Jan
18
2013
0

Hohle Idole – Die falschen Helden aus dem Fernsehen

Klar, Fernsehen ist, wie z.B. auch Musik, Geschmackssache. Ich zum Beispiel freue mich über die neuen Folgen vom „Tatortreiniger“. Andere sehen gerne Rosamunde Pilcher-Verfilmungen, Sport oder Quizshows. Und wieder anderen macht es Spaß, sich anzuschauen, wie Leute im TV vorgeführt, gedemütigt und im Rahmen von bombastisch-kitschigem Pseudopathos zu „Stars“ aufgebaut werden. Warum auch nicht. Allerdings gibt es bei den ganzen Casting-Shows und ähnlichem Dreck, der vor allem in den Privaten ausgestrahlt wird, gesellschaftliche Nebenwirkungen, die man nicht so einfach ignorieren oder unter privatem Vergnügen wegsortieren kann. Genau dazu gibt es eine neue Studie der Otto Brenner-Stiftung, die von Bernd Gäbler stammt und passenderweise „Hohle Idole – Was Bohlen, Klum und Katzenberger so erfolgreich macht“ heißt. >> Hier könnt Ihr die Studie auch direkt als pdf herunterladen

Die IG Metall schreibt dazu auf ihrer Website:

“Weder die TV-Figur Daniela Katzenberger noch die Casting-Shows mit ihren autoritären Protagonisten Dieter Bohlen und Heidi Klum bieten Modelle für das Einüben gesellschaftlich wichtiger Fähigkeiten und Verhaltensweisen”. So das kritische Resümee der neuen Studie “Hohle Idole” von Bernd Gäbler, die bei der Otto Brenner Stiftung erschienen ist. (…)

Die Otto Brenner Stiftung legt mit “Hohle Idole” eine kritische Studie über die TV-Sendungen von Bohlen, Klum und Katzenberger vor. Erstmals werden deren Shows kritisch durchleuchtet und detailliert analysiert. Der Autor der Studie, Professor Bernd Gäbler, hat untersucht, wie die Sendungen “funktionieren” und warum sie so viele Jugendliche vor den Fernseher locken.

Schädlicher Einfluss auf junge Menschen

Angesichts der Unsicherheit vieler junger Menschen sind die Einflüsse der TV-Stars auf die jugendlichen Zuschauer wenig hilfreich, so Professor Gäbler. In den Shows gehe es nicht um hart erarbeitetes Wissen oder Können, sondern darum, die anderen auszustechen. “Substanzielle Fähigkeiten, Teamgeist, Kooperationsbereitschaft spielen eine geringe Rolle. Selbstdarstellung, Gehorsam, ja Unterwerfung werden gefeiert, Eigensinn wird bestraft”, kritisiert Gäbler. (…)

Dazu passt auch dieser schöne Artikel aus dem Spiegel von 1979, in dem Helmut Schmidt sagt „Privatfernsehen ist gefährlicher als Atomenergie“.

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Aug
15
2012
5

Das universelle Verblödungssystem – ein Aufruf zum Widerstand gegen den Irrsinn unserer Zeit

Ja, auch im Konsumpf ist grad sowas wie eine Sommerpause zu bewundern, jedenfalls fällt es mir aktuell nicht so leicht, Beiträge zu verfassen – primär aus Zeitgründen. Deshalb gibt es heute wieder nur ein kleines Filmchen – aber was heißt hier „nur“. In „Das universelle Verblödungssystem“, einem Auszug aus dem Buch „Keine Macht den Doofen (Ein Aufruf zum Widerstand gegen den Irrsinn unserer Zeit“ von Michael Schmidt-Salomon, geht es ordentlich zur Sache, und er spricht darin vieles an, was vor allem in unserem Bildungs-, aber auch Konsumsystem falsch läuft. Leider ist der Text von den Videomachern mit relativ nerviger Musik unterlegt worden, und einige der auftauchenden Bilder gehen in Richtung Verschwörungstheorie/Infokriegergedöns, aber davon solltet Ihr Euch nicht abschrecken lassen – hier zählt vor allem der Inhalt. (Man kann das Video ja laufen lassen und ein anderes Browserfenster drüber legen, um es nicht zu sehen, sondern nur den Text zu hören ;-)

Haben Sie es satt, von Politikern, Religionsführern, Wirtschaftsweisen, Medienleuten Jahr für Jahr, Monat für Monat, Woche für Woche, Tag für Tag die ewig gleichen inhaltsleeren, nichtssagenden Phrasen zu hören? Dreht sich Ihnen der Magen um, wenn Sie mit ansehen müssen, wie diese angeblich so intelligente Spezies jeder noch so kruden Wahnidee nachläuft? Dann helfen Sie mit, unsere Politiker, Unternehmer, Banker, Journalisten, Lehrer und Prediger aus den dummen Zwängen dummer Systeme zu befreien!

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Sep
07
2011
5

„Scheiß RTL“

Ja, mit der einfachen Aussage „Scheiß RTL“ kann ich mich gut anfreunden. Seit Jahr und Tag produziert dieser Sender televisionären Müll und senkt das Niveau des Fernsehens jedes Jahr aufs Neue, sei es nun mit so einem Dreck wie dem Dschungelcamp oder vor allem ihren ganzen Dokusoaps, in denen Menschen vorgeführt und der Lächerlichkeit preisgegeben werden. Ich will an dieser Stelle gar nicht weiter ins Detail gehen, das macht beispielsweise der Videopodcast fernsehkritik.tv regelmäßig. Holger Kreymeier hat sich nun gleich direkt mit dem Sender angelegt, indem er ein T-Shirt mit dem Aufdruck „Scheiß RTL“ produzieren ließ, woraufhin ihm sofort eine Abmahnung ins Haus flatterte. Den Hinweis, dass der Schriftwechsel ebenfalls nicht veröffentlicht werden darf, ignorierte er und präsentierte ihn auf seinem Blogbeitrag „Scheiß RTL, armes RTL“. Nun geht eine Welle der Empörung oder Sympathie durch das Web, und auch andere Medien springen darauf an.

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Mai
16
2011
15

Das Lügenfernsehen

Was ich vom Fernsehen halte? Nun, meiner vorsichtigen Einschätzung nach sind ca. 99,99% der Sendungen im Privatfernsehen und vielleicht 90% der Sachen im öffentlich-rechtlichen (Arte und 3sat einmal ausgenommen) Schrott, Schund und Käse; teils desinformierend und tendenziös, gerne verdummend und irreführend, nicht selten geschmacksbefreit und schlichtweg dämlich. So hart muss ich das leider sagen. Von daher hat mir die Sendung „Das Lügenfernsehen“ in der NDR-Reihe „Panorama – Die Reporter“ nicht wirklich die Augen geöffnet, mir aber wieder einmal vor Augen geführt, mit welch schamlosen Methoden die Sender heutzutage arbeiten, bloß um Quote zu machen. Und dass so ein Müll wie die RTL-Serie „Mitten im Leben“ über 30% Marktanteil bei den 14–29jährigen hat, finde ich erschreckend – noch sinnloser kann man seine Lebenszeit ja kaum verschwenden, als sich gescriptete und schlecht gespielte Pseudo-„Reality“ anzuschauen…

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Okt
07
2010
3

Starsuckers – die Abgründe von Starkult und Entertainment-Industrie

Dass wir in einer Gesellschaft leben, die geradezu besessen ist von Stars und Sternchen, von VIPs und Promis, von Fußballgöttern und andere Idolen, denen die Menschen zujubeln, ist schwerlich zu übersehen. Maßgebliche Produzenten dieser Welt des Spektakels, in der der schöne Schein so wichtig ist, sind natürlich die Medien, die diese Stars aufbauen aber auch wieder zerstören können. Der Glaube der Menschen, dass jeder zu einem Promi werden kann, egal wie wenig er auf der Pfanne hat – und dass es auch das höchste Ziel des Daseins ist, in Funk & Fernsehen berühmt zu sein, wie man es bei MTV-Features über den Reichtum von Rappern vorgesetzt bekommt –, wird permanent durch Sendungen wie Germany’s Next Topf Modell oder Deutschland sucht den Superstar am Leben gehalten. Und das, obwohl es kaum etwas Unwichtigeres, Irrelevanteres und Uninteressanteres gibt als das Leben irgendwelcher Leute, die gerade von den Medien irgendeine Bedeutung angedichtet erhalten.

Wie weit diese Mechanismen inzwischen gediehen sind, wie sehr die großen Medienkonglomerate im Hintergrund die Fäden ziehen, um die Leute bei Laune und vor den Bildschirmen zu halten (um sie von wichtigeren Dingen abzulenken oder zum Konsum modischen Schnickschnacks zu animieren) und wie tief der Wunsch nach dieser sinnentleerten Berühmtheit bei manchen Menschen mittlerweile sitzt, zeigt der Brite Chris Atkins in seiner sowohl humorvollen wie auch sehr sehenswerten und spanennden Dokumentation „Starsuckers“, die letztes Jahr in die britischen Kinos kam.

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Aug
22
2009
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Brechreiz

Kurz etwas für die ganz Hartgesottenen – seit ein paar Tagen macht dieser YouTube-Film im Netz die Runde, in dem ein Ausschnitt einer Wahlkampfveranstaltung mit „unserer“ Familienministerin Ursula „Zensursula“ von der Leyen zu sehen ist. Wer also einen Kurzlehrgang in Sachen Demagogie und Verdrehen von Tatsachen sehen möchte, sollte mal 7 Minuten seiner Lebenszeit opfern. Oder sich hier das Transkript durchlesen. Auf diversen Blogs wie netzpolitik , Stefan Niggemeier und Udo Vetters lawblog wird entsprechend hitzig diskutiert und gar Parallelen zu Rednern aus den 30er/40er Jahren des letzten Jahrhunderts ausgemacht…

Mindestens genauso schlimm finde ich auch den lobhudlerischen Bericht, den die Saarbrücker Zeitung anderntags zu dieser Propagandarede abdruckte… Wenn das die vielgelobte „freie Presse“ sein soll, dann gute Nacht!

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