Sep
15
2013
7

Keine BILD-„Zeitung“ am 21.9.

Fast hätte ich vergessen, darauf hinzuweisen – die BILD-„Zeitung“ plant ja, wie vor einiger Zeit schon mal, pünktlich vor der Bundestagswahl ihre Propaganda kostenlos an alle Haushalte zu versenden. Wer also möchte, dass der Müll draußen bleibt, sollte dies durch einen entsprechenden Aufkleber am Briefkasten vermerken. Vorlagen zum Ausdrucken oder kostenlose Aufkleber gibt es z.B. von Innup HIER.

Nachdem der Axel-Springer-Verlag bereits im letzten Jahr eine Sonderausgabe des Boulevardblattes „Bild“ unaufgefordert an mehr als 40 Millionen Haushalte in Deutschland verschickt hat, plant dieser eine erneute kostenlose Ausgabe zur Bundestagswahl an alle Haushalte zu versenden. Diese soll am 21. September 2013 in den Briefkästen liegen. Offiziell dient die Sonderausgabe einzig der Steigerung der Wahlbeteiligung, welche bei der letzten Wahl im Jahr 2009 ein Rekordtief mit einer Beteiligung von nur 70% hatte.

Das Ziel dieser Kampagne hat somit prinzipiell eine positive Ausrichtung. Doch wir finden, dass die Bildzeitung ganz sicher nicht das richtige Medium für eine solche Kampagne ist. Als bundesweite Boulevardzeitung nimmt die Bild Zeitung eine klare Monopolstellung ein und ist bekannt für besonders reißerische, meinungsmachende und dabei nicht selten rechtspopulistische Berichterstattung.

Ob man das Pluralismus unterdrückende und hetzerische Blatt in seinem Postkasten haben möchte, steht gar nicht zur Debatte. Wir sagen zur Aktion „BILD ZUR WAHL“ ganz klar „NEIN DANKE“! Wir sind gegen eine monopolistische Berichterstattung, gegen manipulative Artikel und gegen reißerischen Boulevardjournalismus! Besonders wenn diese Meinungsmache einen Tag vor der Bundestagswahl stattfindet.

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Jul
27
2012
2

Lagerfeld zündet Autos an – und weitere Adbusts

Ich hatte Euch ja vorletzte Woche noch einen weiteren Beitrag zum Thema Adbusting versprochen – hier ist er nun, mit einigen (halbwegs) aktuellen Beispielen aus der weiten Welt des Widerstands gegen den Reklameunsinn. Beginnen möchte ich mit einem schönen Werk aus Berlin, bei dem eine der vielen sinnfreien Autoreklameplakate dran glauben musste – „Adbusting: Lagerfeld fackelt Autos ab“, wie bigberlinbullshit berichtet:

Autoabfackeln genial gemacht: Teile des Großflächenplakats ausgeschnitten und abgelöst und dann versetzt wieder draufgeklebt. Dazu ein bisschen Rauch mit Sprühdose. Und wunderschön: Karl Lagerfeld mit Molotov-Cocktail. So gerade gesehen in Berlin-Prenzlauerberg.

Und gleich nochmal Berlin – ein feines BILD-Busting – „Bildzeitung Adbusting“:

Fotokiosk Hamburg präsentiert uns ein gelungenes Werk, das sich gegen American Apparel richtet; der blutige Zombie-Look des Models sieht schön gruselig aus – „Adbusting Hamburg“:

Adbusting ist die Verfremdung von Außenwerbung im öffentlichen Raum. Dabei werden meist Werbeplakate wie hier an der Hamburger S-Bahn-Station Sternschanze vom Künstler Lobo so umgestaltet, dass sich eine neue, in der Regel konsum- und markenkritische Botschaft ergibt. Oft reicht eine kleine aber ausdruckskräftige Veränderung an bekannten Slogans, Logos und Werbekampagnen, um die Botschaft ins rechte Licht zu rücken.
Werbung ist überall. Durch Adbusting-Aktionen wird beklagt, dass es kaum noch Lebensbereiche gibt, in denen man sich Werbung entziehen könne. Diese Werbebotschaften spielen uns ein bestimmtes Leben vor und diktieren, auf dem Weg zur Arbeit, am Wochenende, im Urlaub, was wir kaufen müssen, um glücklich zu sein. Eine Message hinter den Aktionen lautet daher stets: ‚Werbung lügt!‘
Das Faszinierende am Adbusting ist, das es wirkt. Hier werden vor allem Großkonzerne mit ihren eigenen markenpolitischen Waffen geschlagen. Werbung, die bereits teuer von ihnen entwickelt und umgesetzt wurde, kann man mittels Adbusting einfach, kreativ, ausdrucksstark und vor allem kostengünstig verändern.

Stenographique liefert uns gleich einen kompletten Artikel mit mehreren Adbustings, u.a. auch hier schon genannten – „Kreativität vs. Kommerz: Adbusting erobert die Innenstädte“:

(…) Wenn sie wenigstens kreativ, lustig oder ästhetisch wäre… Doch die meisten werbetreibenden Unternehmen setzen bei der Outdoor-Werbung (auch: Out-of-Home-Media) schlicht auf Reichweite in allerfeinster Holzhammer-Manier und brüllen uns mit abstrus-sinnbefreiten Plakaten auf Schritt und Tritt an (“Jetzt NEU! Jetzt KAUFEN”). Doch wie bei jeder Entwicklung gibt es auch bei der Außenwerbung einen Tipping-Point, ab dem das Ausmaß der visuellen Beschallung als unerträglich wahrgenommen wird und sich eine Gegenbewegung formiert: Adbusting. (…)

(…) Mit der aktuellen “Maybe”-Kampagne für Malboro hat uns die Agentur Leo Burnett aus Frankfurt lange mit weißen Plakaten angeteasert, auf denen nichts als “Maybe” stand. Nach der Auflösung folgten verschiedene Motive mit erhellenden Eventualitäten wie “MAYBE will never be her own boss” oder “MAYBE goes nowhere”. Eine leicht zu kopierende Schrift, ein modularer Aufbau der Kampagne und ein nicht unumstrittenes Produkt – die Plakate schrien ja geradezu nach Adbusting. Volkes Stimme tut nun kund: “Maybe you should go fuck yourself” und legt den Finger genau in die Wunde der auflagengebeutelten Kippenkönige. Das ist kreativ, das leuchtet ein, das amüsiert – ein Paradebeispiel für gelungenes Adbusting. (…)

Und sogar bis in die seriöse Mainstreampresse hat es das Thema der Verfremdung von Reklame und Logos gebracht – die Süddeutsche Zeitung schreibt: „Endlich ehrliche Werbung“ und zeigt ein paar hübsche Beispiele des schwedischen Künstlers Viktor Hertz.

Logos bekannter Marken wollen viel ausdrücken, doch sie sagen meistens nur die halbe Wahrheit. Der schwedische Künstler Viktor Hertz verfremdet in seiner grafischen Serie „Honest Logos“ weltweit bekannte Schriftzüge. Dafür spielt er ironisch mit den Erwartungen und Illusionen, die Marken transportieren. Herausgekommen sind Vorschläge, wie die großen Konzerne eigentlich heißen sollten.

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Mai
06
2012
2
Apr
16
2012
4

Fernsehtipp „Bild. Macht. Politik“ – ARD, Mo. 16.4., 22:45 Uhr

Passend zur Initiative „Alle gegen Bild“ strahlt die ARD heute Abend um 22.45 Uhr die Dokumentation „Bild. Macht. Politik“ aus. Laut taz sehr sehenswert. Mal schauen.

Millionen Menschen lesen jeden Tag die BILD. Die Boulevard-Zeitung lockt mit einer Mischung von Prominenten-Geschichten, nackten Frauen und der Berichterstattung über Aktuelles aus Politik und Gesellschaft. Die Autoren Christiane Meier und Sascha Adamek fragen in der ARD-Dokumentation „Bild.Macht.Politik“, wie es BILD gelingt, über Jahrzehnte ein beliebter, täglicher Wegbegleiter für Millionen zu bleiben und welchen Einfluss sie auf Politik und Politiker hat. Die Boulevard-Zeitung und die Polit-Prominenz, das sind oft auch Geschichten großer Nähe und tiefer Zerwürfnisse – vom Aufstieg und Fall des Karl Theodor zu Guttenberg, dem BILD bis heute die Treue hält, bis zur Affäre um Christian Wulff, die BILD aufgedeckt hat. Wie stark hängen politischer und persönlicher Erfolg von der Berichterstattung und der Zusammenarbeit mit den Blattmachern ab? Selbst Linken-Politiker Gregor Gysi gesteht offen ein, dass er auf BILD als Sprachrohr nicht verzichten kann.
 

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Apr
12
2012
14

Initiative ALLE GEGEN BILD

Na, bei dieser neuen Initiative mache ich natürlich gerne mit – ALLE GEGEN BILD bzw., da der Server grad überlastet ist, die Aktion auch bei CAMPACT:

Absage an die BILD-„Zeitung“

Anlässlich des 60-jährigen Bestehens der BILD-”Zeitung” plant der Springer-Verlag, am 23. Juni 2012 allen deutschen Haushalten eine BILD zu schicken. Die Initiative „Alle gegen BILD“ und Campact bieten die Möglichkeit, der Zustellung einfach und rechtswirksam zu widersprechen.

Über die Websites www.alle-gegen-bild.de und www.campact.de kann man per Online-Formular der BILD eine Absage erteilen. Das Ziel der Initiative ist es, der Springer-Werbeaktion öffentlich eine Stimme entgegenzusetzen, die darauf hinweist, dass die BILD keine allgemein akzeptierte Zeitung ist und weiterhin Ziel von Kritik sein muss. Jede Absage wird den logistischen Aufwand für Springer erhöhen sowie die geplante Auflage senken.

Auch außerhalb des Netzes wird die Kampagne ihren Protest gegen die Machenschaften der BILD-„Zeitung“ in den nächsten Monaten sichtbar machen. Auf der Kampagnenseite werden alle Aktionen, auch von Gruppen und Einzelpersonen, die sich selbstständig einbringen wollen, dokumentiert.
Es gibt viele Gründe, die BILD als Leitmedium abzulehnen und ihr den Werbeerfolg einer verteilten Auflage von 41 Millionen Exemplaren zu vermiesen. „Als Aktivistinnen und Aktivisten sozialer Bewegungen sind wir die Hetze der BILD-’Zeitung’ gegen alle emanzipatorischen Bewegungen, nationalistische Berichterstattung und ihr Beharren auf einem sexistischen Frauenbild leid“, sagt Nadja Ratkow von der Anti-BILD-Initiative.

Sie fügt hinzu: „BILD spricht nicht, wie manche meinen, einer breiten Bevölkerung nach dem Munde, sondern trichtert ihr ihre eigenen Standpunkte und Sichtweisen mit sensationslüsternen Überschriften ein. Der BILD-Slogan ‚Bild Dir Deine Meinung‘ müsste eigentlich lauten: ‚Bild Dir unsere Meinung‘.“

Unter dem Motto „BILD für alle“ plant der Springer-Konzern am 23. Juni 2012,  anlässlich des 60-jährigen Bestehens der BILD-“Zeitung“, allen 41 Millionen deutschen Haushalten eine Gratis-Ausgabe zu liefern. Doch wir wollen dieses Blatt nicht einmal geschenkt haben, deshalb wehren wir uns.

 Nur mit einem Schreiben an den Springer-Verlag kann man einer Zustellung der Zeitung rechtswirksam widersprechen. Das Ziel unserer Initiative ist es, dass dies massenhaft geschieht, um den logistischen Aufwand dieser Propagandaaktion zu erhöhen und darüber hinaus die Auflage der BILD-“Zeitung“ und damit ihre Einnahmen durch Werbeanzeigen zu drücken.

 Doch das ist nicht alles: Wir wollen wieder eine öffentliche Diskussion über die Machenschaften der BILD und des Springer-Verlages anstoßen. Es darf nicht dabei bleiben, nur der Zustellung zu widersprechen. Es gilt mit kreativen Aktionen und inhaltlicher Konfrontation der BILD, ihrer Methode und Weltanschauung entgegen zu treten.

 

 Ein Imperium macht Politik

Die BILD ist Teil der Axel Springer AG, einem der einflussreichsten Medienkonzerne Europas, der sich nicht nur auf Zeitungen beschränkt, sondern auch Zeitschriften, Druckbetriebe, Pressevertriebe, Fernseh- und Radiosender, Onlinedienste sowie TV-Produktionen besitzt. Durch zahlreiche Beteiligungen, Fusionen und Zukäufe wächst der Medienriese seit Jahren auch international. Eine solche Konzentration wirtschaftlicher Macht ist nicht nur für die Entwicklung von Arbeitnehmerrechten und Arbeitsbedingungen in diesem Bereich äußerst bedenklich, sondern auch politisch brisant. Als Medienimperium versucht Springer, Politik zu beeinflussen und die Dominanz des medialen Meinungsspektrums zu erlangen. So musste das Kartellamt im Jahr 2006 die Übernahme von Sat1 und ProSieben durch Springer verbieten, weil es eine unzulässige Medienkonzentration gewesen wäre. Doch nach wie vor strebt der Springer-Konzern nach dem „Ausbau der führenden Marktstellung“ (Mathias Döpfner, Vorstandsvorsitzender Axel Springer AG).

 Die scheinbare Vielfalt der Springer-Publikationen hat zum Ziel, bestimmte Inhalte in verschiedene gesellschaftliche Schichten und Milieus zu tragen. Dabei kommt der BILD-”Zeitung” eine besonders üble Rolle zu. Zur Steigerung ihrer Auflage konstruiert BILD täglich Skandale, dringt in die Privatsphäre von Menschen ein und setzt sie unter Druck. Sie schürt vorhandene Ressentiments und verzichtet ganz bewusst auf die differenzierte Betrachtung von komplexen Sachverhalten. Das zahlt sich aus: Im Krisenjahr 2008 hat der Konzern mit Katastrophenmeldungen soviel Gewinn gemacht wie seit langem nicht mehr. Angesichts der weiten Verbreitung von BILD, WELT, B.Z., Hamburger Abendblatt & Co. erscheint die in diesen Medien propagierte Meinung vielen als die einzig legitime. BILD spricht nicht, wie manche meinen, einer breiten Bevölkerung nach dem Munde, sondern trichtert ihr ihre eigenen Standpunkte und Perspektiven mit nicht zu übersehenden Überschriften ein. Der BILD-Slogan “Bild Dir Deine Meinung” müsste daher eigentlich lauten: “Bild Dir unsere Meinung”.

 

„Angst, Hass, Titten und der Wetterbericht“

Die BILD wirkt aktiv einer wirklichen Gleichstellung von Frau und Mann entgegen, indem sie an chauvinistischen Rollenbildern festhält und Frauen tagtäglich als Sexobjekte abbildet. Alle Lebensweisen, die nicht in ihre Geschlechterschubladen passen, werden von ihr systematisch diskriminiert. Mit ähnlichen Mitteln kriminalisiert sie Menschen mit Migrationshintergrund, indem sie mit einer Rhetorik der Eskalation und der Bedrohung Überfremdungsängste einer vermeintlich “einheimischen” Mehrheit schürt.

 Die BILD gibt vor, die Interessen von normalen Beschäftigten zu vertreten, von denen sie am häufigsten gelesen wird. Tatsächlich vertritt sie in gesellschaftspolitischen Debatten, wie um den Mindestlohn oder Tarifverhandlungen, überwiegend die Interessen von Unternehmen. Noch schlimmer trifft es diejenigen, die vom Arbeitsmarkt ausgeschlossen sind. Ihnen werden Faulheit und Sozialschmarotzertum vorgeworfen.

 Wo auf der einen Seite Bevölkerungsschichten gegeneinander ausgespielt werden, wird auf der anderen Seite eine nationale Einheit beschworen. Die Debatte um die Euro-Krise zeigt, wie die BILD ganze Bevölkerungen gegeneinander aufhetzt. Den “fleißigen” Deutschen werden “faule” Griechen, Spanier oder Portugiesen entgegengestellt und für die Krisenfolgen hierzulande verantwortlich gemacht. Mit diesen Diffamierungen trägt die BILD bewusst zu einem gesellschaftlichen Klima bei, in dem nationalchauvinistische Positionen wieder salonfähig werden.

Deshalb: Die BILD spricht nicht für uns und wir wollen auch nicht, dass sie zu uns spricht!

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Mrz
25
2012
7

Wir werben für die BILD-„Zeitung“

Sicherlich hat sich jeder schon mal darüber aufgeregt, dass dieser oder jener „Promi“ sein Gesicht und seinen Namen für die BILD-„Zeitungs“-Reklame hergegeben hat – ICH habe mich zumindest hier im Blog schon mal echauffiert, in einem offenen Brief an J.B. Kerner. Dennoch scheint der Drang, sich im Zusammenhang mit diesem Blatt ablichten zu lassen, nach wie vor ungebremst – so dass ich eine Initiative wie Wer wirbt für Bild für ausgesprochen sinnvoll halte:

Wir wissen nicht, warum Sie es tun. Aber wir wissen, wer es tut! Wer wirbt für BILD?

Warum ist es schlecht, für die „Bild“-Zei­­tung zu werben? Wer­bung für die „Bild“-Zei­tung ist eben nicht wie jede be­lie­bi­ge Schuh-, Sup­pen- oder Auto­wer­bung, son­dern auch ein State­ment, dass einem die Ver­brü­de­rung mit der „Bild“-Zei­tung mehr wert ist als die­je­ni­gen Men­schen, deren Schick­sa­le die „Bild“-Zei­tung Tag für Tag für Schlag­zei­len ver­kauft.
BILD­Blog re­cher­chiert seit ei­ni­gen Jah­ren Ge­schich­ten der „Bild“-Zei­­tung hin­ter­her und zeigt, wie sie so­wohl (zum Teil harm­los) schlicht schlecht re­cher­chiert, ge­zielt Stim­mung macht, gegen Men­schen und po­li­ti­sche Grup­pen hetzt und das Leben von Men­schen zum Zwecke von Schlag­zei­len zer­stört.
Für die „Bild“-Zei­­tung zu wer­ben heißt, sich mit diesen Me­tho­den ein­ver­stan­den zu er­klä­ren und mit seinem Na­men zu stär­ken. Siehe dazu auch: Offe­ner Brief von Ju­dith Holo­fernes von Wir sind Hel­­den.

Pro­mi­nen­te sa­gen in den Wer­be­spots zum Groß­teil Schlech­tes über BILD. Ist das nicht okay?

Einer der vie­len per­fi­den Tricks der Mar­ke­ting­agen­tur. Den Werbe­fi­gu­ren wird ge­sagt, sie dür­fen auch Kri­ti­sches über die BILD sagen. Das scheint ein über­zeu­gen­des Ar­gu­ment zu sein, führt aber den­noch dazu, dass man Wer­bung für die Sache macht.
BILD versucht sich seit jeher den An­strich eines un­be­que­men Blat­tes zu geben, vor dem sich Pro­mi­nen­te fürch­ten müs­sen, da die auch „un­be­que­me Wahr­hei­ten“ schrei­be. Pro­mi­nen­te äu­ßern sich also (wo­mög­lich un­wis­send) ganz im Sin­ne des Blat­tes und geben BILD zu­sätz­lich noch den ed­len, mo­ra­li­schen An­strich, auch kri­ti­sche Stim­men zu­zu­las­sen.

Aber das Geld wird ge­spen­det.

Ein weiterer per­fi­der Trick der Mar­ke­ting­agen­tur, Pro­mi­nen­ten eine Brücke zu bauen, für BILD zu wer­ben (of­fen­bar gibt es glück­licher­wei­se im­mer­noch die Not­wen­dig­keit, die­se Brücke bau­en zu müs­sen).

Und dass es auch an­ders geht, zei­gen Judith Holo­fer­nes von Wir sind Hel­den, und für BILD­Blog Anke Engel­ke und Chris­toph Maria Herbst.

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Jul
18
2011
2

Lesetipps: Manipulative Reklame | Hedonistische Internationale | Kranke Medien | Verstümmelte Interviews

© svilen001, stock.xchng

Dass die Reklame- und Marketingindustrie darauf fußt, zu versuchen, unsere Gefühle und Meinungen zu manipulieren bzw. zu beeinflussen, an gewisse Instinkte zu appelieren und den Verstand auszuschalten (so dass man bereit ist, auch Produkte zu kaufen, die überteuert sind oder unter unmoralischen Bedingungen produziert wurden – Hauptsache cool!) ist ja nun wahrlich kein Geheimnis – oft genug war dies auch schon Thema in meinem Blog, zuletzt erst vor einigen Tagen. Aber ich freue mich natürlich immer wieder, wenn dieses wichtige Thema auch anderswo aufgegriffen und aus verschiedenen Perspektiven beleuchtet wird. Sei es von Egon W. Kreutzer („Werbung ist Krieg“), vom NDR in ihrer Reihe 45 Min („Verführer Supermarkt“) oder ganz aktuell von Michael Greiner in Der Freitag „Kaufe mich ganz unbemerkt“. Er geht der Frage nach, wieviel Macht das Reklamegedröhne eigentlich auf unsere Gedanken und Empfindungen hat und berichtet von neuen Entwicklungen im Bereich des Neuromarketing, also noch perfideren Strategien, um die Konsumenten bei Kauflaune zu halten:

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Apr
10
2011
1

Lesetipps: Kreditnehmer sind die neuen Sklaven | Das BGE à la Götz Werner | BILD ist kein journalistisches Produkt

Schon etwas älter, aber leider immer noch hochaktuell, ist das Interview, das die Süddeutsche Zeitung vor einer Weile mit Margrit Kennedy geführt hat, die sich besonders intensiv mit der Thematik alternativer Währungssysteme bzw. der Struktur unseres momentanen Geldsystems beschäftigt und u.a. die Zinsabhängigkeit als ein großes Übel der Jetztzeit beschreibt. „Kreditnehmer sind die neuen Sklaven“, so der etwas plakative, aber letztlich zutreffende Titel des Interviews:

(…) SZ: Wut und Angst – das sind starke Gefühle, die Sie in Ihren Büchern im Zusammenhang mit unserem, wie Sie es nennen, „pathologischen Wirtschaftswachstumszwang“ verbinden. Was macht Sie so wütend?

Kennedy: Was mich wütend macht, ist, dass es eigentlich so einfach zu verstehen ist: Das exponentielle Wachstum, das durch unser Geldsystem angeheizt wird, ist auf Dauer nicht durchzuhalten auf einem endlichen Planeten. Das kann man jedem einigermaßen intelligenten Menschen mit Volksschulabschluss in fünf bis zehn Minuten erklären. (…)

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Mrz
25
2011
4

Löbliche neue Initiativen im Netz: Krötenwanderung jetzt!, Bild? Ohne mich! und Savemynature

Quasi täglich gibt es interessante und fördernswerte neue Projekte im Internet, die auf die eine oder andere Weise versuchen, den Wahnwitz des jetzigen politischen und wirtschaftlichen Treibens wenigstens einzugrenzen oder Menschen bewusst zu machen. Drei neue Aktionen/Initiativen möchte ich heute kurz vorstellen – da wäre zunächst die von Attac ins Leben gerufene „Krötenwanderung jetzt! Bank wechseln, Politik verändern“, die zum Ziel hat, das schändliche Tun der Großbanken (die Kriege, Atomkraft und vieles andere finanzieren) zu kritisieren und die Leute dazu aufzurufen, diesen Instituten ihr Geld zu entziehen:

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Mrz
08
2011
1

Lesetipps: Bayer zahlt erneut weniger Steuern | Langes Arbeiten schadet Gesundheit und Sozialleben | Gutt-bye

Angeblich sind die großen Konzerne ja unheimlich wichtig für das Wohlergehen des Landes, für die Arbeitsplätze, den Exportweltmeistertitel usw. usf. Leider versuchen sich die meisten größeren Unternehmen aber aus ihrer gesellschaftlichen Verantwortung zu stehlen und greifen zu allen Tricks und Kniffen, um möglichst wenig Steuern zahlen zu müssen und somit möglichst wenig des erwirtschafteten Gewinns an die Allgemeinheit zurückzugeben. Der bemerkenswerte Fall von IKEA war ja neulich erst in der Fernsehsendung Monitor Thema (siehe HIER), aber selbstredend gibt es genug andere Firmen, die genauso funktionieren – die Discounter wie Aldi und Lidl beispielsweise sind durch ein undurchdringliches Geflecht von Stiftungen so konstruiert, dass die Profite ungebremst am Fiskus vorbei in die Taschen der Gesellschafter/Besitzer fließen. Aber auch solch vermeintlich honorige Unternehmen wie Bayer mischen fröhlich mit, wie der Verein Coordination gegen Bayer-Gefahren unlängst berichtete – „Bayer zahlt erneut weniger Steuern“:

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