine ganze Menge interessanter Artikel, die vor allem die Zustände in den Herstellerländern beleuchten und zeigen, wieso Aldi & Co. so billig sein können:

In der neuen Aktionszeitung der Kampagne für Saubere Kleidung gibt es aktuelle Informationen zu den Arbeitsbedingungen bei Aldi, Lidl und KiK.

Günther Wallraff schildert in seinem Artikel die Arbeitsbedingungen bei einem Lidl Zulieferbetrieb in Deutschland.

Aber auch die Arbeitsbedingungen in den Zulieferbetrieben im Süden stehen im Fokus. Wie dort der tagtägliche Arbeitskampf aussieht schildern Kamala Nehru und Usha Ravikumar, zwei Textilarbeiterinnen und NGO-Aktivistinnen aus Bangalore. Beide Frauen, die zu Gast in Deutschland sind, informieren in  Vorträgen über Arbeitsbedingungen und Hungerlöhne in Indien sowie über die Asiatische Grundlohnkampagne (AFW).

Die Asiatische Grundlohnkampagne zeigt neue Wege auf, das weltweite Lohndumping zu stoppen. Vorschläge wie AktivsitInnen hier aktiv werden, zeigt die Zeitung ebenfalls auf.

Von der KFSK stammt auch die neue Lidl-Adbusting-Kundenzeitung: „Lidl lohnt sich – nicht für MitarbeiterInnen, die man sich direkt als pdf herunterladen kann (HIER):

Das etwas andere Faltblatt will verwirren, aufmerksam machen, informieren und zum aktiv werden anregen. Verbreitung tut gut. Denn mit fair ist es bei Lidl nicht weit her.

2009-06_lidl_adbusing_1

Und dann hat Attac auch das neue Faltblatt „Schnäppchen weltweit herausgebracht, das man für für 0 € im Attac-Shop „kaufen“ kann (ich habe da auch mal angefragt, ob es eventuell eine Möglichkeit gibt, den Flyer auch als pdf zu bekommen, das würde das Procedere doch etwas vereinfachen):

„Nachrichten aus der Welt des Agrobusiness!“ verspricht das im Stil eines Verramsch-Blättchens aufgemachte Attac-Faltblatt. „Schnäppchen weltweit …zwischen Supermarktregalen und Zapfsäulen“ stehen zum Verkauf, und wir erfahren, wer an Lebensmittelknappheit verdient, was Auto fahren mit Hunger zu tun hat, was der Klimawandel auch für die Nahrungsmittelproduktion für Auswirkungen hat, warum Milch hier spottbillig wird, während am anderen Ende der Welt die Getreidepreise explodieren und vieles mehr, kurz: Wie Hunger gemacht wird.

attac-schnaeppchen-weltweit

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Okt
23
2009
1

Zwei Aktionstipps für den Samstag: Flashmob in Kiel und Carrotmob in Berlin

Was kann man an einem Samstag Besseres machen, als „schön shoppen“ zu gehen? Sehr viel. Für Leser in Kiel und in Berlin bieten sich morgen, am 24.10., konkret zwei Aktionen an, denen auch eine sinnvolle Absicht zugrunde liegt.

In Kiel wird am weltweiten Klimaaktionstag auf dem Rathausplatz versucht, gerade die Kieler Verantwortlichen aufzurütteln, die sich durch wenig klimabewusste Planungen (so wurde zusammen mit Vattenfall ein neues Kohlekraftwerk geplant und erst durch Bürgerinitiativen verhindert) nicht gerade mit Ruhm bekleckert haben. Hier der Aufruf von BUNDjugend und Attac:

Attac wird mit einem Stand und vielen Leuten dabei sein, außerdem mit einer Mobilisierungszeitung für den Klimagipfel in Kopenhagen.
Vorab schon mal eine Internetseite mit vielen Links zu diesem Thema:
www.gegenstromberlin.net

Die Aktion wird in Kooperation mit der „Klimastadt“ Kiel durchgeführt, ok, aber bisher hat diese Stadt sich in ihren Planungen nicht als besonders klimabewusst hervorgetan. Der Ausbau des Flughafens und des Kohlekraftwerkes wurden von Bürgerinitiativen blockiert und nicht von der tieferen Einsicht der Ratsversammlung od. eines Bürgermeisters. Von daher wäre eine große Beteiligung zu begrüßen, um Herrn Todeskino/der Ratsversammlung vor Augen zu führen, dass die Bürger sehr wohl eine Klimastadt wollen und unterstützen.

24.10.2009 weltweiter Klimaaktionstag
Großer Luftbild-Flashmob auf dem Kieler Rathausplatz, 11 Uhr gehts los!

ACT NOW! – Handelt jetzt!
Weltweit werden an diesem Tag Gruppen fordern, die Treibhausgaskonzentration weltweit auf 350 ppm zu reduzieren (heute 390 ppm), um sicherzustellen, dass die globale Erwärmung bei unter 2°C bleibt.
Auch die BUNDjugend Schleswig-Holstein ist dabei. Mit einem riesigen Luftbild wollen wir unsere Forderung deutlich machen. Und dazu brauchen wir Dich, Deine Familie, Freunde, Bekannte, Verwandte… Denn wir wollen mit Menschen die Forderung auf dem Rathausplatz in Kiel formen und wollen dabei die magische Zahl von 350 Aktiven knacken.
Für Musik, kleine Ansprachen und Infostände ist gesorgt! Auch unser Bürgermeister Herr Todeskino wird die Aktion begleiten und eine kleine Rede halten.
– In Kooperation mit der Stadt Kiel –
Zieh Dir etwas Buntes an. ;-)

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Die zweite Samstagsaktion hat ebenfalls mit dem Klimaaktionstag zu tun – es geht um den 2. Carrotmob in Berlin. Über Sinn und Unsinn von Flash- und Carrotmobs kann man sicherlich vortrefflich streiten, aber es ist schon mal zu begrüßen, wenn Menschen sich engagieren, statt alles nur gedankenlos hinzunehmen und bräsig in der Sitzschnecke abzuhängen. Hier die Pressemitteilung der Veranstalter (siehe dazu auch diesen Beitrag in Blogpatenschaften):

Carrotmob Berlin
‚Sex sells‘ war gestern – Carrotmob stürmt den heißesten Imbiss in Berlin-Mitte!

24. 10. 2009, 10 Uhr, Berlin-Mitte – Hunderte von Menschen schreiben wieder einmal Geschichte: nämlich Ihre eigene. Sie entern einen Laden im Zentrum der Hauptstadt mit einem simplen Ziel vor Augen: „Essen gehen und die Welt verändern!“ Das geht – weil Sie nur das Geschäft mit Kundschaft belohnen, das bereit ist, ihre Forderungen umzusetzen. Aus der Machtlosigkeit des Einzelnen wird so die Macht der Konsumenten.

Die Suche nach einem geeigneten Imbiss landete einen Volltreffer: Mit satten 45 des Tagesumsatzes wird Jens Riewe, Inhaber von eve&adam’s, sein Geschäft energieeffizienter umbauen, seine CO2-Bilanz verbessern und damit direkt etwas fürs Klima tun. Und eine Masse „williger Konsumenten“ wird ihm dabei helfen.

Ausgewählt wurde der Laden, der bereit ist, in einer Wettbewerbssituation mit 30 anderen Imbissbetrieben, mehr als die Anderen in energiesparende Maßnahmen zu investieren. Der Carrotmob gibt dem Besitzer die Chance, sein Nachhaltigkeits-Image und seine Bekanntheit zu steigern und außerdem an dem Tag der Aktion eine Menge Umsatz mehr zu machen! Für ihn heißt das ganz klar: Ein Wettbewerbsvorteil gegenüber der Konkurrenz. Für den Konsumenten heißt das: Den “Erfolg und Misserfolg am Markt” mit sozialer und ökologischer Verantwortung zu verbinden.

Das Konzept überzeugt durch den hohen Nutzen für alle Beteiligten, den aktiven Ansatz, mit kleinen Schritten Großes zu erreichen und durch die fortschrittliche Organisation: Über das Internet schließen sich die „Carrotmobber“, wie bei einem Flashmob, zusammen und speisen alle zusammen. Jens Riewe wird 45 des durch den Mob generierten Umsatzes in Energiesparmaßnahmen in seiner „biosalad&smoothie bar“ investieren. Damit der Erlös sinnvoll angelegt wird, wurde Christian Reha, Energieberater der Kampagne „Klima-sucht-Schutz“, zu Rate gezogen. Energiesparmaßnahmen werden nun je nach Erlös der Aktion an der Beleuchtung, der Kühlung und der Warmwasseranlage ansetzen und die CO2-Bilanz durch Ökostrom verbessern.

Am Klima-Aktionstag, dem 24. Oktober, sollen Politiker an ihre Verantwortung für den Planeten erinnert werden, damit sie sich auf der UN-Klima-Konferenz im Dezember in Kopenhagen für Nachhaltigkeit und Klimaschutz einsetzen. Die derzeitige Konzentration von CO² in der Atmosphäre muss auf 350ppm gesenkt werden, um den Klimawandel zu stoppen – aus diesem Grund steht die Zahl 350 beim Klima-Aktionstag im Mittelpunkt. Außer den 350ct Aktionen beim Carrotmob, werden ab 15 Uhr 350 Raver angestimmt von Dr. Motte in der „Silent Climate Parade“ vom Potsdamer Platz zum Alex tanzen, die Klimapiraten 350 Rosen an die Klimakanzlerin überreichen, 350 Tonnen CO² durch Emissionszertifikate gelöscht und 350 Taucherbrillen und Schnorchel für ein Berlin unter Wasser verteilt werden.

Mehr Infos zum Carrotmob Berlin: www.carrotmobberlin.com
Grafiken für Print- und Onlinemedien: www.carrotmobberlin.com/press + PM in RTF/DOC/PDF

Pressekontakt
Im Vorfeld: Tanja Peuker, +49 (0) 176 27 11 05 12
Am Carrotmob-Tag selbst: Alexander Steinhart, +49 (0) 178 198 46 50
Mail: berlin@carrotmob.de

Eventablauf
Beginn: 10 Uhr, Ende: 20 Uhr
Musik: u.a. 18.30 Uhr die Indie-Band New Found Land
Ort: eve&adam’s – biosalad&smoothie bar, Rosa-Luxembourg-Str. 24-26, 10178 Berlin

Zu Carrotmob Berlin
Ein Carrotmob ist ein Netzwerk von ökologisch bewussten Konsumenten, die durch strategischen Konsum die Unternehmenswelt nachhaltig zum Positiven verändern wollen. Dazu bieten wir Geschäften Anreize, umwelt- und sozialverträgliche Entscheidungen zu treffen. Es werden diejenigen Geschäfte unterstützt, die den vergleichsweise größten Beitrag dazu leisten werden. Bei der ersten Aktion im Juni wurde ein Berliner Späti gemobt: In nur drei Stunden wurde damit soviel Umsatz wie in normal drei Stunden generiert und 35 davon für umweltfreundliche Maßnahmen investiert. Die Carrotmobs in Berlin werden von einer Gruppe junger Leute freiwillig und unentgeltlich ins Rollen gebracht: „Für uns alle ist Nachhaltigkeit seit längerem ein wichtiges Thema und damit das jeder versteht, war es Zeit etwas Neues zu probieren.“

Zu 350.ORG
Gegründet vom Author und Umweltschützer Bill McKibben ist 350.org die erste großangelegte globale Kampagne gegen Klimawandel. Zu ihren Anhängern gehören führende Wissenschaftler wie Rajendra Pachauri (IPCC) oder James Hansen (NASA), Regierungen von 89 Ländern und sehr viele verschieden Nichtregierungsorganisationen aus den Bereichen Umwelt, Gesundheit, Entwicklung und Religion. Alle sind sich einig, dass die aktuelle Menge an CO2 in der Atmosphäre – 390 ppm – dem Planeten und seinen verletzlichsten Bewohnern Schaden zufügt und dass die Regierungen bei der Klimakonferenz in Kopenhagen handeln müssen, um den CO2-Gehalt der Atmosphäre schnell zu senken.  Mehr Infos: http://www.350.org

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Okt
12
2009
6

Veranstaltungstipp für Kiel: Deutsche Gentechnik – Verflechtung von Staat und Konzernen

deutsche-gentechnikIch möchte Euch heute auf eine interessante Veranstaltung von Attac zum Thema Gentechnik und Lobbyismus hinweisen, die am Mittwoch, den 14.10. in der Kieler Pumpe stattfindet:

Deutsche Gentechnik – Verflechtung von Staat und Konzernen
Vortrag und Diskussion: Jörg Bergstedt
Mittwoch 14.10. • 19 Uhr
Pumpe • Haßstr. 22 • Kiel

Warum werden in Deutschland Jahr für Jahr immer neue Versuchsfelder angelegt, obwohl 80 Prozent der Menschen keine Gentechnik im Essen wollen? Warum fließen Steuergelder auch dieser 80 Prozent fast nur noch in die Gentechnik, wenn es um landwirtschaftliche Forschung geht?

Der Blick hinter die Kulissen der Gentechnik mit ihren skandalösen Strukturen und Zuständen bei Genehmigungen und Geldvergabe bietet eine erschütternde Erklärung, warum die überwältigende Ablehnung und der gesetzlich eigentlich vorhandene Schutz gentechnikfreier Landwirtschaft (einschließlich Imkerei) gegenüber der grünen Gentechnik so wenig Wirkung hat. Denn: In den vergangenen Jahrzehnten sind alle relevanten Posten in Genehmigungsbehörden, Bundesfachanstalten und geldvergebenden Ministerien mit GentechnikbefürworterInnen besetzt worden. Die meisten von ihnen sind direkt in die Gentechnikkonzerne eingebunden. Undurchsichtige Geflechte von Kleinstunternehmen und seltsamen Biotechnologieparks namens Biotechfarm oder Agrobiotechnikum sind entstanden, zwischen denen Aufträge und Gelder erst veruntreut und dann hin- und hergeschoben werden, bis sich ihre Spur auf den Konten der Beteiligten verliert. Es wird Zeit für einen Widerstand in Deutschland.

Veranstalter:
www.attac-kiel.dewww.gentechnikfrei-sh.de

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Okt
01
2009
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Radiotipps für den Oktober

radio_isolated_on_white_with_clipping_pathHier wieder meine beliebte Rubrik „Radiotipps“ – wie üblich ist es erstaunlich zu sehen, dass es im öff.-rechtlichen Rundfunk doch immer noch eine ganze Menge an kritischen Sendungen zu hören gibt. Diese Zusammenstellung (die wieder von Wiebke von Attac Kiel stammt) beschränkt sich auf das Programm vom Deutschlandfunk und Deutschlandradio Kultur, die man beide auch im Netz empfangen kann und die ihre Beiträge zuweilen auch noch nachträglich zum Herunterladen anbieten.

DLF
Do. 01.10. – 10:10 Uhr
Journal am Vormittag
Heute bleibt das Auto stehen – was jeder Verbraucher für den Klimaschutz tun kann
Am Mikrofon: Britta Fecke
Nicht nur die Unternehmen, sondern auch die Verbraucher sind beim Klimaschutz gefordert. Denn ein großer Anteil der täglich produzierten Energie wird in Deutschland von Privathaushalten genutzt. Ein Teil dieser Energie könnte eingespart und damit auch das Klima geschont werden. Möglichkeiten zum Klimaschutz gibt es viele, wie zum Beispiel kurze Wege mit dem Fahrrad zurückzulegen oder beim Kauf des nächsten Autos gezielt auf den Verbrauch zu achten. Das gilt auch für Elektrogeräte und Küchenhelfer: Effizientere Haushaltsgeräte schonen dabei nicht nur das Klima, sondern auch die Haushaltskasse. Es gibt viele Mittel und Wege, um Energie zu sparen und damit gleichzeitig die Umwelt zu schonen. Was jeder Einzelne im täglichen Umgang mit Strom, Wärme und Wasser tun kann, darüber diskutiert Britta Fecke mit Experten im heutigen „Marktplatz“. Hörerfragen und -erfahrungen sind wie immer willkommen.

DLF
Fr. 02.10 – 19:15 Uhr

Dossier
Wirtschaft ohne Wachstum?
Auf der Suche nach einer politischen Ökonomie für das 21. Jahrhundert
Von Mathias Greffrath

DLF
Fr. 09.10.2009 · 20:10 Uhr
Abendland in Patriotenhand
Österreich auf dem rechten Weg?
Von Ursula Rütten
Je mehr jemand die eigene Nation liebt, desto weniger liebt er gewöhnlich die anderen. Das macht die internationale Solidarität der Nationalisten so schwierig. In Österreich ist die Lage besonders prekär: Zur nationalen „Missgeburt“ (Jörg Haider) bekennt man sich im Lager der Freiheitlichen eher ungern. Sich als „Ostmärker“ zur deutschen Nation zu bekennen, will 71 Jahre nach dem „Anschluss“ sehr wohlüberlegt sein. Aber was Heimat bedroht und hier nicht hingehört, ist ausgemachte Sache.
„Aggressive“ (muslimische), auch slawische Fremdkörper im (kreuz-katholischen) Volkskörper. „Gastarbeitslose“, „Wirtschaftsflüchtlinge“, die die EU nach Österreich als Asylbewerber durchwinke, zweisprachige Ortsschilder, zum Beispiel. Dass die FPÖ nach all den Skandalen und Spaltungen der letzten Jahre mit wachsendem Wählerzuspruch belohnt wird, verweist auf Durchsetzung von nationalchauvinistischem und rassistischem Gedankengut in weiten, vor allem jungen Teilen der Bevölkerung. Abgerundet wird das Bild durch eine soziale und politische Mitte, die dem wenig entgegen-setzt. Forderungen nach einer Umkehr der Migrations- und Integrationspolitik haben mittlerweile auch die großen Volksparteien übernommen.

DLR-K
Mo. 12.10. – 19:30 Uhr

Das politische Feature
„Rote Ampel für grüne Gentechnik?“
Nutzen und Schaden von Pflanzen aus dem Genlabor
Von Susanne Hermsen

DLF
Sa. 17.10.2009 · 11:05 Uhr

Reichtum aus der Tiefe
Die Ölnation Norwegen gibt Gas Richtung Europa
Noch vor 100 Jahren galt Norwegen als eines der ärmsten Länder Europas. Seit die Norweger große Öl- und Gasreservoirs vor den Küsten entdeckten, hat sich das Land zu einer der reichsten und modernsten Gesellschaften weltweit entwickelt.
Im Gegensatz zu Deutschland und den meisten anderen europäischen Staaten häufen die Norweger keine Schulden, sondern Jahr für Jahr neue Milliarden an, die sie in einen Fonds für zukünftige Generationen investieren. Auch die strategische Bedeutung des Landes nimmt zu. Während Russland seine Energielieferungen immer wieder als politische Waffe einsetzt, hat sich Norwegen als zuverlässiger Partner erwiesen. Das könnte den Annäherungsprozess an die Europäische Union vorantreiben

DLF
Fr. 23.10. – 19:15 Uhr

Das Kulturgespräch
ZEIT FORUM WISSENSCHAFT
Spielball Erde – Risiken und Nebenwirkungen des Geo-Engineering

DLF
Di. 27.10.2009 · 19:15 Uhr

„Auf der Tagesordnung steht Zorn“
Neue Protestformen in Frankreich
Von Ruth Jung
Millionen Franzosen folgten im Frühjahr 2009 dem Aufruf der Gewerkschaften zum Generalstreik. Beschäftigte aus allen Branchen traten am 29. Januar und am 19. März in den Ausstand. Im Übersee-Département Guadeloupe sogar über sechs Wochen lang.
Politiker zeigten sich überrascht von dieser Mobilisierung. Vergleiche mit 1936 und 1968 drängten sich auf. Wie aber sieht es nach dem Generalstreik aus? Haben die Gewerkschaften der sozialen Erosion wirklich etwas entgegenzusetzen? In Grenoble nahm die von Massenentlassungen bedrohte Belegschaft des Großunternehmens Caterpillar die Sache selbst in die Hand und stellte sich offen gegen die Gewerkschaft. Verantwortliche Manager wurden „festgesetzt“ und zu Verhandlungen gezwungen. Das Beispiel macht Schule.
„Die traditionellen Mobilisierungskampagnen zur Verteidigung von sozialen Rechten funktionieren heute nicht mehr“, sagen Aktivisten. Neue Protestformen sind gefordert.
Doch wie sehen die aus?

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Aug
13
2009
7

Buchbesprechung: „Nestlé. Anatomie eines Weltkonzerns“

attac-nestlaÜber die Firma Nestlé gibt es viel Kritisches zu sagen – manches habe ich ja auch hier in meinem Blog schon unters Volk gebracht. Wer jedoch gerne eine kompakte Fassung der Sünden des Schweizer Großkonzerns zwischen zwei Buchdeckeln sein eigen nennen möchte, dem kann ich das Buch „Nestlé. Anatomie eines Weltkonzerns“, herausgegeben von Attac Schweiz, erschienen 2005 im Rotpunktverlag, empfehlen. Dieses kleine und mit 128 Seiten nicht unmäßig dicke Büchlein sorgte bereits in seiner Entstehungsphase für Wirbel, denn tatsächlich hatte Nestlé offenbar so große Angst vor dem, was die Attac-Autoren (u.a. Sandra Bott und Stephan Suhner) bei ihren Recherchen herausfinden würden, dass sie eine „V-Frau“ in die Aktivistengruppe einschleusten, um über den Fortgang des Buches auf dem Laufenden zu sein – hier sieht man wieder einmal, mit welchen Bandagen in der „freien Wirtschaft“ gekämpft wird. Als dies nach Erscheinen des Werkes publik wurde, sorgte es für einigen Wirbel („Nestlé ließ bespitzeln“, Frankfurter Rundschau vom 16.6.2008), verschaffte dem Buch aber nachträglich noch etwas wohlverdiente Aufmerksamkeit.

Denn was die Schweizer Attac-Gruppe hier zusammengetragen hat, ist ein erschreckendes Psychogramm eines Konzerns, der bei seinem scheinbar unaufhaltsamen Aufstieg zu einem der größten Unternehmen der Welt keine Rücksicht nimmt und primär auf den eigenen Vorteil aus ist, allen buntschillernden verlogenen Reklame- und Imagekampagnen zum Trotz. In acht Hauptkapitel ist das Buch gegliedert, wobei das erste einer kurzen Einleitung und einer Historie dieser Firma gewidmet ist. In den nächsten sechs Abschnitten geht es um einige der wichtigsten Kritikpunkte an Nestlé. Da wäre das oft angespannte Verhältnis zum Arbeitsrecht und zu Gewerkschaften weltweit, vor allem in Südamerika und Asien, aber auch in Frankreich und Deutschland versucht man hier gerne, das Maximum fürs Unternehmen aus den Arbeitern herauszuholen. Um den Konflikt in Kolumbien dreht sich ein eigenes Kapitel, das deutlich macht, wie hart Nestlé zum Teil vorgeht. Auch wenn seit dem Erscheinen des Buches an die 4 Jahre vergangen sind, dürfte sich hier, wie auch an den anderen Kritikpunkten, nicht viel geändert haben.

Besonders unerfreulich ist der Abschnitt über Nestlés proaktive Einstellung zur Gentechnik. Während in Europa der Widerstand in den meisten Ländern so groß ist, dass der Konzern hier davon abgesehen hat, genveränderte Produkte direkt/offensiv anzubieten (über Futtermittel etc. kommen wir hierzulande aber auch in den „Genuss“ dieser Sachen) sieht das in den ärmeren Regionen anders aus, in denen die Öffentlichkeit nicht ausreichend informiert und aufgeklärt wird, so dass Nestlé hier im großen Stile abkassiert. Wie auch im Bereich Kaffee, wo der Konzern mit Sitz im Schweizerischen Vevey zu den größten Anbietern  bzw. Kaffee-Einkäufern weltweit gehört. Von fairem Handel hat man hier noch nichts gehört, statt dessen wird die Differenz aus dem sinkenden Weltmarktpreis des Kaffees nicht an den Endverbraucher weitergegeben, sondern flott in die eigene Tasche gesteckt – während die Bauern in den Anbauländern darben.

Ebenso bedrohlich wie Nestlés Engagement im Genbereich ist auch der offen deklarierte Plan, so viele Wasserquellen wie nur irgend möglich unter seine Kontrolle zu bekommen, weil dies ein Zukunftsmarkt ist und der Firma auch eine unangreifbare Position im Wettbewerb bietet. Allerdings zeigen die Autoren, dass es in verschiedenen Ländern erfolgreichen Widerstand gegen den Aufkauf lokaler Quellen gegeben hat, so in Südamerika und auch den USA sowie sogar einmal in der Schweiz, also vor der eigenen Haustür. Wer immer hierzulande Flaschenwasser von Vittel, Perrier, San Pellegrino oder Pure Life und Aquarel kauft und trinkt, unterstützt diesen Konzern in seinem Bestreben, ein öffentliches Gut zu privatisieren und zu monopolisieren – denkt beim nächsten Einkauf mal darüber nach… (Gleiches gilt natürlich auch für den Erwerb von Coca-Cola-Produkten etc., denn Nestlé ist selbstverständlich nicht der einzige Multi, der seine Krakenarme nach diesem lebenswichtigen Gut ausstreckt.)

Den Schlusspunkt bildet der nichtendenwollende und bereits seit den 70er Jahren schwelende Skandal um Milchpulver, mit dem Nestlé gerade in ärmeren Ländern Mütter das Stillen abgewöhnen will, damit sie fortan das teure industrielle Produkt für ihre Babys verwenden. Hier zeigt sich die besondere Skrupellosigkeit dieses Unternehmens. Abgerundet werden all diese Infos, die vermutlich auch nur die Spitze des Eisbergs darstellen, mit Surftipps und einer (nicht vollständigen) Liste der Marken, die weltweit zu Nestlé gehören. Wer sich also einen geeigneten Überblick über das Gebaren dieses Unternehmens verschaffen will und eine gelungene Argumentationshilfe benötigt, wenn er mal wieder jemanden im Bekanntenkreis davon überzeugen will, Nestlé-Produkte lieber im Regal liegen zu lassen, der sollte sich dieses Buch ruhig zulegen. (Oder in der Bibliothek ausleihen. :-)

Attac-Texte – „Nestlé. Anatomie eines Weltkonzerns“. Rotpunktverlag 2005, 128 S., 9,50 €

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Aug
01
2009
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Radiotipps für den August

radio_isolated_on_white_with_clipping_pathJa, doch, es gibt im Radio auch noch was anderes zu hören als nur den kommerziellen Düdelfunk und „die größten Hits aus den 80ern, 90ern und von heute“, sprich: genormte Musiktapete. Sender wie Deutschlandradio-Kultur und der Deutschlandfunk werden dem Bildungs- und Informationsauftrag, den das Fernsehen irgendwann auch mal hatte, wenigstens streckenweise noch gerecht, und so gibt es dort immer wieder spannende Sendungen zu Themen wie Globalisierung, Konsumkritik, Politik etc. zu hören.

Vor einigen Tagen kam in der Zündfunk Generator-Reihe im Bayerischen Rundfunk der Beitrag „10 Jahre Gipfelsturm: Und jetzt?“, den man sich HIER als mp3 runterladen kann.

Zehntausende demonstrieren im November 1999 gegen den Millenniumsgipfels der Welthandelsorganisation WTO. Heftige Straßenschlachten rufen zum ersten Mal eine neue Protestbewegung ins Bewusstsein der Öffentlichkeit: die Globalisierungskritik ist geboren. Schon ein Jahr zuvor hat sich in Frankreich der Verein Attac gegründet. Sein Motto: “Eine andere Welt ist möglich!” Was ist aus der globalisierungskritischen Bewegung geworden? Hat das Ringen um eine „andere Welt“ Erfolge gezeigt? Darüber hat der Zündfunk am 14. Juli in München im Café Muffathalle diskutiert.

TeilnehmerInnen:
KLAUS WERNER-LOBO
NICOLE GOHLKE,  Die Linke
ULRICH BRAND, Bundeskongress Internationalismus
HAGEN PFAFF, Attac München

Im August kommen dann z.B. die folgenden interessanten Sendungen (DLR-K ist Deutschlandradio-Kultur), wobei ich insbesondere auf die Sendung am 16.8. – „Shop till you drop“ hinweisen möchte:

DLF
So. 02.08.2009 · 17:05 Uhr
Die einstige Hegemonie Europas und der USA ist ins Wanken geraten.
Was aus Deutschland werden soll – Kulturelle Perspektiven für das 21. Jahrhundert
Mit dem Auftritt Chinas, Indiens, Brasiliens und der Arabischen Emirate auf dem globalen Markt haben sich die wirtschaftlichen, politischen und sozialen Kräfteverhältnisse weltweit verändert. Die einstige Hegemonie Europas und der USA ist ins Wanken geraten und damit deren Selbstverständnis.
Mit der jüngsten Finanz- und Wirtschaftskrise werden die tektonischen Verschiebungen wie selten zuvor spürbar. Die Eruption produktiver und kreativer Kräfte in zahlreichen Weltregionen nach dem Fall des Eisernen Vorhangs fordern die Industrienationen, ihre Gesellschaften und politischen Systeme in ungeahnter Weise heraus. Auch Deutschland befindet sich inmitten eines Anpassungs- und Gestaltungsprozesses. Hinzu kommen hier die spezifischen Herausforderungen der europäischen Integration und der deutsch-deutschen Vereinigungsgeschichte. Insgesamt acht „Kulturfragen“, vom 26. Juli bis zum 27. September, widmen sich den zentralen Fragen zu Perspektiven unseres Gemeinwesens. Dabei soll es weniger um utopische Visionen als eher um pragmatische Gestaltungsmöglichkeiten gehen. Zur Frage der „Kultur der Demokratie“ wird sich der Verfassungsrechtler und Bundesverfassungsrichter Udo Di Fabio äußern. Der einstige Industriemanager und Buchautor Daniel Goeudevert befasst sich mit der „Kultur der Ökonomie“. Frank Schirrmacher, Mitherausgeber der Frankfurter Allgemeinen Zeitung, wird die „Kultur der Medien“ untersuchen. Weitere Themen sind Soziales, Bildung, Integration und Religion.

Christoph Schmitz
Sonntags 17:05
Kulturfragen
Ausgewählte Termine:
2. August: Der Industriemanager Daniel Goeudevert über „Kultur der Ökonomie“
9. August: Der Verfassungsrechtler Udo Di Fabio über „Kultur der Demokratie“
23. August: Der FAZ-Herausgeber Frank Schirrmacher über „Kultur der Medien

DLR-K
Do. 06.08.09 – 19:30 Uhr
Forschung und Gesellschaft
„Kommunikative Stadtplanung“

Neue Impulse für die Demokratie
Von Ralf Bei der Kellen und Kai Steffen

DLF
Di. 11.08.2009 · 19:15 Uhr
Goldrausch
Oder: Vom Verschwinden eines Karpatendorfs (Ortserkundungen)

Von Lavinia Lazar und Carsten Dippel
In den rumänischen Karpaten, eingebettet in eine stolze Gebirgslandschaft, liegt das Goldgräberdorf Roşia Montană. Eine Vielzahl denkmalgeschützter Häuser, die vom einstigen Reichtum der Bewohner zeugen. Schon die Römer haben hier Edelmetalle gewonnen. Nun will eine kanadische Firma an dieser Stelle das größte Goldbergwerk Europas errichten.
300 Tonnen Gold und 2100 Tonnen Silber sollen innerhalb von 17 Jahren abgebaut werden. Um das zu leisten, muss die gesamte Region in eine Kraterlandschaft verwandelt werden. Es droht ein ökologisches Desaster. Zwist und Verfall hat die Firma in den Ort gebracht. Hunderte Familien wurden bereits umgesiedelt. Im jahrelangen Kampf um Roşia Montană sind Familien und Freundschaften zerbrochen. Eine vergiftete Atmosphäre schon heute, obwohl noch nicht einmal entschieden ist, ob das Projekt realisiert wird.

DLF
So. 16.08.2009 · 20:05 Uhr
Shop till you drop
Von Lust und Frust des Kaufens

Von Ingeborg Breuer und Peter Leusch
Die Zeiten, in denen Kaufen als Konsumterror verschrien und verpönt war, sind lange vorbei. Gerade jetzt während der globalen Wirtschaftskrise wird Konsumieren erste Bürgerpflicht, denn sonst brechen Wirtschaft und Gesellschaft zusammen – so zumindest argumentieren Ökonomen. Der Philosoph Norbert Bolz behauptet sogar, dass uns das Konsumieren immun mache gegen fanatische Religionen. Dagegen spricht der amerikanische Politikwissenschaftler Benjamin Barber kritisch von einem „Hyperkonsumismus“, der erwachsene Menschen infantilisiere und schlecht sei für die Demokratie.
Zwischen diesen ideologischen Extremen ist eine Menge Platz. Und so begegnet man in der Welt des Konsums ganz unterschiedlichen Typen. Die Skala reicht von den Konsum-begeisterten, für die es nichts schöneres gibt als einen Shopping-Tag, über Gelegenheitskäufer bis hin zu Konsummuffeln. Mancher Rentner, der noch von den Entbehrungen der Kriegszeit geprägt ist, hat sich zum Schnäppchenjäger entwickelt. Aber es gibt auch den erzwungenen Konsumverzicht für die steigende Zahl der sozial Schwachen, denen das Geld zum Shoppen fehlt. Und dann ist da noch der Konsumverweigerer, der auch die notwendigsten Anschaffungen hinauszuzögern versucht. Er lebt eher asketisch und will sich den inneren Werten zuwenden, sucht Kultur statt Konsum.
Der Ökonomie sind die unterschiedlichen Facetten des Konsums egal: Hauptsache, die Wirtschaft brummt.

DLR-K
Mo. 17.08.09 – 19:30 Uhr
Zeitfragen
Das politische Feature
„Achtung, Sie verlassen den demokratischen Sektor!“
Erkundungen im konservativen Grenzland. Wo endet konservative, auch rechte politische Einstellung und wo beginnt demokratiefeindliches Gedankengut?
Von Hannelore Daue

DLF
Do. 20.08.09 – 10:10 Uhr
Journal am Vormittag
Geschmack, Chemie und Gesundheit – Lebensmittelzusätze und Aromen
Am Mikrofon: Georg Ehring
So viele Erdbeeren kann man gar nicht anbauen, wie für sämtliche Erdbeerjoghurts der Welt erforderlich wären. Für den Geschmack sorgen nicht nur beim Joghurt Aromastoffe aus dem Labor: hergestellt mit Hilfe von Schimmelpilzen, Holzfasern oder Ausgangsstoffen aus dem Chemielabor – häufig unter Einsatz der Gentechnik. Vor allem in Fertigprodukten sorgen Zusatzstoffe und Aromen für Geschmack, Haltbarkeit und gleichbleibende Qualität. Viele Kunden fühlen sich allerdings getäuscht, und Ernährungswissenschaftler warnen: Risiken und Nebenwirkungen sind noch längst nicht umfassend erforscht. Welchen Sinn hat der Einsatz von Zusatzstoffen und Aromen? Was wird unseren Lebensmitteln wirklich zugesetzt, und wie wird es zugelassen? Wie kann ich mich darüber informieren, was ich esse? Und was macht der Ersatz von Natur durch Technik mit unserer Esskultur? Über diese und andere Fragen rund um Lebensmittel und ihre Zusätze diskutiert Georg Ehring mit Hörern und Experten.

DLR-K
Mo. 24.08.09 – 19:30 Uhr
Zeitfragen
Das politische Feature
„Es gibt keine christliche Straßenbeleuchtung oder Können die Freien Wähler mehr als Kommunalpolitik?“
Von Anja Schrum und Ernst Ludwig von Aster

DLR-K
Do. 27.08.09 – 13:07 Uhr
Länderreport
„Auf engstem Raum“ Massentierhaltung in Niedersachsen
Von Christina Selzer

DLF
Fr. 28.08.09 – 19:15 Uhr
Dossier
Das Medienquartett:
Medien und Medienpolitik

zur Diskussion

DLR-K
Mo. 31.08.09 – 19:30 Uhr
Zeitfragen
Das politische Feature
„Parolen, Phrasen, Plattitüden“
Wie mit Sprache Politik gemacht wird
Von Thomas Klug

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Mai
26
2009
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Veranstaltungstipp für Kiel: Attac-Themenabend zur HSH-Nordbank

Morgen (Mittwoch, 27. Mai) ist es wieder soweit – Attac in Kiel lädt ein zu einem seiner informativen Themenabende. Ab 19 Uhr in der Pumpe (Haßstraße; vermutlich in einem der oberen Räume neben dem Kino) geht es ums Thema HSH Nordbank:

Die Hamburgisch-Schleswig-Holsteinische Nordbank macht ihren Besitzern nicht die erhoffte Freude. Anstatt wie erwartet Jahr für Jahr dreistellige Millionenbeträge in die Kassen der Haushälter zu spülen, findet eine milliardenschwere Umverteilung aus dem Steuersäckel in den Finanzsektor statt. Es wird immer deutlicher, dass es nicht mehr um Krisenbewältigung geht, sondern um Fragen der politischen, rechtlichen und wirtschaftlichen Zukunftsgestaltung. So wie es war kann es nicht weiter gehen.

In einem Vortag von Dr. Thomas Herrmann (attac Kiel) zur HSH mit anschließender Diskussion geht es um folgende Fragen:

Was stimmt nicht in der Politik?

Wie konnte es mit der HSH soweit kommen? Wer und was trieb die Landesregierung? Welche Akteure machten aus der HSH eine Zombiebank? Womit handelte die HSH? Mit welchen „Finanzprodukten“ wird politisch forciert gespielt?

Was stimmt nicht im Recht?

Gab es lediglich Irrtümer oder liegen Rechtsbrüche vor? Welche Finanzprodukte sind rechtlich bedenklich? Werden sich Vorstände und Aufsichtsräte der HSH wegen Untreue und Betrug vor Gericht verantworten?

Was stimmt nicht in der Wissenschaft?
Wieso versagen die mathematischen Modelle? Mit best-case-Szenarien in die Katastrophe? Wieso gab und gibt es so wenig wissenschaftliche Opposition gegen die vorherrschenden Vorstellungen einer Voodoo-Ökonomie?

Was stimmt nicht in der Wirtschaft?
Millionenboni für Milliardenverluste und Hungerlöhne für harte Arbeit? Bürokratismus für kleine und mittlere Unternehmen und Anarchismus für Konzerne? Der privatwirtschaftlich organisierte Finanzsektor vor dem nächsten Zusammenbruch? Braucht die Wirtschaft eine Revolution?

Wie können die Bürger ihre Eigentumsrechte an ihren Steuern und den Einrichtungen der Daseinsfürsorge schützen und wie kann dafür gesorgt werden, dass diejenigen die Kosten tragen, die die Risiken verursachen?

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