Nov
11
2009
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Fernsehtipp: Eco-Crimes

Heute läuft ausnahmsweise mal wieder was Interessantes im Fernsehen – die dreiteilige Dokureihe „Eco-Crimes – Verbrechen gegen die Natur“. Die ARD sendet heute ab 23 Uhr eine 90 minütige Zusammenfassung der drei, jeweils 45 Minuten langen Teile, und im WDR werden alle drei Teile – „Ozonkiller“, „Tibet-Connection“ und „Piratenfischer“ am Montag, den 23.11. ab 22 Uhr hintereinander weg ausgestrahlt.

Aus Anlass der UN-Klimakonferenz in Kopenhagen widmet sich das WDR-Fernsehen dem Thema Umwelt mit einem brisanten Dreiteiler: eco-crimes. Das organisierte Verbrechen hat ein neues Betätigungsfeld. Experten nennen es in einem Atemzug mit Waffen- und Drogenschmuggel. Milliardengeschäfte zu Lasten des Kostbarsten, was die Natur zu bieten hat. Schwarzhandel mit dem Teuersten, das Umweltgesetze verbieten. Die vielen internationalen Abkommen zum Schutz der Umwelt wiegen die Öffentlichkeit in trügerischer Sicherheit. Sie können nicht verhindern, dass die schützenden Schichten der Atmosphäre durchlöchert, Meere leer gefischt und ganze Tierarten ausgerottet werden. Es mangelt nicht an neuen Paragraphen, sondern am politischen Willen, bestehende Gesetze und Konventionen auch durchzusetzen. Es fehlt an Kontrolleuren, Ausrüstung und Geld, um den Umweltverbrechern das Handwerk zu legen.

Diese dreiteilige Filmreihe dokumentiert zum ersten Mal, wie inter-national operierende Netzwerke von Wilderern, Piraten, Schmugglern und Kartellen über die Schätze der Natur herfallen und dadurch die natürlichen Lebensgrundlagen bedrohen. „eco-crimes“ zeigen aber auch, wie engagierte Menschen den Kampf gegen diese Umwelt-Mafia aufgenommen haben: hartnäckige Zollbeamte, mutige Fischereikontrolleure, entschlossene Staatsanwälte und vor allem die Mitarbeiter regierungsunabhängiger Umweltschutzorganisationen, die „undercover“ recherchieren und dabei ihr Leben riskieren. Mit ihrer Unterstützung sowie anhand von Gerichtsakten, Verhörprotokollen und Zeugenaussagen zeichnet jede Folge einen authentischen Fall von „eco-crimes“ nach. Einen, der uns alle betrifft: der Handel mit verbotenen Chemikalien, die die Ozonschicht zerstören – die illegale Fischerei auf den Weltmeeren – das Geschäft mit seltenen Tierarten.

Die Filme sind das Ergebnis einer über dreijährigen Recherche der Filmemacher Heinz Greuling und Thomas Weidenbach. Die Dreharbeiten fanden rund um den Globus statt. Die Filmemacher konnten auf seltene und zum größten Teil noch nie im Fernsehen gezeigte Beweisvideos von Behörden, dem Militär und Umweltdetektiven zurückgreifen. Einige Szenen der Filme wurden aufwendig nachgestellt, an den Originalschauplätzen und mit Hilfe der echten Ermittler, die selber vor der Kamera mitwirken.

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Sep
20
2009
5

Die Auferstehung des Kapitalismus – Hintergründe

Quasi im Nachgang zum schönen quer-Beitrag „Die Auferstehung des Kapitalismus“, den ich Anfang der Woche postete, möchte ich Euch noch zwei weitere Beiträge ans Herz legen – zum einen „Opel, Karstadt & Co. – Staatsknete, wer will noch mal? Wer hat noch nicht?“, den quer drei Monate zuvor ausstrahlte und der klar macht, wieso „der Kapitalismus“ scheinbar wieder rund läuft und wie weit es um die angeblich so freie Marktwirtschaft hierzulande so bestellt ist.

Die große Koalition hat Opel gerettet, und schon fragen in Berlin mehr als tausend weitere Unternehmen ebenfalls nach Staatsgeldern. Gespräche mit dem Karstadt-Mutterkonzern Arcandor hat die SPD bereits angekündigt, und auch wenn Kanzlerin Merkel dem Unternehmen wenig Hoffnung macht, scheint in der Großen Koalition das „Helfersyndrom“ regelrecht um sich zu greifen …

Die vom „Helfersyndrom“ befallenen Politiker helfen reflexartig, und zwar auch dann, wenn dabei die „Grenzen des Möglichen außer Acht gelassen werden oder die Hilfe gar nicht sinnvoll ist“.

Genau: wollen die Bürger, die nicht bei Opel oder Karstadt arbeiten, die Hilfsbereitschaft der Regierung überhaupt? Lösungen wie in den USA, wo Barack Obama entgegen dem Trend in Meinungsumfragen General Motors in die Insolvenz gehen lässt, scheinen hierzulande in Wahlkampfzeiten zumindest bei Politikern unpopulär.

Zum anderen befasste sich auch der WDR in der Sendung markt ganz aktuell mit den Vorgängen rund um die (Landes-)Banken „Bad Bank: Deponie für Giftpapiere“ – man kann das, was da geschieht und geschehen ist, wohl ruhigen Gewissens als Skandal und einen Betrug am Bürger bezeichnen. Möglich gemacht durch die herrschende Politik, daran sollte man bei der bevorstehenden Bundestagswahl denken, bevor man irgendwo unbedacht sein Kreuzchen macht. ;-)

Wenn die WestLB also davon spricht, dass die Risiken aus der Bank seien, dann bedeutet das nichts anderes, als dass sie nun bei den Eigentümern sind, in der Hauptsache also beim Land und den Sparkassen. Und das bedeutet, dass letztendlich der Steuerzahler diese Risiken tragen muss – über den Landeshaushalt oder die Sparkassenverbände, die ja in kommunaler Trägerschaft sind, so Professor Thomas Hartmann-Wendels. Laut WestLB sind bisher rund 300 Millionen Euro Verluste angefallen, die der Garantiegeber übernommen hat – also der Steuerzahler.

Wenn die Laufzeiten der Papiere enden, dürften die Verluste viel höher ausfallen. Denn nach wie vor sind die toxischen Papiere kaum verkäuflich, für sie gibt es praktisch keinen Markt. Stimmen unter den Eigentümern rechnen mit mindestens fünf Milliarden Euro Verlust – möglicherweise ist sogar alles weg.

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Sep
08
2009
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Warum Straßenzüge verkommen – die Schattenseiten der Privatisierungen

Privatisierungen werden seit vielen Jahren vor allem von neoliberalen Kreisen als das Allheilmittel gepriesen, um klamme Kommunen zu sanieren und den Bürger eine angeblich viel bessere Versorgung zu bieten, als sie staatliche Stellen bieten könnten. Schließlich richtet der freie Markt doch alles von ganz alleine am allerbesten – oder etwa nicht? Berechtigte Zweifel an diesen Dogmen habe ich in meine Blog ja schon an einigen Stellen geäußert (hier, hier), und der Beitrag des WDR-Magazins marktWarum Straßenzüge verkommen zeichnet ein nicht minder bedrohliches Bild des von allen etablierten Parteien (schwarz-gelb genauso wie rot-grün) vorangetriebenen Privatisierungswahns. Tatsächlich bringen diese Immobilienspekulationen natürlich nicht der Mehrzahl der Menschen bzw. Mieter nennenswerten Nutzen, sondern ausschließlich kleinen Investorengruppen.

Ehemals gemeinnützige Wohnungsgesellschaften haben sich für viele „Heuschrecken“ als Fehlspekulation erwiesen. Jetzt lassen sie ganze Straßenzüge verfallen. Die Mieter haben oft nicht einmal mehr einen Ansprechpartner. (…)

Die ausländischen Investoren glaubten, dass der deutsche Wohnungsmarkt unterbewertet war und hier viel Geld zu holen sei. Über sogenannte Private-Equity-Fonds sammelten sie Geld. Sie wollten günstig kaufen, wenig investieren und teuer weiterverkaufen – vor allem an die alten Mieter. Dieser Plan ging jedoch nicht auf. Die Mieter selbst scheuten die Kosten für die schlichten Wohnungen. Schließlich kannten sie die Mängel am besten. Daher reichten die Investoren die Siedlungen in kleinen Häppchen an andere Investoren weiter. Und die machten es genauso. Wenigsten wenigstens vier bis sieben Prozent Rendite musste mit der Investition erzielt werden. Das aber konnte nur mit geringen Sanierungs- und Personalkosten gelingen. (…)

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Jun
27
2009
7

Gefährliche PET-Flaschen

In einer der letzten markt-Sendungen im WDR gab es einen interessanten Beitrag zu Wasser in PET-Plastikflaschen, wie sie heutzutage ja generell üblich geworden sind – wieso man ausgerechnet französisches oder italienisches Wasser (gar welches von Nestlé wie Vittel oder San Pellegrino!) quer durch Europa karren muss, mit der damit zusammenhängenden Umwelt- und Verkehrsbelastung, damit der trendbewusste Deutsche es hierzulande statt der einheimischen Wässer verkostet, will ich jetzt gar nicht mal groß thematisieren, das wäre einen eigenen Beitrag wert. Auf jeden Fall sind diese Plastikflaschen, in denen Wasser und andere Getränke angeboten und ausgeliefert werden, alles andere als unbedenklich, wie mittlerweile herausgefunden wurde – siehe besagten Beitrag „PET – Gefährliche Getränkeflaschen“:

Wer Getränke aus Plastikflaschen (PET) zu sich nimmt, geht womöglich ein gesundheitliches Risiko ein: Experten haben hormonähnliche Substanzen im Mineralwasser nachgewiesen.

(…) Wir wollen wissen, wie die Mineralwasserproduzenten zu den möglichen Gefahren von PET-Flaschen stehen. Aber weder der Branchenführer Gerolsteiner noch der Verband Deutscher Mineralbrunnen wollen sich vor der Kamera äußern. Auch eine schriftliche Stellungnahme lehnen sie ab.

Müsste man die Produzenten angesichts der denkbaren Risiken nicht zur Kooperation zwingen oder die PET-Flasche vorläufig aus dem Verkehr ziehen? Wir fragen bei den zuständigen Behörden nach: Das Bundesinstitut für Risikoabwägung will sich gar nicht äußern, und das Bundesumweltamt lässt uns telefonisch wissen, man müsse erst weiter forschen, bevor man weitere Schritte unternehme.

Wissenschaftler wie Professor Schönfelder, würden sich mehr Engagement wünschen: Das Thema ist so evident wichtig, weil es unsere Zukunft anbelangt. Wir wollen verstehen, was in den nächsten Generationen passiert. Mich persönlich interessiert nicht alleine, was morgen ist, sondern was passiert in 10, 20 und 150 Jahren. Weil das unsere ganze Population anbelangt.

(Übrigens, der Grund, wieso ich auch immer wieder solche „Verbraucherschutzthemen“ aufgreife, liegt vor allem darin, dass ich vor Augen führen will, wie unser System funktioniert, sprich, dass man (vor allem großen) Firmen eher nicht vertrauen darf, da diese erst einmal ihren Profit und die Steigerung ihres Marktanteils im Auge haben und nicht das Wohl des Konsumenten. Es geht mir also idR nicht um den Einzelfall, sondern um die Verdeutlichung, wie Wirtschaft „funktioniert“ und dass unser System fast schon zwangsläufig dazu führt, dass Unternehmen derart kostenminimierend auftreten.)

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