Okt
13
2010
1

Lesetipps: „Konzerne schmücken sich mit Indie“ / Bitte kein BIP / Einfach nur Bier / Patente auf Fisch

Mein aktueller Blick durch’s Netz… Heute mit einem interessanten Artikel der taz zum Thema Musik/Indie/Kommerzialisierung: „Konzerne schmücken sich mit ‚Indie‘“. Independet-Musik bezeichnete vor längerer Zeit mal Bands, deren Platten nicht auf den großen Majorlabels veröffentlicht wurden (unabhängig vom Musikstil). Im Laufe der Zeit wandelte sich die Bedeutung und immer mehr wurde „Indie“. Selbst Megaseller, die große Arenen ausverkaufen (Coldplay, Placebo, Muse) dürfen sich diese Bezeichnung noch ans Revers heften. Und wie immer, wenn es darum geht, Trends zu befeuern und zu monetisieren, ist die Reklamewirtschaft vorne dabei. Mittlerweile dudelt bei jedem Fernsehspot ein „Indie“-Hit im Hintergrund und eine ganze Industrie verdient gut am Pflegen eines rebellischen Images von Bands, die längst zu eigenen Marken geworden sind. Die taz befasst sich ein wenig mehr mit dieser Entwicklung, u.a. am Beispiel der Band Revolverheld, die sich von VW mit nagelneuen Autos ködern kaufen unterstützen lässt:

Harte Post, die da ungefragt in unseren elektronischen Briefkasten flatterte: Von der laut Website international operierenden, allzeit bescheidwissenden PR-Agentur GoSee etwa, die die neue „Rockstar inspirierte“ Burberry-Kollektion mit den höllisch SCHMERZbereitenden Worten anpreist: „Der kommende Sommer wird so was von Indie Rock!“ Richtig gelesen, Indie Rock. Indie Rock?! Der leidgeprüfteste aller leidgeprüften Begriffe mag schon längstens 1.000 Tode gestorben sein. Dahingesiecht wegen Inhaltsleere. Oder mangels Nachfrage. Egal, jetzt reanimiert ihn die britische Modefirma, deren Karos jede zweite SUV-Hutablage schmücken, als „Must Have der Saison“. (…)

(…) In rebellischen Lackschuhen und zu Burberry-Musik im „Dynaudio Soundsystem“ eines VW Tiguan in der verkehrsberuhigten Zone ganz langsam über die Stolperschwellen fahrend: So stellt man sich die neuen Indie Rocker vor. Zitat aus einer anderen Mail: „Im Rahmen einer Kooperation zwischen Volkswagen und Revolverheld übernahm die deutsche Rockband am Donnerstag fünf neue Tiguan.“ (…)

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Aug
23
2010
6

Die Verödung auf dem Biermarkt

Okay, zugegeben, ich selbst mache mir nichts aus Bier. Was mir allerdings schon seit längerem auffällt ,ist, dass sich eine kleine Anzahl von großen Marken immer weiter ausbreitet. Max Goldt nennt solche Sorten „Fernsehbiere“, weil diese Firmen den TV-Werbemarkt dominieren und alles präsentieren und sponsorn, was nicht bei drei auf den Bäumen ist. Sie sind, im wahrsten Sinne des Wortes, Mainstream. Wie auch in anderen Bereichen der Wirtschaft läuft auf dem Biermarkt ein gnadenloser Verdrägnungs- und Konzentrationsprozess ab, der die Vielfalt zu bedrohen beginnt. Die WDR-Sendung markt befasste sich mit dieser Entwicklung und ging auch der Frage nach, ob die Dominanz der Industriebiere auch eine Geschmacksnivellierung nach sich zieht. „Hopfen und Malz...“:

(…) In Dortmund, der ehemals zweitgrößten Bierstadt der Welt, ist von allen Brauereien nur die Dortmunder Actien Brauerei, kurz DAB, geblieben – sie gehört inzwischen zur Radeberger Gruppe. In den 70er-Jahren begann das Brauereisterben. Die Gebäude wurden abgerissen, die altbekannten Markennamen aufgegeben oder verkauft. DAB als einzige überlebende Brauerei hat viele dieser Marken in und um Dortmund übernommen. Ob Kronen, Brinkhoffs Nr. 1, Union oder Ritter – die Dortmunder Actien Brauerei braut sie alle an einem Ort in einer Großbrauerei. (…)


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