Jul
29
2012
1

Beschleunigte Welt

So, der Sommer ist erstmal wieder vorbei, dann habt Ihr ja in den langen verregneten Nächten vielleicht ein wenig Zeit für eine interessante Dokumentation von 3sat – sie heißt „Beschleunigte Welt“ und befasst sich mit der immer schnelleren Taktung unseres Lebens, welche auch aus dem Wachstumswahn des Wirtschaftsystems entspringt. Wie langjährige Leser meines Blogs wissen, mag ich es, manchmal auch solche grundlegenden Themen anzureißen, auch wenn sie nur am Rande bzw. indirekt mit dem Thema Konsumkritik zu tun haben.

Der technische und naturwissenschaftliche Fortschritt treibt das Tempo an. Zeit ist Geld. Unablässig fließen Verkehr, Daten und Geldströme. Aber gewinnt man durch die technischen Möglichkeiten tatsächlich Zeit?

Zahlreiche Studien belegen, dass sich die Taktung des Alltags beschleunigt. Das System fordert Geschwindigkeit und Wachstum. „Alle relevanten technischen Erfindungen dienen dem Zeitsparen“, behauptet der Soziologe Hartmut Rosa von der Universität Jena.

Schnellere Verkehrsverbindungen ermöglichen längere Anfahrten zu Arbeit und Terminen. Statt wie früher ein, zwei Briefe am Tag schreibt man heute Dutzende von E-Mails. Waren werden zwar nach Hause geliefert – dafür verbringt der Kunde mehr Zeit im Internet, um den besten Preis für das gewünschte Produkt zu bekommen.

Die anschließende Diskussion bei Scobel – „Diktatur der Zeit“ – war auch durchaus sehenswert:

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Dez
02
2009
6

Die Zeitraffer – Die Entschleunigung unserer Zukunft

Habt Ihr eigentlich auch „nie Zeit“? Zerrinnt Euch der Tag so zwischen den Fingern und es ist schon wieder Schlafenszeit, wo Ihr doch gefühlt eigentlich gerade erst aufgestanden seid? Unsere heutige Industriegesellschaft sorgt für eine stetige Beschleunigung unseres Zeitempfindens, für immer mehr Gehetze, alles im Dienste eines sich genauso wild steigernden Wirtschaftswachstums, auf der Suche nach immer mehr Dingen, immer mehr Geld, immer mehr mehr mehr… In ihrer Reihe „Z wie Zukunft“ brachte der Fernsehsender 3sat letztes Jahr die interessanten Kurzfilm „Die Zeitraffer – von der Entschleunigung unserer Zukunft“ von Sabrina Dittus und Nico Weber. Da ich in meinem Blog auch immer wieder einen Blick über den Rand der Konsumgesellschaft hinzu Utopien oder anderen Gesellschaftsentwürfen hin wage, passt dieser Beitrag perfekt hierher. [Quelle]

Tempowahn, Tempovirus, Temporausch. Tempo, Profitstreben und die sozialen Folgen, allzeitige Verfügbarkeit, Zeitgewinn durch Zeitverlust – das sind nur einige Stichworte, die die Debatte um Entschleunigung und Zeitnot bestimmen. Konsens ist: Zeit ist ein Gut. Und heute ist Zeit zu einem knappen Gut geworden. Nicht Geld, nicht Macht, sondern Beschleunigung regiert die Welt. Die Schwierigkeit liegt keineswegs darin, dass die Zeit knapp ist, sondern dass wir schlecht mit dieser Zeit umgehen.

Die Dokumentation „Die Zeitraffer“ macht sich auf die Suche nach der gesparten, verlorenen Zeit und nach Perspektiven, Visionen. Mit Apokalyptikern wie dem Jenaer Soziologieprofessor Hartmut Rosa, Beschleunigungstheoretiker, für den es nur Ausstieg oder Kollaps gibt, und der Empirikerin Nadine Schöneck, die wider besseres Wissen mit dem Tempowahn Schritt zu halten versucht.(…)

(…) Dabei geht es nicht um eine Verlangsamung des Tempos. So einfach ist es nicht: manches könnte sogar schneller gehen, anderes eben langsamer. Es geht um eine differenzierte Befürwortung von mehr „Zeitsouveränität“.

Wird der Mensch in Zukunft nicht mehr in ein abstraktes Konzept der Zeit gezäunt werden? Wird es eine neue Kultur der Zeit geben? Eines ist sicher: Der Takt der Gesellschaft muss sich ändern. Aber wie?

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Kommentare: 6 | Gesellschaft,Grundlegendes | Schlagwörter: , , , , |
Apr
11
2009
1

Lebensmittelmüllhalde Deutschland + Analog-Käse

909820_foodDiesen offenen und direkten Worten von Vincent Klink aus Zeit Online ist meines Erachtens nicht viel hinzuzufügen – auch nicht dem Hinweis auf die Beeinflussung der „freien Medien“ durch die Reklame, welche ja in meinem Blog auch schon einige Male Thema war:

Die deutschen Verbraucher seien bei der Ernährung dermaßen knickrig, dass man ihnen, wie nirgendwo sonst in Europa, “Lebensmittelmüll” andrehen könne. Das sagte Otto Geisel, der Vorsitzende von Slow Food.

(…) “Lebensmittelmüllhalde Deutschland”, das darf man schon sagen, aber nicht in Heilbronn. Dort hat nämlich der Lebensmittelkonzern Lidl seinen Sitz und die Nahrungsmittelfirma Knorr beschäftigt dort eine kleine Armee von Chemikern.

Kurzum, Unmut, Kopfschütteln und große Aufregung wegen des Pauschalurteils. Die Presse ist natürlich auch etwas verstört, denn die “Lebensmittelmüllhändler” Deutschlands schalten in den Medien große Anzeigen. Wie wir alle wissen, bestimmt ja deshalb mittlerweile der Anzeigenchef, was gedruckt wird.

(…) Deutliche Worte sind nicht mehr gern gelitten, denn unsere hochsensible Zivilisation verträgt die Wahrheit längst nicht mehr. (…) Taktvolle Schmeichelei ist der Schmierstoff unserer Gesellschaft, die, um jetzt auch mal pauschal zu werden, von Lügen zusammengehalten wird.

Dazu passt auch dieser Beitrag aus dem ZDF über einen neuen künstlichen „Käse“, hergestellt aus allerlei Zeug aus dem Chemiebaukasten, „ein um 40% biligeres Imitat aus Eiweißpulver, Wasser, Pflanzenfett und Geschmacksverstärkern“ – Etikettenschwindel: Analog-Käse. Unglaublich – und den Dreck essen viele von uns vermutlich unwissentlich schon…! (Siehe dazu auch den Beitrag bei Perspektive 2010.)

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