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Das McDonald’s Happy Meal Project – Unverrottbares Fastfood?

[1]

© Sally Davies

Mmmmh, lecker! Dass Junk-Food von McDoof & Co. nicht gesund ist, ist ja bekannt. Dass es seinen Geschmack primär durch Gewürze und Zucker erhält, auch. Dass ein Burger und die dazugehörigen Fritten jedoch offenbar so hergestellt werden, dass sie im Laufe der Zeit nicht verrotten oder verschimmeln wie richtige Lebensmittel, sondern sich quasi selbst ewig erhalten, ist schon ein starkes Stück. Herausgefunden hat dies die Amerikanerin Sally Davies mit ihrem „McDonald’s Happy Meal Project“, wie Yahoo in „McDonald’s Burger nicht biologisch abbaubar? [2]“ zu berichten weiß:

(…) Insgesamt sechs Monate lang machte Sally Davies täglich ein Foto von den Speisen. Ihr Endergebnis: „Die einzige Veränderung, die ich erkennen kann, ist, dass sie hart wie Stein geworden sind“, berichtet sie der „Daily Mail“. Darüber hinaus habe sich ein Acrylfilm auf Burger und Pommes gebildet. Obwohl Sally Davies sich als Veganerin eigentlich vor ihrem Studienergebnis ekeln müsste, nimmt sie die ganze Sache mit Humor. „Wenn ich eine Fleischesserin wäre, würde mir bei diesem Anblick schon etwas anders werden“, gibt sie allerdings zu. (…)


Alle Fotos, die den Nicht-Zerfall dieser „Nahrung“ dokumentieren, gibt es auf der Flickr-Seite der Künstlerin – HIER [3]. Von dort stammt auch das Foto, das den Endzustand des Happy Meals nach sechs Monaten zeigt. Und sowas essen Leute freiwillig… Besonders lustig wird dies auch, wenn man bedenkt, wie sehr sich McD in ihren Reklamespots darum bemüht, den Menschen glauben zu machen, dass man sich von ihrem Kram gut ernähren könne – Promis wie Heidi Klum lassen sich dafür bereitwillig vor den Werbelügenkarren spannen. Immerhin werden zukünftige Generationen bei Ausgrabungen unserer bis dahin untergegangenen Zivilisation neben Technikschrott auf mumifizierte Burger stoßen und sich somit ein gutes Bild der jetzigen Zeit machen können. :-)

Wer sich die Kommentare auf der Flickr-Seite durchleist, wird feststellen, dass einige Leute die Beobachtungen von Sally Davies aus eigener Erfahrung bestätigen konnten – Fritten, die unter den Autositz gepurzelt waren und Monate später erst wiederentdeckt wurden, hatten immer noch das selbe Aussehen wie am ersten Tag, waren nur steinhart. Ich vermute ja mal (wie ich auch hier in einem Blogkommentar schrieb), dass die Zubereitung der Speisen, das Fritieren und Braten diese so „langlebig“ machen. Dass dies nicht wirklich gesund sein kann, schwant wohl manchem, der die Fotostrecke von Frau Davies betrachtet – somit könnte die Künstlerin mit ihrem Projekt stärker dazu beigetragen haben, Menschen die Augen über Fast Food zu öffnen als so manche moralinsaure Aufklärungskampagne. So funktioniert der „Kampf der Meme“, also der Wettstreit der Gedanken und Bilder, selbst wenn man sich noch darüber streiten kann, ob das in diesem Falle wirklich so fair war, da es natürlich auch andere Lebensmittel gibt, die nicht so schnell verrotten. Egal, warum soll immer nur die McD-Marketingabteilung ihre verlogenen Bilder in die mediale Gegend pusten dürfen…

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