Mai
08
2011
2

Lesetipp: Oya – Selbermachen (und Geld)

Ein bisserl spät, aber dennoch heut kurz mein Lesetipp – das tolle und abwechslungsreiche Oya-Magazin hatte Anfang des Jahres mit seiner 6. Ausgabe das Thema „Selbermachen!“, in dem es um Selbstversorgung geht, auch um Souveränität und Unabhängigkeit, um Handwerkliches, um „Selbermachen als Schritt zu einer gewaltfreien Zivilisation“ uvm. Wirklich sehr interessant und so facettenreich wie unterhaltsam wird die Thematik hier beleuchtet – und wie üblich kann man alle Artikel auch online im Archiv abrufen. Aber in gedruckter Form macht das Ganze natürlich noch mehr her!

Die neueste Ausgabe beschäftigt sich übrigens mit dem Thema „Geld“ und ist somit auch brandaktuell – und regt ebenfalls zum Selbermachen (Regionalgeld etc.) an.

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Mrz
06
2011
2

Permakultur bitte!

Auch wenn man es hier im Norden noch nicht merkt – der Frühling naht, und damit die Zeit des Säens, Blühens, Wachsens. Selbst in den Städten (Vorsicht, Wortspiel:) sprießen immer mehr Initiativen aus dem Boden (z.B. Transition Towns), die sich mit der Selbstversorgung beschäftigen. Sehr interessant ist in dem Zusammenhang auch die sog. Permakultur (vor allem für diejenigen, die über einen Garten verfügen), über die Michaela Brötz, die die Website Der Knauserer betreibt, in ihrem letzten Newsletter berichtet. Ich möchte den Artikel hier in Gänze wiedergeben, da er gute Anregungen enthält und natürlich bestens in ein konsumkritisches/nachhaltiges Umfeld passt. Weitere Infos zur Permakutlur findet man auch im Nachhaltig beobachtet-Blog oder auch beim Farmblogger.

—————

Permakultur bitte!

Ich habe ja für die örtliche Erwachsenenschule (das mach ich auch noch – aber Basisbildung ist wichtig) eine Veranstaltung “Einführung in die Permakultur” organisiert. Hier meine Mitschrift:

WAS IST PERMAKULTUR?
Permakultur ist nicht eine Liste an Gestaltungselemente für den Hausgarten oder die Landwirtschaft. Sie ist viel mehr. Sie ist ein System, das Elemente der Gestaltung wie Teiche und Kräuterspiralen nutzt. Diese Elemente werden mit ihren Wechselwirkungen und Zusammenhängen zu einem ganzen gefügt, wobei die Natur als Vorbild dient.

Neben dem Lehrmeister Natur greift die Permakultur (permanent agriculture oder moderner permanent culture) auf traditionelles Wissen zurück, bedient sich aber gleichzeitig neuer Erkenntnisse und Technologien, die das System unterstützen.

DIE ETHIK
Als umfassendes System hat die Permakultur auch eine Ethik formuliert, die man wie folgt zusammenfassen kann:
SORGE FÜR DIE ERDE
SORGE FÜR DEN MENSCHEN
TEILE GERECHT
UND BEGRENZE DAS WACHSTUM
(O-Ton: Es gibt auch in der Natur unbegrenztes Wachstum, allerdings heißt es da Krebs.)

- Ausdrücklich wir die eigene Verantwortlichkeit unterstrichen.
- Niemand und nichts ist Schuld. (Wir neigen gerne dazu.)
- In der Permakultur ist aber das Problem Teil der Lösung.
- Die Planung seiner Umwelt mit den Gestaltungsprinzipien der Permakultur steht am Anfang des Schaffens.

Permakultur denkt in Kreisläufen und hat somit auch ein anderes Verhältnis zu Konsumgütern. Für sie gibt es die 5 Rs:
1. refuse – vermeide
2. reduce – reduziere
3. reuse – verwende es wieder
4. repair – repariere
5. recycle – verwerte es wieder

DIE PLANUNG
Die naturorientierte Planung des Umfeldes mit einer Blickrichtung auf möglichs effizientes Arbeiten steht am Anfang jeder Permakulturtätigkeit.
1. Der Bestand
Eine genaue Beobachtung ist nötig: wo steht das Haus, wo ist wasser, wie lange ist Sonne, gibt es sumpfige Stellen
2. Planung
Einteilung des Umfeldes in Zonen:
Zone 1: wo man sich sehr oft aufhält (täglich)
Zone 2: wo man sich seltener aufhält (wöchentlich)

Zone x: Wildzone (Ruhezone mit zB Todholzhaufen)
(Planungsbeispiel:
http://permakultur.wordpress.com/planung/planungsbeispiel-fur-einen-hausgarten/)
3. Anlage der Gestaltungsprinzipien
Die Permakultur bietet viele Elemente zur Gestaltung an:
- Kräuterspirale
- Hochbeete
- Hügelbeete
- Kraterbeete
- Trockenmauern
- Teiche
- hühnerbeheiztes Gewächshaus
- Mulchen
- usw.

DIE GESTALTUNGSPRINZIPIEN

Wichtig ist, dass diese Prinzipien niemals isoliert gesehen werden. Daneben müssen sie auch mehrere Funktionen übernehmen. ZB Mulchen – Mulchen ist arbeitssparend, man hat mehr Wasserspeicher und Futter für Lebewesen Kräuterspiralen sind ein guter Platz um auf kleinem Raum Kräuter anzupflanzen. Sie sind durch ihre Mauern und Steine ein Lebensraum für Tiere und sie bieten Randzonen.

Das flache Beet wie wir es aus Hausgärten kennen wird in der Permakultur durch Hoch- und Hügelbeete ersetzt. Durch das Einarbeiten von Holz und Zweigen finden im Beetinneren Verrottungsprozesse statt, die Wärme an die oberen Erdschichten abgeben und so heizen und das Wachstum begünstigen.
http://www.biologiedidaktik.at/pflanzen/hochbeet.html
http://www.haus.de/PH2D/ph2d.htm?snr=4737&snr2=4736

Die Permakultur nützt und fördert Randeffekte, da Ränder die Zonen mit der größten Effektivität in der Natur sind. Ein gutes Beispiel für diese Randeffekte ist ein Schlüssellochbeet: wir neigen zu 4-eckigen Beeten, die auch viel Weg benötigen. Schlüssellochbeete sind rund und werden von der Mitte aus bearbeitet.
Bsp: http://www.cityfarmer.info/2008/08/06/a-keyhole-garden-for-households-in-africa/

Eine große Aufmerksamkeit liegt auch darin, biologische Helfer nicht auszusperren sondern effektiv einzusetzen:
a) Nutztiere: mit Hühnertraktoren oder mobilen Ställen für Schweine werden die Nutztiere dazu eingesetzt den Boden umzugraben und zu düngen:
sucht unter Google/Bilder nach chicken tractor, dann ist euch das Prinzip schnell klar.
Hühnerbeheizte Gewächshäuser nutzen die Abwärme der Tiere, um das angrenzende Gewächshaus mitzuheizen.
http://selbstversorgerforum.de/viewtopic.php?t=627

b) Wildtiere: Mit Wildbienenhotels werden die nützlichen Bestäuberinnen angelockt:
http://www.naturkosmetik.l-seifert.de/wildbienenhotel.php
Mit Benjeshecken und Todholzhaufen werden Vögel, die wichtige Samenverbreiter sind angelockt.
In Trockenmauern und Wildsträucherhecken finden allerlei Nützlinge Platz, die man zur Samenverbreitung oder Schädlingsbekämpfung einsetzen kann.

c) biologische Helferlein:
Leguminosen führen dem Boden Stickstoff zu.
Blumen sind Bienenweiden.
Pflanzen können zu Jauchen angesetzt werden.
Einige Pflanzen können direkt in der Schädlingsbekämpfung eingesetzt werden.

Es ist auch wichtig die einzelnen Mikroklimata zu verstehen und zu nutzen: Komposthaufen, Steine, Ränder

Der Einbau von Sonnenfallen wie Teichen oder Steinmauern ermöglicht den Anbau von Pflanzen, die normalerweise in unseren Breiten nicht wachsen.

Die Anlage von Trocken- und Feuchtbiotopen ist sehr wichtig. Vertikale Strukturen werden durch Spalierobst etc. genutzt.

WEIT ÜBER DEN GARTEN HINAUS
Die Permakultur beschäftigt sich natürlich bei ihrer Planung des menschlichen Umfeldes nicht nur mit dem Garten oder der Landwirtschaft, auch andere Dinge fließen in die Umwelt ein:
- Außenanlagen für Energieautarkheit zB
a) Außenküchen mit Lehmbacköfen
b) Solardörrer
- Alternative Bauformen mit natürlichen Materialien wie
zB Cordwood
- Das Aktivieren alter Handwerkstechniken
- Kenntnisse der Wildpflanzen
- Vermehrung von Saatgut
- Vermehrung von Tieren

Wichtig ist auch noch der Aspekt des Teilens und des Schaffens neuer Formen des gemeinsamen Wirtschaftens:
- Einkaufsgemeinschaften
- Erzeuger-Verbrauchergruppen
- Gemeinschaftsinitiativen
- Öko-Dörfer
- Tauschkreise
- Komplementärwährungen
- CSA (Konsumenten beauftragen Bauern, Land für Selbstanbau, gemeinsamer Ackerbau, Märkte und Gemüsekisten, interkulturelle Gärten)

Weiterführende Literatur:

Die Bibel der Permakultur:
Handbuch der Permakultur – Bill Mollison
ISBN 978-3-200-01258-5

Gutes Permakultur-Buch für Gartler
Permakultur Gärten sind anders – Ortner/Zachl

Schöne HP mit einem sehr anregenden Film:
http://www.permakulturwerkstatt.net/permakultur_005.htm

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Feb
21
2011
3

Lesetipps: Gefräßigmacher Glutamat | Selbstmorde trotz „grünem“ Apfel | Selbstversorgung: bloß nicht zu streng sein

the_cheapest_lunchNa Mensch, das Schimpfen auf Industriefraß wird ja in meinem Blog fast schon zum Standardritual – aber da ich denke, dass es durchaus auch in meinen Themenkreis von Konsumkritik etc. hineinpasst. bleibe ich auch an diesem Thema dran. Heute möchte ich Euch wieder einen aufklärerischen Artikel ans Herz legen, der sich mit einer Zutat befasst, die uns in vielen Massenprodukten entgegenlacht – Glutamat (das sich heutzutage gerne hinter der Bezeichnung „Hefeextrakt“ versteckt, siehe auch Stiftung Warentest aus dem Jahre 2008). Schon seit langem weiß man eigentlich, dass dieser Zusatzstoff nicht gerade gesund ist (er steht z.B. in Verdacht, Nervenzellen anzugreifen / abzutöten). Dass er auch „Fressflashs“ auslöst und so dazu führt, dass wir viel mehr essen, als eigentlich gut für uns ist, beschreibt der schon etwas ältere Artikel „Gefräßig-Macher Glutamat“ in der Umweltzeitschrift Zeo2.
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Feb
15
2011
2

Klimaforscher will globale Konsumziele für die Reichen

© speedy2, stock.xchng

Diese Pressemitteilung des Rats für Nachhaltige Entwicklung flatterte gerade auf meinen virtuellen Schreibtisch – der Titel hat mich auf jeden Fall bewogen, mir die Meldung einmal anzuschauen: „Klimaforscher will globale Konsumziele für die Reichen“. Interessant ist an dem Text vor allem, dass sich offenbar die Erkenntnis, dass unser Konsumniveau, das wir in der westlichen Welt zelebrieren, alles andere als langfristig haltbar ist. Und dass man eben neben der Wirtschaft auch den Konsumenten selbst dazu bewegen muss, von der Konsumfixierung wegzukommen. Ob dies durch ein diktatorisch erscheinendes, global verabschiedetes „Konsumziel“ geht, wage ich ja zu bezweifeln – zum einen, weil die meisten anderen solcher weltweiten Abkommen auch oft genug scheitern, und zum andern, weil mir der Ansatz der Verordnung von oben nicht behagt.

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Nov
10
2010
0

Die Transition-Konferenz in Hannover

Wer darauf hofft, dass die Politiker in Berlin irgendwelche ernstzunehmenden Schritte in Richtung Selbstversorgung, lebenswerte Zukunft und Nachhaltigkeit für die Gesellschaft untenehmen werden, kann vermutlich lange warten, wie man an den katastrophalen Entscheidungen der letzten Jahre & Jahrzehnte sieht. Aus diesem Grunde hat sich seit einigen Jahre in mehreren Ländern die sog. Transition Town-Bewegung gebildet, über die ich hier im Blog ja auch schon berichtete (HIER) und die die Bürger aktivieren will, selbst etwas vor Ort zu unernehmen. Noch mal kurz rekapituliert bzw. aus Wikipedia zitiert, worum es bei den Transition Towns geht:

Im Rahmen des Transition Town Movement (etwa “Bewegung für eine Stadt des Übergangs/Wandels”) proben seit 2006 Umwelt- und Nachhaltigkeitsinitiativen in vielen Städten und Gemeinden der Welt den geplanten Übergang in eine postfossile, relokalisierte Wirtschaft. Die Bewegung, initiiert von dem irischen Permakulturalisten Rob Hopkins, lässt sich dem v.a. in den USA weit verbreiteten Gedanken des “Eco-Communalism” zuordnen, einer Umweltphilosophie, die angesichts schwindender Rohstoffe und negativer ökologischer Auswirkungen der Globalisierung die Idee des “einfachen Lebens”, der Regional- bzw. lokalen Wirtschaft sowie der Nachhaltigkeit und der wirtschaftlichen Selbstversorgung propagiert. Eine wichtige Rolle spielen auch die Gestaltungsprinzipien der Permakultur, die es insbesondere landwirtschaftlichen, aber auch allgemein-gesellschaftlichen Systemen ermöglichen sollen, so effizient und energiesparend zu funktionieren wie ein natürliches Ökosystem.

Auch in Deutschland gibt es immer mehr solche Initiativen, die natürlich meist noch am Anfang stehen. Um für eine größere Vernetzung und einen Informationsaustausch zu sorgen, wird vom 19.–21.11. in Hannover die erste Transiton Konferenz stattfinden. Auf der Website der Konferenz könnt Ihr Euch ausführlicher informieren, hier ein kurzer Überblick:

Allgemeines:

Die erste deutschsprachige Transition-Konferenz findet vom 19.-21.11.2010 in Hannover statt. Eingeladen sind alle, die sich der Transition-Bewegung verbunden fühlen und selbst zum Wandel in Deutschland, der Schweiz, Österreich und den Benelux-Ländern beitragen möchten.

Erfolgreiche Transition-Initiativen werden ihre Erfahrungen teilen; zahlreiche Fachvorträge und -Workshops zu allen Themenbereichen des Energie- und Kulturwandels sind geplant.

Wir wollen uns vernetzen und gemeinsam erforschen, was Transition im deutschsprachigen Raum sein kann und sein sollte. Wir möchten zusammen diskutieren, lernen und lachen, tanzen und feiern.

Wann, wo, was?

- 19.11., 14 Uhr bis 21.11., 16 Uhr;

- Stadtteilzentrum KroKuS, Hannover-Kronsberg;

- Es ist Platz für 150 – max. 200 Teilnehmer/innen

Die Konferenz findet parallel zu den zeitgleichen Transition-Konferenzen in Schottland (Thema “Broadening”) und Brasilien statt; mit denen wir uns thematisch verlinken werden.

Programm:

Die Konferenz lebt vom Engagement ihrer Teilnehmer! Jeder kann, darf und sollte etwas beitragen, um die Konferenz zu einem echten Ereignis werden zu lassen. Wir haben viel voneinander zu lernen, also lasst uns miteinander in Austausch treten!
Zu unterschiedlichsten Themen wird es Diskussionen und Vorträge, World Cafés und Open Spaces geben.
Details zum Programm finden sich hier:

http://www.transition-initiativen.de/page/konferenz-programm

Das Drumherum:
Damit das leibliche Wohl nicht zu kurz kommt, werden wir insgesamt dreimal (Samstagmittags und -abends, Sonntagmittags) mit vegetarischer Biokost von regionalen Erzeugern versorgt.

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Sep
28
2010
0

Detroit: Gemüse statt Autos

Die Wirtschaftskrise hat so manche festgefahrene Struktur ins Wanken gebracht. Detroit, früher Hochburg der Autoindustrie und nicht erst seit der Finanzkrise auf dem absteigenden Ast, verliert rasant an Einwohnern – und diese stemmen sich mit neuen Methoden gegen diesen Abwärtsstrudel. Arte berichtete unlängst in ihrer Reportage „Detroit – Gemüse statt Autos“ über die wiedergefundene Lust der dortigen Menschen an der Selbstversorgung – vielleicht ja mal ein US-Trend, den in Europa zu übernehmen sich ausnahmsweise mal lohnen könnte. Schaut Euch den Beitrag möglichst bald an, da man ja leider nicht mehr wissen kann, wie lange diese Inhalte noch im Netz zu sehen sind! [via Projekt Life]

Ungenutzte Parkplätze, alte Industriezonen, vernachlässigte Hausgärten: Den neuen Biobauern von Detroit ist es völlig gleich, wo sie neue Anbauflächen schaffen. Ihre Stadt soll grüner werden, nicht weil es schöner aussieht, sondern damit die Einwohner ihr eigenes Obst und Gemüse auf dem Teller haben.

Schon vor der Wirtschaftskrise war Detroit, Stadt des amerikanischen „Rust Belt“, keine reiche Stadt. Seit aber die Autobauer bankrott gehen, die Zulieferer ihre Fabriken schließen und die Immobilienkrise die Menschen massenhaft aus ihren Häusern warf, hat sich die Lage verschärft. Die Schlangen vor den Suppenküchen werden immer länger. Zehntausende haben keinen Job mehr.

Auch für diese Arbeitslosen sind die die „Urban Farmer“, die Stadt-Bauern, eine Hoffnung. Anstatt die Hand aufzuhalten, pflanzen sie lieber Tomaten an. Das Projekt schafft Jobs und macht die Stadt unabhängiger. Bis zu 15% des Obstes und Gemüses der Stadt kommen schon von den neuen Feldern der Stadt-Bauern. Einer der Aktivisten ist Greg Willer. Er will Schluss machen mit der Abhängigkeit vom Industrie-Essen. Bisher arbeiten die Bauern mit bescheidenen Mitteln, doch ihr Erfolg lockt Investoren an. John Hantz zum Beispiel will 30 Millionen Doller in die Gründung eines städtischen Handelsbetrieb stecken.

Unsere Reporter haben die neuen Biobauern getroffen und dabei neben Althippies und Biopionieren auch coole Teenager entdeckt, die statt auf der Straße rumzuhängen, nun zur Harke greifen.

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Sep
10
2010
7

Surftipp: Mundraub – Freies Obst für freie Bürger

Bevor der Herbst mit voller Wucht über uns hereinbricht, möchte ich Euch doch noch diesen feinen Surftipp ans Herz legen – die Website Mundraub bietet eine Übersicht über freie, nicht bewirtschaftete Obstbäume, deren Früchte normalerweise unbemerkt verrotten, während sich die Menschen für viel Geld im Supermarkt abgepacktes Obst kaufen. Da der Traum der Selbstversorgung für viele Menschen hierzulande schwer verwirklichbar ist, ist es doch schön, auf diese Weise wenigstens einen kleinen Teil seines Lebensmittelbedarfs dekcen zu können. Alles weitere erzählen die Initiatoren des sehr löblichen Projekts auf ihrer Site:

Wir möchten, dass kein herrenloses Obst mehr am Baum verrottet und machen deshalb Mundraub salonfähig.

Wir wissen, dass jedes Jahr herrliche Früchte an zigtausenden von herrenlosen oder vergessenen Obstbäumen an Landstraßen, in verlassenen Gärten oder auf Grundstücken von Menschen mit wenig Zeit verderben. Oft handelt es sich dabei um sehr kostbare alte Sorten. Und das in unserer nächsten Umgebung.

Wir haben uns deshalb überlegt, wie ihr dem Rest der Welt über diese kostbaren Ressourcen berichten könnt. Die Initiative mundraub.org bietet euch eine Plattform, wilde oder herrenlose Obstbäume zum Abernten in der MundraubMap zu taggen, um sie anderen Menschen ins Bewusstsein zu bringen. Gratis, als euer Geschenk und als Geschenk der Natur. Wenn Ihr was zurück schenken wollt so werdet Ihr in der nächsten Version Informationen zu Aktionen finden, an denen Ihr Euch beteiligen könnt – oder die Ihr vielleicht selbst organisiert!

Wir sind uns bewusst, dass vermeintlich herrenlose Bäume – wie zum Beispiel an einer verlassenen Landstraße – jemandem gehören könnten. Ob Bund, Land oder Privatperson – wir wollen nicht zum Diebstahl animieren! Mit dem Wachsen der Plattform werden wir uns gemeinsam darum kümmern, dass die Besitzer ihre Bäume für alle sichtbar freigeben. Damit ihr ohne schlechtes Gewissen nach Herzenslust mundrauben könnt. Dazu bitten wir alle – Besitzer, Mundräuber, Anwohner – Missbrauch vorzubeugen. Damit die Schätze gebraucht und nicht missbraucht werden.

Wir hoffen, dass ihr die Schätze vor eurer Haustür wieder entdeckt und dass ihr für Bioäpfel und Ökokirschen aus Übersee, zumindest zwischen Juli und November, bald nur noch ein weises Schmunzeln übrig habt…

Wahre Mundräuber…

1. gehen behutsam mit den Bäumen, der umgebenden Natur und den dort lebenden Tieren um
2. lassen beim leisesten Zweifel über die Freigabe eines Baumes die Finger von den Früchtchen,
3. und haben Freude daran, dem fruchtigen Ort etwas zurückzuschenken – sei es einfach durch ein gutes Gespräch rund um kostbares Obst, einen Besuch im nahegelegenen Hofladen oder Café oder sogar durch ein Engagement bei der Pflege von Obstbäumen.

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Okt
31
2009
15

Konzerne vertreiben, Teil 2: Island ist McDonald’s-frei

mcdoof3Nach der schönen Aktion in den Niederlande, wo erboste Sparer eine Bank aus Protest gegen deren Geschäftsgebaren in den Ruin getrieben haben, gibt es einen weiteren netten Rückschlag für Konzerne zu berichten – Island ist seit diesem Monat McDonald’s-frei. Wenngleich auch nicht unbedingt nur aus innerem, freien Antrieb und tieferer Erkenntnis, sondern als Folge der durch die Abwertung der isländischen Währung immer teureren Fleisch- und Zutatenimporte, aber immerhin: ein weißer Fleck auf der Weltkarte des Burgerimperiums. Mehr dazu in „Hier beginnt die Burger-freie Zone“ in der Berliner Zeitung (Danke an Erik von bleib passiv! für den Tipp):

(…) Mit Fastfood hingegen haben die Isländer jetzt offiziell abgeschlossen. Die Finanzkrise hat sie schlimm gebeutelt. Sie sind Schuldsklaven geworden, ihre Häuser und Autos sind verpfändet, die Jugend verlässt die Insel auf der Suche nach einem besseren Leben. (…)

Man müsse sich nach Jahren des Größenwahns wieder auf heimische Werte besinnen, lautet die Lehre aus der Krise in Island. Fleisch, Gemüse, Molkereiwaren und Brot will Ögmundsson künftig auf der Insel besorgen, so sein Essen künftig billiger anbieten als Importburger und gleichzeitig ein Dutzend neue Jobs schaffen.

So könnte der Abzug des Weltkonzerns zu einer heimischen Erfolgsgeschichte werden. (…)

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