Dez
01
2010
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Regionale Währungen: Das Geld im Dorf lassen

Während das internationale Währungssystem in seinen Fugen ächzt und die Zinsbelastung des „normalen“ Geldes die Menschen im Hamsterrad immer weiter voran (und dem Abgrund entgegen) treibt, existiert mit dem Konzept des Regionalgeldes bereits seit den 20er Jahren des 20. Jahrhunderts eine mögliche oder doch zumindest Ergänzung zum bisherigen Geldsystem. Die taz befasste sich neulich in ihrem interessanten Artikel „Das Geld im Dorf lassen“ mit den praktischen Umsetzungen und Auswirkungen der Regionalwährungen – das als kleiner Lesetipp für heute!

Einkaufen mit Parallelgeld: Im österreichischen Langenegg bezahlt man neben Euro mit „Talenten“. 150 neue Jobs sind in dem 1.100-Seelen-Ort entstanden.

(…) Einen zentralen Anteil daran hat Langeneggs eigene Währung, die die Gemeindevertreter vor zwei Jahren einstimmig eingeführt haben. Die „Talente“-Scheine mit Fotomotiven aus dem Dorf können im Lebensmittelladen, bei der Käserei, im Café, beim Tischler, dem Elektrotechniker, der Kfz-Werkstatt oder beim Frisör eingelöst werden. (…)

(…) „Am Anfang gab es einen Aufschrei: Was, schon wieder eine neue Währung“, berichtet Banker Karl Herburger. Doch er nahm sich viel Zeit, um den Sinn der Sache zu erklären. Schließlich gibt es in fast keinem Dorf von der Größe Langeneggs noch einen Dorfladen.

Erst ab 3.000 bis 5.000 Einwohnern gilt ein Geschäft als rentabel, und auch das nur, wenn der nächste Discounter weit genug weg ist. In Langenegg dagegen verdienen beim Supermarkt „Adeg“ immerhin neun Leute ihr Geld, davon drei Azubis. Und auch das Geldhaus hat drei Angestellte. (…)

(…) „In der Wirtschaftskrise hat unser System deutlich profitiert“, berichtet Rolf Schilling, Vorstandsmitglied im Regiogeldverband und einer der führenden Köpfe in der Vorarlberger Tauschszene, der größten in Europa. Als die Banken auf dem Weltmarkt zu crashen drohten, sprang der Umsatz mit Talenten um 40 Prozent nach oben. (…)

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