Sep
28
2009
3

Was bringt die Zukunft?

Jetzt nach der glorios absolvierten Wahl stellen sich sicher viele Schafe Bürger die Frage, wie denn die Zukunft nun wohl werden werde, zumindest in der kommenden Legislaturperiode (sofern man nach dem Ergebnis nicht eh besser auswandert). Tatsächlich gab es dazu in der letzten quer-Sendung im Bayerischen Fernsehen ein sehr spannendes Interview mit Prof. Harald Welzer: „Was bringt die Zukunft?“. Wenngleich man seine Ausführungen zur Klimaerwärmung so oder so sehen kann (denn dass jegliche Klimaerwärmung nur von Menschen gemacht wird, so als wenn die Erde ein konstantes System wäre, ist ja doch eher fraglich), so machen doch seine Aussagen zum Widerstand gegen die jetzige Parteienbräsigkeit wiederum Mut, sich einzumischen. Zeit zum Aktivwerden, Zeit zum Aufwachen.

Was bringt die Zukunft? Nichts Gutes, sagt der Sozialpsychologe Prof. Harald Welzer. Es sei denn, die Politik lernt endlich umzudenken und sich auf die Anforderungen unserer Zukunft einzustellen.

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Sep
20
2009
5

Die Auferstehung des Kapitalismus – Hintergründe

Quasi im Nachgang zum schönen quer-Beitrag „Die Auferstehung des Kapitalismus“, den ich Anfang der Woche postete, möchte ich Euch noch zwei weitere Beiträge ans Herz legen – zum einen „Opel, Karstadt & Co. – Staatsknete, wer will noch mal? Wer hat noch nicht?“, den quer drei Monate zuvor ausstrahlte und der klar macht, wieso „der Kapitalismus“ scheinbar wieder rund läuft und wie weit es um die angeblich so freie Marktwirtschaft hierzulande so bestellt ist.

Die große Koalition hat Opel gerettet, und schon fragen in Berlin mehr als tausend weitere Unternehmen ebenfalls nach Staatsgeldern. Gespräche mit dem Karstadt-Mutterkonzern Arcandor hat die SPD bereits angekündigt, und auch wenn Kanzlerin Merkel dem Unternehmen wenig Hoffnung macht, scheint in der Großen Koalition das „Helfersyndrom“ regelrecht um sich zu greifen …

Die vom „Helfersyndrom“ befallenen Politiker helfen reflexartig, und zwar auch dann, wenn dabei die „Grenzen des Möglichen außer Acht gelassen werden oder die Hilfe gar nicht sinnvoll ist“.

Genau: wollen die Bürger, die nicht bei Opel oder Karstadt arbeiten, die Hilfsbereitschaft der Regierung überhaupt? Lösungen wie in den USA, wo Barack Obama entgegen dem Trend in Meinungsumfragen General Motors in die Insolvenz gehen lässt, scheinen hierzulande in Wahlkampfzeiten zumindest bei Politikern unpopulär.

Zum anderen befasste sich auch der WDR in der Sendung markt ganz aktuell mit den Vorgängen rund um die (Landes-)Banken „Bad Bank: Deponie für Giftpapiere“ – man kann das, was da geschieht und geschehen ist, wohl ruhigen Gewissens als Skandal und einen Betrug am Bürger bezeichnen. Möglich gemacht durch die herrschende Politik, daran sollte man bei der bevorstehenden Bundestagswahl denken, bevor man irgendwo unbedacht sein Kreuzchen macht. ;-)

Wenn die WestLB also davon spricht, dass die Risiken aus der Bank seien, dann bedeutet das nichts anderes, als dass sie nun bei den Eigentümern sind, in der Hauptsache also beim Land und den Sparkassen. Und das bedeutet, dass letztendlich der Steuerzahler diese Risiken tragen muss – über den Landeshaushalt oder die Sparkassenverbände, die ja in kommunaler Trägerschaft sind, so Professor Thomas Hartmann-Wendels. Laut WestLB sind bisher rund 300 Millionen Euro Verluste angefallen, die der Garantiegeber übernommen hat – also der Steuerzahler.

Wenn die Laufzeiten der Papiere enden, dürften die Verluste viel höher ausfallen. Denn nach wie vor sind die toxischen Papiere kaum verkäuflich, für sie gibt es praktisch keinen Markt. Stimmen unter den Eigentümern rechnen mit mindestens fünf Milliarden Euro Verlust – möglicherweise ist sogar alles weg.

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Sep
14
2009
1

Auferstehung des Kapitalismus

Wen angesichts der Jubelberichterstattungen in den Medien bezüglich des Endes der Krise auch ein merkwürdiges, tendenziell unwohliges Gefühl beschleicht, dem wird der folgende Beitrag des Magazins quer im Bayerischen Fernsehen sicherlich aus der Seele spreche: „Ein Jahr Finanzkrise: Auferstehung des Kapitalismus“. Der satirische Unterton sollte nicht darüber hinweg täuschen, dass die Autoren letztlich völlig recht haben mit ihrer galligen Analyse. Erschütternd, dass die Bürger hierzulande trotzdem weitgehend ruhig und apathisch bleiben angesichts dieser Entwicklung und mit ihren Kreuzchen für die etablierten Parteien signalisieren, dass sie brav alles hinnehmen, was ihnen zugemutet wird. Wenn nicht mal das milliardenschwere Aufbessern der Bankenkassen zu Lasten der Steuerzahler für einen echten Aufschrei sorgt, was dann? Vermutlich eine Preiserhöhung bei Lidl oder der nächste Skandal von Dieter Bohlen…

Vor einem Jahr geriet der Kapitalismus aus den Fugen: Das Finanzsystem stand kurz vor dem Kollaps, eine Wirtschaftskrise ungeahnten Ausmaßes drohte. Sofort kam der Staat zu Hilfe, rettete Banken mit Rettungsschirmen und die gebeutelte Automobilindustrie mit der Abwrackprämie. Und heute? Alles geht weiter wie früher: Der Dax steigt wieder, die Banken sind dank Bürgschaften erst einmal gerettet. Gewinne bleiben privatisiert, Risiken und Verluste werden sozialisiert. Eindeutiger Sieger nach einem Jahr Krise: der Kapitalismus.

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Aug
03
2009
3

Geld ohne Bank – Private Kreditbörsen boomen

Wem bei dem Filmchen über die Banker vor einigen Tagen auch ganz schlecht geworden ist und sich nun fragt, was man dagegen tun kann, dem verschafft vielleicht dies ein wenig Linderung – quer brachte nämlich unlängst einen Beitrag „Geld ohne Bank – Private Kreditbörsen boomen”. Denn das beste ist es doch immer noch, sich von den miesen Methoden der Banken so unabhängig wie nur irgend möglich zu machen und die Geschäfte selbst in die Hand zu nehmen. (Oder wenigstens zu einer Bank mit ethischen Grundsätze zu wechseln, die mit dem Geld keine Kriege, Atomkraft oder Gentechnik finanzieren, wie das bei den „normalen“ Banken der Fall ist.)

Während sich Politiker und Banker noch streiten, ob es eine Kreditklemme gibt oder nicht, haben die Verbraucher längst andere Wege gefunden, um an Geld zu kommen: Ein Gastwirt aus Hauzenberg im Bayerischen Wald, dem seine Bank den Kredit für die dringend notwendige Renovierung verweigerte, lieh sich das Geld bei seinen Gästen. Ebenso unkonventionell wie beliebt sind Internetplattformen, bei denen die Verbraucher sich gegenseitig Geld leihen. In vielen Fällen auch eine interessante Form der Geldanlage. Sind also Privatleute die besseren Banken?

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Feb
02
2009
2

Giftige Papiere und Konsumgesellschaft

Neulich gab es in meiner Lieblingssendung quer (immer wieder erstaunlich, dass so etwas im Bayerischen Fernsehen läuft) wieder einmal ein kleines, feines Highlight zu bewundern – der Sozialpsychologe Prof. Harald Welzer war zu Gast und unterhielt sich mit Moderator Christoph Süß über die Finanzkrise, über die Folgen, aber auch die Gründe sowie unsere „Kultur des Konsums und der Verschwendung“ und das alles verschlingende Wirtschaftswachstumspostulat, die er (wie ich denke: vollkommen richtiger Weise) als grundlegendes systemisches Problem begreift. Absolut sehenswert!

Banken vor neuen Milliardenlöchern: Was sagt ein Experte zur Finanzkrise?

Deutschlands Geldinstitute horten noch Unmengen von faulen Wertpapieren, die längst nicht abgeschrieben sind. Wenn diese Giftpapiere platzen, dann droht der nächste Bankencrash.

bild-3(Auf das Bild klicken, um den Film zu starten)

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Dez
06
2008
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Werbung gegen Realität, Teil 6: Die Deutsche Post

Die Werbespötte der Deutschen Post, in der eine Vielzahl von Briefträgern, zu Lande und zu Luft, unterwegs ist, um einen einzigen Brief zu Kunden zu bringen, dudelten lange genug durch die Fernsehkanäle (ich will das hier nicht verlinken, aber wer bei Youtube „Deutsche Post“ und „die Post ist da“ eintippt, wird schnell fündig). Wie meistens (immer?) bei so großangelegten Imagekampagnen sieht die Wirklichkeit leider anders aus, als die Marketingnasen das in ihrer Reklame darstellen. Aber das Für-dumm-Verkaufen der Zuschauer und Kunden gehört natürlich zum alltäglichen Geschäft der Werbeindustrie. Das sehr sehenswerte Polit-/Satiremagazin quer auf Bayern 3 schaute in seiner jüngsten Ausgabe mal hinter die Kulissen und klärt auf, wieso in Unterhaching und sonstwo in der Republik, Briefkästen immer öfter tagelang leer bleiben.

Der Beruf des Briefträgers ist nicht mehr das, was er einmal war. Während früher ein Tratsch am Gartenzaun oder wenigstens ein paar freundliche Worte möglich waren, muss jetzt im Akkord zugestellt werden. 16.000 Stellen hat die Post eingespart. Die Folge für die Bürger: Ihre Briefe kommen immer später an. Zudem klagen die Postboten oft über Stress, nicht zu bewältigende Briefmengen und schlechte Bezahlung. Die Fälle von Frühverrentung nehmen zu. Gerade in der Vorweihnachtszeit bangt nun so mancher Kunde, dass sein Päckchen nicht mehr rechtzeitig ankommt.

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