Jun
21
2011
14

Ausbeutung für Bio-Ware

© dachadesig, stock.xchng

Hach, ist sie nicht schön, die wunderbare Vorstellung, dass man seine Einkäufe einfach nur auf „Bio“ umstellen muss, um sich politisch und ökologisch korrekt zu verhalten und dem Elend in der Welt ein Ende zu bereiten? Der Grundgedanke der LOHAS, also die Politik des Einkaufwagens, durch die man sich ein reines Gewissen erkauft, erscheint auf den ersten Blick auch nicht verkehrt – und es ist definitiv wichtig, darauf zu achten, was man konsumiert und welchen Unternehmen man sein schwerverdientes Geld in den Rachen wirft. Das ist ja auch eine der Grund„regeln“, die ich hier im Blog propagiere – Konzernen, die aktiv daran mitarbeiten bzw. deren Geschäftsprinzip es ist, die Umwelt zu zerstören, Abhängigkeiten zu erzeugen, Menschen und Tiere auszubeuten, nur um die eigenen Aktionäre zufrieden zu stellen, die die potentiellen Kunden mit irreführender Reklame behelligen und versuchen, sich mit Hilfe von aggressivem schönfärberischen Marketing und Lobbyismus Vorteile zu verschaffen, dürfen nicht noch für ihr Treiben dadurch belohnt werden, dass man auch noch ihre Produkte kauft. Das sollte eigentlich selbstverständlich sein – Globalisierungsgegner, die mit Nike-Sneakern an den Füßen und einer bei Lidl gekauften Coke in der Hand durch die Gegend ziehen, haben offensichtlich nicht so ganz zu Ende gedacht…

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Feb
27
2010
3

Andalusien: Gemüsesklaven mit Zeitverträgen

Bevor beim nächsten Einkauf bedenkenlos zu Obst und Gemüse aus Spanien gegriffen wird, sollte man sich vielleicht mal den erschreckenden Artikel „Andalusien: Gemüsesklaven mit Zeitverträgen“ durchlesen:

(…) Spanien wirbt seit Jahren schon Saisonarbeiter aus Osteuropa an ? neuerdings auch aus den Heimatländern der Bootsflüchtlinge. Nach denVorstellungen der Regierung in Madrid sollen Zeitarbeitsverträge das Problem des illegalen Massenmigration lösen (jährlich über 6000 registrierte). Fördergelder sollen helfen, die mörderische Flucht der Menschen über das offene Meer in wenig seetauglichen Booten in geregelte Bahnen zu lenken. Aufgrund der humanitären Katastrophe auf den Kanaren und an der Südküste handelt Madrid zurzeit mit mehreren westafrikanischen Ländern solche Abkommen aus. Ab der Winterernteperiode 2007/08 sollen dem Agrobusiness diese neuen Saisonniers zur Verfügung stehen. Funktioniert dieses Modell können die Bauern besser auf illegal Beschäftigte verzichten.

Die illegal Eingewanderten könen vertrieben werden, da sie nicht mehr als billiges Arbeitskräftereservoir benötigt werden; oder der Staat schiebt ab. Spanien und Marokko haben wenig Skrupel „Papierlose“ einfach in der Sahara auszusetzen. Oder der rassistische Mob jagt sie aus dem Dorf, wie im Februar 2000 die Marokkaner in El Ejido. (…)

Genau wie die illegal eingewanderten Landsleute erleiden diese SaisonarbeiterInnen – mit scheinbar „guten Verträgen“ – Rechtlosigkeit und Rassismus pur. Sie haben sich gewehrt und dieses Spiel nicht mitgespielt. Wenn sich diese schäbige Behandlung auch in den Herkunftsländern herumspricht, wird es nichts mit dem neuen Modell „internationale Sicherheit durch Zeitarbeit“. Beim Genuss von spanischem Treibhausgemüse bleibt ein bitterer Geschmack?

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Aug
09
2009
1

Madrider Adbusting: Cruzada antipublicitaria

Der Kampf gegen die Aufdringlichkeit von Werbung und der Penetranz der Reklame findet schon seit längerem nicht nur in dem besonders betroffenen anglo-amerikanischen Raum, in dem der Begriff „Adbusting“ schließlich geprägt wurde, statt sondern mittlerweile fast weltweit. Neuestes Beispiel – eine schöne Aktion in Madrid, bei der eine Gruppe von Culture Jammern insgesamt 32 Plakate an einer Einfallsstraße der Stadt bearbeitet hat. Mit einer im Grunde einfachen Idee, nämlich dem Aus-X-en der Werbebotschaft, wird ein, wie ich finde, sehr interessanter Effekt erzeugt – plötzlich fällt dem Betrachterauge wieder auf, womit es normalerweise jeden Tag ungefragt bedrängt wird, und bereits dieses schlichte Durchstreichen sorgt für ein mentales Aufatmen. Ich frage mich allerdings, wie die das wohl praktisch hinbekommen haben, da die Tafeln teils doch recht hoch angebracht sind – Respekt vor so viel Einsatz! [via Escrito en la pared und Alberto de Pedro]

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