Dez
09
2011
10

Werbung gegen Realität, Teil 15: Weltrettende Konzerne

Ich hoffe, Ihr schreit nicht entnervt auf, wenn ich Euch heute wieder nur ein kurzes Filmchen kredenze? Es passt auf jeden Fall sehr gut in meine kleine Reihe „Werbung gegen Realität“ und zeigt (wieder einmal), wie weit Reklamebotschaften und die dahinterstehenden Fakten auseinanderklaffen. Aber auch, wie leicht sich offenbar immer noch viele Menschen von düdeligen Fernsehbildern, Hochglanzclips und Marketingchichi einwickeln lassen. Es gibt also noch viel an Aufklärung zu tun! In der Sendung Plusminus ging es jedenfalls darum, was wirklich hinter den medial breitgetretenen Kampagnen einiger Firmen steckt, die sich mit Natur- und Umweltschutzengagement brüsten, das, wenn man genauer hinschaut, am Ende doch eher bescheiden ist und wohl primär der Pflege des Unternehmensimages dient. Nicht zu vergessen, dass manche Firmen bei Herstellung und Vertrieb ihrer Produkte vermutlich mehr Schaden anrichten, als sie nachher mit den paar Cent pro Produkt wieder in den Umweltschutz stecken. „Klima retten – und Umsatz machen

“Ein Kasten Krombacher gleich ein Quadratmeter geschützter Regenwald”
Mit dieser Botschaft hat die Brauerei Krombacher die Werbewirtschaft in Deutschland nachhaltig verändert.

“Cause related Marketing”, zweckbezogenes Marketing, nennt sich so etwas. Das Prinzip: Der Konsument spendet mit dem Kauf eines Produkts gleichzeitig für einen guten Zweck. Unternehmen können so öffentlich darstellen, dass sie soziale Verantwortung übernehmen – und Hilfsorganisationen nehmen das Geld gern. (…)

Wirtschaftswissenschaftler Frank Huber von der Universität Mainz sieht hinter dieser Strategie eine bewusste Ablenkung von dem, was da am Ende tatsächlich gespendet werde. Ein Quadratmeter Regenwald höre sich eben besser an, als fünf Cent für jeden verkauften Kasten. (…)

(Übrigens finde ich diesen Krombacher-Spot, der auch zu sehen ist, echt widerwärtig – genau diese Art von abstoßend gefühlsduseliger und kitschiger Reklame löst bei mir intensivste Abwehrreaktionen aus. Leider ist diese Masche ja weit verbreitet, so dass man eh kaum unterscheiden kann, wofür geworben wird.)

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Mrz
23
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Twestival 2011

An dieser Stelle noch ein kurzer Hinweis auf das morgen, am 24. März stattfindende Twestival 2011, das als Twestival Local auch in Essen, Hamburg und Berlin stattfinden wird. Twestival, was ist denn das schon wieder?

Ein Twestival (oder Twitter-Festival) ist eine globale Bewegung, die an einem einzigen Tag die Macht der sozialen Medien nutzt, um Offline-Events zu organisieren, die Gemeinden für die Unterstützung von örtlichen gemeinnützigen Organisationen mobilisieren. Seit 2009 haben über 200 Städte an Twestival teilgenommen und dabei nahezu 1,2 Millionen USD (800.000 EUR) für wichtige Dinge wie sauberes Wasser und Bildung gesammelt. Twestival Local-Veranstaltungen werden zu 100 % durch Volontäre koordiniert und die durch Ticketverkäufe und Spenden gesammelten Gelder gehen zu 100 % an örtliche gemeinnützige Projekte.

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Surftipp: The Hunger Site

Wäre es nicht toll, wenn man mit nur einem Klick helfen könnte, die Welt ein wenig besser zu machen? Klingt illusorisch, ist aber (wohl) tatsächlich möglich! Denn schon seit vielen Jahren existiert The Hunger Site, bei der für jeden Klick, den man dort auf den “Donate”-Button tätigt, von Sponsoren „1.1 bowls of food“ gespendet werden. Man muss sich nicht anmelden oder andere Daten von sich preisgeben – ein Klick pro Tag genügt. Soweit ich weiß ist diese Site auch durchaus seriös (obwohl es da in der Vergangenheit auch mal Unstimmigkeiten wegen der Spendengelder gegeben haben soll; wer andere Infos hat, möge sie mir gerne schreiben), und dieser eine Klick ist ja nun kein großer Akt. Ich habe mir die Website einfach als Startseite in meinem Browser eingerichtet, damit ich das Klicken nicht vergesse. Inzwischen hat die Hunger Site auch einige Ableger, z.B. The Rainforest Site und The Animal Rescue Site, die man von dort ebenfalls mit einem Klick erreicht.

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