Mrz
10
2011
1

Suchanfragen des Monats – McDonald’s, Nestlé, Katzenfutter und Billigfleisch

Es wird mal wieder Zeit für einen kleinen Blick auf die interessantesten (oder sonderbarsten) Suchanfragen, die einige Besucher auf meinen Blog geführt haben – und damit die Fragen nicht ungeklärt im freien Raum stehen bleiben müssen, auch gleich meine Antworten dazu:

„wo wird das essen von mcdonalds erzeugt“

Naja, wenn man den Reklamespots des Konzerns glauben darf, ist alles bestens, quasi direkt vom deutschen Kleinbauernhof um die Ecke. Die Realität sieht leider doch oft anders aus, siehe auch den Markt-Beitrag „Dem Hamburger auf der Spur“.

„mcdonald’s kindergeburtstag“

Ach nein, bitte nicht! Tut Euren Kindern lieber was Gutes und veranstaltet selbst was, also sie in genormten Plastikambiente Plastikfood essen zu lassen!

„wie betrifft mich die globalisierung“

Diese Frage bedarf eigentlich eines eigenen Artikels, wenn nicht gar eines kompletten Buches. Aber kurz gesagt betrifft JEDEN von uns hierzulande die sog. „Globalisierung“, sowohl im Positiven (viele Waren sind für unsereins günstig, weil in ärmeren Ländern Menschen dafür schuften; viele Reisebschränkungen sind gefallen) wie auch im Negativen (Umweltverschmutzung, Arbeitsplatzabbau im Inland, einseitige Exportorientierung der Wirtschaft zu Lasten einer Selbstversorgung usw. usf.). Wenn die derzeitige Form der Globalisierung, also der neoliberale Kurs des ewigen Wirtschaftswachstums und Konsums, weitergeführt wird, werden wir am Ende alle Verlierer sein…

„nestlé macht durch nahrung rezession“

Also das ist mal ein interessanter Gedanke … dem ich allerdings nicht so ganz folgen kann. Nicht, dass ich Nestlé gegenüber positiv eingestellt wäre, und sicherlich richtet der Konzern durch sein Treiben in vielen Regionen der Welt auch genug Schäden an (z.B. durch die Wasserprivatisierung, das Vorantreiben der Genforschung, durch den Einsatz billiger Rohstoffe etc.), aber ob das nun gleich zu einer Rezession führt, hm. Wer mehr weiß, darf mich gerne aufklären. :-)

„wer trägt die kosten für billigfleisch“

Tja, die trägt am Ende die Gesellschaft, wie generell bei Billigprodukten (Discounter etc.). Von der miesen Behandlung der Tiere angefangen über den unnötig gesteigerten Fleischkonsum (weil’s ja soooo schön billig ist), den Ressourcenverbrauch für Futtermittel (Soja aus Südamerika), die Energie- und Wasserverschwendung bei der Fleisch„produktion“ bis hin zum Verbraucher, der bei besonders billigem Fleisch eben auch die entsprechend minderwertige Ware enthält, die – die Lebensmittelskandale der vergangenen Jahre sprechen da ja Bände – am Ende sogar zur Gefahr für die eigene Gesundheit werden. Also wenn schon Fleisch, dann besser Qualität (Bio). Oder gleich was anderes essen – ich empfehle Seitan.

„was ist in katzenfutter drin“

Glaubt man der Reklame, dann natürlich nur das Beste! Gesunde Zutaten, schonend verarbeitet, damit das Haustier gesund und froh durchs Leben tollen kann. In der Welt der realen Welt lesen sich die Zutatenlisten dummerweise doch etwas anders – Schlachtabfälle, Geschmacksverstärker, Zucker. Deswegen: „Katzen würden kein Whiskas kaufen“!

„bio bessere arbeitsumstände“

Kommt drauf an, was man darunter versteht. Leider garantiert ein Bioladen nicht zwingend für gute Arbeitsbedingungen und auch beim Anbau kann so manches schief gehen. Aber zumindest wird mit weniger Giftstoffen hantiert etc., und bei manchen Anbauverbänden (Demeter, Bioland) wird auch Wert auf die sozialen Komponenten gelegt. Ob der Trend zum Massen-EU-Bio da förderlich ist, sei mal dahingestellt…

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Jan
23
2011
1

Kartell des Schweigens: der Biosprit-Wahnsinn; und die Sojarepublik Paraguay


„Biosprit“, das klingt doch irgendwie toll. So ökologisch, so nachhaltig, so sinnvoll. Und danach, dass man einfach weiterhin dem ungehemmten Autogenuss frönen kann, ohne dass man etwas ändern muss – einfach Biosprit und in den Tank und alles wird gut. Ist der Gedanke wirklich so abwegig? Treibstoff aus nachwachsenden Rohstoffen, das ist doch genau das, was die Menschheit immer gesucht hat – Unabhängigkeit von Öl und Benzin und damit auch Unabhängigkeit von den Drohpotentialen der ölexportierenden Länder. Mit der Einführung des E10-Kraftstoffs durch die Bundesregierung wird dieser Plan auch weiter vorangetrieben – zum Vorteil von uns allen?
(Diesen Beitrag weiterlesen…)

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Mai
31
2010
8

Der Preis ist billig, aber das Fleisch ist schwach

ster-heft_22_2010_300Großartiger Titel für einen Podcast, oder? „Der Preis ist billig, aber das Fleisch ist schwach“, von Michael Streck und Stephan Draf. Tatsächlich handelt es sich hierbei um einen Teil der Titelgeschichte des Stern (!) „Esst weniger Fleisch! Was der Massenkonsum in Deutschland anrichtet“, der sich also in seiner aktuellen Ausgabe (vom 27. Mai 2010) kritisch mit der industriellen Fleischproduktion und seinen Folgen für Welt und Gesellschaft auseinandersetzt. Eigentlich sollte es jedem, der nicht komplett ignorant mit Scheuklappen durchs Leben läuft, klar sein, dass Fleisch beim Discounter oder in Billigimbissen nichts taugt und zudem unter skandalösen Zuständen hergestellt wird (NOCH skandalöser als sowieso schon). Vegetarismus ist eine echte Alternative.

Wir essen jeden Tag Rind, Huhn und Schwein. Weil sie kaum etwas kosten. Scheinbar.
In Wahrheit ist der Preis gewaltig. Menschen, Tiere und Umwelt zahlen teuer für diese Unersättlichkeit. Es ist Zeit umzukehren.

>> hier gibt es den Podcast als mp3 zum kostenlosen Herunterladen

Die Albert Schweitzer-Stiftung wies zudem dieser Tage auf erschütternde Recherchen der Tierrechtsorganisation Mercy for Animals hin, die in den USA in einem Betrieb in Ohio nachgeforscht und mit versteckter Kamera die Grausamkeiten gefilmt hat, die den Tieren dort tagtäglich angetan werden – „‘Milchviehhaltung’ undercover“:

[...] Dazu zählen unzählige Schläge und Tritte gegen Köpfe, Körper und Euter, Stiche mit der Mistgabel und das Verdrehen von Schwänzen, bis diese mehrfach brechen. Mitarbeiter des Betriebs geben außerdem vor der versteckten Kamera damit an, Kühe und Kälber auf diese Weise malträtiert zu haben, bis sie nur  noch stöhnende Laute von sich geben konnten oder sogar gestorben sind.

Auch wenn es angesichts der Grausamkeiten schwer fällt, wollen wir hier vor allem die strategische Bedeutung des Videos beleuchten: Ohio ist der wichtigste Staat der US-Massentierhalter, und Tierschutzorganisationen sind gerade dabei, eine Volksabstimmung über die Einführung von Tierschutz-Mindeststandards ins Leben zu rufen. Die Agrarindustrie hat bereits jetzt einen zweistelligen Millionenbetrag organisiert, um die Öffentlichkeit davon zu überzeugen, dass Tierschutzgesetze unnötig sind, weil sich die Industrie am besten selbst kontrolliert.

Durch die Veröffentlichung des Undercover-Videos, das voraussichtlich von mehreren Nachrichtensendern aufgegriffen werden wird, sinken die Chancen der Massentierhalter, mit ihrer Millionen-Kampagne Erfolg zu haben, gewaltig. [...]

Wer ganz hartgesotten ist und dies selbst sehen will, kann das Video HIER finden (Vorsicht, das Video startet sofort!) – die Albert Schweitzer-Stiftung warnt jedenfalls vor der Betrachtung des Films wegen zu schrecklicher Bilder… Mit welcher Berechtigung sich der Mensch für die „Krone der Schöpfung“ hält, ist angesichts solcher Zustände nicht nachzuvollziehen.

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