Nov
27
2011
2

Die Vitaminfalle

Sinnloser Konsum ist bekanntlich ein beliebtes Thema in meinem Konsumpf-Blog – solches Konsumverhalten zeigt sich nicht nur zur Weihnachtszeit in verschärfter Form, sondern begleitet viele Menschen tagein, tagaus, beispielsweise, wenn man mal wieder meint, irgendeinem Hype oder Trend hinterherhecheln zu müssen und so sein Handy alle paar Monate wechselt oder der neuesten Mode folgt und der Kleiderschrank deshalb aus allen Nähten platzt. An die damit einhergehende Ressourcenverschwendung wird selten genug gedacht – und die Marketingabteilungen der Konzerne befeuern diese zerstörerische und kostspielige Tendenz zum Impulskauf noch weiter mit bunten Reklamekampagnen, die den Menschen suggerieren sollen, dass sie durch den Erwerb eines industriell gefertigten Massenprodukts irgendwie glücklicher oder gar „individueller“ werden würden (was, wenn man es mal kurz mit kühlem Kopf bedenkt, ziemlicher Schwachsinn ist). Dieser Hang zu Überkonsum zeigt sich natürlich auch, wenn es um die eigene vermeintlich richtige und gesunde Ernährung geht. Lebensmittel- und die Pharmaindustrie versuchen hier schon sein längerem, ihre Umsätze durch spezielle Produkte zu steigern, die angeblich besondere Wirkungen haben (siehe das jüngste Beispiel der ordentlich teuren „Nachtmilchkristalle“, deren positive Effekte auf den Schlaf mehr als umstritten sind) oder mutmaßlichen Mangelerscheinungen vorbeugen sollen.

Seit vielen Jahren sind hier (Multi-)Vitaminpräparate besonders beliebt bei Alt und Jung, und so manch einer wirft sich jeden Morgen statt einer natürlichen gesunden Mahlzeit (Obst oder Gemüse z.B.) einen Cocktail aus überteuerten Pillen und Pülverchen ein. Dass dies nicht nur Geldverschwendung ist (für diese Präparate kann man eine Menge Geld aus dem Fenster werfen), zeigte unlängst die SWR-Dokumentation „Die Vitaminfalle“:

Mit Vitaminen tut man sich etwas Gutes. Und wer nicht genügend Obst und Gemüse isst, für den gibt es ja Ersatz in Form von Brausetabletten oder Pillen. Schon lang mahnen Wissenschaftler, dass dies so nicht stimmt: Kein Mensch braucht bei normaler Ernährung ergänzende Vitamine. Jetzt aber gibt es alarmierende neue Fakten: Immer mehr Studien zeigen, dass zu viel künstliche Vitamine sogar krank machen und Krebs auslösen können. Was ist dran an diesen Gefahren? Und drohen sie nur bei hochdosierten Brausetabletten oder auch schon durch Lebensmittel?


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Sep
04
2011
2

Wie florierende Unternehmen Zuschüsse abgreifen + Steuerbetrug

© v_hujer, stock.xchng

Subventionen – seit langem ein heiß diskutiertes Thema. Gefühlt seit Generationen gibt es Bestrebungen bei der Politik, Subventionen abzubauen (hier tut sich regelmäßig die FDP mit Forderungen hervor, da staatlich gewährte Fördergelder für gewisse Industrien ja immer auch einen Eingriff in den „freien Markt“ bedeuten) und so auch das Staatssäckel zu entlasten. Aber natürlich ist nichts passiert, und seit der Existenz der EU sind noch viele weitere hinzugekommen. Ja, es gibt sogar eine Art „Subventions-Erlangungs-Industrie“, also Firmen, die sich darauf spezialisiert haben, anderen Unternehmen dabei zu helfen, aus diesem oder jenem EU-Subventionstopf Gelder abzugreifen, die sont ungenutzt geblieben wäre. Was im Einzelfall durchaus sinnvoll sein kann – zum Beispiel, wenn Subventionen eine Lenkungswirkung haben wie bei den erneuerbaren Energien – verkommt so zu einer weiteren Einnahmequelle von Unternehmen, die sich mit Steuergeldern ihre Bilanzen aufbessern.

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Jul
17
2011
1

Verband abzockender Konzerne

Anlässlich der 1000. Sendung des NDR-Magazins Markt hat die Extra 3-Redaktion einen schönen kleinen Beitrag ausgeknobelt, der auf durchaus amüsante Weise vor allem das Treiben vieler Großunternehmen aufs Korn nimmt – „Markt macht Konzernen das Leben schwer“:

“Johannes Schlüter” von Extra 3 Fans ist auch der Vorsitzende des Verbandes abzockender Konzerne, kurz VAK. Ihn ärgert, wie Markt die Verbraucher regelmäßig verunsichert.

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Jun
06
2011
5

RWE, die Überallmitmischer

Irgendwie wundere ich mich gerade, dass ich den Essener Energiekonzern RWE schon sei längerem nicht mehr in meinem Blog beäugt habe. Dabei gibt es Gründe genug, dieses Unternehmen scheel zu betrachten und kritisch zu durchleuchten – und natürlich auch, ihm als Stromkunde den Rücken zu kehren. Abgesehen von der starken Verbundenheit zu Kohle und Atomkraft tut sich RWE immer wieder mit kackdreisten Reklamekampagnen hervor, in denen sie das Blaue vom Himmel herunterlügen und sich als umwelt- und menschenfreundliches Großunternehmen zum Liebhaben präsentieren. Wer erinnert sich nicht noch an die bescheuerte Werbung mit dem „sanften Energieriesen“ und seiner Liebe zur Windkraft? Der Fernsehspot wurde von Greenpeace und vielen anderen entsprechend kommentiert und als das entlarvt, was er ist, nämlich hohles Gewäsch und reine Augenwischerei:
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Nov
30
2010
6

Wie die Banken den Euro verspielen und sich ihre Gesetze selber schreiben

Die Finanzkrise, wisst Ihr noch? Ein Gespenst ging um in der Welt. Düstere Prognosen machten die Runde, manche Mainstream- wie Indiemedien überschlugen sich geradezu darin, die Zukunft in den apokalyptischsten Farben zu malen (ich erinnere an die Prognose des LEAP, dass die USA im Sommer 2009 Staatsbankrott anmelden müssten); auch in meinem Blog habe ich 2008/2009 so manch unerfreulichen Ausblick gegeben (wer mag, kann sich ja mal durch’s Archiv klicken). Scheinbar ist, zumindest in Deutschland, das Schlimmste ausgeblieben – das öffentliche Leben funktioniert immer noch, wir haben Strom, Internet und fließend Wasser und auch die Supermarktregale sind nicht verwaist. Ist das nicht toll? Ein echtes Wunder, Ergebnis einer umsichtigen Politik und emsiger Arbeiter?

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Nov
03
2010
4

Was kostet uns der Atomstrom?

Für die regelmäßigen Leser meines Blogs ist es sicherlich keine neuartige Erkenntnis, dass die von den Atomkraftbefürwortern, von entsprechend gepolten PR-Leuten und Politikern gerne ins Feld geführte Begründung, Atomstrom sei ja „so billig“ und „regenerative Energien werden viel zu stark subventioniert“, ziemlicher Unsinn sind. Abermilliarden hat die Atomindustrie in Laufe der Jahrzehnte an Steuergeldern eingesackt, zudem tragen Risiken für Unfälle und Endlagerung ebenfalls überwiegend wir alle. So ist es, vor dem Hintergrund der dummen und kurzsichtigen Entscheidung der Bundesregierung, die Laufzeiten der Atommeiler zu verlängern anstatt das Zeug abschalten zu lassen, sehr erfreulich, dass dieser Mythos des „billigen Atomstroms“ zur allerbesten Sendezeit in der ZDF-Wiso-Sendung demontiert wurde – (Diesen Beitrag weiterlesen…)

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Aug
13
2010
1

Die Gier der Kirche Teil II

Nachdem ich letztens schon einmal über die Gier der Kirche bei Kirchenaustritten berichtete, muss ich heute unbedingt noch diesen ärgerlich machenden Bericht von Frontal 21 posten: „FDP-Kritik an Kirchenfinanzen“. Denn die beiden großen Kirchen in Deutschland erhalten nicht nur über die Kirchensteuer viel Geld, sondern ebenfalls über einen mehr als 200 Jahre alten Vertrag! So fließen mehrere hundert Millionen Euro jedes Jahr zusätzlich ins klerikale Säckel – Geld, für das der Steuerzahler aufkommen muss, also alle, egal, ob sie Mitglied dieses Vereins sind oder nicht. Und dieses Geld wird keineswegs unbedingt sinnvoll ausgegeben, sondern oft, um den feudalen Lebensstil einiger Kirchenfürsten zu finanzieren. Dass keine der Regierungen es gewagt hat, an diesem längst überholten Vertrag zu rütteln, wirft auch auf die Politik kein gutes Licht – in diesem Zusammenhang muss man der FDP tatsächlich mal Lob zollen, die diese Zustände bereits seit 1974 zu beenden trachtet. Allzu intensiv scheint sie sich allerdings auch nicht dafür eingesetzt zu haben, dass sich etwas ändert…

[...] Aufgrund alter Rechtstitel werden aus den Landeshaushalten bundesweit etwa 460 Millionen Euro Steuermittel pro Jahr an die katholische und die evangelische Kirche gezahlt. Diese Zahlungen sind häufig mit einer Dynamisierungsklausel verbunden und steigen dadurch jedes Jahr. Das kritisiert der Präsident des Landesrechnungshofes Schleswig-Holstein, Aloys Altmann. “Dies war nie zeitgemäß”, so Altmann gegenüber Frontal21. “Wir sind der Auffassung, dass ein modernes Land es sich nicht leisten kann, Ewigkeitsverträge mit Dynamisierungsklauseln abzuschließen.” [...]

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Jul
14
2010
4

Die Gier der Kirchen

Über so manches Übel unserer heutigen Gesellschaft habe ich hier in meinem kleinen Blog ja schon berichtet, manches Unwesen angeprangert und viele unselige Entwicklungen gegeißelt. Gerade die durch dieses unser Wirtschaftssystem geförderte Tendenz, der Profitmaximierung vieles unterzuordnen und nur auf den eigenen Vorteil aus zu sein, zeichnet das Wirtschaftstreiben aus, vor allem im größeren „globalisierten“ Maßstab gesehen. Eine Determinante, die unser Leben immer noch mitbestimmt, habe ich dabei allerdings bisher ausgespart – die Kirche. Nicht aus Pietät oder moralischen Gründen, sondern weil das Thema Religionskritik eigentlich etwas für andere Blog ist und hier irgendwie zu weit führte. Dennoch animiert mich der Beitrag „Kirchenaustritt: Gebühren und Schikanen“, den Panorama unlängst sendete, nun doch einmal das ganz und gar weltlich-geldliche Streben der Kirchen, vor allem der katholischen, zumindest schlaglichtartig zu beleuchten:

Die Zahl der Kirchenaustritte ist auf Rekordniveau. Immer mehr Menschen kehren der Kirche den Rücken. Und jeder abtrünnige Gläubige bedeutet für die Kirche auch weniger Geld. Aber die Kirche schaut nicht tatenlos zu: Die beiden großen Kirchen in Deutschland und auch einige Gemeindeverwaltungen legen Austrittswilligen zum Teil unerwartete Hürden in den Weg. [...]

Der Spiegel berichtete vor einigen Wochen ja ebenfalls über die Unsummen, mit denen das kirchliche Treiben vom Staat, und damit von Steuerzahler, quersubventioniert wird – „Geheime Parallelwelt“:

Prunksucht, Diebstahl, undurchsichtige Kassen: Die katholische Kirche wird von Finanzaffären erschüttert. Während an der Basis gespart werden muss, bleibt manchen Bischöfen kaum ein Wunsch unerfüllt. [...]

“Die katholische Kirche hat das angeborene Recht, unabhängig von der weltlichen Gewalt, Vermögen zur Verwirklichung der ihr eigenen Zwecke zu erwerben, zu besitzen, zu verwalten und zu veräußern”, so steht es im Kirchenrecht. Dieses “angeborene Recht” und die dahinterliegenden Milliarden zu verteidigen ist eine der zentralen Aufgaben der Bischöfe. [...]

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Mai
14
2010
3

Blechen für Werbung?

crazy_man_in_shower

© adamsphoto, stock.xchng

Immer wenn man meint, man hätte schon alles an medialer Absurdität erlebt, kommt doch aus irgendeiner Ecke eine Idee, die einen neuen Tiefpunkt setzt. Ganz aktuell bemüht sich die Reklameindustrie darum, die Ergüsse der mal mehr, mal weniger Kreativen, die irgendein Produkt anpreisen oder einen Großkonzern grünwaschen, als wertvollen Content zu vermarkten und deshalb auch Gebühren von den Bügern dafür zu verlangen. Nein, das ist kein Scherz – nicht nur, dass der Werbe- und Marketingklimbim den Menschen ohnehin schon auf den Wecker fällt und alle Lebensbereiche gnadenlos durchzieht. Nun sollen wir tatsächlich, analog zu den Urheberrechtsabgaben, die von Sendern für PCs etc. angedacht sind, pauschal eine Abgabe für die tollen Erzeugnisse der Reklamefritzen löhnen. Hut ab, das ist wirklich mal kreativ, auf so eine dreiste Idee muss man erst einmal kommen… Das Fachhandelsmagazin IT-Business schreibt dazu in „Volkssport Urheberrechtsabgabe: Jetzt wollen Werbefilmer kassieren“:

[...] Stellen Sie sich vor: jemand schmeißt Ihnen ungefragt etwas in den Garten, deklariert es zur Kunst und verlangt von Ihnen als Gartenbesitzer dann quasi Eintrittsgeld – Sie finden das verrückt? Andere nennen es ein deutsches Geschäftsmodell. Das erste positive Urteil dazu ist bereits ergangen. [...]

[...] muss deshalb jeder Besitzer eines PCs oder eines Festplattenrekorders dafür zahlen? Und ist es nicht pervers, dass auf der einen Seite die TV-Sender mit CI+ versuchen, die TV-Aufzeichnungen so zu reglementieren, dass die Werbeblöcke nicht übersprungen werden können, auf der anderen Seite dann genau damit eine Vergütungspflicht begründet wird? [...]

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Kommentare: 3 | Fernsehen,Medien,Reklame | Schlagwörter: , , , , , |
Apr
30
2010
3

Die Bank gewinnt immer

Auch wenn der nachfolgende Beitrag „Bluten für die Banken: Steuerzahler in Geiselhaft der Finanzwelt“ des BR3-Magazins quer humoresk daher kommt, ist er doch leider nur zu wahr und eigentlich alles andere als lustig…

Wenn derzeit griechische Staatsanleihen als Ramsch eingestuft werden, reiben sich die Banker schon die Hände. Denn sie kassieren hohe Zinsen, und wenn der Staat die Kredite nicht zurückzahlen kann, springt eben die EU ein. Das globale Finanzsystem sollte Lehman Brothers ein Denkmal setzen – denn Spekulieren ist heute risikoloser denn je. Die Furcht vor einer neuen Finanzkrise zwingt Regierungen weltweit, das Volksvermögen als Risikodeckung unkontrollierbarer Finanzgeschäfte einzusetzen. Das bedeutet aber letztlich: Sterben aus Angst vor dem Tod.

Anschließend gab es dann auch noch ein Interview, das der Frage nachging, inwieweit das Handeln der Banken vielleicht sogar strafrechtlich relevant sein könnte:

Mit dem Strafrecht kommt man in der Welt der Hochfinanz nicht besonders weit, heißt es immer. Tatsächlich? Prof. Bernd Schünemann ist Experte für Strafrecht. Er meint, die Finanzkrise würde Züge von global organisierter Kriminalität tragen.

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