Nov
18
2011
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Apfelpflücker auf Bestellung

Nach all den bösen Meldungen der letzten Tage will ich heute doch mal wieder etwas Positiveres, Harmloses posten – normalerweise stelle ich hier im Blog zwar keine kommerziellen Projekte vor, aber hin und wieder mache ich dann doch mal eine Ausnahme. Die NDR-Sendung Markt berichtete unlängst in „Apfelpflücker auf Bestellung“ über eine löbliche Initiative in Hamburg, die gegen das ungenutzte Verrotten von Obst wirkt:

Überall im Norden sind die Apfelbäume momentan voll mit Früchten. In diesem Jahr sind es sogar besonders viele. Knackig, lecker und gesund – doch viele Gartenbesitzer sind schlichtweg überfordert mit der Masse an Äpfeln. Es sind einfach zu viele, um sie selbst zu ernten, geschweige denn zu essen. Zigtausende Kilo Äpfel verderben deshalb jedes Jahr. Sie bleiben am Baum hängen oder landen auf dem Kompost.

Naturbelassener Apfelsaft statt überflüssiger Äpfel

So erging es auch Jahr für Jahr den Äpfeln von Jan Schierhorn. Unter seinem eigenen vollen Apfelbaum kam ihm vor drei Jahren die Idee, mit Äpfeln, die keiner will, Arbeitsplätze zu schaffen. Der 42-Jährige gründete das Projekt „Das Geld hängt an den Bäumen“. Seine Mitarbeiter ernten überall in Hamburg – in privaten genauso wie in öffentlichen Gärten und auch auf Kirchenflächen – überflüssige Äpfel kostenlos. Daraus wird dann naturbelassener Apfelsaft ohne Konservierungsstoffe oder Zucker produziert.

20 feste Arbeitsstellen

Der Saft wird an Restaurants, Firmen und Privatpersonen verkauft. Sogar das Hamburger Rathaus gehört zu den regelmäßigen Abnehmern. Schierhorns „Saftladen“ brummt. Aus der Idee sind mittlerweile mehr als 20 feste Arbeitsstellen entstanden, hauptsächlich für Menschen mit Behinderungen und Krankheiten, die es auf dem ersten Arbeitsmarkt oft schwer haben.

Wobei ich an der Stelle noch anmerken möchte, dass es auch mundraub.org gibt – eine Website, auf der überschüssiges Obst gemeldet und dann kostenlos geernet werden kann.

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Kommentare: 2 | Ernährung | Schlagwörter: , , , |
Sep
15
2011
3

Germany’s Next Top Apfel

Das Fernsehen bzw. die Medien generell schwören unsereins ja nun schon seit Jahrzehnten darauf ein: Mann/Frau muss makellos schön sein, alles muss perfekt aussehen, kein Gramm Körperfett zu viel, am besten keine Fältchen oder grauen Haare. Mit Sendeformaten wie „Germany’s Next Top Model“ werden solche Vorstellungen weiter pervertiert und vorangetrieben und ohne digitale Retouche mittels heftigem Photoshop-Einsatz sind Hochglanzmagazine gar nicht vorstellbar. Es geht um die schöne, besser gesagt, die geschönte Oberfläche – je glatter, windkanalmäßiger, desto besser. Ja kein störendes Profil zeigen!

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