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Werbung gegen Realität, Teil 6: Die Deutsche Post

[1]Die Werbespötte der Deutschen Post, in der eine Vielzahl von Briefträgern, zu Lande und zu Luft, unterwegs ist, um einen einzigen Brief zu Kunden zu bringen, dudelten lange genug durch die Fernsehkanäle (ich will das hier nicht verlinken, aber wer bei Youtube „Deutsche Post“ und „die Post ist da“ eintippt, wird schnell fündig). Wie meistens (immer?) bei so großangelegten Imagekampagnen sieht die Wirklichkeit leider anders aus, als die Marketingnasen das in ihrer Reklame darstellen. Aber das Für-dumm-Verkaufen der Zuschauer und Kunden gehört natürlich zum alltäglichen Geschäft der Werbeindustrie. Das sehr sehenswerte Polit-/Satiremagazin quer auf Bayern 3 [2] schaute in seiner jüngsten Ausgabe mal hinter die Kulissen und klärt auf, wieso in Unterhaching und sonstwo in der Republik, Briefkästen immer öfter tagelang leer bleiben.

Der Beruf des Briefträgers ist nicht mehr das, was er einmal war. Während früher ein Tratsch am Gartenzaun oder wenigstens ein paar freundliche Worte möglich waren, muss jetzt im Akkord zugestellt werden. 16.000 Stellen hat die Post eingespart. Die Folge für die Bürger: Ihre Briefe kommen immer später an. Zudem klagen die Postboten oft über Stress, nicht zu bewältigende Briefmengen und schlechte Bezahlung. Die Fälle von Frühverrentung nehmen zu. Gerade in der Vorweihnachtszeit bangt nun so mancher Kunde, dass sein Päckchen nicht mehr rechtzeitig ankommt.

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