Mai
23
2011
3

Lesetipps: Die neue Nachhaltigkeit von H&M und Co. | Der Preis der Sicherheit | Die Legende der Discounter | Werbung beim Wort genommen

© velma, stock-xchng

Nachhaltigkeit ist ja seit einigen Jahren ein „buzzword“, ein schwerst angesagter Begriff, mit dem sich Konzerne gerne zu schmücken versuchen, egal wie zerstörerisch ihr Geschäftsmodell eigentlich ist. So bemühen sich auch die großen Kleidungsketten, ihrem Treiben den Eindruck von Nachhaltigkeit zu verleihen, z.B. durch vermehrten Einsatz von (vermeintlicher) Biobaumwolle. Dass dies aber keineswegs immer so schön ist, wie es auf den ersten Blick klingt, erklärt uns Ilona Dyck auf Utopia – „Die neue Nachhaltigkeit von H&M & Co.“:

Die Preise für Baumwolle sind dieses Jahr auf dem Weltmarkt gestiegen wie noch nie. Das hat Konsequenzen. Nicht nur für H&M und Co. Einige Unternehmen setzen jetzt auf ‘Better Cotton’. Klingt nach Bio, ist es aber nicht. (…)

Die Better Cotton Initiative
Dieser Ansatz, also moderat höherpreisig zu verkaufen, mit der Rechtfertigung “guter Stoff”, zeichnet sich momentan ab. Die “Better Cotton Initiative” (BCI) wurde 2005 unter anderem von H&M, Ikea, Migros, Adidas und dem WWF gegründet und zielt auf einen nachhaltigeren und sozialeren Baumwollanbau. Für BCI sollen weniger Pestizide eingesetzt, durch sinnvollere (aber teurere) Bewässerungsmethoden der Wasserverbrauch reduziert, der Boden im Vergleich zum konventionellen Baumwollanbau geschont und ein besseres Sozialwesen für die Farmarbeiter geschaffen werden. Bis 2015 sollen vier Prozent der Weltproduktion an Baumwolle aus der BCI kommen.

Umstieg auf nachhaltigere Baumwolle bei Adidas, H&M und C&A
Adidas hat im Frühjahr bekannt gegeben, dass sie bis 2018 komplett auf Better Cotton umgesteigen wollen, was auch bedeuetet, dass es ab 2018 kein Bio-Segment mehr geben soll. H&M möchte bis 2020 in Gänze zu nachhaltigerer Baumwolle wechseln. Bei H&M bedeutet dies vermutlich einen Hauptanteil Better Cotton, ein wenig Recyclingstoff und eine Produktnische für Bio-Baumwolle.
Kirsten Brodde, die Autorin des Buches “Saubere Sachen” sieht im Voranpushen von Better Cotton “einen schleichenden Ausstieg aus der Biobaumwolle”. Und tatsächlich lässt sich fragen, wieso eigentlich nicht gleich der Anbau von Biobaumwolle gefördert wird. Denn auch wenn die Maßnahmen der BCI sinnvoll sind, grüßt doch wieder nur der Einäugige unter den Blinden und versucht sich als Adlerauge zu verkaufen.

Als Konsument die Trendwende vorantreiben
Letztlich bleibt der Baumwollanbau ein invasives Geschäft, das sich so nicht rechtfertigen lässt. Allein in Deutschland sortieren wir etwa 1,5 Milliarden Textilien aus, selbstredend nicht, weil die Löcher an den Jeansknien schon zu groß geworden sind, der Stoff der Bluse an den Ellenbogen durchscheint oder aufgrund sonstiger irreparabler Verschleißerscheinungen. Höchste Zeit für eine Trendwende von wöchentlichen Shoppingtouren hin zum gelegentlichen Kauf von zeitlos schönen Kleidungsstücken. Das höhere Budget pro Teil lässt sich dann auch in tatsächlich hochwertige Ökotextilien mit GOTS-Siegel investieren. Völlig ökorrekt lassen sich hemmungslose Einkaufsräusche aber auch im Secondhandladen ausleben.

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Mrz
27
2011
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Lesetipps: Ist Luxus unmoralisch? | Bundesrat stoppt Gentechnik im Saatgut | Atomkraft-Verflechtungen | Schleichwerbung in der Kita

© PicaNick, stock.xchng

Man mag über das ganze leidige Thema Atomkraft ja eigentlich nichts mehr hören und lesen, auch wenn sich gerade aktuell zumindest in Deutschland in dieser Richtung so viel zu bewegen scheint wie lange nicht mehr. Leider kann man unseren Politikern ihre ganzen Klimmzüge und Pirouetten nicht so wirklich abnehmen, denn eins muss klar sein: hinter der Kernenergiedebatte stehen nicht nur politische Lager und Argumente, sondern vor allem wirtschaftliche Interessen, und diese haben hierzulande natürlich Vorrang (Arbeitsplätze! Aktionärsschutz!). Christiane Grefe, Götz Hamann und Rüdiger Jungbluth haben in der ZEIT einmal eine interessante Analyse der Verstrickungen verschiedener Konzerne, von den Energieriesen bis zu Siemens, getätigt, wobei man allerdings anmerken muss, dass die Autoren die tatsächlichen Auswirkungen des Moratoriums etc. für die Konzerne stark überhöhen – „Laufzeitverlängerung: Berliner Erschütterungen“:

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Mrz
23
2011
22

Die Auswirkungen des Billigwahns auf die Lebensmittelqualität

Kennt Ihr das auch? Irgendwie schmecken Obst und Gemüse nicht mehr so intensiv und natürlich wie dies noch vor, sagen wir mal, 10 Jahren der Fall war. Selbst Bioware hat nicht selten nur einen recht faden Geschmack, und falls man dann doch mal auf Weintrauben oder Paprika stößt, die die Geschmacksknospen zum Jubilieren bringen, ist das eher eine Ausnahme als die Regel. Lange Zeit dachte ich, dass ich vielleicht nur besonders nostalgisch veranlagt bin oder im Laufe der Zeit das Geschmacksempfinden einfach nachlässt. Aber nachdem ich mittlerweile mehrere Menschen in meinem Bekanntenkreis habe, die meine Beobachtung bestätigen, scheint doch etwas dran zu sein.

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Mrz
01
2011
14

Discounter: Reibach auf dem Rücken der Menschen – Beispiel Netto

Soweit ich mich erinnern kann war ich noch nie in einem Netto-Discounter. Und obwohl ich hier im Blog ja schon des öfteren was zu den anderen Billigbuden wie Aldi, Lidl oder Schlecker geschrieben habe, ist diese Kette bisher im Konsumpf ungeschoren davon gekommen – das geht natürlich nicht an, denn Netto gehört zu den besonders Schlimmen der Branche. Anlass dazu war ein Beitrag der NDR-Sendung Markt, in dem es um das besonders rücksichtslose Gebaren dieser Handelskette geht – „Hungerlöhne bei Netto“.
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Jan
30
2011
12

Suchbegriffe des Tages – Discounter, Kinderarbeit, Mode und mehr

© thiagofest, stock.xchng

Hin und wieder schaue ich mal darauf, auf welchem Wege denn Besucher hier auf meinen Blog kommen. Da sind neben den zu erwartenden Begriffen wie Konsumkritik oder auch H&M-Werbung aber auch immer mal wieder recht putzige oder originelle Suchanfragen dabei, von denen ich mir heute ein paar vornehmen werde, um die dahinter stehenden dräuenden Fragen ein wenig zu beantworten:

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Jan
23
2011
1

Kartell des Schweigens: der Biosprit-Wahnsinn; und die Sojarepublik Paraguay


„Biosprit“, das klingt doch irgendwie toll. So ökologisch, so nachhaltig, so sinnvoll. Und danach, dass man einfach weiterhin dem ungehemmten Autogenuss frönen kann, ohne dass man etwas ändern muss – einfach Biosprit und in den Tank und alles wird gut. Ist der Gedanke wirklich so abwegig? Treibstoff aus nachwachsenden Rohstoffen, das ist doch genau das, was die Menschheit immer gesucht hat – Unabhängigkeit von Öl und Benzin und damit auch Unabhängigkeit von den Drohpotentialen der ölexportierenden Länder. Mit der Einführung des E10-Kraftstoffs durch die Bundesregierung wird dieser Plan auch weiter vorangetrieben – zum Vorteil von uns allen?
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Dez
27
2010
9

Selbst schuld! Der Discount-Wahn

© salsoul, stock.xchng

Die Zeit „zwischen den Jahren“ gehört ja traditionll den Jahresrückblicken. Würde ich einen solchen auch in meinem Konsumpf-Blog tätigen und dabei die wichtigsten Themen der vergangenen 12 Monate Revue passieren lassen, so wären die Discounter (wie schon in den Jahren zuvor) sicherlich vorne mit dabei. Denn nach wie vor schlagen die Discount- und Billigketten eine Schneise der Verwüstung in die Einzelhandelslandschaft und fachen unnötigen und weltweit schädlichen Konsum an; vom Herumtrampeln auf Sozialstandards und Lohnniveaus hierzulande und anderswo gar nicht erst zu reden.

Nun ist es ja üblich, bei solchen Entwicklungen immer auf die „bösen Unternehmen“ zu schimpfen oder auf die „gierigen Politiker“, die solches Treiben nicht ausreichend sanktionieren. Dies ist zum Teil sicherlich richtig – und man kann sich bequem zurücklehnen und auf „die da oben“ schimpfen, ohne etwas am eigenen Verhalten ändern zu müssen. Dass man es sich als Konsument aber nicht immer ganz so einfach machen kann, thematisierte bereits vor einiger Zeit Sven Hillenkamp in Der ZEIT – im ausgesprochen lesenswerten Artikel „Selbst schuld! Ob Niedriglöhne, Stellenabbau oder Umweltzerstörung: Was uns als Bürger empört, fördern wir als Kunden“ legt er den Finger an eine schwelende Wunde. Denn die Schizophrenie des Konsumenten ist vielerorts kaum zu übersehen – da strömen Abermillionen von Leuten in den Hollywood-Film „Avatar“ und beweinen miteinander das Schicksal des „edlen Wilden“, während sie im klimatisierten Multiplex-Kino sitzend Coca Cola-schlürfend und Nestlé-Eis-essend mit ihren Eintrittsgeldern genau jene Prozesse alimentieren, die in dem Film als „böse“ dargestellt werden, also die Ausbeutung der Natur für den Wohlstand der westlichen Welt. So hat man sich mal für 2, 3 Stunden als mitfühlender Mensch vorkommen können, um anschließend wieder wie gewohnt an den (um)weltzerstörerischen Prozessen mitzuwirken.

(…) Doch scheint es, als täten wir nun das Gegenteil dessen, was wir eigentlich wollten: Wir buchen Flüge zu Preisen, von denen wir wissen, dass sie auf Niedriglöhnen und Stellenabbau beruhen. Wir kaufen ein in Supermärkten, deren Preise angemessene Gewinne für die Produzenten ausschließen – ebenso wie eine umwelt- und tiergerechte Produktion. Wir haben gelesen, dass den Angestellten hinter der Kasse landesübliche Rechte vorenthalten werden. Wir wissen, dass Hosen und Pullover, Computer und DVD-Player, die wir zu Spottpreisen kaufen, nicht in Deutschland, sondern im Ausland gefertigt werden, in so genannten Niedriglohnländern.

Sozialdumping, Stellenabbau, Verlagerung der Produktion ins Ausland – als Kunde fördern wir alles, was uns als Bürger empört. Wir tun genau das, was wir Politikern und Managern vorwerfen. Wie die Manager an der Spitze der Konzerne treiben wir Globalisierung und Deregulierung voran. Die Manager schauen auf jeden Cent und nehmen nur das Billigste? Genau das tun wir, als fortwährend rechnende und vergleichende Kunden, als knallharte Manager unserer Lebenshaltung. Wir drücken die Preise, bis als Produktionsstandort unserer Waren nur noch Fernost infrage kommt. Wir selbst sind die globalen Heuschrecken. Volk und Elite sind sich einig in ihrem radikalen Ökonomismus. Und wie die Elite sind wir teils getrieben, teils Treibende. Arbeitslose und Geringverdiener müssen auf jeden Cent schauen. Der Rest hat aus seinem Portemonnaie einen Fetisch gemacht wie die Manager aus dem Shareholder-Value.

(…) Wir sind Schizophrene. Die Diagnose trifft die Völker aller westlichen Demokratien. Als Bürger sind wir Sozialisten – Verfechter der alten sozialen Errungenschaften. Als Kunden sind wir Neoliberale. Marktradikale. Uns ist Recht, was billig ist. »Für 19 Euro nach Barcelona.« Noch nie war Doppelmoral so preiswert. (…)

(…) Einen einfachen Weg gibt es nicht. Einerseits brauchen wir eine globale Bewegung für eine globale Zivilisierung des Kapitalismus. Andererseits sollte man das Licht in der Küche ausmachen, wenn man nicht in der Küche sitzt. Wir müssen einen anderen, einfacheren Lebensstil entwickeln. Doch geht es nicht um die quasireligiöse Wandlung des Einzelnen zum guten Konsumenten, zum Rad fahrenden Vegetarier mit Heiligenschein. So, wie im 19. Jahrhundert keine private Hilfsbereitschaft die Bismarcksche Sozialgesetzgebung überflüssig gemacht hätte, macht heute kein Konsumverhalten eine globale Umwelt- und Sozialgesetzgebung überflüssig. Ein Einkaufszettel ersetzt kein Regierungsprogramm.

Ins gleiche Horn stößt übrigens auch Sebastian Wolff in der Berliner Zeitung im Interview mit dem Konsumsoziologen Kai-Uwe Hellmann – „Ein Fall von Doppelmoral“:

(…) Jeder, der bei Discountern einkauft – und damit meine ich nicht nur Lidl oder Schlecker, sondern alle Anbieter -, trägt dazu bei, diesen Handelszweig zu stärken. Dessen müssen sich die Verbraucher bewusst sein. Wer sich daher über die Arbeitsbedingungen bei den Discountern empört und trotzdem dort einkauft, obwohl er oder sie nicht darauf angewiesen ist, wird mit dem Vorwurf der Doppelmoral rechnen müssen.

(…) Wird sich die Neigung der Verbraucher, alles mögliche möglichst billig haben zu wollen, irgendwann nicht zwangsläufig auf die Qualität der Produkte auswirken?

Ja, langfristig ist das eine echte Gefahr, auch wenn die Discounter heute immer betonen, dass die Qualität ihrer Waren einwandfrei sei. In Deutschland sind die Gewinnmargen im Handel die geringsten in Europa. Die Branche sieht sich deshalb gezwungen, einen immer stärkeren Preisdruck auf die Hersteller auszuüben. Das kann auf Dauer zu Lasten der Qualität der Produkte gehen. Die zahlreichen Skandale im Fleischbereich liefern dafür einen Vorgeschmack. (…)

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Dez
13
2010
0

Todes-Bananen und halbgare Öko-Versprechen

© steved_np3, stock.xchng

Bananen sind lecker und gesund. Und beliebt bei Alt und Jung – nicht ohne Grund sind Unternehmen wie Dole oder Chiquita zu Weltkonzernen aufgestiegen. Dass sie dabei wirtschaftliche und soziale Gefälle in den verschiedenen Regionen des Erdballs geschickt zu ihren Gunsten ausnutzen und ihr Geschäft oft auf dem Rücken der Arbeiter auf den Bananenplantagen austragen, dürfte niemanden mehr verwundern, denn nur so scheint man in unserem System erfolgreiche Firmen aufbauen zu können. Ich hatte bereits vor einiger Zeit hier im Blog über das zweifelhafte Gebaren der Branchengrößen berichtet („Das Bananen-Kartell“), und fand damals unter anderem auch die Beiträge von Oxfam („Endstation Ladentheke“ (pdf)) und dem Umweltjournal („Die krumme Tour der Supermärkte“), die darüber aufklären, dass auch die Handelsketten in Deutschland ausbeuterisches Verhalten der Konzerne vor Ort mit ihrer Einkaufpolitik unterstützen – logisch, dass auch die allseits beliebten Discounter mit ihrer Kostendrücker- und Billigpreispolitik wieder mit an der (Daumen-)Schraube drehen:

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Okt
26
2010
1

Die Viral Video Awards 2010

Heute muss ich doch mal ein wenig die Werbetrommel rühren – und zwar für die Viral Video Awards 2010, die im Rahmen des Internationalen Kurzfilmfestivals in Berlin vergeben werden. Nominiert sind neben einigen normalen viralen Kampagnen mit kommerziellem Hintergrund (die ich für besonders perfide halte, weil man lustige oder originelle Filme dreht, die von Leuten freiwillig weiterverschickt werden, die sich aber im Kern eben um ein bestimmtes Produkt oder ein Unternehmen drehen) auch zwei gelungene kritische Kurzfilme, die ich hier im Blog ebenfalls schon präsentiert hatte – zum einen der „Have a break“-Beitrag von Greenpeace zu Nestlés Palmöl-Einsatz (die Kampagne zeigte Wirkung und Nestlé wechselte den Lieferanten), zum anderen den Beitrag „Schön! Färber!“ der Kampagne für Saubere Kleidung, der sich mit den Arbeitsbedingungen bei Zulieferbetrieben für die Discounter beschäftigt. Stimmt doch mit ab und sorgt dafür, dass ein Film mit ernsthaftem Hintergrund gewinnt (und das jeweilige Anliegen nochmal ins Licht der Öffentlichkeit gelangt) – hier geht’s zu Video 1, hier zu Video 2.

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Okt
02
2010
6

Aldi informiert … mal etwas anders – und Aldi droht mit Klage!

Allwöchentlich werden sie in großer Stückzahl unters schnäppchenhungrige Volk gebracht – die Wurfprospekte der Discounter. Einen Aldi-Flyer der besonderen Art hat nun die Initiative I Shop Fair herausgebracht – auf 4 farbigen Seiten, ganz im Stile des Originals gehalten, werden Billigwaren angepriesen, und im Kleingedruckten ein wenig darüber aufgeklärt, wie diese Preise zustande kommen, nämlich auf Kosten der Arbeiter und der Umwelt. Dieses sehr gelungene Adbusting könnt Ihr Euch HIER als pdf herunterladen oder auf der Seite der Christlichen Initiative Romero (die Mitinitiator von I Shop Fair ist) kostenlos bestellen (HIER), z.B. falls Ihr die Flyer bei Euch in der Gegend verteilen wollt, um die Menschen ein wenig aufzuklären. (Kleine Anmerkung noch: so schön dieser Flyer auch ist, so vermeidet er leider bei den Konsequenzen, die ein Kunde ziehen sollte, die offensichtlichste beim Namen zu nennen: nämlich einfach nicht mehr beim Discounter einkaufen zu gehen! Denn die Hoffnung, dass sich das Discount-Prinzip mit menschenwürdigen Arbeitsbedingungen etc. verbinden ließe, ist meiner Ansicht nach irrig, wie man ja auch in Teil 1 und Teil 2 meiner Grundsatzartikel zum Discountunwesen nachlesen kann.)

Die international ausgerichtete Website zu I Shop Fair ist auch durchaus interessant, da sie sich für ethischen Konsum einsetzt:

Ethischer Konsum ist Teil eines nachhaltigen Lebensstils. Ethisch Konsumierende sind sich bewusst über die unterschiedlichen sozialen und ökologischen Auswirkungen, die Produkte bzw. deren Herstellung haben. Diese sozialen und ökologischen Auswirkungen stellen ein wichtiges Entscheidungskriterium in ihrer Kaufentscheidung dar. Ethischer Konsum bedeutet daher, sich bewusst für ein Produkt oder eine Leistung zu entscheiden die, die mann/frau selbst als sozial bzw. ökologisch nachhaltig einschätzt

Das Konzept des Ethischen Konsums geht jedoch über die bewusste Kaufentscheidung hinaus und findet nicht nur im Geschäft oder Supermarkt statt. Ethisch Konsumieren bedeutet aktiv Verantwortung zu übernehmen und Unternehmen gegenüber die Einhaltung von sozialen und ökologischen Standards einzufordern. Dies kann auf verschiedene Art und Weise passieren – z.B. Aktionen von Netzwerkgruppen oder Urgent Actions etc. KonsumentInnen werden dadurch zum Motor für Veränderung – das Bild von der/dem passiven KonsumentIn als reine/r EndverbraucherIn gehört somit der Vergangenheit an.

Ethischer Konsum bedeutet daher, Verantwortung zu übernehmen und aktiv an der Veränderung zu einer sozial gerechteren sowie nachhaltigeren Wirtschaft mitzuwirken.

Im Mittelpunkt des Netzwerks steht der Aspekt der sozialen Gerechtigkeit.

Aldi selbst ist das offentlich so unangenehm, dass sie nun versuchen, die Verbreitung des Prospektes juristisch zu unterbinden – hier der entsprechende Aufruf der CIR, um trotzdem eine möglichst breite Öffentlichkeit von diesem Treiben zu informieren:

Kein Maulkorb für KritikerInnen!
Die CIR verbreitet  aktuell eine Persiflage eines ALDI-Prospektes. In dieser weist das Netzwerk auf menschenrechtlich und arbeitsrechtlich bedenkliche Aspekte der von ALDI angebotenen Billigangebote hin. Die Kritik an ALDI: Durch seine Billigpreis-Politik fördere das Unternehmen Ausbeutung in Produktionsländern im globalen Süden, etwa in Form von Hungerlöhnen.

Statt sich um diese grundlegenden Probleme der Geschäftspolitik des Discounters zu kümmern, setzten Aldi die KritikerInnen nun juristisch unter Druck. Wir fordern das Unternehmen daher auf:
• Stellen Sie unverzüglich alle juristischen Maßnahmen gegen die Christliche Initiative Romero (CIR) ein.
• Setzen Sie den Verhaltenskodex der Kampagne für Saubere Kleidung bei Ihren Zulieferern um und lassen Sie dies durch eine externe unabhängige Instanz kontrollieren.
• Verändern Sie Ihre Einkaufspraktiken, so dass Ihre Lieferanten Sozialstandards einhalten können.
• Stellen Sie Transparenz her: Nennen Sie Ihre Lieferanten in den  Produktionsländern und berichten Sie regelmäßig über die unternommenen Schritte zur Verbesserung der Arbeitsbedingungen.
• Sozialstandards müssen in Produktion (z.B. in Bangladesch) und Verkauf (bei uns) eingehalten werden.

Wenn auch Sie diese Forderung stützen, schicken Sie die folgende Protestmail an ALDI Nord unter www.ci-romero.de/ccc <http://www.ci-romero.de/ccc>

Das Aldi-Adbust informiert über Alles, was im bekannten Werbeprospekt des Discounter-Riesen in Schweigen gehüllt wird. Hier können Sie es NOCH direkt bestellen!

Kleiner Nachtrag: Inzwischen haben auch die taz („Kritischer Flyer empört Aldi“) und der Spiegel („Aldi-Kritiker prangern Ausbeutung an“) sowie das N3-Medienmagazin Zapp über die Aktion berichtet. Zapp wunderte sich, dass viele Medien die Geschichte nicht aufgegriffen haben und mutmaßte, dass dies eventuell damit zusammenhängen könne, dass Aldi zu den wichtigsten Werbekunden mancher Zeitungen zählt. Jaja, die knebelnde Macht der Werbung!

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